Thema: Schwarz-Weiss

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema Schwarz-Weiss:

Spontanes Schwarz-Weiss Porträt: Tücke des MomentsCheminée-Feuer: Flammentanz mit LinienBegegnung: Wo sind die Tonwerte?Mondlandschafts-Fotografie: Grönland im Überflug

 

Alle 23 Artikel zum Thema Schwarz-Weiss auf fokussiert.com:

Foto-Essay:
Geschichten konzise erzählen

Peter Sennhauser, 5. Januar 2010 um 11.02 Uhr , 3 Kommentare Kommentare

Reportage- oder Strassenfotografie muss vor allem eines: In jeder Aufnahme eine Geschichte erzählen.

Kommentar des Fotografen:

Das Foto ist in einer Discothek am Nürburgring aufgenommen worden und zeigt GoGo-Girls bei der Arbeit. Eine Freundin von mir ist nebenberuflich GoGo-Tänzerin und hat mich eines schönen Samstagabends zum Fotografieren mitgenommen. Heraus gekommen ist ein kleines Essay, das auf meiner Flickr-Seite zu sehen ist.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Nicolas Bruckmann:

Eine Schwarz-weiss-Aufnahme im Reportage-Stil zeigt, eindeutig mit Blitz aufgenommen, zwei knackige junge Tänzerinnen im Disco-Outfit. Die Fotografie, aufgenommen aus einem tiefen Blickwinkel von der Bühne, auf der die beiden tanzen, nimmt in der linken Bildhälfte im Dunkel des Raums, an dessen hinterem Ende eine Bar zu sehen ist, ein paar junge Männer mit, die sich von der Bühne ab- und einem Gespräch oder einem Bildschirm an der nicht sichtbaren linken Wand zugewandt haben. Unmittelbar am Bühnenrand vor den beiden mehr als formathohen Tänzerinnen ist ein weiterer Besucher der Disco zu sehen, der über seine linke Schulter hinweg die eine der beiden jungen Frauen mustert. Im Halbdunkel hinter ihm sind schemenhaft weitere Zuschauer erkennbar.

Diese Fotografie zeigt eine möglicherweise typische Nachtclub-Szene in einem Stil, der zeitlich überholt scheint:

» weiterlesen

Leadsänger-Actionporträt:
Livebild in Studioqualität

Peter Sennhauser, 13. November 2009 um 18.21 Uhr , 2 Kommentare Kommentare

Weil die Werbung häufig Reportage- und Streetfoto-Stil imitiert, sind wir bei derartigen Fotos Topqualität gewohnt. Umso bemerkenswerter ist es, wenn sie in einer echten Reportage-Situation glücken.

Kommentar des Fotografen:

Ein Konzertphoto, welches ich mit einer klassischen Reportagebrennweite (35mm) gemacht habe. Die Nähe war natürlich nur möglich durch die geringen Bekanntheitsgrad der Band.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Stephan Amm:

Nah-Porträt eines Leadsängers, dem Stil der Aufnahme nach zu schliessen einer Rock`n Roll-Band. Die Schwarz-Weiss-Aufnahme zeigt Hand und Mikrofon und das Gesicht des Stars, der mit gläsernem Blick in seinen Liedtext versunken scheint, in einer Mischung aus hartem Gegenlicht und indirekter Beleuchtung von rechts unten.

Wieder ein Bild, zu dem ich gratulieren möchte – diese Aufnahme ist sowohl in der Komposition – die bei Reportage-Bildern ja nicht bis ins Detail geplant werden kann – als auch in der technischen Umsetzung ausserordentlich geglückt.

Da ist zunächst das Motiv selber:

» weiterlesen

Mondlandschafts-Fotografie:
Grönland im Überflug

Peter Sennhauser, 6. November 2009 um 11.11 Uhr , 1 Kommentar Kommentare

Auch aus dem Ferienflieger lassen sich durchaus spannende Fotografien machen. Was dabei an Sorgfalt beim Auslösen fehlen muss, muss im digitalen Labor nachgeholt werden.

Kommentar des Fotografen:

Auf dem Flug von Frankfurt nach Chicago hatte ich rechtzeitig einen Fensterplatz reserviert um ein paar Luftaufnahmen machen zu können. Leider saß ich direkt hinter dem Flügel, sodass ein Teil der Sicht verdeckt war. Beim Überfliegen von Grönland konnte ich dann doch einige Bilder machen. Diese karge, menschenfeindliche und vermeintlich unberührte Landschaft hat mich beeindruckt. Mit den Reglern in Lightroom habe ich die Farbe aus diesem Bild gezogen und die Kontraste erhöht, um die Wirkung zu erhöhen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Jakob Adler:

Eine Landschaft auf Felsklötzen in einer Schneeebene – oder sind es Bergspitzen in einem gigantischen Nebelmeer?

» weiterlesen

Stilleben im Nebelwald:
Glühende Linien

Peter Sennhauser, 16. Oktober 2009 um 11.03 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Nebel, Regen oder Wind muss man zwar auf der Fotopirsch ertragen können, sie bieten aber häufig sehr ungewohnte und spannende Motive.

© Antje H – Nikon D40 – 1/80s – f/5 – ISO 200 – 38mm (52mm)

Kommentar des Fotografen:

Das Bild wurde aufgenommen während einer Wanderung am Rigi. Durch den Nebel an diesen Tag gab es zwar keine gute Aussicht, aber dafür dieses sanftes Leuchten. In der Bearbeitung des Bildes habe ich dieses Leuchten nur ein wenig verstärkt und die Struktur der Bäume im Vordergrund ein wenig aufgehellt, so dass man sie erkennen kann.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Antje H:

Mächtige Tannen im Gegenlicht, das durch Nebelschwaden zwischen den Bäumen wie glühendes Plasma um die senkrechten Stämme streicht und die in leichtem Abwärtswinkel verlaufenden Äste räumlich von den in der Tiefe verschwimmenden nächsten Bäumen abhebt. Eine Schwarz-Weiss-Aufnahme, die auf einen seltenen Lichteffekt und die Mischung mit einem sehr schematischen Linienmotiv baut.

» weiterlesen

Herbst-Strandbild:
Der verwehrte Blick

Peter Sennhauser, 13. Oktober 2009 um 11.02 Uhr , 1 Kommentar Kommentare

Schärfentiefe ist ein sehr starkes fotografisches Werkzeug, um die Aufmerksamkeit des Betrachters zu steuern. Sie sollte auf etwas gelenkt werden, das sich lohnt anzuschauen.

Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand in Warnemünde an der Ostsee. Ziel war es, die herbstliche Stimmung aus Wolken, Wellen und Wind einzufangen. Ich habe versucht die Aufnahme in Vorder-, Mittel-, und Hintergrund zu gliedern. Das Geländer als Rahmen wirkt recht dominant, zu sehr vielleicht? Nachbearbeitungsschritte: Tonwertkorr. – Konvertierung in S/W – Kontrastverstärkung – Abwedeln des Geländers – Vignettur der Ecken.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Matthias Knüppel:

Ein Strandkorb in Schwarz-Weiss, gesehen durch eine Art Torbogen oder ein Geländer, im Hintergrund dunkle Wolken. Im Vordergrund des Bildes liegt ein Bretterboden in der Schärfe, die bis zu dem ebenfalls wenige Schritte von der Kamera entfernt stehenden Geländer, durch das wir in die Unschärfe des Hintergrunds blicken.

Bildkompositionen mit Rahmenelementen – Geäst am Waldrand etc – sind meist recht einfach:

» weiterlesen

Bernhard Moosbauer:
Pudelschönheiten

Uli Eberhardt, 23. September 2009 um 12.28 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Glamour mal tierisch: Bernhard Moosbauer fotografiert Pudelschönheiten an einschlägigen Wettbewerben.

Kate Moss könnte kaum blasierter vom Laufsteg herunterschauen als “Black Star Danilo von der Zwergrose” oder “Happyness”. Die beinahe menschlich wirkenden Pudelporträts von Bernhard Moosbauer sind aktuell in Berlin ausgestellt – Ausstellungstitel “Champions”.

Pudel-Schönheitsbewerbe sind eine Welt für sich. Urkunden und Pokale schmücken die Räume ihrer meist weiblichen Besitzer. Diese Wettbewerbe haben jedoch eine lange Tradition. Die klassische Pudelschur hat einen historischen Hintergrund:

» weiterlesen

Babyporträt:
Das Filmstar-Format

Peter Sennhauser, 4. September 2009 um 11.08 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Die Ästhetik der Fotografie orientiert sich gerne auch an andern Medien – hier mit einem Kleinkind-Porträt im 16:9-Breitwandformat.

Kommentar des Fotografen:

Dieses Foto zeigt den nachdenklich, verträumten Blick von Oliver an seinem ersten Geburtstag. Ein erhöhter Standort des Fotografen ist ja normalerweise bei einem Kinderportrait nicht ideal, allerdings empfinde ich es in diesem Fall nicht unbedingt als störend. In meinen Augen macht es das Foto sogar interessanter.

Trotzdem habe ich mit der Wahl des Formates 16:9 diese Tatsache etwas abzumildern versucht. Auch habe ich versucht mit diesem Format an die Grossaufnahmen von Filmstars, wie man Sie von der Kinoleinwand kennt, zu erinnern. Mit der Bearbeitung in Schwarzweiss wollte ich diesen Effekt noch etwas verstärken.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Sven Kellenberger:

Oliver, offenbar des Fotografen Sohn, blickt in diesem Breitformat-Porträt in Schwarz-Weiss von schräg unten nach rechts an der Kamera vorbei. Der verträumte, nachdenkliche Blick des Jungen sticht ins Auge, das Porträt wirkt, wie von Sven beabsichtigt, ein wenig wie das Standbild eines Films.

Grundsätzlich finde ich deine Analyse in fast allen Punkten treffend:

» weiterlesen

HDR-Schwarz-Weissbild:
Regelbrüche und Harmonien

Peter Sennhauser, 19. August 2009 um 11.04 Uhr , 7 Kommentare Kommentare

Regelbrüche sollten – in der Regel – nur vereinzelt als Stilmittel angewandt werden. Die bewusste Kumulation kann aber ebenfalls eine starke Wirkung erzeugen.

Kommentar des Fotografen:

Los Llanos, La Palma, Kanarische Inseln, Nikon D3, Nikor 24mm/2.8 PC-E, Belichtungsreihe mit +-1 EV aus der Hand, HDR mit Photomatix, Filter NIK Silver Efex

Peter Sennhauser meint zum Bild von Topp Dierk:

Am liebsten gucken wir Menschen uns Menschen an, und menschenleere Fotografien, noch dazu solche von einem Ort, der von Menschen gestaltet wurde und von ihnen genutzt wird, wirken häufig kalt, uneinladend und langweilig.

Dieses Bild hingegen vermittelt südliche Hitze, flimmernde Luft und Mittagsruhe und stellt uns mitten in die Szenerie. Dabei basiert es, als Schwarz-Weiss-Aufnahme, fast ausschliesslich auf Flächen und Linien.

» weiterlesen

Spontanes Schwarz-Weiss Porträt:
Tücke des Moments

Sofie Dittmann, 17. August 2009 um 11.03 Uhr , 1 Kommentar Kommentare

Bei ungestellten Porträts wie auch bei Street Photography besteht die Herausforderung darin, mit dem zu arbeiten, was man hat.

Kommentar des Fotografen:

Darf sich auch ein Fotograf einmal verlieben?

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von reinhard schnetzer:

Eine junge Frau, die unbemerkt fotografiert wurde. Der Fotograf als Betrachter, aber zum Teil auch als Voyeur. Die Frage wurde bereits anderswo angeschnitten:

» weiterlesen

Urbex:
Räume für die Vergangenheit

Peter Sennhauser, 12. August 2009 um 12.42 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Urban Exploration, oder Urbex, nennen Insider ihre Leidenschaft für die Fotografie verlassender und zerfallender Gebäude und Einrichtungen. Reginald Van der Velde hat Urbex zu seinem Hobby gemacht.

Gerade wurde Reginald Van der Velde mit dem Amateur-Foto des Monats von den Sony World Photography Awards ausgezeichnet. Sein Bild zeigt die Halle in der stillgelegten Zeche Hugo in Deutschland, wo die Kumpels ihre Kleidung in Kauen, den Kleiderkörben aus Stahl, in die Decke hochzogen. Wie Gerippe hängen die Kauen in Reginalds Bild in dem Gebäude der Zeche. Und es ist nicht das einzige faszinierende Bild des Belgiers, der sich weniger als Fotograf, denn als Betreiber von Urban Exploration.

Das interessante Daran: Reginald sieht sich nicht als Fotograf.

» weiterlesen