4 zufällige Bildkritiken zum Thema Regen:
Alle 8 Artikel zum Thema Regen auf fokussiert.com:
Landschaftsfotografie in “schlechtem” Wetter führt rasch zu faszinierenden Wirkungen – vielleicht, weil wir unter solchen Umständen nicht hinsehen wollen.
Kommentar des Fotografen:
Leider waren trotz Vorsicht Regentropfen auf das Objekiv gelangt. Im Baumstamm ist bei genauem Hinsehen noch etwas zu finden. Bearbeitung: SC2 mit Nik Silver Efex Rahmen mit Lightroom und Plugin Mogrify
Peter Sennhauser meint zum Bild von Dierk Topp:
Eine Berglandschaft mit vereinzelten Baumgruppen im nebligen Regenwetter. Diese Schwarz-Weiss-Aufnahme nimmt einen starken Vordergrund aus einem zweistämmigen Nadelbaum als Rahmen für den Blick in den Mittelgrund der Hochebene, in dem eine Gruppe von drei Bäumen zu sehen ist; dahinter löst sich die Landschaft in einem sanften Hügel, der im Nebel nach oben hin ausfranst, auf.
Ein sehr starkes Bild. Und zwar buchstäblich in mehreren Dimensionen. Zunächst fällt die Komposition sofort auf:
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Wasserspass und Brände im Hochsommer der Nordhemisphäre.
In der Rubrik “Fotografien aus 12 Monaten” veröffentlichen wir die besten Pressebilder der vergangenen 12 Monate, ausgewählt nach fotografischen Kriterien, geordnet nach Monaten, zum Jahresabschluss.
Landschaftsfotografen sind der Natur und dem natürlichen Licht fast vollständig ausgeliefert. Aber nur fast.
Kommentar des Fotografen:
Vor einiger Zeit habe ich schon einmal eine Profi-Kritik von Ihnen zu einem meiner Bilder bekommen. Es war für mich sehr interessant – insbesondere weil es eine heftige Diskussion ausgelöst hat :). Den Hauptkritikpunkt habe ich mir aber auch sehr zu Herzen genommen. Nun war ich 4 Wochen im Südwesten der USA und habe viele viele wunderschöne Landschaften gesehen. Ich bin an vielen Klischees vorbeigekommen, die ich Ihnen hier in der Profikritik gerne ersparen möchte.
Auf einer meiner zahlreichen abendlichen Fototouren bin ich an einem für mich ganz aussergewöhnlichen Ast vorbeigelaufen. Er fiel mir zum einen auf, weil in der Nähe kein Baum zu finden war, zu dem er einmal gehört haben konnte und zum anderen, weil seine geschwungene Form wie eine Art Pfeil zum Hintergrund wirkte.
Dort hatte sich über der typischen, felsigen Arches-NP-Kulisse nämlich ein grosses Gewitter zusammengebraut. Diese Ausgangsbasis war ideal. Leider fehlte es am richtigen Licht. Die Sonne war hinter dicken Wolken versteckt. Weil ich das Bild aber unbedingt haben wollte, musste ich wohl oder übel warten. Für wenige Sekunden kam die Sonne dann tatsächlich heraus und schenkte meinem Bild auch noch das richtige Licht.
Unsicher bin ich mir, ob der Vordergrund zu überfüllt ist und ob die mittige Positionierung des Astes womöglich die spannende Stimmung wieder zunichte macht. Und überhaupt – ob das Bild nur auf mich so spannend wirkt, weil ich dort war, oder ob die Stimmung wirklich durch das Bild fühlbar wird. Die Uhrzeit in den Exif-Daten stimmt übrigens nicht, da muss man noch 8h abziehen. Mit freundlichen Grüssen David Kaplan
Peter Sennhauser meint zum Bild von David Kaplan:
Nun, David, wollen wir sehen, ob ich es schaffe, nochmals eine Diskussion auszulösen…
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Nebel, Regen oder Wind muss man zwar auf der Fotopirsch ertragen können, sie bieten aber häufig sehr ungewohnte und spannende Motive.
© Antje H – Nikon D40 – 1/80s – f/5 – ISO 200 – 38mm (52mm)
Kommentar des Fotografen:
Das Bild wurde aufgenommen während einer Wanderung am Rigi. Durch den Nebel an diesen Tag gab es zwar keine gute Aussicht, aber dafür dieses sanftes Leuchten. In der Bearbeitung des Bildes habe ich dieses Leuchten nur ein wenig verstärkt und die Struktur der Bäume im Vordergrund ein wenig aufgehellt, so dass man sie erkennen kann.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Antje H:
Mächtige Tannen im Gegenlicht, das durch Nebelschwaden zwischen den Bäumen wie glühendes Plasma um die senkrechten Stämme streicht und die in leichtem Abwärtswinkel verlaufenden Äste räumlich von den in der Tiefe verschwimmenden nächsten Bäumen abhebt. Eine Schwarz-Weiss-Aufnahme, die auf einen seltenen Lichteffekt und die Mischung mit einem sehr schematischen Linienmotiv baut.
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Die kleinen Stilleben am Rande der Strasse: Eine reizende Art der Fotografie. Die beste Inszenierung des Unbeachteten besteht aus Ästhetik mit einer Geschichte.
Kommentar der Fotografin:
Am 3. November 2008 im schönen Hamburg aufgenommen mit einer Sony Cybershot DSC-P100, nicht bearbeitet. Ich konnte in Hamburg kaum den Blick vom Boden heben, so sehr gefielen mir die Pflastersteine überall. Als sich dann noch in der Pfütze das Strassenschilder-Kreuz spiegelte, fand ich, es habe genug Winkel und Strukturen für ein Bild. Dann wartete ich noch, dass jemand sein Bein im Vorbeigehen im Bild vergisst, und drückte ab.
Da meine Kamera zwar prima ins Handtäschen passt aber sehr schlecht darin ist, exakt dann ein Bild zu lieferen, wenn ich es will (sprich: sie hat eine grässliche Auslöseverzögerung), ist vom Bein schlussendlich weniger zu sehen als ursprünglich vorgesehen.
In Hamburg war ich gerade in einer Phase, in der ich versuchte, aus dem Handgelenk Bilder zu schiessen, ohne Umweg übers Denken, quasi als Lockerungsübung. Nun bin ich gespannt, was die Fokussiert-Autoren dazu meinen (selber brüte ich öfter über der Linienführung, aber eine Erkenntnis stellt sich leider nicht ein.) Zuhause stellte ich übrigens fest, dass fast alle Hamburg-Bilder in Brauntönen gehalten sind. Falls das Bild also arg verrissen würde, könnte ich behaupten, es sei Teil eines in sich stimmigen Braunzyklus ;-)
Peter Sennhauser meint zum Bild von Corinne ZS:
Vielleicht ist ja die Auslöseverzögerung ein Segen: Hier jedenfalls hat sie Dir meiner Ansicht nach die beste Beinposition beschert, die überhaupt möglich war:
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Makro- und andere Aufnahmen kleiner Dinge bringen die ungewohnte “Perspektive” einer originellen Fotografie naturgemäss mit. Das heisst nicht, dass man nicht mit kompositorischen Mitteln noch mehr herausholen könnte.
Kommentar der Fotografin:
Vor kurzem bei Regen im Wald aufgenommen mit Sony Cybershot DSC-P100, Kontrast etwas erhöht. Ich versuche weiterhin, Natur so zu fotografieren, dass der eigentliche Gegenstand in den Hintergrund tritt und etwas anderes sichtbar wird. Dazu benutze ich auch, wie hier, das Makro. Das kürzlich in der Bildkritik gezeigte Studiobildniss eines Mannes hat mich animiert, dieses ähnlich aus dem Schwarzen heraus tretende Bild hochzuladen. Leider erzählen meine Bilder noch immer keine Geschichten, aber vielleicht sind sie schon etwas geheimnisvoller? Für mich sieht das Blatt erstaunlich ledrig aus und die Wassertropfen unwirklich plastisch, das gefällt mir.
Peter Sennhauser meint zum Bild von CorinneZS:
Ein gelungenes und auch originelles Bild, das Deinem Anspruch, den eigentlichen Gegenstand in den Hintergrund treten zu lassen, zweifellos gerecht wird. Tautropfen auf einem Blatt haben wir zwar schon hundertfach gesehen – aber selten auf einem verdorrten Laubblatt:
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Zwei Schlechtwetter-Hüllen für Spiegelreflexkameras: Dem Regen haben sowohl das Nylon-Edelstück von Kata als auch die ultrabillige Notfallhülle von OP/Tech etwas entgegenzusetzen. Nur setzen sie auch dem (Zoom-) Fotografen ein bisschen was entgegen.

Kata Element Cover E-702/690 und OP/Tech Rainsleeves: Schön müssen sie nicht sein. (Alle Bilder PS/fokussiert.com)
Schlechtes Wetter heisst nicht immer schlechte Fotos – im Gegenteil: Regenwetter hat seine Qualitäten. Allerdings nicht für die Kamera. Die mag in der Regel kein Wasser, und die elektronischen Rechenzentren, die wir heute mit uns rumschleppen, schon gar nicht. Wir haben zwei Regenschütze für SLR-Kameras ausprobiert, und gewannen einige erkenntnisse, auch wenn der Hauptdarsteller im Test fehlte: » weiterlesen
Fotografie ist kein Schönwetterhobby – Regenstimmung kann bezaubernd sein. Aber braucht man für Shootings im Sturm keine Sonderausrüstung?

Regennachmittag in Havanna – ein Bild aus Paul Dodsons Serie “Photos in the Rain” (Bild Paul Dodson )
Es wird ein grässlich stürmisches Wochenende in San Francisco, und einmal mehr habe ich mir überlegt, mit der Kamera im Regen auf Bilderjagd zu gehen – der Golden Gate Park ist in diesem Winterwetter eine märchenhafte Landschaft. Und sogleich habe ich Gedanken mangels Ausrüstung, sprich Regenhülle für die Kamera und einen Schirmhalter für den Monopod, und gute Schuhe und… verworfen (gute Ausrede – bei Windböen von 50mph kann ich den Schirm eh vergessen, wobei ich dann vielleicht auch nicht neben 100 Jahre jungen Redwoods und -alten Eukalyptusbäumen stehen sollte). Dabei brauchts gar nicht viel:
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