Thema: Schnappschuss

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema Schnappschuss:


 

Alle 32 Artikel zum Thema Schnappschuss auf fokussiert.com:

Naturfoto:
Der Kreis des Lebens

In der Natur ist nicht alles lieblich, aber mancher unappetitliche Anblick macht nachdenklich und bedeutet mehr als die Summe der Dinge.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Christoph Holz).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Christoph Holz).

Kommentar des Fotografen:

Geprägt wird dieses Bild von einem Widerspruch; Ein totes Lebewesen, an dem sich eine Fliege zu schaffen macht. Im Vorbeigehen würde dies wohl bei vielen Menschen ekel hervorrufen. Doch gleichzeitig harmonisieren die Beiden ausgesprochen gut; Das Licht, die Nähe, ein anmutender “Kuss” bringt sie in Einklang. Das Foto ist natürlich ein Schnappschuss: Schnell musste reagiert werden, die Fliege im richtigen Moment getroffen werden. Gleichzeitig sollte natürlich Umgebung, Licht und Bildkomposition stimmen. Genau darauf zielt auch die Frage ab: Wie am besten reagieren und fotografieren wenn’s schnell gehen muss und der passende Moment getroffen werden soll?

Peter Sennhauser meint zum Bild von Christoph Holz:

Eine grüne Schmeissfliege sitzt auf dem Kopf eines an Land liegenden, offensichtlich toten Fisches und tut sich an ihm gütlich. Die hochformatige Farbfotografie setzt die Fliege ins Zentrum, die ausgerechnet am Mund des Fisches sitzt, als ob sie ihn küsste.

“Gefällt mir” ist manchmal bei Fotorafie einfach nicht der richtige Ausdruck. Diese Aufnahme wird wohl nur wenigen Menschen “gefallen” – zumindest in dem Sinne, dass sie sie in grossem Format als Druck im Wohnzimmer übers Sofa hängen möchten.

Aber gute Fotografie muss eben nicht “gefallen”. Sie muss ausdrucksstark sein, spannend, emotional, zum Nachdenken anregend oder faszinierend. Und das können auch Anblicke, namentlich aus der Natur, die weder besonders appetitlich noch im eigentlichen Sinne ästhetisch (“schön, ansprechend”) sind.

Auch wenn ich es anders ausdrücken würde als Du, indem die beiden Tiere hier wenig Harmonie und mehr eine Wahrheit des Lebens ausdrücken:

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Chinesische Strassenszene:
Die Geschichte fehlt

Strassenfotografie muss eine oder mehrere Geschichten erzählen – auch wenn es sich um Strassenfotografie in fernen Ländern handelt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Werner Eigner).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Werner Eigner).

Kommentar des Fotografen:

Generationen – Beijing, 29.09.1996. Besucher im Kaiserpalast vor dem Feiertag 1. Oktober. Brennweite u. Belichtung weiss ich nicht mehr. Ist auch egal, da ja sowieso nicht mehr reproduzierbar. Praktisch ein Schnappschuss, so aus der Hüfte. Deshalb und auch wegen des eher schwachen Lichts nicht wirklich scharf. Intention – Street Life, Dokumentation einer Reise, oder einfach ein interessantes Bild? Die Kategorisierung fällt mir ziemlich schwer.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Werner Eigner:

Die Straßenfotografie lebt von Menschen, Emotionen und der Bildaufteilung. Jeder Aspekt sollte bei einem Foto berücksichtig werden, damit eine besondere Wirkung erzielt wird. Gerade in fremden Ländern geht es also bei der Straßenfotografie darum, die Besonderheiten vor Ort festzuhalten, die das Land und seine Menschen ausmachen. Davon kann ich hier leider nichts erkennen:

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Krimiszene:
Der Paparazzo und die Security

Wenn Verwackelung richtig eingesetzt wird und zum Motiv passt, kann sie ein gestalterisches Mittel sein. Hier wäre die Möglichkeit gegeben, nur: Sie wurde nicht genutzt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Leoni Huge).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Leoni Huge).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild ist vor einer Kostümparty aufgenommen worden doch leider ein bisschen verwackelt doch gerade das macht das bild auch interessant.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Leoni Huge:

Wie soll so ein Foto bewertet werden? Technisch, kompositorisch, vom Motiv her? Da es in der Kategorie “Schnappschuss” eingereicht wurde, gehe ich davon aus, dass es spontan und mit dem Smartphone aufgenommen wurde, weil die Fotografin das Motiv interessiert hat. Keine Zeit für Komposition und Technik, schnell draufdrücken und hoffen, dass das Motiv übezeugend ist.

Ist es – halb.

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Nan Goldin:
Berliner Leben

Immer wieder lebte und lebt Nan Goldin in Berlin. Die Bilder ihres Berliner Lebens sehen wir nun in – Berlin, wo sonst?

Nan Goldin: Self-Portait in my Blue Bathroom, Berlin 1991, Sammlung Berlinische Galerie © Nan Goldin

Nan Goldin: Self-Portait in my Blue Bathroom, Berlin 1991, Sammlung Berlinische Galerie © Nan Goldin

Die Berlinische Galerie zeigt 80 ausgewählte Fotoarbeiten von Nan Goldin, die zwischen 1984 und 2009 in Berlin entstanden sind. Dazu gibt es bisher unveröffentlichtes Archivmaterial aus Nan Goldins eigenem Besitz. » weiterlesen

Mischbild:
Bildbearbeitung kann unterstützen,
aber nichts erzwingen

Nachbearbeitung eines Fotos kann das, was bereits vorhanden ist, anheben, unterstützen, und dadurch den Charakter des Bildes verstärken. Nachbearbeitung ist aber immer nur das: Bearbeitung danach.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Stephanie Olden).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Stephanie Olden).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Foto war eine spontane Aufnahme und deswegen ein Schnappschuss. Bei spazieren gehen, auf der Suche nach einem Interessanten Motiv, habe ich diese Kühe auf einem Feld gesehen wo ich sie nicht erwartet hätte. Ich lebe zwar in einer sehr ländlichen Gegend, aber auch hier nimmt die Landwirtschaft immer mehr und mehr ab. Das finde ich sehr schade, ich selbst hatte die Gelegenheit ein Teil meiner Kindheit auf einem Bauernhof aufzuwachsen und erinnere mich sehr gerne an die Zeit zurück.

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Beinschnappschuss:
Kunst ist kein Zufall

Einfach abdrücken und hoffen, damit einen genialen Schnappschuss oder sogar ein gut durchkomponiertes Foto mit einer nennenswerten Aussage zu erhalten, ist in der Fotografie selten von Erfolg gekrönt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© peter gutzat).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© peter gutzat).

Kommentar des Fotografen:

wieder der moment/grafierer, entscheidungen werden sofort abgelichtet. das auge entscheidet, nicht die vernunft!!!

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von peter gutzat:

Ein Foto kann durch eine Aussage wirken, weil es eine Geschichte erzählt oder eine Emotion vermittelt; es kann durch ein auffälliges oder schönes Motiv beeindrucken oder durch Form, Farbgebung oder Symmetrie entzücken.

Bei Schnappschüssen und auch im Bereich “Dokumentation”, in dem dieses Foto eingereicht wurde, steht meist die Aussage im Vordergrund, entweder tragisch berührend oder durch Humor erheiternd.

Diese Fotografie zeigt Schuhe auf dem Bürgersteig in Bewegung. Das hat in dieser speziellen Konstellation leider keinen dokumentarischen Wert, noch ist es in irgendeiner Form witzig – und auch in der Komposition ist es nicht aussergewöhnlich.

Der Fotograf Peter Gutzat meint in seinem Kommentar zum Foto, dass das Auge entscheiden würde, nicht die Vernunft.

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Strassenfoto:
Kirmesaction ohne Menschen

Rummelplatz- und Vergnügungspark-Umgebungen sind ideal, um Action, Freizeit und Vergnügen darzustellen. Ein paar lachende Menschen allerdings helfen dem Motiv ungemein.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Holger Saß).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Holger Saß).

Kommentar des Fotografen:

Die Aufnahme habe ich während einer Herbstkirmes in meinem Heimatort geschossen. An diesem Tag herrschte extrem gutes Wetter. Ich wollte das bunte Treiben und die Dynamik hervorheben, die an solchen Tagen auf dem Festplatz herrscht.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Holger Saß:

Ein Rummelplatz-Fahrgeschäft voller Farbe und Bewegung ist in dieser Aufnahme in vollem Betrieb zu sehen. Wir blicken vom Rand zur Achse des Geschehens, zwischen einer uns mit der Rückseite zugewandten und weiter entfernten Gondeln hindurch. Dazwischen sorgen Trockeneis-Nebelschwaden für zusätzliche Chaos-Stimmung. Im Zentrum des Bildes ist eine Gondel dem Fotografen zugewandt und darin eine junge Person erkennbar, die sich in vergnügter Anstrengung an den Griff klammert.

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Rückenporträt:
Unerkannt am Bahnhof

Wer auf Zufälle hofft, wird leichter enttäuscht als jemand, der sich vor dem Fotografieren Gedanken macht.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Alena Bareiss).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Alena Bareiss).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild ist eigentlich nur aus Zufall entstanden. Die Nikon Spiegelreflex war auf Automatik einestellt. Der Kontrast wurde noch ein bisschen verändert.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Alena Bareiss:

Eine junge Frau sitzt mit dem Fotografen zugewandtem Rücken auf einem Gleisbremsprellbock und schaut mit ihren Händen am Haar in Richtung Bahnhof.

Auf Bahnhöfen werden bei Menschen je nach Anlass die unterschiedlichsten Emotionen hervorgerufen: Erwartung, Langeweile, Trauer, Heimweh, Erleichterung und so weiter.

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Lomographie:
Geheimnisvolle, magische Fotografie

Mit ein wenig Geduld viel Entschlossenheit und vielleicht sogar einer LOMO wird sich früher oder später der magische Moment beim Fotografieren einfangen lassen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Elik Fyzzar).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Elik Fyzzar).

Kommentar des Fotografen:

Diese Aufnahme stammt von einem wunderschönen Frühlingstag dieses Jahres. Ein Freund und ich waren im Wald (bei mir um die Ecke) spazieren und dabei ist dieser, wie ich finde, gelungene “Schnappschuss” entstanden. Die Kamera, mit der das Bild aufgenommen wurde, ist die legendäre Lomo-lca und der Film ein Ilford hp5+ (iso 400) schwarz/weiss. Zur Art der Belichtung ist folgendes zu sagen: Die Kamera funktioniert mit einer Belichtungsautomatik. Jedoch vermute ich, dass die Belichtungszeit eher kurz war (1/500 oder kürzer) und die Blende dementsprechend sehr klein (da es draussen sehr hell war,zudem iso 400 Film) und daraus resultierte die eher hohe Tiefenschärfe.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Elik Fyzzar:

Für einige Menschen ist die Fotografie hauptsächlich ein wissenschaftlicher Vorgang, während sie für andere einen magischen Prozess darstellt. Die technikorientierten Fotografinnen haben normalerweise jedes Detail und jeden Schritt geplant, bevor Fotos gemacht werden.

Für diejenigen, die in der Fotografie eher einen magischen Prozess sehen, liegt die Herausforderung darin, mit ein wenig Glück zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein.

Dieses Bild ist das Ergebnis einer spontanen Einstellung der Fotografie gegenüber.

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Menschenfotos:
Für das Familienalbum

Es bedarf einiger Überlegungen, damit ein Menschenfoto auf mehr Interesse stösst als im privaten Fotoalbum bei Freunden und Verwandten.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Christof Baumgartner).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Christof Baumgartner).


Kommentar des Fotografen:

ich bin mir nicht sicher, ob ich das bild zur kategorie portät oder natur auswählen soll. ich hab mich fürs portät entschieden, das bild entstand im urlaub nach einem abendgewitter an der route 66 new mexiko (usa). was mir am besten gefällt sind die farben, bzw das licht am abend, was mich übrigens in dieser gegend immer wieder faszinierte.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Christof Baumgartner:

Manche Bilder sind wie geschaffen für großformatige Abzüge, die in Galerien oder Museen hängen. Andere Fotos haben ihren perfekten Platz im heimischen Fotoalbum. Dazu gehört auch Dein hier gezeigtes Foto. Worin liegt der Unterschied?

Als Erinnerung an die eigene Reise und als Andenken an eine geliebte Person erfüllt das Foto seinen Zweck. Aber als Porträt wäre es weniger aussagekräftig, da die USA und Fast-Food-Restaurants sicher nicht das Wesen des abgebildeten Menschen wiederspiegeln.

Aber fangen wir andersrum an: » weiterlesen