4 zufällige Bildkritiken zum Thema Negativraum:
Alle 14 Artikel zum Thema Negativraum auf fokussiert.com:
Perfekte Komposition mit vielen Linien, die auf ein ebenso perfektes Subjekt zeigen: So entsteht eine hervorragende Fotografie.
Kommentar des Fotografen:
Dieses Foto ist bei einem Fotoshooting für einen Freund enstanden. Dieser ruft eine eigene neue T-Shirtmarke ins leben, für BMX, Dirt- und Downhillfahrer. (MTB)Für seine Hompage habe ich ein paar Fotos von seinem “Team” geschossen. Dieses Foto jedoch war für mich. Mich hat die Struktur der Architektur sehr beeindruckt, und der Zusammenhang mit meinem Sport war das i-Tüpfelchen. Das schwere an dem Foto war es, den Fahrer noch soweit zu motivieren, dass er sich ausreichend an der Kante in die Luft drückt und einen kleinen Tabletop (ein Trick) zeigt. Nach einer ganztägigen Fototour durch Graz war bei Sonnenuntergang die Kraft und die Lust raus, was sich bei Anblick dieses Fotos auf dem Display schnell wieder änderte. Da diese Foto eigentlich relativ einfach ist, ist es, so finde ich, trotzdem ein Highlight meiner Sammlung und deswegen würde ich es auch gerne von Profis bewerten lassen. Entstanden in Graz-Liebenau in Österreich.
Profi Stuart Schwartz meint zum Bild von Gregor John:
Eine hervorragende Aufnahme. Das Licht, die Komposition, der entscheidende Moment: Alles in einem Sekundenbruchteil mit einer einzigen stimmigen Belichtung eingefangen.
So entsteht diese Silhouette des Subjekts gegen den Himmel, der noch dazu mit einem sehr weichen Verlauf erscheint. Der Schlüssel für diesen Erfolg liegt in der Wahl der richtigen Tageszeit.
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Negativer Raum ist Dein Freund. Oder der so manchen Sujets, das in einem engen Motivrahmen eingesperrt wirkt.
Kommentar des Fotografen:
“Löwenzahn-Lichter” – als Sujet etwas verbraucht, aber trotzdem schön und spannend zum Üben, in diesem Fall mit Makro-Objektiv.Nach einer längeren Pause haben die Models dann ziemlich auf schlapp gemacht…
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Esther Bachmann:
Das Licht in Deinem Foto ist schön, weich, und die Töne hatten mich sofort in ihren Bann gezogen. Das Licht und die blasse, schon fast monochrome Farbpalette sind klassisch, gut gesehen. Ob verbraucht oder nicht, entscheidet letztlich jeder selbst – und ich fand den Löwenzahn hier dennoch interessant. Ein gutes Übungsprojekt.
Was mir bei diesem Bild ins Auge stach, war das Glas, das alles dominiert – nein, erstickt:
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Konzeptbilder, deren Inhalt bildliche Umsetzung einer konkreten Aussage ist, müssen so eindeutig wie möglich sein, ohne platt zu wirken.
Kommentar des Fotografen:
Ein Symbolbild zum Niedergang Irlands. Die Belichtungsdaten ergeben sich aus der EXIF-Datei. Das Bild ist selbsterklärend.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Dr. Martin Baumgärtner:
Der Schriftzug “EIRE” (Irland) in massiven, einst weissen und jetzt leicht verwitterten Buchstaben an einer Backsteinmauer. Das “I” hängt leicht schief nach rechts, der Schriftzug, leicht nach links oben im Bild platziert, ist in seiner unteren rechten Hälfte von einem rot-rosa-Spot beleuchtet.
Irland ist in grossen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Diese Fotografie kann das auf einfache, eindringliche Weise zum Ausdruck bringen. Jedenfalls in Zeiten, in denen der Zusammenhang allgemein klar ist.
Demnach wäre die Aufnahme gerade jetzt und zusammen mit dem grosszügigen Negativraum rechts unten durchaus als Titelbild für einen Artikel in einem Magazin geeignet:
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Ein Defizit an Information kann ein Bild spannend machen, wenn es den ursprünglichen Blickfang schafft.
Kommentar des Fotografen:
Die Aufnahme ist in der Ziegelbrennerei des Konzentrationslagers Neuengamme entstanden. Der Raum ist erschreckend dunkel, weil es nur wenige kleine Oberlichter gibt. Nur durch die geöffnete Tür fiel ein Strahl der tiefen Wintersonne.
Profi Stuart Schwartz meint zum Bild von Andreas Bemeleit:
In dieser Fotografie dreht sich alles ums Licht.
Das wichtigste, was passiert, wenn man dieses Bild öffnet, ist, dass man es ansehen will. Es enthält genug Information, um die Aufmerksamkeit zu halten, und zugleich nicht genug, um Antworten zu geben.
Woher stammt dieser Schatten? Wohin zeigt er? Wo sind wir hier überhaupt? Die Fragen lassen die Aufmerksamkeit nicht los:
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Auch bei sehr übersichtlichen Fotos gibt es genug Kleinigkeiten, auf die ein Fotograf achten sollte und die entscheiden, ob ein Bild gelingt oder nicht.
Kommentar des Fotografen:
Das Foto ist bei meinem zweiten Shooting im Studio mit meinen Freundinnen entstanden…. leider ist das Licht irgendwie nicht perfekt… könnt ihr mir sagen, was ich noch hätte anders machen können?
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Gabi Ferenz:
Eine junge Frau hört Musik über Kopfhörer. Ein nicht ungewöhnliches Motiv, welches ich selbst über 100 Mal fotografisch umgesetzt habe. Die Fotografin Gabi Ferenz fragt in den Bemerkungen, ob es Tipps für die Verbesserung des Lichts gäbe. Dabei ist das Licht – nüchtern betrachtet – gelungen. Es wurde weiches Licht verwendet, die Tiefen und Lichter enthalten Zeichnung und es gibt keine störenden Schlagschatten.
So gesehen “funktioniert” das Licht.
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Texturen und Negativraum können ein einfaches Motiv in einen spannenden Kontext setzen.
Kommentar des Fotografen:
Das Foto entstand im Hafen von Muskat/Oman. Mir gefällt der Kontrast zwischen den beiden jungen Arabern in ihrer landestypyschen Kleidung mit Kamelreitgerte und diesem tristen Verbundpflaster.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Peter Justinger:
Zwei Männer in traditioneller Kleidung der Gegend am persischen Golf, in Sandalen und mit Kopftüchern schlendern nebeneinander in der rechten unteren Ecke dieses schwarz-weiss-Bildes. Der rechte der beiden blickt leicht von seinem Begleiter abgewandt nach unten aus dem Bild. Er hält einen langen, dünnen Gegenstand, eine Rute oder eine feine Reitpeitsche, in seiner rechten Hand.
Der Standort des Fotografen ist leicht erhöht über den beiden. Der gesamte Rest des Bildes besteht aus einer Fläche von lückenlosen Verbundpflastersteinen. Darauf sind mehrere dunklere Flächen und Fahrspuren, aber auch Stellen mit beschädigten Steinen zu sehen.
Zwei Männer in ihrer natürlichen Umgebung: Der Wüste…
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Für die Fotokamera sind nachts keineswegs alle Katzen grau. Die klare Trennung von dunkel und hell hilft, starke Reduktionen zu inszenieren.
Kommentar des Fotografen:
Ein Foto aus einem nächtlichen Spaziergang. Ich hatte Lust ein wenig frisches Luft zu schnappen und habe meine Kamera mitgenommen. Auf dem Weg nach Hause entdeckte ich ein interessantes Motiv. Eine einsame Lampe, die einen kleinen, leeren und mit Schnee bedeckten Parkplatz beleuchtet. Unter der Lampe ein Fenster der im warmen, gelben Farbton erscheint. Da ich Freihand fotografiert habe, wählte ich die Blende von 1,4, um die Belichtungszeit kurz zu halten. Später wurden am Foto kleine Korrekturen vorgenommen wie Ausschnitt, Kontrast etc.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Anton Krieger:
Eine Hauswand im rechten Bildteil mit einer montierten Strassenlaterne, die einen durch die Perspektive elliptisch wirkenden Lichtkreis auf den ansonsten in völliger Dunkelheit liegenden Vorplatz wirft. Wie ein Bühnenspot beleuchtet die Strassenlampe mit ihrem kalten Halogenlicht einen kleinen Teil der Hauswand und einen klar begrenzten Raum der Strasse:
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Actionporträts dürfen ein bisschen mehr als Passbilder. An- und abgeschnittene Gliedmassen allerdings sind fast nie akzeptabel.
Kommentar des Fotografen:
Eine Freundin von mir, im Wasser fotografiert. Mit Photoshop umgewandelt und bearbeitet. Als Anfänger haben wir einfach abends die Sonne ausgenutzt und über einen Reflektor noch aufgehellt.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Fridtjof Enzmann:
Eine junge Frau mit nassem Haar, rätselhaftem Blick und ansatzweise geöffnetem Mund blickt unter über dem Kopf entspannt verschränkten Armen in die Kamera. Die halbnassen Haare fallen ihr strähnig ins Gesicht, Wasser perlt vond er Haut und tropft von den Fingern der einen Hand. Die körnige Schwarz-Weiss Aufnahme scheint an einem Strand oder an einem Ufer mit Quaimauer entstanden zu sein, welche unscharf im Hintergrund für den Kontrast sorgt. Der Hintergrund fällt vom hellen Negativraum in der linken Bildhälfte hinter dem Modell ab in eine dunkle rechte Hälfte.
Ein fesselndes Bild:
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Auch Porträts mit extremem Winkel oder Ausschnitt sollten einen klaren Bildgegenstand haben.
Kommentar der Fotografin:
Das Bild ist nebenbei bei einem Surfwettbewerb in Marokko entstanden. Er ist einer der Surfer, der cool und lässig auf seinen “Auftritt” wartet. Der Ausschnitt war absichtlich so gewählt und ist nicht wegen der nebenbei schnellen Aufnahme erst entstanden.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Karolin Krassel:
Ein Gesicht mit verspiegelter Sonnenbrille, in der man den Strand und das Meer erkennen kann. Die Mütze, die den Kopf bedeckt, bildet gleichzeitig den einzig vorhandenen Rahmen für dieses Porträt, das laut der Fotografin einen Surfer darstellt, der scheinbar unbeteiligt auf seinen Auftritt wartet.
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Das vorliegende Selbstporträt ist innovativ, humorvoll und regt zum Nachdenken an, hat aber ein paar technische Mängel. Diese sind allerdings leicht zu korrigieren.
Kommentar der Fotografin:
Selbstbildnis
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Adriana Navalesi:
Auch wenn Selbstporträts an sich schwierig zu fotografieren sind, gewinnen sie doch, wenn sie nachträglich zumindest ein bischen poliert werden. Ich persönlich versuche zwar auch so zu fotografieren, daß hinterher nicht mehr viel zu tun ist. Das heißt aber nicht, daß ich offensichtliche Dinge wie Lichtklekse nicht retouchiere.
Adriana Navalesis Foto ist ein Selbstporträt, präsentiert als Diptychon. Die Fotografin fotografiert grundsätzlich in diesem Modus, und stellt entweder zwei ähnliche Aufnahmen einander gegenüber, so wie im vorliegenden Fall, oder in jüngster Zeit ein Selbstporträt mit einer Landschaft. Die Bilder gehören thematisch zusammen, sie sind als Sequenz, als Paar zu beurteilen.
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