4 zufällige Bildkritiken zum Thema Reduktion:
Alle 14 Artikel zum Thema Reduktion auf fokussiert.com:
Technische Perfektion und Schärfe sind keine Voraussetzung für eine starke Fotografie. Emotionalität, Aussage und Komposition sind massgebend.
Kommentar der Fotografin:
besucherinnen einer ausstellung. ziel: darstellung von bewegung und innehalten
Peter Sennhauser meint zum Bild von Lilo Ulke:
Zwei Frauen in einem Schwarz-Weissen Highkey-Bild bewegen sich schlendernd vom Betrachter weg, die eine, etwas näher im Vordergrund, nach links, die andere nach rechts hinten. Zwischen ihnen führt eine Reihe von drei kreisrunden Bodenelementen schnurgerade in den Bildhintergrund.
Technisch betrachtet gibt es an diesem Bild viel zu bemängeln. Es ist unscharf und mit extremem Kontrast auf Highkey getrimmt, was zu Ausblühungen und Artefakten in den Graubereichen führt. Nicht trotzdem, sondern auch deswegen ist es eine starke Fotografie:
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Für die Fotokamera sind nachts keineswegs alle Katzen grau. Die klare Trennung von dunkel und hell hilft, starke Reduktionen zu inszenieren.
Kommentar des Fotografen:
Ein Foto aus einem nächtlichen Spaziergang. Ich hatte Lust ein wenig frisches Luft zu schnappen und habe meine Kamera mitgenommen. Auf dem Weg nach Hause entdeckte ich ein interessantes Motiv. Eine einsame Lampe, die einen kleinen, leeren und mit Schnee bedeckten Parkplatz beleuchtet. Unter der Lampe ein Fenster der im warmen, gelben Farbton erscheint. Da ich Freihand fotografiert habe, wählte ich die Blende von 1,4, um die Belichtungszeit kurz zu halten. Später wurden am Foto kleine Korrekturen vorgenommen wie Ausschnitt, Kontrast etc.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Anton Krieger:
Eine Hauswand im rechten Bildteil mit einer montierten Strassenlaterne, die einen durch die Perspektive elliptisch wirkenden Lichtkreis auf den ansonsten in völliger Dunkelheit liegenden Vorplatz wirft. Wie ein Bühnenspot beleuchtet die Strassenlampe mit ihrem kalten Halogenlicht einen kleinen Teil der Hauswand und einen klar begrenzten Raum der Strasse:
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Fotografie aus einer ungewohnten Perspektive gewinnt augenblicklich Aufmerksamkeit. Aber so speziell wie für den Betrachter ist der Blick auch für die Fotografin – und entsprechend sorgfältig muss die Komposition erfolgen.
Kommentar des Fotografen:
Ich wollte die tolle Gasse mal aus einer anderen Perspektive fotografieren. Die Farben harmonieren wunderbar miteinander. Das orange Tuch ist zwar ein Blickfang, jedoch nicht störend oder dominierend in diesem Bild. Aufgenommen in San Remo/Italien im Sommer 09.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Petra Jaldon:
Die Fassade eines offensichtlich etwas in die Jahre gekommenen mediterranen Stadthauses, fotografiert von unten im spitzen Winkel mit dem Weitwinkel. Zu den stürzenden Linien der Hauswand selber gesellen sich zahllose Blickfänge, die kreuz und quer durch das Bild führen.
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Leichte Abstraktion kann so gut wie jedes noch so unscheinbare Objekt in eine Darstellung von etwas Bedeutsamem und sogar Aufwühlendem verwandeln.
Kommentar des Fotografen:
Die Idee war es, eine nicht mehr vorhandene Grenze zwischen Realität und Spiegelwelt zu schaffen. Mit Schwarz-Weiss habe ich versucht durch die farbliche Reduktion den Blick nochmal auf das wesentliche zu lenken.
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Christoph Hellmuth:
Dies ist eine Art Foto, das mich nun schon eine ganze Weile mehr interessiert, als ich je für möglich gehalten hätte. Obwohl es wegen seiner Einfachheit und Thematik zunächst dumpf wirken mag, gibt es jedoch noch sehr viel mehr zu bedenken:
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Die Reduktion auf wenige Elemente kann einer Fotografie mehr Ausdruck verleihen als eine vollgepackte Komposition.
Kein Kommentar der Fotografin.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Larissa Seuferle:
Ein Hand-Karussell auf einem Kinderspielplatz in knalligen Farben, angeschnitten am linken Bildrand. Der Hintergrund des einfachen Bildes verliert sich im stockdunklen Gebüsch am Rande des Spielplatzes.
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Griechische Dörfer sind ein beliebtes Motiv für Fotografien mit starker Reduktion: Flächen, Formen und wenige Farben bieten Spielraum für kompositorische Reduktion. Stürzende Linien sind darin meist ein behebbares Übel.
Kommentar des Fotografen:
Auf Naxos aufgenommenes Foto. Kirche in der Stadt Chora. Mich faszinierten die Formen und das leuchtende Blau bei der Aufnahme.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Fabian Rouwen:
Die verwinkelte Ecke einer kleinen Kirche im typischen Weiss der griechischen Inselbauten – darüber ein knallblauer Himmel. Die Aufnahme ist stark nach rechts gewichtet und lässt die Linien zweier Giebeldach – Flügel der Kirche vor einer runden Kuppel von links unten nach rechts oben verlaufen. Ausser dem knalligen Hellblau des Himmels sind lediglich Weiss und Creme-Farbtöne in der Aufnahme zu finden.
Ich kann gut verstehen, wieso Dich dieser Anblick als Motiv gereizt hat. Hier treffen einfache Muster und Flächen, Geraden und Kurven, Linien und Verläufe aufeinander und bieten in einfacher Verbindung ein Mass an Komplexität, dem das Auge einfach folgen muss:
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Reduktion auf das Wesentliche erübrigt meist die Bildunterschrift, ist aber nicht immer einfach.
Kommentar des Fotografen:
Aufgenommen im April 2009 auf St.Kitts, östl. Karibik. Als Reisekamera diente mir eine Nikon D90. Aufnahme mit Interessant finde ich den Kontrast zwischen Inselarchitektur und modernen Kreuzfahrtschiffen. Gegen die Dimensionen des Schiffes wirken die größten Gebäude der Insel (Häuser) eher wie winzige Hütten. Dies erzeugt meiner Meinung nach eine gewisse Spannung im Geiste eines Christof Columbus des 21ten Jahrhunderts.
Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Kuno Hendrich:
Das Beeindruckende an Karibikaufenthalten ist die dort vorherrschende Fremdartigkeit. Es ist alles bunter, alles lauter, alles verwirrender und auch verwirrter als in unseren mitteleuropäischen Gefilden.
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Eine stimmungsvolle Landschaftsfotografie entsteht durch Zielführung und Farbreduktion.
Kommentar des Fotografen:
Mein Ziel war es, die Weite des Watts der Nordseeküste festzuhalten. Als ich saß und wartete, ging diese Familie bei ihrem Weg zum Meer durch das Bild, ich fand sie eine gute Ergänzung, um die Weitläufigkeit zu betonen. Der Krabbenkutter im Hintergrund dient ein wenig als Ziel für die Wanderer
Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Torsten Kunkel:
Eine Familie spaziert durchs Watt, welches das Graublau des Himmels so spiegelt, dass fast kein Horizont mehr auszumachen ist – eine dünne Linie und ein Kutter geben einen letzten Anhaltspunkt.
An Deiner Fotografie gefällt mir besonders die relative Einfarbigkeit der Landschaft. Gut erkannt, dass die Familie ein Ziel in dieser endlosen Weite braucht, hast du fast den perfekten Moment abgepasst:
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Wenn es um ein Foto eines schweißüberströmten Mannes geht, werden wir um Klischees nicht herumkommen. Aber die gute Nachricht ist: Klischees verkaufen sich weiterhin.
Kommentar des Fotografen:
Pas Portrait ist in meinem kleinem Hobby-Studio entstanden. Wollte den schweissüberströmten (Wasserzerstäuber) Mann ablichten. Dabei sollte das Motiv nicht in der Bildmitte zu liegen kommen. Mit Photoshop habe ich mir ein stimmige Farbe ausgewählt, die das Bild noch interessanter machen sollte. Ist das geglückt?
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Thilo Burger:
Du hast Dir – nüchtern betrachtet – ein sehr schlichtes Motiv ausgesucht: Einen Bauch. Einen schweißüberströmen Männerbauch. Aber wie so oft liegt in der Reduktion auf das Wesentliche ein Reiz, der auf in diesem Bild enthalten ist.
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Die schönsten Natur-Abstraktionen sind die, welche in der Kamera entstehen. Ein Stillleben aus Farbe, Linien und etwas Natur.
Kommentar des Fotografen:
Das Motiv fand ich auf einer Fotopirsch beim Casino des Schlosses Glienicke in Berlin Zehlendorf an einem lauen Frühlingsabend. Es ist der Blick in einen noch nicht in Betrieb genommenen Springbrunnen. Das Blatt stellt den letzten Rest von Herbst und Winter dar, das gespiegelte Blau des Himmels und das Ockergelb der Säule stehen für den Frühling. Die abstrahierende Wirkung der Bildaufteilung hat mir gefallen. Das Bild schwächelt etwas mit der Unschärfe im unteren Bereich. Ich bin neugierig, was ihr dazu sagt.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Bodo Viebahn:
Wenn Du Du halbe Kritik vorwegnimmst… Mir gefällt das Motiv, weil es eine Abstraktion und zugleich ein Stillleben ist.
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