4 zufällige Bildkritiken zum Thema Reflexion:
Alle 10 Artikel zum Thema Reflexion auf fokussiert.com:
Ein spannendes Bildkonzept reicht noch nicht ganz für eine richtig gute Fotografie: Ohne inhaltliches Thema fehlt etwas.
Kommentar des Fotografen:
Ist eine Bahnunterführung. Wurde Tagsüber aufgenommen, als das Licht von vorne stark zu sehen war, und ich habe solange gewartet, bis eine Frau vorbeikam und auf die andere Seite ins Licht reinlief. Minimal bearbeitet, damit ich diese Stimmung ins Bild setzen konnte.
Profi Stuart Schwartz meint zum Bild von Alexander Rieber:
Ein Korridor im Gegenlicht, vielleicht eine Unterführung oder der Zugang zu einem Stadion. Wir blicken aus der Dunkelheit und einer starken Vignettierung ins Licht. Die Wände und der Boden sind gekachelt, die Decke zieht sich in den Fluchtpunkt im Bildzentrum mit zwei Reihen quer hängender Leuchtstoffröhren.
Die Perspektive und die Brennweite arbeiten Dir hier in die Hände:
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Vor allem moderne Gebäude mit ihren hohen Glasanteilen ermöglichen faszinierende Spielereien mit Spiegelungen.
Kommentar des Fotografen:
Reflexion und Politik. Mich faszinieren Verfremdungen, andere Sichtweisen, Überraschungen und letztendlich das, was an Kopfkino dabei resultiert. Die drei verschiedenen Ebenen faszinierten mich, die ich in diesem Foto versucht habe einzufangen. Wo hört das Rückwärtige auf und fängt das Vordergründige an?! Dieses Bild entstand mit einem Neutralfilter (8) bei Blende 20 und 2,5 Sekunden. Mit PS etwas entzerrt, Kontrast geringfügig erhöht und beschnitten.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Thomas Deuer:
Das Kanzleramt in Berlin präsentiert sich in dieser Farbfotografie aus einem vermeintlich statischen Blickwinkel – frontal aus einer der Lücken zwischen der Kette von Bauten. Unter dem auf hohen Säulen stehenden Dach zwischen den Gebäuden allerdings erstreckt sich ein Gang mit gewienertem Boden, hinter dem Gebäude scheint sich ein Lichthof zu öffnen, der da eigentlich nicht sein kann; im blauen, mit kleinen Wölken duchsetzten Himmel schimmern wie in einer Überblendung weitere Fassadenteile durch, die in den Fluchtpunkt hinaus verlaufen. Erst nach eingiebiger Betrachtung wird klar, dass die Aufnahme die Spiegelung ind er Glasfassade eines der Gebäude zeigt.
Spiegelungen vermischen in der Fotografie Realität und Abbild viel “wirksamer” als im Leben, weil sie dem Betrachter keinen Ausweg und keine Umgehung der Spiegelung erlauben.
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Studiofotografie bietet fast totale Kontrolle, aber ob all der einstellbaren Faktoren darf die Bildkomposition nicht zu kurz kommen.
Kommentar des Fotografen:
Mein erster Versuch in der Babyfotografie im Studio. mit ISO 100, Blende 8 und einer Verschlusszeit von 1/50 war das wohl eher Zufall, dass ich das so scharf bekommen habe. Ausleuchtung vor einer schwarzen Moltonleinwand war ein Walimex 300 Blitzkopf mit einem Tubus und Wabe und ein Walimex 300 Blitzkopf mit Softbox. Das genaue Setup weiß ich leider nicht mehr.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Mike Hillebrand:
Schwarz-weiss-Aufnahme eines auf einem Arm liegenden Babys. Die seitliche Beleuchtung betont die Räumlichkeit des kleinen Körpers, ein Blitz mit Softbox sorgt für einen grossen Reflex in die Augen des Babys. Die nach unten hängenden Arme und der Gesichtsausdruck lassen auf vetrauensvolle Entspanntheit schliessen.
Gleich zum Vornherein:
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Städte bieten nicht nur endlos Motive für Architektur- und Streetfotografie. Unter anderem sind hier Lichtverhältnisse zu finden wie sonst nirgends.
Kommentar des Fotografen:
Check Point Charlie in Berlin. Spontan aufgenommen, mit Aperture bearbeitet.Viel mit dem Definitions- Regler gemacht und am Blau geschraubt. Das Soldatengesicht in der Mitte nachbelichtet. Es soll ein etwas unwirklicher, leicht amerikanischer Eindruck entstehen. Ich bin eher ein Spontanfotograf, Kompositionen entstehen eher aus dem Augenblick. Ich mag Festbrennweiten, weil ich da auch wirklich gute Abbildungsqualität bekomme, die ich auch noch bezahlen kann. Im nachhinein hätte ich das Bild lieber mit einer kleineren Blende gemacht (3,5), dann hätte ich sicher noch etwas mehr Grundschärfe aus dem Objektiv raus bekommen.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Fabian Lenné:
Eine Strassenschlucht mit dominanten Fluchtpunktlinien. Der Fotograf scheint mitten in der Strasse zu stehen, ihm gegenüber das überdimensionale Bild eines Soldaten in knalligen Farben – Checkpoint Charlie. Die Aufnahme ist geprägt von einem harten Licht und gleichzeitig unreal anmutenden Glanzeffekten. Die Szene scheint aus Stahl und Glas zu bestehen.
Auch wenn mir nicht ganz klar ist, was Du mit “amerikanischem Eindruck” meinst – ein “unwirklicher Anblick” ist Dir jedenfalls gelungen. Die Aufnahme hat eine starke Tiefenwirkung – ich würde behaupten, durch den Blickwinkel, der für ausgeprägte Fluchtlinien sorgt.
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Sterneffekte lassen sich auch ohne Filter oder Photoshop erzielen. Allein davon kann ein Bild aber nicht leben.
Kommentar des Fotografen:
Nachtaufnahme Paris, Champs Elysees, am 28.12.2007 21:56.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Erik Nielsen:
Nachtaufnahme an den Champs-Elysées in Paris. Eine Schwarz-Weiss-Nachtaufnahme; im Mittelgrund des Hochkant-Fotos prägt einer der nostalgischen Kandelaber die Aufnahme, im Hintergrund glänzen andere Lichtquellen und Reflexionen von Autos mit Sterneffekten. Die Granitplatten des Gehstiegs im Vordergrund sind nass und lassen einen kürzlichen Regenguss vermuten.
Eine äussrest stimmungsvolle Fotografie, die sowohl die Verlorenheit in einer Grossstadt als auch ihre Geborgenheit zeigen könnte – immerhin ist die Nachtszene relativ hell erleuchtet. Trotzdem wirken die Lichtersterne eher kühl, die Autos unpersönlich, und der nasse Boden lässt auf wenig gemütliche Wetterbedingungen schliessen.
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Eine Porträtsituation, bei der viele Standardprobleme aufgetreten sind, die jedoch relativ leicht zu lösen sind.
Kommentar des Fotografen:
Naja, zeigen wollte ich natürlich einen “Charakterkopf”. Durch die knappere Tiefenschärfe habe ich versucht, den Blick des Betrachters ins Gesicht der porträtierten Person zu lenken. Schwierig war das Licht, da er von hohen Mauern umgeben war, Licht kam nur von oben. Ich denke, daß deshalb die Augenpartie vielleicht etwas zu dunkel ist. Nun will ich natürlich wissen, ob mir damit trotzdem ein ausdrucksstarkes Portrait gelungen ist.
Profi Jan Zappner meint zum Bild von Antje Zwanzig:
Ein schönes Portrait, bei dem mich besonders freut, dass die Probleme von der Fotografin richtig erkannt wurden.
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Nächtliche Lichter in der Unschärfe verleihen so manchem Motiv einen speziellen Rahmen – und wenn es dann noch inhaltlich passt und durch den Lichterzauber glänzt, kann der Fotograf aus dem Vollen schöpfen.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild zeigt eines der typischen Fernrohre, wie man sie bei verschiedenen Sehenswürdigkeiten findet. In diesem Fall wurde das Bild auf dem Eiffelturm in Paris aufgenommen. Ich wollte nicht nur einfach die Stadt bei Nacht ablichten, sondern habe versucht, einen etwas anderen Blick auf die Dinge einzufangen. Gut gefallen hatten mir in diesem Moment die Spiegelungen der vielen Lichter auf dem Fernrohr, so dass der doch normalerweise eher nüchterne Gegenstand einen ganz anderen Charakter erhält.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Sascha Fiedler:
Das ist einer von den Hinguckern, denen ich mich einfach nicht entziehen kann. Auf den ersten Blick nicht ganz klar, auf den zweiten unheimlich plastisch, auf den dritten eine Entdeckungsreise – und drei Blicke muss sich eine Fotografie erst mal verdienen.
Dabei ist das Bild inhaltlich, ehrlich gesagt, nicht grade ein Knaller. Das muss es aber auch nicht sein:
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Wasserflächen verlocken zu Spiegel-Bildern. Deren Wirkung ist beinahe garantiert, selbst wenn das eigentliche Motiv nichts besonderes ist. Ein Grund, genau darauf zu achten.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild entstand auf einer herbstlichen Wanderung im Pizolgebiet (Kanton St. Gallen, Schweiz). Das Wetter war wunderbar und es hatte eben ein bisschen Schnee hingeworfen. Ich habe den Polfilter so eingestellt, dass die Reflexion des Berges im See sichtbar ist. Ein schwacher Wind hat den See ein bisschen aufgewühlt, so dass der Spiegel nicht ganz glatt war. Das gibt dem Bild meiner Meinung nach etwas lebendiges.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Marcus Jenal:
Spiegelbilder: Zwei Bilder in einem. Das zieht jedes Auge magisch an, und noch besser sind die beiden Bilder, wenn sie nicht völlig identisch sind: Das ist hier der Fall, wo Dir ein bisschen Wind zuspielte und für die leichte “Unschärfe” in der Oberfläche sorgte.
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Chrom und Stahl und Keramik und Licht sind eine fast todsichere Mischung. Effekthascher kommen damit auf ihre Kosten.
Kommentar des Fotografen:
Dieses inszinierte Stillleben zeigt die subtile Bedeutung von Zeit in Genuss-Leben. Schnell mal einen Espresso zwischendurch – oder sich Zeit für eine Auszeit für einen Kaffeegenuss nehmen. Dieses Foto habe ich noch mit meiner alten Schnappschusskiste (Canon IXUS) gemacht und ist doch eines meiner Favoriten.
Peter Sennhauser meint zum Bild von S.F.:
Kaffe und Zeit – ziemlich gradeaus, dieses Bild. Das wäre so eines von diesen Themenpostern, die wir uns früher an die Teenager-Zimmerwand genagelt haben, gleich neben den Starschnitten, die allerdings meistens fotografisch nicht halb so gut umgesetzt und dafür noch mit einem eher peinlichen als originellen Spruch bedruckt waren.
Ich kann Deine Vorliebe für das Bild gut verstehen.
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Glänzende Objekte zu nutzen, um Reflektionen in Fotos zu erzeugen, kann viel Spaß machen und interessante Effekte hervorrufen. Die Resultate können allerdings sehr unvorhersehbar sein und verlangen viele Experimente.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sandro Steinmann). – Leider keine Exif-Daten
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Sandro Steinmann:
Bei diesem Foto ist mein größtes Problem, dass es einfach zu vollgepackt ist – nichts leitet unser Auge von einem Punkt zum nächsten. Der Blick wandert durch das Bild, ohne recht zu wissen, wo er hingleiten soll. Abstraktion kann eine gute Sache sein, aber sie sollte niemals im unbeabsichtigten Chaos enden. Zumindest nicht in der Fotografie. Eine deutliche Aussage ist deshalb mit der Abstraktion zu verknüpfen.
Spiegelungen sind eine dankbare Spielwiese für Bilder, die zum Nachdenken anregen und zuerst dem Auge, dann dem Gehirn des Betrachters etwas abverlangen:
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