Thema: Regeln

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema Regeln:

Berglandschaft: Das fehlende ElementBuchenwald: Landschaft ohne TricksHandy-Schnappschuss: Die Grundregeln bleiben gültigSelbstporträt: Schuss in den Spiegel

 

Alle 7 Artikel zum Thema Regeln auf fokussiert.com:

Handy-Schnappschuss:
Die Grundregeln bleiben gültig

Ein Handy als Strassen-Kamera ist so wenig eine Garantie für spannende Motive wie eine teure Digital-Spiegelreflexkamera ein Garant für technisch perfekte Bilder ist. Und vielfach wirken Bilder auf dem kleinen Bildschirm besser, als sie wirklich sind.

Kommentar des Fotografen:

Ein iPhone-Snapshot mit zusätzlicher Tonwertkorrektur.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Ivan Sicak:

Die Mac-Jünger werden mich steinigen: Ein iPhone garantiert keine gelungenen Bilder. Dabei gehöre ich nicht mal zu den Puristen, die Handy-Fotos ablehnen, im Gegenteil, ich weiß die Vorzüge der Immer-Dabei-Kamera zu schätzen.

Aber einige elementare Grundregeln der Fotografie sollten auch beim Fotografieren mit dem Handy – sei es iPhone oder der Rest – in Erinnerung bleiben:

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Sumpffotografie:
Schattenriss mit Tiefe

Landschaftsfotografie braucht nicht unbedingt einen Vordergrund, aber unbedingt Tiefe. In diesem Sinne sollten Regeln verstanden und angewandt werden.

Kommentar des Fotografen:

Kiefern im Morgennebel. Der Nebel des Morgens dämpft das Licht der frühen Sonne; wie Silhouetten erscheinen die Kiefern vor dem Hintergrund. Everglades Nationalpark, EOS 1V, Diafilm, Stativ, SVA

Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Friedhelm Stille:

Eine Gruppe magerer, hoch aufragender Kiefern vor einer fahlen, durch dichten Nebel radikal gefilterten Sonne. Wäre deren Schein und ihre “Aura” nicht gelblich gefärbt, würde das Bild monochrom wirken.

Die Bäume füllen die Komposition in spannungsbauendem Rhythmus in allen drei Dimensionen:

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HDR-Schwarz-Weissbild:
Regelbrüche und Harmonien

Regelbrüche sollten – in der Regel – nur vereinzelt als Stilmittel angewandt werden. Die bewusste Kumulation kann aber ebenfalls eine starke Wirkung erzeugen.

Kommentar des Fotografen:

Los Llanos, La Palma, Kanarische Inseln, Nikon D3, Nikor 24mm/2.8 PC-E, Belichtungsreihe mit +-1 EV aus der Hand, HDR mit Photomatix, Filter NIK Silver Efex

Peter Sennhauser meint zum Bild von Topp Dierk:

Am liebsten gucken wir Menschen uns Menschen an, und menschenleere Fotografien, noch dazu solche von einem Ort, der von Menschen gestaltet wurde und von ihnen genutzt wird, wirken häufig kalt, uneinladend und langweilig.

Dieses Bild hingegen vermittelt südliche Hitze, flimmernde Luft und Mittagsruhe und stellt uns mitten in die Szenerie. Dabei basiert es, als Schwarz-Weiss-Aufnahme, fast ausschliesslich auf Flächen und Linien.

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Selbstporträt:
Schuss in den Spiegel

Als Foto-Amateur lernt man schnell eine Regel: Nie in einen Spiegel blitzen. Warum die Regel sinnvoll ist und weshalb sie auch gebrochen werden darf, zeigt dieses Foto.

Kommentar des Fotografen:

Eine besondere Absicht hatte ich eigentlich nicht im Kopf, als ich das Foto gemacht habe ;) Ich hatte das objektiv gerade neu und habe etwas herumexperimentiert. Dabei ist, unter anderem, dieses Bild vor dem Spiegel entstanden

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Thomas Weidenhaupt:

Ist das eine Hommage oder nur eine Kopie? Das Foto sieht dem Titelbild des Fotobuchklassikers von Andreas Feininger ( “Andreas Feiningers große Fotolehre” (Affiliate-Link)) sehr ähnlich.

Ein junger Mann, der mit seiner Kamera direkt den Betrachter fotografiert. So ein Blickwinkel kann auf zwei verschiedene Arten erzeugt werden:

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Buchenwald:
Landschaft ohne Tricks

Moderne Landschaftsfotografie ist voll von Farben, weiten Blickwinkeln und tiefer Perspektive. Werden Betrachter ein Landschaftsbild zu schätzen wissen, das sich auf das Ursprüngliche besinnt?

Kommentar des Fotografen:

Aufgenommen im Natuschutzgebiet Hangelstein bei Giessen, Ende April gegen Abend. Ich wollte den ursprünglich ganz Mitteleuropa bedeckenden Teil der Natur, den Buchenwald, zeigen, und zwar so, dass man den gleichen Eindruck beim Betrachten hat wie bei Landschaftsaufnahmen anderer Erdteile, die uns fremder und ürtümlicher erscheinen. Ich wollte daher auch keinerlei “Zivilisation” wie Wege oder andere Bauten auf dem Bild haben. Der Betrachter soll sich vorstellen können, dass auch Deutschland mal Naturerlebnis pur war. Das Bild hatte ich schon einen Tag bevor ich es machte, als ich an der Stelle vorbeikam, im Kopf. Durch die noch zarte Belaubung hoffte ich keine zu harten Kontraste zu bekommen, die Waldbilder sonst oft ruinieren.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Benjamin Pollmann:

Mit diesem Foto brichst Du viele Regeln der zeitgenössischen Landschaftsfotografie:

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Die blauen Berge:
Goldener Schnitt

Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden – allerdings sollte es dazu einen klar ersichtlichen Grund geben. Auch die Regel des Goldenen Schnitts gehört dazu.

Lukas Fassbender
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Lukas Fassbender). – Panasonic Lumix FZ18 – ISO 100 – 14,7mm – f/4,0 – 1/200s

Kommentar des Fotografen:

Sek. Fotografiert ca. 80 km westlich von Beijing and der Chinesischen Mauer. Das Foto entstand am alten (unrestaurierten) Teil der chinesischen Mauer. Der Ausschnitt spiegelt für mich eine wunderschöne chinesische Landschaft wieder mit der Mauer im Vordergrund.

Profi Robert B. Fishman meint zum Bild von Lukas Fassbender:

Gut gefällt mir die erstaunliche Vielfalt an Grün- und Blau-Grautönen, die harmonisch ineinander übergehen. Die gestaffelten Silhouetten der Berge und die Strukturen der farblich harmonierenden Bäume verleihen dem Bild zusätzlich Harmonie und Tiefe. Der kleine Tempel mit seinem geschwungenen Dach verortet das Bild. Wir erfahren sofort, dass wir uns in Ostasien befinden. Ich habe sofort auf China getippt und ich denke, dass es den meisten Betrachtern so gehen wird. Schade finde ich, dass das Gebäude so weit links an den Rand gequetscht ist:

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Berglandschaft:
Das fehlende Element

Gerade in der Landschaftsfotografie müssen die Regeln bisweilen gebrochen werden, um Spannung zu erzeugen. Die klassische Postkartenaufnahme wirkt häufig flach, weil ein echtes Zusatzmotiv fehlt.

Bild

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© David Lienhard). – Canon EOS 400D – 1/400s – f/13 – ISO 200 – 18mm (27mm)

Kommentar des Fotografen:

Am 31. Dezember auf dem Dachberg im Skigebiet von Vals aufgenommen.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von David Lienhard:

Dieses Foto scheint alle Grundregeln der Fotografie zu befolgen: Es ist ein Landschaftsbild und vom Vorder- bis zum Hintergrund absolut scharf. Es befinden sich Objekte im Vordergrund, die unser Augenmerk auf sich lenken, und dann unseren Blick tiefer ins Bild ziehen:

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