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Farbe in der Schwarzweißfotografie (5/5):
Mehr als Farbentzug

Ein zusammenfassender Blick auf das Thema Farbe in der Schwarzweissfotografie

Die Schwarzweißfotografie wird oftmals am Bildergebnis festgemacht und die Bedeutung der Farben für die Bildentstehung darüber vernachlässigt. das ist fatal, denn die Farben spielen eine grosse Rolle bei der Umwandlung der Fotografien. Und das nicht erst seit der Digitalisierung.

Wir stellten dabei fest, daß vormals – aus heutiger Sicht der sehr einseitigen Fixierung auf die Digitalfotografie fast nicht mehr vorstellbar – eine sehr engagierte Fotografenszene und ein breit aufgestellter Markt existierte, die zu beachtlichen Erkenntnissen und Bildwerken führte.
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Farbe in der Schwarzweißfotografie (4/5):
Der Color-Key-Effekt

Schwarzweiss-Fotografie muss nicht immer ganz ohne Farbe auskommen oder monochrom getont sein. Man kann heute auch einfach ein einziges Objekt in der Komposition mit einer Farbe betonen. Der Effekt heisst Color-Key.

Schwarzweiss Marienkäfer Fotografie Color Key

Unser Marienkäfer mit einer einzigen Farbe in einer Schwarzweiss-Fotografie

Ein anderes Thema ist die Verwendung des sogenannten Color-Key-Effekts, an welchem sich in Betrachtung und Diskussion oftmals die Geister scheiden. Doch soll es hier nicht vornehmlich um Meinungsbildung gehen, sondern um Darstellung der Möglichkeiten:

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Farbe in der Schwarzweißfotografie (3/5):
Die Bedeutung der Farbkanäle

In der Schwarz-Weiss-Fotografie ist die Farbe zwar nicht mehr vorhanden. Aber in der Umwandlung der farbigen Digitalfotografie spielt sie eine wesentliche Rolle.

Abb. 8: Warmtonung mit Luminanzerhaltung

Man kann auch heute noch, und zwar sehr einfach, Tonungen vornehmen an Fotografien, die man in Schwarzweiss umwandelt. Insgesamt ist die Beachtung der Farbkanäle sehr wesentlich bei diesem Vorgang.

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Farbe in der Schwarzweißfotografie (2/5):
Die Geschichte von Sepia

Sepiagetönte Fotografie steht schlichtweg für die meisten von uns für vergangenheit und Historie. Sie hat aber einen eigenen Platz in der Schwarzweiss-Fotografie.

Ist das jetzt Schwarzweiss-Fotografie? Oder einfach alt?

Tatsächlich weisen viele dieser historischern Fotografien (Affiliate-Link) eine braunen Grundton auf. Doch bedeutet Tonung nicht automatisch Sepia – zum einen kamen in der vormaligen Dunkelkammerpraxis eine Vielzahl von Verfahren zum Einsatz und standen entsprechend auch eine Vielzahl von Farbtönen wie Blau, Magenta, Aubergine, Rot, Gelb oder Grün zu Verfügung; zum anderen ging der Zahn der Zeit unerbittlich über diese Aufnahmen hinweg und setzte gerade diejenigen Bilder, die etwas nachlässig ausgearbeitet und nicht mit teilweisem Silberaustausch zur Besserung der Archivfestigkeit behandelt wurden, dem UV-Licht und weiteren Witterungseinflüssen im Sinne eines Vergilbungsprozesses aus. Weiterlesen

Farbe in der Schwarzweißfotografie (1/5):
Das Farben-Paradox

In der Schwarzhweiss-Fotografie ist Farbe keineswegs kein Thema. Sie ist vielmehr sehr bedeutend, gerät aber in den digitalen Workflows leider in den Hintergrund.

Ein Käfer im Farbbild

‚Farbe und Schwarzweißfotografie‘ haben mehr miteinander zu tun, als man in der Betrachtung einen reinen Schwarzweißbildes zunächst vermuten möchte. Weiterlesen

Schärfentiefe-Tutorial (2/4):
Harte und weiche Schärfe

Wie man mit der Blendenöffnung die Schärfentiefe beeinflusst – und worauf es zu achten gilt.

Bild 3: Porträtaufnahme bei 75 mm kleinbildäquivalenter Brennweite und Blende f/2,2 (Maike Frisch;http://www.frisch-fotografie.de/categories/fotografien)

Bild 3: Porträtaufnahme bei 75 mm kleinbildäquivalenter Brennweite und Blende f/2,2 (© Maike Frisch)

Abhängigkeit von der Blendenöffnung
  • Große Blendenöffnung bzw. kleine Blendenzahl: Geringe Schärfentiefe
  • Kleine Blendenöffnung bzw. große Blendenzahl: Große Schärfentiefe

Der Zusammenhang zwischen Blendenöffnung und Schärfentiefe ist auch in heutigen Zeiten von Belichtungsautomatik und Autofokus noch weithin bekannt. Es ist insofern anzunehmen, daß es sich um die bekannteste der verschiedenen Gebundenheiten der Schärfentiefe handelt.

So wird man bei Fotografen auf dem Level engagierter Amateure, die sich um eine bewußte Bildgestaltung bemühen, ein Wissen voraussetzen dürfen, daß eine große Blendenöffnung bzw. kleine Blendenzahl eine geringe Schärfentiefe, eine kleine Blendenöffnung bzw. große Blendenzahl hingegen eine große Schärfentiefe nach sich zieht.

Hier ein kleines Rechenbeispiel, um Euch eine größenordnungsmäßige Vorstellung dieses Zusammenhangs zu geben: bei einer ‚Normalbrennweite‘ von 50 Millimeter am Kleinbildvollformat und einem Objektabstand von 5 Meter erstreckt sich die Schärfentiefe bei einer Blende f/2,8 über den recht schmalen Bereich von 4,29 bis 6,00 Meter, bei einer Blende f/22,0 hingegen über den weitläufigen Bereich von 2,17 Meter bis Unendlich. Weiterlesen

Schärfentiefe-Tutorial (1/4):
«Tiefenschärfe» klingt irgendwie falsch

Die Schärfentiefe ist eines der wichtigen Gestaltungselemente der Fotografie. Der Begriff existiert in zwei Varianten.

Bild 1 {Wikipedia; PiccoloNamek}

Die Schärfentiefe (englisch ‚depth of field‘ bzw. DOF) ist ein zentraler Begriff in der Fotografie. Sie umfaßt (von der Kamera aus gesehen) denjenigen Entfernungsbereich, in dessen Grenzen ein Objekt mit ausreichender Schärfe bzw. noch akzeptabler Unschärfe (ich komme auf diese Begriffe noch zurück) auf dem Film oder Sensor abgebildet werden kann.

Die Steuerung der Schärfentiefe bei der Aufnahme ist somit ein wichtiges Gestaltungsmittel mit merklicher Auswirkung auf das Bildergebnis.

Die Abschätzung der Schärfentiefe gelang in analogen Zeiten mittels manueller Umschaltung von Offen- zur Zielblende, während dies bei der bei heutigen Digitalkameras üblichen, automatischen Springblende mit der Abblendtaste erfolgt. In beiden Fällen ist eine orientierende optische Kontrolle der Schärfentiefe möglich. Weiterlesen

Tutorial Porträtfotografie (4/4):
Psychologie des Gesichts

Warum mögen wir eigentlich Porträts, was heissen sie für uns? Weshalb soll man sich mit Menschen und ihren Gesichtern aufhalten? 

Im geschichtlichen Rückblick hatte ich bereits darauf hingewiesen, daß Porträts mit zu den ersten bildnerischen Schöpfungen des Menschen gehörten – wenn auch in stilisierter Form, was die Funktion des Abgebildeten gegenüber seiner Individualität betonte.

Zugleich klangen in den vorangehenden Abschnitten – etwa bei der Vorstellung der verschiedenen Porträtarten – schon die vom Bild bzw. dem Abgebildeten ausgehenden Wirkungsaspekte (im Sinne von ‚Einzelbuchstaben eines psychologischen Alphabets‘) an. In diesem Abschnitt möchte ich mich noch mit der allgemeinen Frage beschäftigen, was Porträts ‚eigentlich mit uns Betrachtern machen‘ … Weiterlesen

Tutorial Porträtfotografie (3/4):
Licht und Komposition

Die Porträtfotografie hat ihre ganze eigenen Licht-Wissenschaft: Gesichter wollen richtig beleuchtet werden, sonst ändert sich der ganze Ausdruck des Bildes.

4. Fotografische Aspekte

4a. Ausrüstung

Der Brennweitenbereich von kleinbildäquivalenten 50 bis 100 mm hat sich für die Porträtfotografie besonders bewährt.

Je nach Abstand zum Fotografierten ist dabei die erstgenannte Brennweite für die Halbtotale bis zum Hüftporträt, die zweitgenannte für Brust- bis Schulterporträts geeignet. Nur bei extremeren Porträtarten kämen andere Brennweiten in Betracht – etwa ein Weitwinkel unter 50 mm Brennweite für eine Totale oder Supertotale bzw. ein Tele über 100 mm Brennweite für eine Detailaufnahme.

Formatfaktor (Quelle: Wikipedia)Sofern Kameras mit kleineren Sensoren wie 36 mal 24 mm (‚Crop‘) zur Anwendung kommen, muß die am Objektiv abgelesene Brennweite noch mit dem sogenannten Formatfaktor multipliziert werden – bei kleinen Nikon-Kameras entspräche der kleinbildäquivalente Brennweitenbereich von 50 bis 100 mm somit einem abgelesenen Brennweitenbereich von etwa 33 bis 66 mm. Weiterlesen

Tutorial Porträtfotografie (2/4):
Ausschnitt und Perspektive

Porträt ist nicht gleich Porträt: Das Genre ist aufgeteilt in viele Untergenres. das fängt beim Format an und hört bei der Kopfhaltung und den Perpektiven nicht auf.

3. Arten des Porträts

Wer sich mit der Porträtfotografie ernsthaft beschäftigen möchte, ist gewiß nicht schlecht beraten, die Systematik einigermaßen zu kennen, um eine gute Wahl für das anstehende Motiv zu treffen – insofern möchte ich Euch in diesem Abschnitt gerne einen Überblick der Porträtarten vermitteln.

3a. Unterteilung nach dem Format

Bereits der Wahl des Aufnahmeformats kommt eine große Bedeutung zu.

So macht es einen beträchtlichen Unterschied, ob wir den aus größerer Entfernung im Sinne eines ‚long shots‘ bzw. Umgebungsporträts Aufgenommen ins Querformat setzen und insofern auch die Umgebung zitieren, oder ob wir andersherum den aus geringer Distanz im Sinne eines ‚close ups‘ bzw. Nahporträts Abgebildeten in das Hochformat setzen, seine Umgebung in Unschärfe fallen lassen und ihn so isolieren.

Es lohnt sich also, bei den Überlegungen zur Bildgestaltung auch diesen Aspekt mit einzubeziehen. Weiterlesen