4 zufällige Bildkritiken zum Thema Perspektive:
Alle 38 Artikel zum Thema Perspektive auf fokussiert.com:
Wenn man sich die Zeit nimmt, eine Szene aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten, entsteht meist ein besseres Bild. Oft genügt ein Blick nach oben.
Kommentar des Fotografen:
Ein imposanter Zedernwald in Japan aus spezieller Perspektive
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Klaus Reichle:
Zwei Dinge, die bei einer Aufnahme immer zu kontrollieren sind ist, wo man steht, und wann man auf den Auslöser drückt. Das mag banal klingen – wenn es aber so einfach wäre, würden wir alle immer im perfekten Moment vom perfekten Standpunkt aus das perfekte Foto schießen.
Viele Anfänger tendieren dazu, die Kamera wagerecht auf ein Objekt oder eine Person auf Augenhöhe zu richten. Viele Situationen, viele Szenen erschließen sich einem aber erst, wenn man die Perspektive ändert. Das kann so einfach sein, wie in einem Wald nach oben zu schauen:
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Die Ausstellungsobjekte sind keineswegs das einzige oder das beste Motiv in Museen. Die Architektur, die Raumeinteilung, die Beleuchtung und die Menschen bieten sich für spannende Fotografie an.
Kommentar des Fotografen:
Zeche Zollverein 2010, Ruhr Museum Eröffnung. Spontan aufgenommen. Kompaktkamera auf Vitrine positioniert. Interessant fand ich die Spiegelungen und die Einbettung der Ausstellungstücke in die gegebene Architektur. Die Tiefe des Raumes wird durch die Kameraposition verstärkt. Ich wollte die Stimmung im Museum festhalten und fand die Beleuchtung der Austellungsstücke im Museum sehr gelungen. Kann ich noch etwas verbessern (Nachbearbeitung).
Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Guido Sokolis:
Ein ebenso futuristisch wie minimalistisch anmutender Raum mit dunklen Farbtönen und fragmentierter Betondecke, vielen indirekten Lichtquellen und einigen Menschen erstreckt sich aus der Perspektive des Betrachters ins Bild hinein.
Menschen schlendern um eine Vitrine im Bildzentrum und -vordergrund herum, in welcher Gesteinsbrocken liegen, nur halb sichtbar durch die Spiegelungen im Glas, welche die linienreiche Raumgestaltung und die Lichtquellen verdoppelt und über andere Ansichten im Bild legt.
Eine spannende Fotografie, die viele Leitplanken bietet, denen das Auge folgen kann, ohne sogleich alles preiszugeben, was es zu entdecken gilt.
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Die schiefe weiße Box der Münchner Fotografin Anna Peisl bringt unsere Sehgewohnheiten durcheinander. Die Perspektive verrutscht, der Mensch verliert gewohnten Halt.
Anna Peisls “Whitebox” wurde über mehr als drei Jahre zur schiefen Bühne für viele Menschen. Hundert von ihnen zeigt sie jetzt – nur eine Woche bis 7. Februar – in der Münchner Orangerie im Englischen Garten.
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Wer Blumen fotografiert, sollte zwei Fehler nicht machen. Einfach von oben herab fotografieren und dem Hintergrund zu wenig Aufmerksamkeit schenken. Beides ist hier leider passiert.
Kommentar des Fotografen:
Dieses Stilllife fotografierte ich in der Nähe meines Wohnorts auf einem „Selber-pflücken-Blumenfeld“. Es sollte das Vergängliche versinnbildlichen und auch auf die Jahreszeit hinweisen, den Herbst. Mir scheint, die obere Blume betrauert mit hängendem Kopf die am Boden liegende…. Und was seht ihr dabei? Bräuchte es mehr „Umfeld“. Ich bin gespannt auf die Kritik, danke.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Roland Horni:
Manchmal ist es schwer, das Bild in dem eigenen Kopf mit dem Bild in der Kamera zu vereinen. Zuviele Gedanken und Gefühle stecken im Kopf, die vom Fotoapparat schlicht ignoriert werden. Das Ergebnis ist dann ein leider enttäuschendes Blumenfoto.
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Extrem-Perspektiven und -Blenden für Schärfentiefen-Effekte lassen sich hervorragend für auffällige Bilder einsetzen. Allerdings wecken sie auch Erwartungen an die Aussage der Fotografie.
Kommentar des Fotografen:
Das Foto entstand am sonnigen Sonntagnachmittag im September in Travemünde. Das Bild der Möwe auf dem Geländer, das in der Dynamik (wenn auch nach hinten gerichtet) auf die Möwe zielt und den Fokus, der durch die Schärfentiefe schon gegeben ist, noch mal verstärkt, fand ich interessant. Dazu ein altes Segelschiff im Hintergrund als Rahmen für den Travemünder Hafen.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Marcel Stockmann:
Eine Möwe sitzt auf einem Holzgeländer, offenbar in einem Hafen – im Hintergrund ist das Heck eines Segelschiffs zu erkennen. Der Vordergrund der hochkant-Farbfotografie wird zu zwei Dritteln vom in der Unschärfe liegenden Geländer ausgefüllt, auf das die Kamera für die Aufnahme offenbar zu liegen kam.
Wie Du richtig bemerkst, lassen sich mit derlei extremen Perspektiven (Kamera direkt am Geländer) und Tiefenschärfe-Effekten regelrecht “saugende” Bilder schiessen:
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Fotografie aus einer ungewohnten Perspektive gewinnt augenblicklich Aufmerksamkeit. Aber so speziell wie für den Betrachter ist der Blick auch für die Fotografin – und entsprechend sorgfältig muss die Komposition erfolgen.
Kommentar des Fotografen:
Ich wollte die tolle Gasse mal aus einer anderen Perspektive fotografieren. Die Farben harmonieren wunderbar miteinander. Das orange Tuch ist zwar ein Blickfang, jedoch nicht störend oder dominierend in diesem Bild. Aufgenommen in San Remo/Italien im Sommer 09.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Petra Jaldon:
Die Fassade eines offensichtlich etwas in die Jahre gekommenen mediterranen Stadthauses, fotografiert von unten im spitzen Winkel mit dem Weitwinkel. Zu den stürzenden Linien der Hauswand selber gesellen sich zahllose Blickfänge, die kreuz und quer durch das Bild führen.
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Egal, ob Nah- oder Fernaufnahme, Weitwinkel oder Zoom: Jedes Bild sollte Raum bieten, damit der Blick des Betrachters schweifen kann.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild ist auf einem Flugplatz entstanden, während ich auf einen Freund gewartet habe, der auf dem Weg zu seinem Fallschirmsprung war. Diese Maschine stand zum Start bereit, und ich wollte ein Bild einfangen, welches ein bisschen die Pilotperspektive darstellt… Da nur der Himmel durch ein Flugzeugfenster zu langweilig wäre, habe ich auch einen Teil der Fliegernase mit drauf genommen.
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Sergej Holzmann:
Die Belichtung ist gut, die Farben sind schön, die Komposition etwas neuartig und es gibt genug Abstraktion, um die Aufmerksamkeit des Betrachters länger zu halten, als nur für einen flüchtigen Blick mit einem quittierenden Kopfnicken. Trotz alledem fehlen diesem Bild Qualitäten, die es bemerkenswert machten:
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Bergsteiger sind angesichts der Gefahr und der natürlichen Schönheit, der sie ständig begegnen, oft religiös. Diese Aussage in einem Foto zu kombinieren, erreicht dieses symbolhafte Bild.
Kommentar des Fotografen:
Neulich auf dem Berliner Höhenweg in Tirol, beim Überqueren eines Gipfels, sah ich dieses Kreuz zwischen den Felsen. Ich mag die Perspektive, das Spiel zwischen Nähe und Weite. Das Foto ist eher intuitiv entstanden, ich hatte nicht die Zeit, um x verschiedene Dinge auszuprobieren. Die Bildwirkung entstand dann eher durch die farbliche Nachbearbeitung.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Tobias Schmidt:
Dieses Bild wirkt in groß. Als ich es zuerst im kleinen Vorschau-Format sah, ahnte ich, dass hier mehr verborgen liegt als eine schlichte Berglandschaft:
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Griechische Dörfer sind ein beliebtes Motiv für Fotografien mit starker Reduktion: Flächen, Formen und wenige Farben bieten Spielraum für kompositorische Reduktion. Stürzende Linien sind darin meist ein behebbares Übel.
Kommentar des Fotografen:
Auf Naxos aufgenommenes Foto. Kirche in der Stadt Chora. Mich faszinierten die Formen und das leuchtende Blau bei der Aufnahme.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Fabian Rouwen:
Die verwinkelte Ecke einer kleinen Kirche im typischen Weiss der griechischen Inselbauten – darüber ein knallblauer Himmel. Die Aufnahme ist stark nach rechts gewichtet und lässt die Linien zweier Giebeldach – Flügel der Kirche vor einer runden Kuppel von links unten nach rechts oben verlaufen. Ausser dem knalligen Hellblau des Himmels sind lediglich Weiss und Creme-Farbtöne in der Aufnahme zu finden.
Ich kann gut verstehen, wieso Dich dieser Anblick als Motiv gereizt hat. Hier treffen einfache Muster und Flächen, Geraden und Kurven, Linien und Verläufe aufeinander und bieten in einfacher Verbindung ein Mass an Komplexität, dem das Auge einfach folgen muss:
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Die Komposition ist das komplexeste Problem der Landschaftsfotografie. Die Entscheidungen für Weitwinkel, Hochformat und Perspektive bilden im Idealfall eine sehr bewusste, auf die Bildaussage ausgerichtete Kombination.
Kommentar des Fotografen:
Mein Bild wurde vor 2 Monaten in Kanada am Lake Louise aufgenommen. Es war frueh am Morgen und somit waren noch nicht ganz so viele Touristen dort… Die Boot wurden gerade zu Wasser gelassen und ich hatte die Moeglichkeit noch schnell ein Bild zu machen… Habe die Canon T1i mit einem 18-55 Objektiv verwenden.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Christian Schmid:
Ein majestätisches Tal zwischen schneebedeckten Bergen, ein eisblauer Fluss oder See, durch dessen klares Wasser man im rechten Vordergrund des Bildes gesunkenes Treibholz erkennt, und im Vordergrund ein Holzsteg mit einer Reihe knallroter Kanus, die zu eimer Erkundungsfahrt einladen.
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