Thema: Naturfotografie

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema Naturfotografie:

Rinder: Bergidylle von untenNaturfotografie: Der RabePapageitaucher: CharaktervögelNaturfoto: Mehr als Dokumentieren

 

Alle 37 Artikel zum Thema Naturfotografie auf fokussiert.com:

Wildlife Fotos des Jahres 2011:
Stillleben in Öl

“Stillleben in Öl” – so heißt das Wildlife-Foto des Jahres 2011, ausgewählt unter fast 41 000 Einsendungen aus 95 Ländern.

Der Spanier Daniel Beltrá hat es fotografiert und darf den Titel “Wildlife Photographer 2011″ tragen. Auch Deutsche und Schweizer sind bei den Gewinnern der “Oscars” für die Naturfotografen.

» weiterlesen

Naturfotografie:
Blumen mit Wasserkraft

Es scheint paradox: Blumen zu fotografieren sollte sehr einfach sein. Sie sind klein, von Natur aus schön und halten ziemlich still, wenn nicht gerade ein Unwetter herrscht. Trotzdem ist es sehr schwer, gelungene Blumenbilder zu machen. Hier wurde die Blume in einem Zustand fotografiert, den nicht jeder Fotograf sofort nachmachen kann.


Kommentar des Fotografen:

Ich habe diese Blume in den Bergen am Morgen nach einem heftigen Gewitter aufgenommen. Der Himmel wurde plötzlich aufgerissen, dies wird wunderbar in den Wassertropfen gespiegelt. Ich wollte speziell gestalten, mit Gegenlicht, Spiegelungen und Aufnahmestandort (am Boden liegend mit Einbeinstativ).

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Claudia Portmann-Caminada:

Es scheint paradox: Blumen zu fotografieren sollte sehr einfach sein. Sie sind klein, von Natur aus schön und halten ziemlich still, wenn nicht gerade ein Unwetter herrscht. Trotzdem ist es sehr schwer, gelungene Blumenbilder zu machen.

» weiterlesen

Pflanzenbild:
Zentraler Blickpunkt

Tropfen auf Blättern sind sehr beliebte Motive für Fotografen. Hier gelingt es Alex Glawe einen schönen grossen Tropfen auf einem dunklen Blatt festzuhalten. Die Bildkomposition ist allerdings noch etwas verwirrend, so dass der Tropfen nicht ganz seine Wirkung entfalten kann.

Kommentar des Fotografen:

Sommerregen im Juli

Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Alex Glawe:

Nach einem Sommerregen sammeln sich für eine kurze Zeit Tropfen auf den Blättern. Je nach Beschaffenheit der Blätter sammelt sich das Wasser manchmal zu grossen glitzernden Wassertropfen.

Diese wirken sehr schön und fotogen und sind deshalb auch sehr beliebte Motive. Entsprechend schwierig ist es auch, in diesem Bereich eine überraschende und stark wirkende Aufnahme zu machen. Alex Glawe gelingt das mit seiner Aufnahme ganz gut:

» weiterlesen

Naturfotografie:
Sehtraining im Freien

Auf der Suche nach dem grossen Überblick übersehen wir oft die Details, die ein eigenes Bild ergeben.

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild eines Calla-Blattes ist an einem wettermäßig wechselhaften Tag enstanden. Zum Aufnahmezeitpunkt herrschte eine geschlossene Wolkendecke und ich musste die ISO auf 400 hochdrehen, so dass ich bei Blende 3,5 und einer Belichtungszeit von 1/160 mit meinem 100mm F2,8 Makro, Reihenaufnahme, eine nahezu verwackelungsfreihe Aufnahme (ohne Stativ – das war anderweitig unterwegs…) hin bekam. Ich war mit Freunden unterwegs und stand zeitlich ein wenig unter Druck, deshalb freute es mich bei der Nachbearbeitung besonders, ein für mich doch sehr (grafisch) ansprechendes Bild abgelichtet zu haben. Mit mehr Zeit hätte man noch etwas am Schärfeverlauf/Bildausschnitt arbeiten können, mit der Farbgebung bin ich soweit zufrieden.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Stephan Mentzner:

Ein rot-lila Pflanzenblatt biegt sich in dieser Farbfotografie in leichtem Schwung von links oben nach rechts unten. Die Adern bilden klare Linien, welche die Aufnahme in vier Sektoren trennen; ausserdem sorgt der Lichteinfall dafür, dass jeder Teil des Blattes eine leicht andere Tönung hat. Im Zentrum der Aufnahme aber stehen Wassertropfen, die auf der Oberfläche perlen, und die mit minimaler Schärfentiefe so erfasst wurden, dass von links oben nach rechts unten ein Band von scharf abgebildeten Tropfen entsteht.

» weiterlesen

Blumenbild:
Freistellung und Redundanz

Wildblumen, die in grösserer Menge wachsen und dadurch prächtige Blumenteppiche bilden, lassen sich mit selektiver Schärfe besonders gut inszenieren.

Kommentar des Fotografen:

Auf diesem Bild sind Flocks zu erkennen. Um das Bild interessanter ausehen zu lassen, habe ich mit selektiver Schärfe gespielt. Beim Fotografieren habe ich versucht, die Blume möglichst prachtvoll und schön darzustellen.

Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Florian Birkle:

Eine Lila Blüte steht in diesem fast quadratischen Bild aus einem im Hintergrund in der Unschärfe aufgehenden Teppich der gleichen Pflanzensorte heraus.

Du hast dieses Bild in der Kategorie Naturfotografie eingereicht, die wir in unserer Definition als Fotos von Pflanzen und Tieren in freier Wildbahn definiert haben.

Ich habe in einem kürzlichen Workshop in Nordkalifornien realisiert, dass sich das Genre bis zu einem gewissen Grad mit der Landschaftsfotografie überschneidet. Prächige Blumenteppiche in freier Wildbahn lassen sich nämlich am besten in einer für die Landschaftsfotografie eher untypischen Art fotografieren:

» weiterlesen

Christian von Alvensleben:
MeeresFrüchte

Christian von Alvensleben sammelt den Müll aus dem Meer und setzt ihn im Studio in Szene: “MeeresFrüchte” nennt er diese Bilder.

Christian von Alvenslebens Fotografien können wir gerade unter freiem Himmel bestaunen – am Strand des Ostseeheilbads Zingst, im Riesenformat von je drei mal drei Metern. » weiterlesen

Naturfoto:
Mehr als Dokumentieren

Seltsame Tiere sind ein faszinierendes Fotomotiv. Bloss sollten auch sie nicht einfach “abgebildet” werden.

Kommentar des Fotografen:
Beim Besuch in einem Schmetterlingshaus auf Bornholm faszinierte mich diese Raupe durch die feinen, fast pelzigen Strukturen an ihren “Auswüchsen” und ihre Farben. In GIMP beschnitten und Helligkeit/Kontrast verändert.

Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Stephan Rehberg:

Eine sehr eigenartig anmutende Raupe krabbelt in diesem extremen Querformat im eleganten Schwung einem Blattstil entlang. Das Bild ist hart an die Umgebung der Raupe geschnitten.

Sonderbare Tiere sind faszinierende Fotomotive, und viele von ihnen findet man in der Makrowelt. Für Lehrbücher und Insektensammler gelten denn auch in der Fotografie andere Regeln als für den gemeinen Amateurfotografen.

Sie würden darin bestehen, das Tier in möglichst eindeutig erkennbarer und vollständiger Form abzubilden. Das hiesse, in einer Position, die dem Betrachter auf den ersten Blick Form und Farbgebung, Anordnung der Extremitäten und die Position des Kopfes zu eruieren erlaubte – grade bei einer Raupe ja nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit.

Dein Bild zeigt das gesamte Tier und ist so hart an den Körper heran geschnitten, dass zu vermuten ist, Du wolltest nichts anderes, als das Tier zu “dokumentieren”. Dann allerdings ist die kopfüber-Position nicht ideal. Der Kopf des Tieres ist kaum zu sehen, dafür erhaschen wir einen Blick auf die seltsamen, blauen, behaarten Füsschen und das rosafarbene Detail am hinteren Ende. Vielleicht hätte man warten können, bis sich das Tier auf der oberen Seite eines Blattes oder Blattstils positioniert – Geduld gehört auch bei der Dokumentarfotografie dazu.

Wenn Du aber mehr wolltest, als eine Abbildung des Wesens anzufertigen; sprich, wenn es dein Anliegen war, eine gute Fotografie zu machen, die auch Nicht-Insekten-Fanatiker begeistern könnte, dann ist die Art der Aufnahme unglücklich gewählt. das Bild hat, obwohl mit Blende 2.8 aufgenommen und mit einem stark verwischten Hintergrund gezeichnet, sehr wenig Tiefe, die Raupe liegt fast vollständig genau plan in der Fokusebene. Die “Draufsicht” im nahezu rechten Winkel verunmöglicht den Schärfentiefeneffekt, obwohl am hinteren Ende der Raupe eine leichte Unschärfe zu erkennen ist. Das Augenmerk des Betrachters wird nicht auf das Wesen gelenkt, was durch eine Aufnahmetechnik besser gestaltet werden könnte, bei der der Kopf des Wesens im Fokus steht und die Raupe scheinbar auf uns zu krabbelt. Und der harte Beschnitt der Fotografie schliesslich lässt ihr weder Raum, sich zu bewegen, noch dem Betrachter, ihr Umfeld zu erkunden.

Dir ist es hier zwar gelungen, die Raupe sehr scharf und mit den von Dir bemerkten Details deutlich sichtbar abzubilden. In deinem Bestreben, das hinzukriegen, hast Du aber alle anderen fotografischen Grundsätze ausser Acht gelassen und am Ende sogar alles an der Fotografie als “überflüssig” weggeschnitten, auf dem nichts von der Raupe zu sehen ist.

Das Resultat besteht darin, dass jeder Betrachter hier ein spannendes Motiv erkennt – aber keine spannende Fotografie. Der nächste Schritt in Deiner Lernstrategie müsste es sein, beides unter einen Hut zu bringen. Es sei denn, Du bist Insektenforscher, und die Kamera ist nur Dein Notizblock.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
Mehr über die Profi-Bildkritik erfahren / Eigene Bilder zur Kritik einreichen.

Der Sperling:
Spatz in der Hand

Tierfotos, auch von Haustieren, haben den Bonus des “Jööööh-Effekts”. Das sollte Fotografen nicht verleiten, sich mit dem schnellen Schnappschuss zufrieden zu geben.

Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand bei einem Zoobesuch. Nach unzähligen Bildern von Tieren hinter Zäunen und Gittern, gelang dieser Schnappschuss während der Rast am Mittag. Der kleine Vogel saß seelenruhig auf der Tischkante und wartete wie selbstverständlich darauf, an der Nahrungsaufnahme teilzunehmen. Ein unvorhergesehener Schnappschuss, dessen Wirkung mir erst zu Hause bewusst wurde.

Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Christoph Michel:

Ein Sperling sitzt auf einer Holzplatte und äugt mit schräg gehaltenem Kopf in die Kamera.

Du bezeichnest diese Aufnahme selber als Schnappschuss, hast sie aber in der Kategorie Naturfoto – die wir für Bilder von Haus- und anderen Tieren und von Pflanzen vorschlagen, eingereicht. Das soll kein Vorwurf sein:

» weiterlesen

Schwanensee:
Die Schönheit im Banalen

Hunderttausendfach gesehen, gibt es immer noch neue Möglichkeiten, den Schwan in seiner Pracht abzubilden. Hier gelingt es – einmal mehr – durch extreme Reduktion.

Kommentar des Fotografen:

Ruhig und majestätisch dahin gleitender, sich im Baggerweier spiegelnder Schwan.

Peter Sennhauser meint zum Bild von John Gerard:

Ein Schwan gleitet, die rechte Bildhälfte füllend, durch diese Farbaufnahme. Die Fotografie zeigt ausser dem Tier und seiner Spiegelung absolut nichts: Der See unter und hinter dem Schwan erstreckt sich horizontlos in einem sanften Verlauf von graublau zu weiss.

Wer hat noch keinen Schwan fotografiert? Wer will nicht nochmals einen Schwan fotografieren? Die Tiere sind nicht sonderlich scheu, überall am Wasser vorhanden und von einer majestätischen Schönheit.

Und obwohl sie so oft geknipst werden, wie ihnen Brotstückchen zugeworfen werden, gibt es noch Möglichkeiten, einen Schwan auf neue, spannende Weise zu fotografieren.

Hier hast Du eine gefunden, die ebenso simpel wie schwierig zu erreichen ist:

» weiterlesen

Blumenbild:
Verborgener Blick

Noch eine raffinierte Art, Blumenbilder zu machen: Der Blick ins Unsichtbare, das Subjekt als Entdeckung, macht Banales spannend.

Kommentar des Fotografen:

…blühen, im Verborgenen. Die ersten Frühlingsboten unter einer blühenden Azalee

Peter Sennhauser meint zum Bild von Michael Becker:

Ein Paar Osterglocken sind in dieser Farbfotografie im Halblicht der Sonnenstrahlen zu sehen, welche zwischen dem Bewuchs eines Gartens hindurch scheint. In der unmittelbaren Vordergrund-Unschärfe sind die violetten Blütenblätter einer Azalee mehr zu erahnen als zu sehen. Sie bildenen einen Rahmen um die gelben Osterglocken, die deutlich ausserhalb des Bildzentrums oben links angeordnet sind.

Es gibt unzählige Arten, wie man Blumen spannend fotografieren kann. Leider ist ihre natürliche Anmut meistens so vereinnahmend, dass die wenigsten Fotografinnen und Fotografen auf die Idee kommen, die Umgebung einzubeziehen oder einen frischen Blickwinkel zu wagen.

Du hast hier eine besonders raffinierte Methode gewählt, welche aus der hinlänglich bekannten Osterglocke eine Entdeckung macht:

» weiterlesen