Thema: Raum

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema Raum:

Steilhang rechts: Ungewöhnliches Bildformat  macht ungewöhnliches FotoStrassenfotografie: Die Bühne HaltestelleTunnelfoto: Subjekt verstärkt LeereSumpffotografie: Schattenriss mit Tiefe

 

Alle 11 Artikel zum Thema Raum auf fokussiert.com:

Steilhang rechts:
Ungewöhnliches Bildformat
macht ungewöhnliches Foto

Regelbrüche machen aus Szenen, die sonst nicht so besonders aufregend gewesen wären, manchmal aufregende Bilder.

Kommentar des Fotografen:

Hi! Dieses Bild ist während einer Kletertour am Gardasee entstanden. Mir gefiel die Perspektive, da sie dem Bild mehr Dramatik verleiht als in einer Frontalaufnahme. Die Schwarz-Weiß-Wandlung habe ich gewählt, um den Fokus auf diese Perspektive zu konzentrieren. Interessant erscheint für mich dadurch auch die Wolkenformation, die dadurch etwas “bedrohlicher” wirkt.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Florian Tetschke:

M.C Escher war ein Meister des negativen Raums und der veränderten Perspektive. Ich liebe seine Zeichnungen noch heute, denn sie sind auf der einen Seite hoch mathematisch, auf der anderen dann doch im Konzept so simpel.

Dein Bild spielt ebenfalls mit Raum und Perspektive und einem simplen Bildgegenstand:

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Architekturfotografie:
Mensch im Raum

Mensch und Raum – namentlich künstlicher Raum – lassen sich in der Fotografie kompositorisch sehr schön verknüpfen.

Kommentar des Fotografen:

Situation in der Kunsthalle in Bremen, am Tag der Eröffnung ohne Bilder nach dem Um- und Anbau.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Wolfgang Everding:

Eine Frau sitzt in diesem Schwarz-Weiss-Bild mit dem Rücken zur Kamera in einem Ausstellungsaal. Dessen Ausstattung ist typisch: Weisse Wände, Sitzwürfel im Zentrum, dunkler Holzboden. Aber die Wände sind leer; neben der Frau – deren Handtaschen-Tragegurt in Color-Key rot belassen wurde – sehen wir am rechten Bildrand lediglich den Durchgang zum nächsten Raum, in dem ein junges Paar steht, hinter dem ein weiterer Durchgang sichtbar ist.

Ein leeres Museum als Rahmen für die Menschen, die darin stehen und gehen:

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Strassenfotografie:
Die Bühne Haltestelle

Im Alltag und auf der Strasse verhalten sich Menschen ihrem Kulturkreis und der Situation entprechend verschieden. Vor allem Wartesituationen haben es in sich.

Kommentar des Fotografen:

Tram-haltestelle; ursprünglich in Farbe. Das Foto wurde gemacht kurz bevor die Bahn kam – also wenig Zeit zum reagieren. “Aneinandergereite” Personen, verschiedene Körperhaltungen, lässig-Großstadt, beiläufig.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Reinhard Krause:

Neun Personen sind insgesamt auf diesem frontal aufgenommenen Schwarz-Weiss Bild einer Tramhaltestelle in Berlin (?) zu sehen. Sie stehen dabei paarweise und allein, aber in einer Linie, wie aufgereiht auf der Perlenschnur, kümmern sich aber allesamt nicht um die anderen Wartenden.

Angeblich werden die Stockwerksanzeigern in Fahrstühlen immer hoch angebracht, damit sich die Menschen im Lift nicht in die Augen schauen müssen, sondern während der unangenehm gedrängten Fahrt gebannt woanders hinblicken können:

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Löwenzahnstilleben:
Platz lassen

Negativer Raum ist Dein Freund. Oder der so manchen Sujets, das in einem engen Motivrahmen eingesperrt wirkt.

Kommentar des Fotografen:

“Löwenzahn-Lichter” – als Sujet etwas verbraucht, aber trotzdem schön und spannend zum Üben, in diesem Fall mit Makro-Objektiv.Nach einer längeren Pause haben die Models dann ziemlich auf schlapp gemacht…

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Esther Bachmann:

Das Licht in Deinem Foto ist schön, weich, und die Töne hatten mich sofort in ihren Bann gezogen. Das Licht und die blasse, schon fast monochrome Farbpalette sind klassisch, gut gesehen. Ob verbraucht oder nicht, entscheidet letztlich jeder selbst – und ich fand den Löwenzahn hier dennoch interessant. Ein gutes Übungsprojekt.

Was mir bei diesem Bild ins Auge stach, war das Glas, das alles dominiert – nein, erstickt:

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Bergbach in der Moräne:
Den Raum unterstützen

Ein Geheimnis einer guten Landschaftsfotografie liegt in der Illusion eines dreidimensionalen Raums, der sich hinter die zweidimensionale Bildebene erstreckt. Der Fotograf kann sie verstärken, aber mit Fehlentscheiden auch abschwächen.

Kommentar des Fotografen:

fotografiert mit einem Stativ, um mir mehr Zeit für die Bildgestaltung zu nehmen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Christian Lauener:

Ein Bergbach schlängelt sich in diesem querformatigen schwarz/weiss Bild durch eine Geröllmoräne. Im unteren Bildzentrum der Telefotografie liegt eine offensichtlich vom Wasser angeschwemmte tote Tanne, im oberen Drittel sticht rechts ein von Menschenhand geschaffener Steinhaufen und im Zentrum ein grosser Felsklotz aus dem Bild heraus.

Was macht eine Landschaft aus, was fasziniert uns daran? Die Antwort auf diese Frage ist keine eindeutige. Ist es der Raum, die Linien darin, die Farben, das Naturschauspiel – oder jedesmal etwas anderes?

Ein Aspekt, der mich an der Fotografie fasziniert ist, dass es selbst in den unzähligen Genres noch Unterkategorien, Stile und immer neue Möglichkeiten gibt, kreative Ansichten zu schaffen. Es ist ein Paradox:

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Tunnelfoto:
Subjekt verstärkt Leere

Manchmal ist eine eindeutige Bildaussage zu viel des Guten. Leere wirkt leerer, wenn etwas drin zu sehen ist.

Kommentar des Fotografen:

Die Aufnahme ist im Rahmen eines Photowalks in Hamburg entstanden. Sie zeigt den alten Elbtunnel in einer sehr bekannten Perspektive. Ich finde, dass Bearbeitung (1:1 Format, Kontrastanhebung + leichte Tonung) der Aufnahme das gewisse Etwas verleiht. Tonungen sind natürlich immer Geschmackssache, dennoch finde ich sie passend zu der metallenen Verkleidung.

Profi Stuart Schwartz meint zum Bild von Ronny Ritschel:

Eine interessante Aufnahme – aber auch eine sehr leere. Das mag die Absicht gewesen sein, aber ich brauche ein Subjekt.

Da sind zwei Menschen weit, weit hinten im Tunnel in der Fotografie zu sehen, und meiner Ansicht nach sind sie zu weit weg. Die Aufnahme würde extrem an Kraft gewinnen, wenn ein Quäntchen Leben den Kontrast bilden würde:

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Lokomotiv-Porträt:
Der Tiefe Raum geben

Die Telefotografie bietet sich an, um Objekte in der Raumtiefe zu zeigen – wozu man ihnen den nötigen Platz einräumen sollte.

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild habe ich aufgenommen, weil ich mich sehr für Lokomotiven interessiere und ich beruflich auch damit zu tun habe. Diese Aufnahme entstand in einer kurzen Arbeitspause und musste ohne große Vorbereitung abgelichtet werden.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Michael Hömske:

Eine Lokomotive der Deutschen Bahn steht vor einer leichten Gleiskurve vor einem Güterzug inmitten anderer Züge. Die rote Front der Lok füllt den Bildausschnitt der Telefotografie weitgehend aus. Im Vordergrund sind in der Unschärfe die Geleise zu erkennen, auf denen die Lok wahrscheinlich dicht am Fotografen vorbeirollen würde.

Die Aufnahme mutet ein bisschen an wie ein Porträt einer Lokomotive:

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Waschbeckenfoto:
Verkannte Kunst

Nicht jedes unscharfe Bild ist Kunst, aber manches kann zu dieser werden.

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild wurde mit einer einfachen Revue-Kamera gemacht. Mir gefiel die die Einfachheit des Waschbeckens, wie er sich lange durch den Raum zieht. Leider musste ich die Kamera aus Platzgründen auf das Waschbecken stellen und konnte nicht wirklich fokussieren (soweit das mit der Revue überhaupt möglich ist). Ich selbst finde das Bild gelungen. Merke aber, dass viele derer, denen ich das Bild zeigte, damit nichts anfangen können. Was habe ich falsch gemacht?

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Steffen Jörg:

Grundsätzlich bin ich ja auch eher ein Freund von selektiver Schärfe, das heißt, etwas Schärfe sollte in einem Bild vorhanden sein, an der sich der Betrachter orientieren kann und das Bild von dort aus erkunden. » weiterlesen

70er Innenraum:
Komposition folgt Inhalt

Auch wenn Design der Funktion folgt, muss Foto-Komposition nicht unbedingt dem Bildinhalt folgen. Bisweilen allerdings kann es das Bild überhaupt erst ausmachen.

Kommentar des Fotografen:

Scan einer analogen Aufnahme mit einer Hasselblad. Ich habe diese Aufnahme in einem Optikerladen in Leer/Ostfriesland gemacht. Die komplett erhaltene Einrichtung aus den 70ern hat mich fasziniert und schloss sich meinem Endexamensthema an. Für mein Endexamen an der Kunshochschule Minerva Groningen (NL) habe ich Räumlichkeiten festgelegt, in denen wir uns selber an jemand anderen überhandigen, was ein höchst persönlicher eingriff ist; diese Räumlichkeiten strahlen haäfig räumliche kälte und gleichzeitig menschliche Wärme aus.

Peter Sennhauser meint zum Bild von jessica ziegler:

Drei Kunstoff-Sessel in Reihe, im unverkennbaren Design der 70er Jahre und in Giftgrün, stehen etwas von der Kameraposition entfernt auf einem grünen, gemusterten Spanntepichboden vor einer Fensterfront.

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Sumpffotografie:
Schattenriss mit Tiefe

Landschaftsfotografie braucht nicht unbedingt einen Vordergrund, aber unbedingt Tiefe. In diesem Sinne sollten Regeln verstanden und angewandt werden.

Kommentar des Fotografen:

Kiefern im Morgennebel. Der Nebel des Morgens dämpft das Licht der frühen Sonne; wie Silhouetten erscheinen die Kiefern vor dem Hintergrund. Everglades Nationalpark, EOS 1V, Diafilm, Stativ, SVA

Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Friedhelm Stille:

Eine Gruppe magerer, hoch aufragender Kiefern vor einer fahlen, durch dichten Nebel radikal gefilterten Sonne. Wäre deren Schein und ihre “Aura” nicht gelblich gefärbt, würde das Bild monochrom wirken.

Die Bäume füllen die Komposition in spannungsbauendem Rhythmus in allen drei Dimensionen:

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