4 zufällige Bildkritiken zum Thema Porträt:
Definition
Bilder von Personen, in denen der individuelle Mensch im Vordergrund steht. Inszenierte Studio- ebenso wie Action-Porträts.
Literatur
Alle 193 Artikel zum Thema Porträt auf fokussiert.com:
Gute Strassenfotografie führt den Betrachter zu einem emotional bewegenden Punkt, ohne ihn in ein zu enges Korsett zu zwängen: Die Geschichte entsteht im Kopf.
Kommentar des Fotografen:
Im Regen – Hauseingang gefunden. Verzweiflung, sie verpasst ihr Date!
Peter Sennhauser meint zum Bild von Hans Feyh:
Eine Junge Frau steht in dieser hochkant-Schwarz-Weiss-Fotografie in einem Hauseingang. Aus dem Flur und anscheinend aus der Hüfte fotografiert, scheint sie die Kamera nicht zu bemerken: Sie lehnt mit verschränkten Armen am Türpfosten und beisst sich auf die Unterlippe. Draussen zeugt regennasser Boden im unscharfen Hintergrund, warum die in Sandalen und leichter (50er-Jahre-?) Sommerkleidung ausgestattete Dame hier steht.
Die Emotion erschliesst sich in diesem Bild nicht auf den ersten Blick:
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Pose und Ausdruck machen ein Porträt. Insbesondere bei Schwarzweißporträts, bei denen Farbe nicht ablenken kann.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild zeigt meine damalig 12 jährige Nichte Jana. Sie liebte es über alles für mich Modell zu stehen. Solche “Posen” blieben eher die Seltenheit. Deshalb hat es für mich auch eine größere Bedeutung, als viele Hundert andere Bilder von ihr. Ich nannte das Bild später “Hurt”. Nicht unbedingt, weil jetzt das Pflaster darauf hinweisen könnte, sondern auch wegen des Ausdrucks, den man mit “Warum?” definieren könnte. Den Ausschlag dieses Bild zu veröffentlichen hat aber ihre immer wieder faszinierende Natürlichkeit gegeben. Und um diese noch zu verstärken, habe ich eine Textur darüber gelegt. Wird vielleicht nicht jedermanns Geschmack sein, aber meinen triffts…
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Reinhard Witt:
Glückwunsch zu diesem insgesamt gelungenen Porträt Deiner Nichte. Ich persönlich neige zu Schwarzweißfotografie, und der Gesichtsausdruck der jungen Frau hatte es mir angetan:
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Fisheye-Objektive machen Spass, sind aber relativ selten wirklich produktiv einsetzbar. Matthias Wassermann hat einen tollen Einsatzzweck an einer Hochzeit gefunden.
Kommentar des Fotografen:
Der Hochzeitstanz … alles dreht sich um das Brautpaar. Einer der Höhepunkte des Abends. Ich wollte die Dynamik des Momentes festhalten und wählte 1/10 Sekunden. Um die Hochzeitsgesellschaft im Hintergrund abzubilden, wählte ich ein Fisheye. Um die Bewegungsdynamik zu erzeugen, lief ich in der entgegengesetzte Richtung um das Brautpaar herum. Der Blick von Oben … so weit reichten meine Arme! Lichtquelle war mein Aufsteckblitz von Nikon Sb-900. Weißabgleich Auto. Bei 8 Bildern/Sek (8 Batterien im MB-d10 Handgriff und extra 6 Batterien im Batteriepack SD-8A für den Blitz) konnte ich so 9 Bilder machen. Dieses vorletzte Bild war das Beste!
Peter Sennhauser meint zum Bild von Matthias Wassermann:
Eine Braut im Bildzentrum dieser Fotografie wird vom Bräutigam, links hinter ihr, im Kreis gewirbelt. Wir blicken von oben auf das tanzende Paar, dessen Drehung in der Bewegungsunschärfe des Hintergrunds deutlich wird. Erst auf den zweiten Blick erkennen wir, dass der Hintergrund aus im Kreis stehenden Hochzeitsgästen besteht.
Es braucht eine Portion Mut (oder bösen Willen), um ein Fischaugen-Objektiv an lebenden Menschen anzuwenden:
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Auch bei spontanen Fotos sollte auf Einzelheiten geachtet werden.
Kommentar des Fotografen:
Portrait einer jungen Frau auf der Straße, die ich spontan angesprochen hatte. Minimal mit Lightroom nachbearbeitet.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Gerd Dörfler:
Eine junge Frau schaut verschmitzt in die Kamera, ihre leuchtend roten Haare im Kontrast mit ihren blauen Augen. Du hast sie spontan angesprochen, und sie wirkt, als würde sie gerne fotografiert. Ein alles in allem gut gelungenes Porträt, wenn nicht der für mich störende Hintergrund wäre.
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Weniger ist mehr – das gilt oft auch beim Hintergrund, der manchmal so dominant ist, dass er das wesentlich wichtigere Hauptmotiv in den Schatten stellt. Abhilfe schafft bisweilen nur radikales Beschneiden.
Kommentar des Fotografen:
Schauspielerin Patricia A. auf den Dächern Berlins.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Jens Sage:
Vor vielen Jahren hatte ich ein Schuljahr lang Unterricht in einer Dunkelkammer, wo mir die zuständige Kunstlehrerin immer erklärte, ein gutes Foto sei eins, an dem man nichts mehr wegschneiden könne.
Das fiel mir beim Anblick dieser jungen Frau auf den Berliner Häuserdächern sofort wieder ein. Grundsätzlich ist es ein gutes und gelungenes Foto, darauf komme ich gleich zu sprechen:
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Eine gute Idee verdient eine Sorgfalt in der Realisierung. Gute Konzepte scheitern zu oft an einer mangelhaften Umsetzung.
Kommentar des Fotografen:
Hier ein ein Drummerportrait der Band The Chimes. Ich habe lange Überlegt wie ich einen Drummer passend in Szene setzten kann, und mir ist die Idee mit den fliegenden Sticks gekommen. Ausleuchtung ganz simpel mit einem Durchlichtschirm und Systemblitz. Ein bekannter hat ein Bündel Drumsticks von links geworfen, ein paar Versuche waren notwendig, bis alles passte. Später am Rechner habe ich lediglich Helligkeit und Kontraste sowie Bildschärfe angepasst. 2 verirrte Stickanteile im rechten oberen Bildrand habe ich per EBV entfernt.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Jens Schlenker:
Ein Mann in Anzughose und Hemd mit Schlips blickt in diesem Farbbild vor grauem Hintergrund leicht skeptisch in die Kamera. Die Linke hat er in die Hüfte gestützt, die rechte leicht nach vorne ausgestreckt. Vor ihm scheinen acht Schlagzeugstöcke in der Luft zu hängen.
Ich meine, die Bildbeschreibung sagt eigentlich schon alles. Dieses Porträt, so gut die Idee war, die Du hattest, funktioniert nicht:
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An Menschen faszinieren uns die Augen – und wenn sie glänzen und leuchten, ist ein gutes Bild schon fast passiert.
Kommentar des Fotografen:
Hallo, ich bin 18 Jahre und noch am Anfang meiner Fotokarriere. Dieses Bild nahm ich auf meinem letzten Urlaub in Mittelamerika auf. Es zeigt meinen einjährigen Gastbruder bei dessen Familie ich 2 Wochen leben durfte.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Dominik Knoll:
Ein kleiner indigener Junge blickt in diesem recht spärlich erleuchteten Bild direkt in die Kamera. Die rechte Schulter leicht vorgeschoben, den Mund halb geöffnet, staunt das Kind dem Fotografen entgegen. in den übergrossen Augen sind ebenso grosse Lichtreflexe in waagerechter Form sichtbar, die von einer natürlichen Quelle – beispielsweise einem Fenster hinter dem Fotografen – herrühren zu scheinen.
Es ist eine Binsenwahrheit:
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“Hero” lautete die dritte Aufgabe in der FotoTV-Challenge. Ihr sollt den Sieger mitbestimmen und könnt dabei was gewinnen.
Die FotoTV-Challenge geht in die dritte Runde, und das Publikum soll bestimmen, welcher der vier teilnehmenden Fotografen die Aufgabe am Sonntag vor drei Wochen am besten gelöst hat:
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Sanft sollte dieses Porträt eines jungen Mädchens sein – und das hat die Fotografin Petra Jaldon auch durch Kontrastarmut und geringe Tiefenschärfe erreicht. Nur der bei Porträts so wichtige Gesichtsausdruck sitzt noch nicht ganz.
Kommentar des Fotografen:
Eine meiner ersten Porträtaufnahmen, die mir am besten gefallen hat! Ich wollte dieses sanfte Mädchen (13J., Model)irgendwie in eine sanfte Umgebung einbetten! Mit dem weichen Abendlicht konnte ich meine Idee gut umsetzen.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Petra Jaldon:
Sanft sollte dieses Portrait eines jungen Mädchens sein, und das hat die Fotografin Petra Jaldon auch erreicht. Das Foto ist durch die Abendsonne sehr weich von hinten angeleuchtet, erzeugt so an den Armen einen leichten Lichtsaum, und das Getreidefeld scheint von innen zu leuchten.
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Arnold Crane hat Berufskollegen porträtiert – Fotografen wie Man Ray, Walker Evans oder Ansel Adams. Hier sind die Frauen und Männer, die sonst nur hinter der Kamera stehen, einmal selber das Objekt, das Modell.
Arnold Crane hatte einen freundschaftlichen Zugang zu den berühmtesten Fotografen unserer Zeit. Er begleitete sie privat, fuhr mit ihnen Auto (Paul Strand), war mit ihnen in der Küche (Imogen Cunningham) oder begleitete sie bei ihrer Arbeit (Ansel Adams). So entstanden technisch nicht immer perfekte, dafür aber umso ausdrucksstärkere, empfindsame Bilder von Bill Brandt, Brassai, Edward Steichen und vielen, vielen mehr.
Seitenwechsel mit Arnold Crane
Fotostrecke starten: Klick auf ein Bild (8 Bilder)
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