Thema: Porträt

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema Porträt:


 

Alle 210 Artikel zum Thema Porträt auf fokussiert.com:

Leserfoto – “Sensuality”:
Die Qual der Wahl

Nach welchen Kriterien sollte man Fotos auswählen?

(c) Mario Franke

(c) Mario Franke

Hallo, das ist das 2. Foto vom selben shooting, ich konnte mich nicht entscheiden! :o) Vielleicht könnt ihr ja entscheiden, nochmals DANKE!
Groetjes uit Belgie, Mario

Bevor sich jetzt diejenigen unter unseren Lesern, die vergeblich Fotos eingereicht haben, benachteiligt fühlen, weil von einem Fotografen fast hintereinander zwei mit fast identischem Motiv besprochen wurden, möchte ich erklären, was mich zu dieser Auswahl bewogen hat.

Abgesehen von den Punkten, die bereits in der ersten Besprechung zu „Into the Light“ aufgelistet wurden, war ich der Meinung, daß es mir dieses Bild ermöglicht, einen Bezug zwischen mehreren Aufnahmen desselben Shootings herzustellen und Auswahlkriterien anzusprechen, ohne daß der Text so lang wird, daß man beim Lesen abschaltet.

Hier beide Bilder im Vergleich:

(c) Mario Franke

(c) Mario Franke

(c) Mario Franke

(c) Mario Franke

Zu sehen ist wiederum die junge Frau, dieses Mal links angeordnet. Das Gesicht, der Kamera direkt zugewandt, ist aus dem Goldenen Schnitt heraus verschoben, was hier aber für mich nicht problematisch ist, denn es entspricht dem experimentellen Charakter des Fotos. Du hast wieder dieselbe extreme Vignettierung benutzt, die ich bereits bei „Into the Light“ kritisiert hatte und auch hier für vollständig zuviel und unnötig halte. Man sieht aber hier an den Artefakten am unteren und oberen Bildrand recht gut, daß es Dein Ziel gewesen sein muß, den Hintergrund zu eliminieren. Warum Du allerdings den hellen Streifen oben rechts nicht losgeworden bist, wenn Du Dir ansonsten schon die Mühe gemacht hast, verstehe ich nicht. Das hätte ich auf jeden Fall vor allem anderen korrigiert. Dennoch bleibe ich dabei, daß diese Aspekte bereits bei der AUFNAHME angegangen werden sollten – wenn ein Foto zu viel Herumdoktorei benötigt, stimmt etwas mit Deinem Setup nicht.

Der Hauptgrund für die Auswahl dieses Bildes war aber, daß Du in Deinem Kommentar ansprichst, Dich nicht entscheiden zu können, und darauf will ich hier im folgenden eingehen.

Die schwierigste „Übung“ für jeden Fotografen – egal, in welcher Phase er oder sie sich befindet – ist immer, aus den Fotos, die bei einem Shooting anfallen, die wirklich besten herauszufiltern. Alles, was Du fotografierst, ist automatisch Dein „Baby“. Du hast dafür gearbeitet, manchmal sogar gekämpft, und deshalb hast Du zu allen Bildern ein besonderes Verhältnis. Dir gefallen sie alle gut, und Du möchtest sie alle behalten. Trotzdem möchte der Kunde oder anderweitige Betrachter nicht alle bekommen oder sehen, und einer Gallerie eine CD mit unzähligen Aufnahmen zu schicken, die entweder alle irgendwie gleich aussehen (oder schlimmer: nichts wirklich miteinander zu tun haben), macht einen amateurhaften Eindruck.

Wie und nach welchen Gesichtspunkten sollte man also Fotos auswählen? Welche Kriterien sollte man anlegen?

Ich selbst gehe schon seit Jahren folgendermaßen vor:

  1. Der erste Schritt meiner Bearbeitung ist immer Lightroom, wo bereits die Aufnahmen eliminiert werden, die eindeutig technisch nichts geworden sind.

  2. In Lightroom werden weiterhin Aufnahmen verglichen, die sich nur durch kleine Details unterscheiden und diejenigen ausgewählt, die kompositionell oder technisch besser sind.

  3. Wenn ein Shooting in verschiedene Kategorien eingeteilt werden kann, werden alle Fotos, die dieselben Merkmale aufweisen, zusammen gruppiert und weiter verarbeitet. Sie werden auch von Lightroom in getrennte Ordner exportiert.

  4. Nachdem die gesamte Nachbearbeitung abgeschlossen ist, sollte man auch bei Terminzwang optisch von den Fotos etwas Abstand nehmen, denn wenn man zu lange auf dieselben Motive starrt, kann man am Ende noch weniger objektiv urteilen und sieht auch Dinge nicht, die man sonst gesehen hätte.

  5. Schlußendlich kommt es unter anderem darauf an, ob man eine bestimmte Anzahl von Bildern abzuliefern hat, und welche Aufnahmen speziell gefordert waren (bei einer Hochzeit etwa gibt es regelmäßig bestimmte Motive, die einfach dabei sein müssen).

  6. Habe ich von einem Motiv mehrere Varianten, liegt es an mir, die Auswahl zu treffen. Das bedeutet NICHT, die anderen löschen zu müssen; es bezieht sich nur darauf, was ich dem Kunden letztendlich präsentiere. Vorausgesetzt, Du hast Deine (Nach-)Arbeit gut verrichtet und nur diejenigen Bilder übrig gelassen, die es wert waren, mußt Du Dich jetzt ganz subjektiv entscheiden. Folgende Fragen etc. können als Leitfaden dienen, sind aber nicht in Stein gemeißelt.

  • Paßt das Foto zu den anderen? Wirkt es beispielsweise nur in Farbe, während die anderen in Schwarzweiß besser sind? Ist der Stil der gleiche?

  • Wenn ich bei verschiedenen Variationen immer wieder zu einer zurückkehre, ist das ganz klar ein Grund, sie auszuwählen. Wenn ich umgekehrt bei einer anderen versucht bin, ständig daran noch etwas zu ändern, ist es ein Grund, sie NICHT in die Endauswahl zu nehmen.

  • Hat die Aufnahme einen „Wow-Faktor“, verglichen mit den anderen?

  • Wie wirkt die ganze Serie mit diesem Foto (und wie ohne)?

Im vorliegenden Fall hätte ich mich für das erste Foto entschieden (ohne die extreme Vignette etc.), weil mir die Anordnung der jungen Frau dort besser gefällt. Das ist aber, wie oben erwähnt, letztendlich Deine subjektive Entscheidung.

 

Leserfoto – “Into the Light”:
Zu viel “Schliff”

Gute Fotos benötigen nicht viel “Schliff”.

(c) Mario Franke

(c) Mario Franke

Hallo, ich heisse Mario, lebe in Belgien und habe seit 2 Jahren die Leidenschaft zur Fotografie gefunden. Dieses Foto habe ich an einem verregneten Nachmittag geschossen mit der Tochter eines Freundes. Das Wohnzimmer wurde als Studio genutzt und 2 Softboxen haben mich beim Licht unterstützt. Ich bekomme immer positives Feedback von Familie und Freunde aber im Feedback sehe ich keinen Fortschritt,denn schön, toll und super sagt mir nicht ob ich knipse oder ob langsam etwas Qualität im Bezug auf meinen Fotos gibt.
Ich finde das Spiel mit Licht sehr interessant und durch die Haare bekommt das Bild für mich noch etwas mehr Dramatik. Das Spiel mit den Haaren ist zufällig gewollt.
Sorry für mein deutsch!
es wäre schön wenn ich mal eine professionelle Meinung bekommen könnte damit ich Fehler die ich als richtig sehe, abstellen kann und kleinen Schritt zu besseren Fotos nach vorn gehe.
Ich sage schon mal vielen Dank, und wünsche euch noch viel Erfolg und viele schöne Stunden mit tollen Fotos!

Groetjes uit Belgie, Mario

Im Geiste vollkommener Offenheit: ich bin ein Fan von Schwarzweißfotografie, und was Nachbearbeitung angeht eher ein Purist. Was notwendig ist, wie auch was zuviel wird, entscheidest am Ende Du als Fotograf. Jedenfalls halte ich mich schon seit Jahren an die Weisheit, daß Effekte und dergleichen ein schlechtes Foto nicht gut, ein durchschnittliches nicht herausragend, und ein gutes nicht noch besser machen.
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«Selection»:
Blick durch Fotokunst

Die Berliner CWC GALLERY zeigt noch bis zum 24. August die sehenswerte Fotoausstellung «Selection». Dahinter verbergen sich über 100 ausgewählte Werke von sieben herausragenden Vertretern der Fotokunst, die erstmalig in dieser Zusammenstellung gezeigt werden und verschiedene Genres – von Akt und Porträt über Tierphotographie bis hin zu Stillleben – vereinen. Besonderer Bestandteil der Ausstellung sind zwei Portfolios von Helmut Newton und Jeanloup Sieff, die eigens in Zusammenarbeit mit CAMERA WORK angefertigt wurden.

© HERB RITTS, CORPS ET ÂMES 19, LOS ANGELES, 1999

© HERB RITTS, CORPS ET ÂMES 19, LOS ANGELES, 1999

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Margaret Bourke-White:
Das Auge ihrer Zeit

Mit dabei sein, wenn Geschichte geschrieben wird: Das war Margaret Bourke-Whites “unstillbarer Wunsch” und sie sah sich als “Auge der Zeit”.

Margaret Bourke-White: Ein Paar zieht einen mit drei Kindern und Proviant beladenen Handkarren, Deutschland, April 1945

Margaret Bourke-White: Ein Paar zieht einen mit drei Kindern und Proviant beladenen Handkarren, Deutschland, April 1945

Margaret Bourke-White war eine der ersten Frauen, die in die männlich dominierte Welt der Fotoreporter eindrang. Sie schoss das Titelfoto der allerersten Life-Ausgabe.

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Tim Walker:
Poesie aus dem Kleiderschrank

Gastautor und Fotograf George Eberle stellt uns in unserer Rubrik “Fotografen im Fokus” seinen Lieblingsfotografen vor. Er schreibt über sein Vorbild: “Wenn man sich die Bilder von Tim Walker ansieht, will man glauben, er sei im Wunderland gross geworden, habe schon als Baby die Phantasie mit dem grossen Löffel gefüttert bekommen und etwas zu viel vom Zaubertrank getrunken.”

© Tim Walker

© Tim Walker

Timothy “Tim” Walker wurde 1970 in Devon, England geboren. Während andere Kinder draussen Fangen spielen, begann der kleine Tim im Garten seiner Mutter Szenen zu schaffen und Bilder zu arrangieren. » weiterlesen

Bildbearbeitung:
Abwedeln und Nachbelichten in der Digitalfotografie (2)

Der nachfolgende Artikel befaßt sich mit den Möglichkeiten des Abwedelns und Nachbelichtens. Im vorangegangenen ersten Teil ging es um die Herkunft und Bedeutung dieser Technik. Im heutigen zweiten Teil werden praktische Aspekte mit einem Bearbeitungsbeispiel aufgezeigt.

Praktische Umsetzung
Die zuvor schon angeführte, schonendere Methode besteht im Grundsatz darin, zwei neue Ebenen mit 50% Grau zu füllen und diese der eigentlichen Bildebene zu überlagern. Die als “Weich” bezeichnete Ebene wird dabei im Modus “Weiches Licht”, die als “Hart” bezeichnete Ebene im Modus “Ineinanderkopieren” mit 100% überlagert. Wie sich in den Ebenenbezeichnungen andeutet, kann durch Wahl der Arbeitsebene eine sanftere oder energischere Bearbeitung durchgeführt werden.
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Konrad Rufus Müller:
Schattenwelten

Konrad Rufus Müller ist bekannt als Fotograf aller deutschen Bundeskanzler. Aber er hat auch eine unentdeckte Seite.

Seine “Schattenwelten” – Landschaften und Gegenstände zwischen Licht und Schatten – sind weniger bekannt als die Porträtfotografien.

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Lee Friedlander – Surrealistischer Meister Fotografischer „Fehler“

Anfangs wurde Fotografie als Medium dafür gepriesen, daß Fotos anders als Malerei Realität festhielten und daher einen bestimmten sozialen Nutzen hätten. Diese Prämisse wird von modernen Fotografen wie Lee Friedlander ad absurdum geführt, denn viele seiner Fotos sind von fragwürdiger sozialer Nützlichkeit, halten aber gleichzeitig die Realität vieler auf brutal offene, trotzdem aber subtil-kreative Weise fest. Seine Kamera sieht die Welt, wie wir sie sehen – bannt aber auch Aspekte auf Film, die wir gerne nicht sehen würden.

Lee Friedlander (nicht zu verwechseln mit dem Regisseur gleichen Namens) ist einer der bekanntesten kontemporären Fotografen der USA. Geboren 1934 begann sich Friedlander mit 14 Jahren für Fotografie zu interessieren. » weiterlesen

Leserfoto:
Schwarzweißporträt – Auf Einzelheiten achten

Wenn man sich die Zeit nehmen kann, sollte man auf alle Einzelheiten achten. Das kann der Unterschied zwischen einem guten Foto mit ein paar Problemen und einem exzellenten sein.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© André Heßler)

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© André Heßler)

Kommentar des Fotografen:

Sänger einer befreundeten Rockband. Sie spielten an diesem abend unplugged in einem kleinen lokal in Oberfranken. 85mm, F1.4, 1/80s

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von André Heßler:

Du hast hier ein experimentelles Porträt eingereicht, das mir aus mehreren Gründen ins Auge stach. Erstens, weil es eben experimentell ist – das Format ist quadratisch, das Modell in der genauen Bildmitte etc. » weiterlesen

Was hast DU an Fotobänden auf dem Regal?

Fotografen, die jeder einmal gesehen haben sollte!

In Bill Jays Interview mit Magnum Fotograf David Hurn, festgehalten in „On Being a Photographer“ („Fotograf sein“ – besprochen auf fokussiert im November 2010), bringt dieser zum Ausdruck, daß ein Teil dessen, was einen Fotografen als solchen wachsen läßt, die Arbeiten anderer Fotografen sind. » weiterlesen