Thema: Reduktion

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema Reduktion:

Minimalistisches Landschaftsfoto: Reduktion verlangt PerfektionMännerbauch: Zigarre, Whiskey und SchweissGegenlicht-Symbolfoto: Endstation SehnsuchtStillleben: Linien und Farben

 

Alle 32 Artikel zum Thema Reduktion auf fokussiert.com:

Autostilleben:
Angedeutete Formen

Schwarz-Weiss-Fotografie wirkt besonders durch Linien, Licht und Formen. Das geht gut zusammen mit Autos und anderen Designobjekten.

Kommentar des Fotografen:

Ein ausgedientes Cadillac Deville Coupé von 1955, das auf dem Hof eines Autohändlers sein Gnadenbrot geniesst. Schon tagsüber ein respektabler Anblick, lassen sich bei Nacht, wenn die Straßenlaterne von links durch den Fahrerraum strahlt und vorne auf der Straße Fahrzeuge hinzukommen, mit den Formen der Karosserie schöne Motive gestalten.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Frank Wahner:

In dieser hochformatigen Schwarz-Weiss-Fotografie ist ein Teil der Karosserie eines Autos aus den siebziger Jahren oder von noch früher zu sehen. In einem kühnen Bogen schwingt sich von unten links eine Chrome-Scheibenfassung durch das Bild in die Linke Mitte.

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Konzeptfoto:
Blickfang im Feld

Dieses Bild hat einige Zutaten für ein gutes Foto: Ein blickwürdiges, etwas ungewöhnliches Motiv, eine passend eingesetzte Schärfentiefe und eine Reduktion der Farben.

Kommentar des Fotografen:

Als ich dieses Foto aufnahm, hatte ich die genaue Idee schon einige Zeit vorher im Kopf, als Vorlage hatte ich auch ein ähnliches Bild. Nur auf der Vorlage sah man eine bunte Blumenwiese und die Kamera war genau in der Mitte, was mir dann nicht so gefallen hat. Bei meinem Bild wollte ich es so minimalistisch wie möglich hinkriegen und die Kamera auch in den Goldenen Schnitt bekommen. Ich hoffe, dass mir das gelungen ist.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Catherina Stuckmann:

Dieses Bild hat einige Zutaten, die ein gutes Foto ausmachen. In Kürze wären das ein blickwürdiges, etwas ungewöhnliches Motiv, eine passend eingesetzte Schärfentiefe (bzw. hier eher Schärfenuntiefe) und eine Reduktion der Farben. Selbstverständlich gibt es Beispiele gelungener Fotografie, in denen genau die Gegenteile das gelungene Ergebnis ausachen, aber wichtig ist oftmals das Zusammenspiel verschiedener Zutaten, die in anderer Kombination oder bei anderen Motiven total unpassend wären.

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Minimalistisches Landschaftsfoto:
Reduktion verlangt Perfektion

Minimalistische Kompositionen können extrem effektiv sein, verlangen aber auch besondere Liebe zum Detail. Weil der Betrachter durch nichts abgelenkt wird, fallen Mängel eher auf.

Kommentar des Fotografen:

Das Bild ist im Dezember 2010 entstanden. Es war am morgen kurz nach Sonnenaufgang. Durch den Bodennebel warf der Baum einen beeindruckenden 300m langen Schatten. Für mich schuf diese Situation ein völlig neues Bild von dem – ansonsten eher banlen – Apfelbaum.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Achim Schrepfer:

Zunächst einmal Glückwunsch zu diesem, meines Erachtens insgesamt gelungenen Foto. Das Bild ist so minimalistisch gehalten, dass Du Gefahr hättest laufen können, daß es langweilig ausfällt, wenn nicht die Details im Sand wären. Auch hätte der Sand um den Baum herum ausbrennen können, was Du aber mit der Aufnahme und der Nachbearbeitung vermieden hast. Banalität wird hier zum Kunstobjekt, und das gekonnt.

Eine minimalistische Komposition wie diese hat aber einen Nachteil:

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Schwanensee:
Die Schönheit im Banalen

Hunderttausendfach gesehen, gibt es immer noch neue Möglichkeiten, den Schwan in seiner Pracht abzubilden. Hier gelingt es – einmal mehr – durch extreme Reduktion.

Kommentar des Fotografen:

Ruhig und majestätisch dahin gleitender, sich im Baggerweier spiegelnder Schwan.

Peter Sennhauser meint zum Bild von John Gerard:

Ein Schwan gleitet, die rechte Bildhälfte füllend, durch diese Farbaufnahme. Die Fotografie zeigt ausser dem Tier und seiner Spiegelung absolut nichts: Der See unter und hinter dem Schwan erstreckt sich horizontlos in einem sanften Verlauf von graublau zu weiss.

Wer hat noch keinen Schwan fotografiert? Wer will nicht nochmals einen Schwan fotografieren? Die Tiere sind nicht sonderlich scheu, überall am Wasser vorhanden und von einer majestätischen Schönheit.

Und obwohl sie so oft geknipst werden, wie ihnen Brotstückchen zugeworfen werden, gibt es noch Möglichkeiten, einen Schwan auf neue, spannende Weise zu fotografieren.

Hier hast Du eine gefunden, die ebenso simpel wie schwierig zu erreichen ist:

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Zoo-Foto:
Starke Symbolik, perfekt umgesetzt

Durch Reduktion der Bildinhalte wird hier die Bildaussage verstärkt und Raum für Interpretationen geschaffen.

Kommentar des Fotografen:

Zuerst einmal hoffe ich das ich das Bild in die richtige Kategorie eingeordnet habe. Was gibt es zu diesem Bild zu sagen, ich besuche gerne und regelmässig den Zoo. Besonders die Primaten habe es mir angetan, und sie zu beobachten ist eigentlich eine grosse Freude wenn da nicht (nicht nur bei den Primaten) immer wieder das ungute Gefühl hervorkommen würde, dass die Tiere gefangen sind, ihrer Freiheit, auf die wir so viel wert legen, beraubt. Dieses in ein Bild zu packen habe ich schon des öfteren versucht, aber so wirklich zufrieden war ich bisher nicht. Bei diesem Bild ist die Hand eines Schimpansenjungen, fast noch ein Baby, zu sehen. Gerade dadurch, dass die Hand so klein ist, kommt sie in meinen Augen besonders zur Geltung. In Anlehnung an ein berühmtes Lied habe ich das Bild auch “Sind so kleine ….” genannt.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Friedhelm Peters:

Ein Bild, das inhaltlich, formal und technisch alles richtig macht, um Spielräume zu schaffen und Emotionen zu wecken. Was ist hier richtig gemacht worden?

Zunächst wurde inhaltlich stark reduziert:

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Porträt:
Reduktion betont auch Fehler

Bei einfach komponierten Bildern treten störende Elemente noch störender zu Tage. Das gilt insbesondere, wenn sie eines der wenigen farbigen Elemente im Foto sind.

Kommentar des Fotografen:

Entstanden ist dieses Bild fuer eine Serie von verschiedenen Gesichtsausdruecken. Ziel war bei diesem Bild eine gewisse Art der Unschuld zu zeigen. Vielen Dank fuer Ihre Zeit.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Christian Kreutzmann:

Eine hübsche junge Frau, ganz in weiß gekleidet, blickt uns unverwandt an. Sie hat die Hände hinter ihrem Kopf verschränkt. Weiß ist eine Farbe, die man in der westlichen Welt mit Reinheit, mit Unschuld verbindet.

Du hast hier ein schön beleuchtetes Studio-Porträt geschossen und es meines Erachtens gut nachbearbeitet. Es könnte ein rund herum gutes Bild sein:

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Antje Hanebeck/Lucas Buschfeld:
Abstrakte Architektur

Abstraktionen von Architektur, von Stadtbildern zeigen uns Antje Hanebeck und Lucas Buschfeld: einmal poetisch, das andere Mal sachlich und karg.

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Weil sich ihre reduzierten Schwarzweißbilder ähnlich scheinen, sind die beiden Fotografen aktuell zusammen in einer Ausstellung in Köln zu sehen.

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Industrielandschaft:
Genre und Technik

Gute Bildideen werden meist noch besser, wenn man sich ausführlich mit ihnen auseinandersetzt, experimentiert und klare Entscheide fällt.

Kommentar des Fotografen: Die Aufnahme entstand in Ferropolis, einem äußerst fotogenen Maschinenpark, den man vor den Toren Berlins besichtigen kann. Der kleine Pacman Geist setzt die riesigen Maschinen in das richtige Licht und wird durch die Dimensionen selbst zum Opfer …

Peter Sennhauser meint zum Bild von Marcel Dykiert:

Ein weisses, verpixeltes Pacman-Emblem klebt an einer dunkelgrünen, leicht verwitterten Wand oder einem Maschinengehäuse in der rechten Hälfte dieses Bildes. Im unscharfen Hintergrund links ist eine schwere Tagbergbau-Maschine erkennbar, am linken Bildrand ragen dünne Äste vielleicht von einer Birke ins Bild.

Die gestalterische Arbeit mit der Schärfentiefe ist eine faszinierende Sache, vor allem, wenn man erstmals ein lichtstarkes Objektiv in die Finger kriegt und erkennt, was einem mit den weitaus billigeren (Zoom-) Objektiven entgangen ist.

Du hast hier im abendlichen Dämmerlicht mit Blende 2.8 im Maschinenpark gearbeitet und dabei ein Detail mit selektiver Schärfentiefe herausgearbeitet: » weiterlesen

Hundeblick:
(Zu) Radikal reduziert

Wenn ein Motiv feststeht, ist Reduktion angesagt: die Fotografie soll nichts enthalten, was ihr nicht dient. Aber auch nicht zu wenig.

Kommentar des Fotografen:

Ich beschäftige mich seit geraumer Zeit mit der Tierfotogafie, im Besonderen der Hundefotografie. Hier hatte ich versucht die Ruhe, die der mir bekannte Hund ausstrahlt, einzufangen. Mir fehlt allerdings meiner Meinung nach so der letzte Kick für gelungene Aufnahmen. Bildaufbau, Schärfe,… Komposition? Hab nicht wirklich eine Idee woran es liegt.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Uwe Kath:

Ein Hund – meiner Ansicht nach ein Vorsteher – liegt entspannt seitlich im Gras und blickt verträumt etwas nach. Die Schwarz-Weiss-Aufnahme ist auf Augenhöhe entstanden und zeigt uns nur das Gesicht des Tieres, das von Grashalmen in der Unschärfe des Vordergrunds leicht verdeckt wird. Die Schärfentiefe ist verhältnismässig gering und führt den Blick dicht über den Rasen direkt zum Auge des Hundes. Dieses eine Auge ist ausserdem in einem Color-Key-Effekt als einziges Element des Bildes farbig.

Ich kann Deiner Selbstkritik teilweise folgen – vielfach gelingen mir auch eigentlich ganz leidliche Bilder, die aber einfach nicht den “Biss” haben, der einen als Betrachter ausreichend fesseln würde. Ich würde behaupten, dass wir inzwischen schon so viele gute Bilder gesehen haben, dass wir uns nur noch vom wirklich aussergewöhnlichen fesseln lassen:

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Aussenbezirk:
Verlorene Farbe

Zuviele Ideen in einem Bild funktionieren in der Komposition meist schlechter als die Reduktion auf eine.

Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand vor einem ehemaligen Werksgelände in Düsseldorf das neu bebaut wurde. Gereizt hatte mich an der Situation einmal der Kontrast zwischen der farbigen Litfasssäule und dem fast farblosen Hintergrund, die recht klaren graphischen Strukturen, der Kranstumpf im Hintergrund, der ein bisschen surreal wirkte und auch die Anspielung an ältere ähnliche Städtebilder, die mit einer durchgehenden Mauer im Vordergrund eher schäbige oder heruntergekommene Stadtteile zeigten. Hier könnte sich der Betrachter fragen, ob hinter dieser Mauer wirklich etwas Schöneres entsteht und wie es dort wohl aussieht. (Aufgenommen mit Canon 1000D und Leica-R 2,8/28mm II. Version, wahrscheinlich f/8. Der linke Teil des Vordergrundes stand im Schatten.)

Peter Sennhauser meint zum Bild von Jürgen Beckmann:

Situationsbild aus dem Aussenbezirk einer Stadt – Im Vordergrund des an ein Pano-Format angelehnten Bildes ist der Gehsteig einer Strasse zu sehen, auf dem links eine Litfasssäule mit bunten Plakaten, in der Mitte und rechts Strassenschilder stehen.

Der etwas verwahrloste Eindruck wird durch Grasbüschel verstärkt, die aus dem Boden wachsen; in der Bildmitte ragt ein Bauzaun aus Beton und Holz auf, über dessen Oberkante die Obergeschosse zweier postmoderner Büro- oder Hotelbauten aufragen, zwischen denen im weiteren Hintergrund ein Kran im Aufbau zu stehen scheint.

In diesem Bild ziehen zunächst zwei Punkte die Blicke an:

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