Beiträge

Schärfentiefe-Tutorial (2/4):
Harte und weiche Schärfe

Wie man mit der Blendenöffnung die Schärfentiefe beeinflusst – und worauf es zu achten gilt.

Bild 3: Porträtaufnahme bei 75 mm kleinbildäquivalenter Brennweite und Blende f/2,2 (Maike Frisch;http://www.frisch-fotografie.de/categories/fotografien)

Bild 3: Porträtaufnahme bei 75 mm kleinbildäquivalenter Brennweite und Blende f/2,2 (© Maike Frisch)

Abhängigkeit von der Blendenöffnung
  • Große Blendenöffnung bzw. kleine Blendenzahl: Geringe Schärfentiefe
  • Kleine Blendenöffnung bzw. große Blendenzahl: Große Schärfentiefe

Der Zusammenhang zwischen Blendenöffnung und Schärfentiefe ist auch in heutigen Zeiten von Belichtungsautomatik und Autofokus noch weithin bekannt. Es ist insofern anzunehmen, daß es sich um die bekannteste der verschiedenen Gebundenheiten der Schärfentiefe handelt.

So wird man bei Fotografen auf dem Level engagierter Amateure, die sich um eine bewußte Bildgestaltung bemühen, ein Wissen voraussetzen dürfen, daß eine große Blendenöffnung bzw. kleine Blendenzahl eine geringe Schärfentiefe, eine kleine Blendenöffnung bzw. große Blendenzahl hingegen eine große Schärfentiefe nach sich zieht.

Hier ein kleines Rechenbeispiel, um Euch eine größenordnungsmäßige Vorstellung dieses Zusammenhangs zu geben: bei einer ‚Normalbrennweite‘ von 50 Millimeter am Kleinbildvollformat und einem Objektabstand von 5 Meter erstreckt sich die Schärfentiefe bei einer Blende f/2,8 über den recht schmalen Bereich von 4,29 bis 6,00 Meter, bei einer Blende f/22,0 hingegen über den weitläufigen Bereich von 2,17 Meter bis Unendlich. Weiterlesen

Schärfentiefe-Tutorial (1/4):
«Tiefenschärfe» klingt irgendwie falsch

Die Schärfentiefe ist eines der wichtigen Gestaltungselemente der Fotografie. Der Begriff existiert in zwei Varianten.

Bild 1 {Wikipedia; PiccoloNamek}

Die Schärfentiefe (englisch ‚depth of field‘ bzw. DOF) ist ein zentraler Begriff in der Fotografie. Sie umfaßt (von der Kamera aus gesehen) denjenigen Entfernungsbereich, in dessen Grenzen ein Objekt mit ausreichender Schärfe bzw. noch akzeptabler Unschärfe (ich komme auf diese Begriffe noch zurück) auf dem Film oder Sensor abgebildet werden kann.

Die Steuerung der Schärfentiefe bei der Aufnahme ist somit ein wichtiges Gestaltungsmittel mit merklicher Auswirkung auf das Bildergebnis.

Die Abschätzung der Schärfentiefe gelang in analogen Zeiten mittels manueller Umschaltung von Offen- zur Zielblende, während dies bei der bei heutigen Digitalkameras üblichen, automatischen Springblende mit der Abblendtaste erfolgt. In beiden Fällen ist eine orientierende optische Kontrolle der Schärfentiefe möglich. Weiterlesen

Tutorial Porträtfotografie (4/4):
Psychologie des Gesichts

Warum mögen wir eigentlich Porträts, was heissen sie für uns? Weshalb soll man sich mit Menschen und ihren Gesichtern aufhalten? 

Im geschichtlichen Rückblick hatte ich bereits darauf hingewiesen, daß Porträts mit zu den ersten bildnerischen Schöpfungen des Menschen gehörten – wenn auch in stilisierter Form, was die Funktion des Abgebildeten gegenüber seiner Individualität betonte.

Zugleich klangen in den vorangehenden Abschnitten – etwa bei der Vorstellung der verschiedenen Porträtarten – schon die vom Bild bzw. dem Abgebildeten ausgehenden Wirkungsaspekte (im Sinne von ‚Einzelbuchstaben eines psychologischen Alphabets‘) an. In diesem Abschnitt möchte ich mich noch mit der allgemeinen Frage beschäftigen, was Porträts ‚eigentlich mit uns Betrachtern machen‘ … Weiterlesen

Tutorial Porträtfotografie (3/4):
Licht und Komposition

Die Porträtfotografie hat ihre ganze eigenen Licht-Wissenschaft: Gesichter wollen richtig beleuchtet werden, sonst ändert sich der ganze Ausdruck des Bildes.

4. Fotografische Aspekte

4a. Ausrüstung

Der Brennweitenbereich von kleinbildäquivalenten 50 bis 100 mm hat sich für die Porträtfotografie besonders bewährt.

Je nach Abstand zum Fotografierten ist dabei die erstgenannte Brennweite für die Halbtotale bis zum Hüftporträt, die zweitgenannte für Brust- bis Schulterporträts geeignet. Nur bei extremeren Porträtarten kämen andere Brennweiten in Betracht – etwa ein Weitwinkel unter 50 mm Brennweite für eine Totale oder Supertotale bzw. ein Tele über 100 mm Brennweite für eine Detailaufnahme.

Formatfaktor (Quelle: Wikipedia)Sofern Kameras mit kleineren Sensoren wie 36 mal 24 mm (‚Crop‘) zur Anwendung kommen, muß die am Objektiv abgelesene Brennweite noch mit dem sogenannten Formatfaktor multipliziert werden – bei kleinen Nikon-Kameras entspräche der kleinbildäquivalente Brennweitenbereich von 50 bis 100 mm somit einem abgelesenen Brennweitenbereich von etwa 33 bis 66 mm. Weiterlesen

Tutorial Porträtfotografie (2/4):
Ausschnitt und Perspektive

Porträt ist nicht gleich Porträt: Das Genre ist aufgeteilt in viele Untergenres. das fängt beim Format an und hört bei der Kopfhaltung und den Perpektiven nicht auf.

3. Arten des Porträts

Wer sich mit der Porträtfotografie ernsthaft beschäftigen möchte, ist gewiß nicht schlecht beraten, die Systematik einigermaßen zu kennen, um eine gute Wahl für das anstehende Motiv zu treffen – insofern möchte ich Euch in diesem Abschnitt gerne einen Überblick der Porträtarten vermitteln.

3a. Unterteilung nach dem Format

Bereits der Wahl des Aufnahmeformats kommt eine große Bedeutung zu.

So macht es einen beträchtlichen Unterschied, ob wir den aus größerer Entfernung im Sinne eines ‚long shots‘ bzw. Umgebungsporträts Aufgenommen ins Querformat setzen und insofern auch die Umgebung zitieren, oder ob wir andersherum den aus geringer Distanz im Sinne eines ‚close ups‘ bzw. Nahporträts Abgebildeten in das Hochformat setzen, seine Umgebung in Unschärfe fallen lassen und ihn so isolieren.

Es lohnt sich also, bei den Überlegungen zur Bildgestaltung auch diesen Aspekt mit einzubeziehen. Weiterlesen

Tutorial Porträtfotografie (1/4):
Das beseelte Gegenüber

Vierteiliges Tutorial zur Porträtfotografie – Geschichte, Bedeutung, Umsetzung. Dieser Teil beleuchtet die Geschichte.

Porträt 'Verloren in Gedanken' (Quelle: Maike Frisch)Wir hatten in letzter Zeit einige bemerkenswerte Porträtarbeiten unserer Leser (wie etwa die nebenstehende) in den Bildbesprechungen vorgestellt.

So möchte ich die in den Diskussionen aufgetauchten Fragen gerne zum Anlaß nehmen, Euch einen systematischen Überblick zu diesem spannenden fotografischen Genre zu geben.

2. Geschichtliches

Im Grundsatz läßt sich ein Porträt zunächst als das Abbild eines ‚beseelten Gegenübers‘ definieren. Dies sind zumeist Menschen, aber auch Tiere können porträtiert werden. Die detaillierte Darstellung von Pflanzen oder unbelebten Objekten wird demgegenüber als Stilleben charakterisiert. Weiterlesen

Neue Kategorie:
Fotografen im Fokus

Die Lieblingsfotografen der fokussiert Redaktion


Von August Sander bis Tim Walker haben wir sie zusammengetragen und bereits damit begonnen zu notieren, weshalb welcher Fotograf oder welche Fotografin uns besonders inspiriert und wessen Bilder vielleicht sogar in unserem Büro hängen.

Zu meinen Favoriten gehört beispielsweise David LaChapelle, der in seinen schrillen Bildern neue Welten erschafft in denen er Fabelwesen zum Leben erweckt oder besser: die grossen Stars zu Fabelwesen macht. so entstehen bunte Fotografien, die bisweilen wie surrealistische Kunstwerke anmuten.

Auch David LaChapelle wird also in unserer neuen Rubrik nicht fehlen. Den Anfang wird nächste Woche aber unsere Autorin Sofie Dittmann machen wenn sie uns erzählt, welche Fotobücher bei ihr im Regal stehen.

Welches sind eure Lieblingsfotografen, welche wir in dieser Serie auf keinen Fall vergessen dürfen?

Floris Neusüss:
Traumbilder

Seit den späten Fünfzigern experimentierte Floris Neusüss damit, statt fotografischer Abbilder Traumbilder herzustellen. Also lange vor den Möglichkeiten der digitalen Ära.

Floris Neusüss, Wurzelgesicht, Akademiegarten, München 1959

Bekannt ist Floris Neusüss vor allem mit seinen lebensgroßen Fotogrammen. Die Akt-Fotogramme wurden als „Nudogramme“ bezeichnet und vielfach ausgestellt, die „Traumbilder“ bisher nur selten.

Weiterlesen