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Scherenschnitt:
Selbstporträt vor Sonnenuntergang

Wenn man ein Porträt mit „American Sky“ will, muß man entsprechend vorbereitet sein.

Panasonic DMC-G6 - Lumix 14-42mm F3,5-5,6 - 42mm - ISO 160 - Blende: F/8 - 1/320 - Fokus manuell auf Baumwipfel - (c) Fabian Briese

Panasonic DMC-G6 – Lumix 14-42mm F3,5-5,6 – 42mm – ISO 160 – Blende: F/8 – 1/320 – Fokus manuell auf Baumwipfel – (c) Fabian Briese

Fabian Briese hat uns dieses Foto unter dem Titel „Porträt im Sonnenuntergang“ eingereicht, zu dem er schreibt,

„Mich interessiert die Fotografie schon seit einiger Zeit. Nach zahlreichen Kompaktkameras bin ich ende letzten Jahres auf meine erste „bessere“ Kamera umgestiegen. Nun habe ich zunehmend Spaß am Fotografieren. Die Kamera ist jedenfalls immer mit dabei :-).

Letzte Woche ergab sich so bei uns im Verein (Flugmodellsport) ein sehr interessanter Sonnenuntergang. Da mir der Vordergrund etwas zu leer erschien und mir kurzerhand nichts besser einfiel, habe ich mich mit einem Stativ selbst fotografiert.

Nach einigen Versuchen ist dieses Bild zustande gekommen. Die Aufnahme erfolgte mit manuell gewählter Blende und Belichtungszeit. Ich habe nachträglich am PC den Kontrast mit Gimp noch etwas angehoben.

Über positive sowie negative Kritik würde ich mich sehr freuen.

Außerdem habe ich noch eine Frage: Eigentlich wollte ich den Vordergrund (also mich) gut erkennbar Fotografieren. Dazu habe ich mit dem Blitz herum experimentiert. Leider sind die Aufnahmen alle unbrauchbar geworden. Gibt es eine Möglichkeit dies zu realisieren? Oder würde das Bild dadurch an Aussagekraft verlieren?“

Es ist wichtig, als Anfänger sich durch alle möglichen Aufnahmesituationen zu arbeiten, denn es hilft nicht nur dabei, Deine Kamera kennenzulernen, sondern auch, verschiedene Genres auszuprobieren und letztlich einen eigenen Stil zu entwickeln. Weiterlesen

Ich, Ich und… Ich – Teil 2

[Teil 1]

Warum schlußendlich sich selbst fotografieren?

Self #41

(c) Sofie Dittmann

1. Das immer verfügbare, vertraute Motiv

Frida Kahlo soll gesagt haben, sie male sich selbst, weil sie oft allein und das Sujet sei, das sie am besten kenne. Wenn man also niemanden anderen porträtieren kann, oder ansonsten nicht die Möglichkeit hat, nach anderen Themen zu suchen – das eigene Porträt als Fotoprojekt ist immer vorhanden. Man muß keine Kleinkinder zum in die Kamera Schauen motivieren, oder (noch schlimmer), sie zum Lächeln bringen. Man muß sich nicht nach dem Terminplan anderer richten. Und vor allem, man muß sich nicht auf sein Modell einstellen – denn schließlich kennt man sich ja seit Jahren und schaut sich jeden Tag im Spiegel an. Weiterlesen

Ich, Ich und… Ich – Teil 1

Über reine Selfie-Schnappschüsse hinaus – das Selbstporträt oder: Macht die Selfie-Generation die Kunstform des Selbstporträts überflüssig?

Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann 2009

Eines der ersten Bilder, die ich auf fokussiert besprochen habe, war ein Selbstporträt unseres Lesers Thomas Wenskat. Mir hat der Stil der Aufnahme so gut gefallen, daß ich es selbst versucht habe, und herausgekommen ist eines der besten Fotos, die von mir bis heute existieren (siehe rechts). Von da an hatte ich meine Ablehnung gegenüber Selbstporträts überwunden.

Seitdem Menschen ihr Spiegelbild entdeckt haben und anfingen, Kunst zu erschaffen, gibt es Selbstbildnisse. Einige Künstler, man denke hier etwa an Frida Kahlo, haben das Abbild des Ich so perfektioniert, daß sie zum Inbegriff desselben geworden sind. Und auch für Fotografen sind Selbstporträts eine der besten Übungen, denn man schult nicht nur sein Auge, sondern tritt sich selbst auch auf eine Weise gegenüber, die man sonst zu vermeiden sucht. Für viele Leute, die ich kenne (mich selbst eingeschlossen), ist ein guter Grund, HINTER der Kamera zu sein (abgesehen davon, daß man passioniert fotografiert), daß sie nicht gerne fotografiert werden. Weiterlesen

Imogen Cunningham:
Immer Fotografin

Vor über hundert Jahren sorgte die Studentin Imogen Cunningham für einen Skandal: Sie hatte sich selbst fotografiert, nackt liegend auf einer Wiese vor ihrer Uni.

Magnolienblüte, 1925 © Imogen Cunningham TrustGerade so unerschrocken, neugierig und offen für Experimente zeigte sich die Amerikanerin während ihrer ganzen, über siebzigjährigen Karriere. Sie blieb bis ins hohe Alter immer Fotografin.

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Lee Friedlander – Surrealistischer Meister Fotografischer „Fehler“

Anfangs wurde Fotografie als Medium dafür gepriesen, daß Fotos anders als Malerei Realität festhielten und daher einen bestimmten sozialen Nutzen hätten. Diese Prämisse wird von modernen Fotografen wie Lee Friedlander ad absurdum geführt, denn viele seiner Fotos sind von fragwürdiger sozialer Nützlichkeit, halten aber gleichzeitig die Realität vieler auf brutal offene, trotzdem aber subtil-kreative Weise fest. Seine Kamera sieht die Welt, wie wir sie sehen – bannt aber auch Aspekte auf Film, die wir gerne nicht sehen würden.

Lee Friedlander (nicht zu verwechseln mit dem Regisseur gleichen Namens) ist einer der bekanntesten kontemporären Fotografen der USA. Geboren 1934 begann sich Friedlander mit 14 Jahren für Fotografie zu interessieren. Weiterlesen

Konzeptfoto:
Kugelbilder

Konzeptfotografie mit Utensilien: Zum Beispiel mit einer spiegelnden Kugel. Aber auch gute Ideen verlangen Sorgfalt in der Umsetzung.

[textad]Leserfoto: Klick für Vollansicht (© René Scheer).

Kommentar des Fotografen:

„Kugel in der Kneipe oder Kneipe in der Kugel“ ist im Rahmen in einer Reihe von weiteren Kugelbildern entstanden. Die Idee ist, meine Umwelt und das hinter mir mit einzufangen. Dafür sollte es eine einfach Kugel sein (etwa 3€ im Dekoladen) und die Bilder nur dort entstehen wo ich sowieso bin (Arbeit, Zuhause oder eben Kneipe) – also meine kleine Welt. (Kamera Eos 1000D)

Peter Sennhauser meint zum Bild von René Scheer:

Eine spiegelnde Goldkugel liegt auf einem Kneipentresen. Der Fokus liegt auf dem Raum in der Spiegelung der Kugel; hinter ihr ist in der Unschärfe noch etwas zu erkennen, was ein leeres Bierglas sein könnte. Der eigentliche Bildinhalt aber steckt in der Kugel, in der fischaugenmässig gekrümmten Wiedergabe des Raums, einer Kneipe. Hier sind rechts ein volles Bierglas, links ein Gast am Tresen und in der Mitte der Fotograf mitsamt Kamera zu erkennen.

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Verstörendes Selbstporträt:
Verständlichkeit ist keine Nebensache

Um ein Foto verständlich zu machen, braucht es wenigstens ein gewisses Maß an Klarheit und Stimmigkeit.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Adriana Navalesi).

Kommentar der Fotografin:

Selbstporträt

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Adriana Navalesi:

Aus einer weich beleuchteten, verträumt pastellfarbigen Atmosphäre starrt eine junge Frau heraus – direkt in die Kamera und scharf in die Augen des Betrachters.

[textad]Ihre Arme sind schützend vor ihrem bloßen Oberkörper verschränkt, ihr Gesichtsausdruck ist mehrdeutig.

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Selbstporträt:
Das Fenster als Softbox

Eine ruhige Morgenstimmung fängt man am besten mit natürlichem Licht ein. Wer – wie hier – weiße Vorhänge vor das Fenster zieht, erhält als Bonus gleich einen unbezahlbaren Softbox-Effekt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Steffen Jörg).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild mag ich sehr, weil es so geworden ist, wie ich es mir vorher vorgestellt habe. Das ist leider bisher nur selten der Fall. Ich mag besonders die Lichtstimmung – obwohl ich mir genau bei dieser auch wieder unsicher bin, ob sie dem Bild „gut tut“. Das Bild wurde an einem Sonntag Morgen mit meiner alten Seagull aufgenommen. ISO war 100 und Belichtungszeit ca. 1/30; Blende 8. Bin mir aber bei den Parametern nicht mehr sicher. Es handelt sich quasi um ein Selbstportrait und wurde per Selbstauslöser gemacht. Wie gesagt, bin ich mir über die Farbe des Lichts noch unsicher. Obwohl Sie der Realität sehr nahe kommt. Außerdem stört mich selbst, dass der Vorhang ein Trapez formt und nicht gerade fällt. Ich fotografiere noch nicht sehr lange und würde mich gerne verbessern.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Steffen Jörg:

Der Trick ist einfach, aber sehr effektiv. Man nehme ein sonnenbeleuchtetes Fenster, ziehe weiße Vorhänge davor und – schwupps – ergibt das einen samtweichen Softbox-Effekt. Den hast Du bei diesem Selbstportrait genutzt.

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Selbstporträt mit Taschenlampe:
Das Auge im Color-Key

Porträts sollten die Augen einer Person in Szene setzen. Eine Reduktion auf das Auge allein allerdings bedarf spezieller Mittel.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Timo K.).

Kommentar des Fotografen:

Entstanden ist das Bild vor dem heimischen Badezimmerspiegel beim Versuch, das Auge als möglichst aussagestarkes Element darzustellen. Als Lichtquelle diente eine LED-Taschenlampe.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Timo K.:

Der Fotograf hat hier nicht nur mit Licht experimentiert, sondern auch mit dem Genre des Selbstporträts. Er wollte sein Auge als möglichst aussagestarkes Element darstellen, und hat dazu sein Gesicht von rechts mit einer LED Taschenlampe beleuchtet.

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Selbstporträt als Diptychon

Das vorliegende Selbstporträt ist innovativ, humorvoll und regt zum Nachdenken an, hat aber ein paar technische Mängel. Diese sind allerdings leicht zu korrigieren.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Adriana Navalesi).

Kommentar der Fotografin:

Selbstbildnis

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Adriana Navalesi:

Auch wenn Selbstporträts an sich schwierig zu fotografieren sind, gewinnen sie doch, wenn sie nachträglich zumindest ein bischen poliert werden. Ich persönlich versuche zwar auch so zu fotografieren, daß hinterher nicht mehr viel zu tun ist. Das heißt aber nicht, daß ich offensichtliche Dinge wie Lichtklekse nicht retouchiere.

Adriana Navalesis Foto ist ein Selbstporträt, präsentiert als Diptychon. Die Fotografin fotografiert grundsätzlich in diesem Modus, und stellt entweder zwei ähnliche Aufnahmen einander gegenüber, so wie im vorliegenden Fall, oder in jüngster Zeit ein Selbstporträt mit einer Landschaft. Die Bilder gehören thematisch zusammen, sie sind als Sequenz, als Paar zu beurteilen.

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