Beiträge

Gegenlicht-Portrait:
Fokus auf Persönlichkeit

Die sorgfältige technische Vorbereitung ist ein Weg zur guten Fotografie. Daneben dürfen aber die Einflussmöglichkeiten in der Komposition. in der Bildgestaltung und die Vorbereitung des Bildkonzepts nicht zu kurz kommen.

Gegenlichtporträt einer jungen Frau

Bianca, Gegenlichtporträt, Sony SLT-A99V, 1/250s bei Blende 3.5 mit 200mm Brennweite und ISO 100, © Christian Kurz

Christian Kurz aus Koblach schreibt zu diesem Bild: Das Bild ist bei einem Shooting mit meiner Tochter im September 2016 in den Bergen in Tirol entstanden.
Wir wollten die Sonnenaufgangsstimmung für ein Shooting nutzen. Bei den Aufnahmen habe ich mit Aufsteckblitz gearbeitet. Den Blitz habe ich auf Manuell gestellt und leicht dazu geblitzt. Die Location habe ich am Vortag erkundet und geschaut wann die Sonne aufgeht um die richtige Lichtstimmung zu bekommen.
Was mich selbst am Bild stört ist das ich den Bildauschnitt zu knapp gewählt habe. Oben hätte ich mir mehr Platz gewünscht.

Die perfekte Fotografie verlangt der Fotografin vieles ab: Dutzende von Details sind zu beachten, eine gute Vorbereitung hilft, Fehler zu vermeiden.  Trotzdem sind die grundlegendsten Fakten immer auch die, welche entscheiden, ob es ein gutes oder fast ein gutes Bild ergibt.

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Seniorenporträt:
Das Rätsel von Lady Luck

Situationsporträts entwickeln bisweilen hohe Anziehungskraft dadurch, dass einige der wesentlichsten Elemente einer Porträtfotografie fehlen. Diese Aufnahme ist ein Bilderrätsel von hoher Dynamik. Leider macht das missglückte Framing viel davon gleich wieder zunichte.

Senior in Schwarz Weiss

Charakterkopf im Seniorenheim – S/W-Porträt Canon EOS REBEL T4i, Blende 9 bei Brennweite 135mm und ISO 100 © Reinhard Witt

Das Bild zeigt meinen 90 jährigen Vater bei einem Besuch im Alten/Pflegeheim. Es wurde vor kurzem aufgenommen. Eine Absicht stand nicht dahinter. Er kasperte zu dem Zeitpunkt ein wenig herum, was er sonst eigentlich nie getan hatte. Zufälligerweise (!) hatte ich zu dem Zeitpunkt meine Kamera am Mann und konnte eine ganze Serie davon ablichten. Mir gefällt einfach der Ausdruck und das SW – in Farbe kommt das Bild überhaupt nicht rüber… :-) – Reinhard Witt

Ein älterer Herr mit Sonnenbrille und Baseball-Cap schaut in diesem Schwarz-Weiss-Brustporträt (Medium-Closeup) in die Kamera. In seiner rechten Hand hält der Mann eine Kuchengabel über einem Stück Kuchen auf dem Teller in seiner Linken. Das zerfurchte Gesicht lässt keinen genauen Schluss auf seine Gemütsstimmung zu. Weiterlesen

Einführung in die Street Fotografie/Straßenfotografie – Teil 3/4:
Street und Recht am Eigenen Bild

Eine Diskussion, die immer geführt wird, wenn erkennbare Personen im Foto sind, das an einem öffentlichen Ort aufgenommen wurde, ist: „Darf der das?“ Persönlichkeitsrecht und Recht am eigenen Bild sind ein Thema, das in verschiedenen Ländern verschieden gehandhabt wird. In den USA zum Beispiel gibt es den Begriff „reasonable expectation of privacy“ oder „begründete Erwartung von Privatsphäre“, während in Deutschland das Recht am eigenen Bild über allem steht. Verschiedene Kulturen haben Bilderverbote; anderorts gilt es als unschicklich, als Mann nicht zur Familie gehörende Frauen abzulichten. Man sollte sich daher mit den vorherrschenden rechtlichen und kulturellen Regeln vertraut machen, bevor man zur Kamera greift.
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Romney Müller-Westernhagen:
Natürliche Portraits

Für eindrucksvolle Portraits braucht es oft nicht sehr viel. Wenn aber hinter der Kamera eine Künstlerin mit prominentem Nachnamen und vor dem Objektiv weitere Prominente stehen, dann ist die Aufmerksamkeit gewiss. In der Berliner Galerie Camera Work ist vom 11. August bis 22. September die weltweit erste Ausstellung der Photographin Romney Müller-Westernhagen zu sehen.


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Picasso im Fotoportrait:
«Ichundichundich»

Eigentlich ist «Ichundichundich – Picasso im Fotoportrait» (Hatje Cantz) ein Ausstellungskatalog. Das Buch ist jedoch auch für Fotografen von großem Interesse. Denn auf knapp 280 Seiten vereint er den Blick von 34 namhaften Fotografen auf einen Titanen des 20. Jahrhunderts.

Fast alle großen Fotografen des 20. Jahrhunderts haben Pablo Picasso im Bild festgehalten, unter anderem Richard Avedon, René Burri, Robert Capa, Herbert List, Dora Maar, Man Ray und Irving Penn. Sie alle haben Picasso seit 1916 immer wieder fotografiert, haben mit ihm Zeit verbracht. Manchmal nur sehr kurz, manchmal nur einmalig, manchmal aber auch öfter und über Jahre hinweg.

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Strassenfotografie:
Posterstories

Gute Strassenfotografie führt den Betrachter zu einem emotional bewegenden Punkt, ohne ihn in ein zu enges Korsett zu zwängen: Die Geschichte entsteht im Kopf.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Hans Feyh).

Kommentar des Fotografen:

Im Regen – Hauseingang gefunden. Verzweiflung, sie verpasst ihr Date!

Peter Sennhauser meint zum Bild von Hans Feyh:

Eine Junge Frau steht in dieser hochkant-Schwarz-Weiss-Fotografie in einem Hauseingang. Aus dem Flur und anscheinend aus der Hüfte fotografiert, scheint sie die Kamera nicht zu bemerken: Sie lehnt mit verschränkten Armen am Türpfosten und beisst sich auf die Unterlippe. Draussen zeugt regennasser Boden im unscharfen Hintergrund, warum die in Sandalen und leichter (50er-Jahre-?) Sommerkleidung ausgestattete Dame hier steht.

Die Emotion erschliesst sich in diesem Bild nicht auf den ersten Blick:

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Martin Schoeller:
Wahre Gesichter

Martin Schoeller geht so dicht auf die Menschen drauf, dass er hinter den „offiziellen“ Masken vielleicht deren wahre Gesichter findet.

© Martin Schoeller, Paris Hilton

„Behind the Mask“ – hinter der Maske, so heißt Martin Schoellers aktuelle Ausstellung in Berlin. Gezeigt werden Porträts von Stars und Prominenten, ungeschminkt und unretuschiert.

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Kinderporträt in Schwarzweiß:
Der sorglose Augenblick

Unbeobachtet fotografiert entfaltet sich die Persönlichkeit des Porträtierten am besten, denn alles Gestellte fällt weg. Wenn dann auch noch alle anderen Faktoren wie Komposition und Beleuchtung stimmen, ist das Ergebnis mehr als nur ein gutes Porträt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Stephan Bremicker).

Kommentar des Fotografen:

Flo ist ein enthusiastischer Feuerwehrfan. Ich habe hier versucht einen dieser Momente festzuhalten in denen er in seine Fantasiewelt versunken ist, um kurz darauf wieder loszurennen und das Ausgedachte zu spielen.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Stephan Bremicker:

Glückwunsch zu diesem meines Erachtens sehr gut gelungenen Porträt. Es hatte mich sofort in seinen Bann gezogen, als ich es auf dem Bildschirm auftauchen sah, und jedes Mal, wenn ich es mir ansehe, entdecke ich im Blick des Jungen etwas anderes:

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Liselotte Strelow:
Gesichter der jungen Bundesrepublik

Liselotte Strelow fotografierte die führenden Persönlichkeiten der jungen Bundesrepublik Deutschland. So gab sie den Jahren von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder ein prägendes Gesicht.

Liselotte Strelow: Marlene Dietrich, 1960, © VG Bild-Kunst, Bonn / LVR-LandesMuseum Bonn

Kaum ein Prominenter in Politik, Wirtschaft und Kultur, welcher „der Strelow“ nicht Porträt gesessen wäre. Im Berliner Willy-Brandt-Haus erinnert eine Ausstellung an die Fotografin, die nun 102 Jahre alt geworden wäre.

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Promotionsfoto:
Porträt einmal anders

Eine einfache Veränderung eines „klassischen“ Themas kann etwas schaffen, was die eindeutige Unterschrift des Fotografen trägt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Daniel Haeker).

Kommentar des Fotografen:

Eine Serie von Promotionsfotos für eine Gruppe spanischer Cellistinnen habe ich zum Anlass genommen, etwas – für mich – Neues zu versuchen. Den Portraits, wie dem hier gezeigten Bild von Alicia, habe ich durch Einarbeiten von mir selbst angefertigter, mehrschichtiger Texturbilder einen neuen Hintergrund anstelle des konventionellen dunklen Bühnen- (Theater-) Raumes gegeben.

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