4 zufällige Bildkritiken zum Thema Sonnenaufgang:
Alle 12 Artikel zum Thema Sonnenaufgang auf fokussiert.com:
Nachbearbeitung ist die Pflicht des Fotografen – aber man kann es sehr leicht übertreiben.
Kommentar des Fotografen:
Das südfranzösische Var-Tal bei Entrevaux kurz vor Sonnenaufgang. HDR Aufnahme. Unten der Var, links die mittelalterliche Stadt Entrevaux mit der Vauban Festung im Nebel (Bergfried ist noch als Fleck erkennbar). Die Granitplatten des Friedhofs (Bildmitte) reflektieren etwas stark den Himmel, geben aber auch den Kontrast wieder. Kommt die Stimmung an dem Morgen auch für jemand rüber der das Foto sieht und nicht wie der Fotograf auch das Original in Erinnerung hat?
Peter Sennhauser meint zum Bild von Jan Schlueter:
Ein Bergtal im Morgenneble. Diese Farbaufnahme zeigt unten links ein an der steilen Felswand klebendes Dorf, darüber Nebelschwaden, die über den Bergkamm ins Tal ziehen. In der Bildmitte öffnet sich das Tal in die Tiefe, im Hintergrund ist der in der Morgenstimmung verfärbte Himmel Schwefelgelb. Der Fluss im Talboden mäandriert spiegelnd durch das Bild, einige Zypressen im Bildzentrum heben sich vom recht dunklen Motiv schwarz ab.
Diese Fotografie zieht den Betrachter mit räumlicher Tiefe an, aber der erste Blickfang ist zweifellos der knallbunte Himmel am Horizont. Nach dem Einstieg in das Bild gibt es viel zu entdecken, auch wenn es in dem, was wie späte, aber etwas unterbelichtete Morgendämmerung wirkt, recht versteckt ist. Das Dorf links unten, die Strasse rechts in der Bildmitte und die Zypressen, der Fluss im Tal, die Nebelschwaden – es passiert einiges in dieser Aufnahme, das anzuschauen sich lohnt und das insgesamt sehr wirksam eine Morgenstimmung wie nach einem Sturm vermittelt.
Die Komposition funktioniert also recht gut, auch wenn sie etwas mittig ist:
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Die einfachsten Eindrücke von Licht wirken in der Fotografie, wenn sie sichtbar gemacht werden, nicht selten grandios.
Kommentar des Fotografen:
Ich war auf dem Rückweg vom Sonnenaufgang fotografieren in Venedig. Ich machte einen Blick zurück – und gerade dieses Licht, die Stimmung haben mich so fasziniert. Was meint Ihr Profis zu meinem Bild?
Peter Sennhauser meint zum Bild von Claudia Portmann-Caminada:
Ein stuckverziertes Gebäude, respektive Teile seiner Fassade, ragen in diesem farbigen Hochkantbild links auf und füllen den oberen Teil des Formats; darunter und im rechten Bilddrittel sind die glatten Steinplatten des Markusplatzes (oder was ich dafür halte) zu erkennen, dahinter die Lagune von Venedig. Zwischen den Kolumnen des Säulengangs am Boden des Gebäudes gleisst das Licht der kurz nach dem Sonnenaufgang noch sehr flach stehenden Sonne hindurch.
Es ist ein simples, aber gar nicht so einfach umzusetzendes Rezept: Fotografie ist die Malerei mit Licht, die Sonne ist die beste Lichtquelle, und wenn man Schatten und Licht richtig betrachtet, erstaunen einem die Wechselwirkungen der beiden immer wieder aufs Neue.
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Wenn man die Zeit hat, mehrere Aufnahmen von einem Motiv zu machen, sollte man diese so kombinieren, daß ein besseres Gesamtbild entsteht.
Kommentar des Fotografen:
Über den Dächern von Kaiserslautern war eins meiner ersten Bilder, die ich gemacht habe als ich begann, mich intensiver mit Fotografie zu beschäftigen. Mich beeindruckt Immer noch das Farbenspiel und wie vielfältig doch unterschiedliche Farbtemperaturen im Stadtbild wirken können. Durch die lange Belichtung wirkt es unwirklich bunt dafür, dass es nachts ist…. Desweiteren verbinde ich mit diesem Bild eine schöne Kletterpartie auf ein leerstehenden Karstadt. Ein paar Flaschen Bier und einen wunderschönen Sonnenaufgang.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von simon frech:
Nachtaufnahmen gehören zu den großen Herausforderungen an einen Fotografen. Die Kamera muß manuell bedient werden, um das noch vorhandene Licht voll auszunutzen, und vielfach muß man durch Versuch und Versagen herausfinden, wo die ideale Blende und Belichtung etc. liegen.
Ich kann mir so richtig vorstellen, wie Du da auf dem Dach gesessen bist mit Deinem Bier:
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Ein tolles Souvenirfoto hat meistens einen persönlichen Wert. Damit darf das Bild alle Regeln brechen und muss keine weiteren Ansprüche erfüllen.
Kommentar des Fotografen:
Hier ein Bild aus meinem Urlaub in Neuseeland ein Sonnenaufgang auf der Südinsel. gesprungen von Stein zu Stein die Steine sind die so genannten Moeraki Boulders ein coole Erinnerung
Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Ralf Brzuska:
Ein Sonnenaufgang an einem Meeresstrand. Im Vordergrund sind eine Reihe grosser runder Gesteinskugeln zu sehen, dahinter geht die Sonne genau in der Bildmitte unter. Vorne rechts ist die Silhouette eines Menschen zu sehen, der mit gestreckten Armen von einem der Steinbrocken auf den nächsten zu springen scheint.
In der Tat, das ist sicher ein sehr bleibendes und wirksames Souvenir von einem Sonnenaufgang an einem bemerkenswerten Strand. Als solches hat es für Dich zweifellos auch einen ganz besonderen Wert.
Aber andern erschliesst sich dieser nicht:
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Braucht eine Landschaftsfotografie eine umwerfende Landschaft? Nicht unbedingt. Umwerfendes Licht kann genügen – wenn ein paar andere Faktoren stimmen.
Kommentar des Fotografen:
Aufgenommen mit einer Canon EOS 1000D bei 51 mm, 1/320 sec. und f/13 bei ISO200. Dieses Foto entstand am frühen Morgen, etwa 7 Uhr. An diesem Morgen war es sehr neblig, wie man im Hintergrund sehen kann. Das Licht brach sich wunderbar im Nebel, sodass ich die Pflanzen im Vordergrund mit der aufgehenden Sonne im Hintergrund einfach festhalten musste. Durch den Nebel wird der Kontrast zwischen den einzelnen „Waldschichten“ noch einmal hervorgehoben.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Katharina Franz:
Einige relativ karge Pflanzen stehen in diesem fast monochromen Sonnenaufgangs-Bild gegen das Licht als Silhouetten vor einer Waldlandschaft. Unmittelbar hinter den im Vordergrund in den Fokus gerückten Stauden erstreckt sich eine Weide im Nebel zu einem Waldrand, der ebenfalls rechtwinklig zur Fotografieebene in zwei Schichtungen die aufgehende Sonne im Nebel verdeckt.
Don Smith, einer meiner Landschafts-Fotografielehrer, hat in einem Blogpost vor einiger Zeit festgehalten, dass ein guter Landschaftsfotograf nicht in jeder Szenerie sofort ein Motiv erkennen muss:
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Eine gute Komposition ist ein wesentliches Gestaltungsmerkmal einer Landschaftsfotografie – aber die abgelichtete Landschaft bleibt dabei das Motiv.
Kommentar des Fotografen:
Die Aufnahme entstand am westmecklenburgen Abschnitt der Elbe, früh am Morgen und in der Hoffnung das Licht des Sonnenaufgangs einzufangen, welches das gegenüberliegende Ufer gerade erreicht hat.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Ezio Gutzemberg:
Ein kaum fliessender Arm eines Flusses ist in dieser Farbfotografie zu sehen, die im direkten Vordergrund rund ein Drittel des nahen Ufers, im Mittelgrund die Wasserfläche mit einer leichten Spiegelung des Morgenhimmels und im oberen Bildteil links und rechts die fernen Uferstrecken zeigt, davon das am rechten Bildrand in die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne getaucht.
Dein Ziel, das Ufer der Elbe im ersten Sonnenlicht zu fotografieren, hast Du jedenfalls erreicht. Die Frage ist, ob daraus ein gutes Bild geworden ist:
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Nebelmorgen mit Sonnenstrahlen – traumhafte Motive für Frühaufsteher. Lohnende Aufnahmen für den letzten Schliff.
Kommentar des Fotografen:
Allerheiligen in der Südsteiermark. Ein nebeliger Morgen. Die Sonne bahnt sich den Weg durch den Nebel und zaubert eine wunderschöne Stimmung in die Landschaft. Im Wohnmobil unten schlafen noch alle – die Zeit sollte man anhalten können…
Peter Sennhauser meint zum Bild von Andreas Wenter:
Eine Hügellandschaft mit Weinbergen und Flurkreuz im Vordergrund, Nebelschwaden, die in der Bildmitte zwischen den Hügeln durchwabern, und darüber Hügelspitzen mit schwarzen Pappeln, die vor dem fernen Nebelmeer in den Himmel aufragen. In der Bildmitte zwischen Vorder- und Hintergrund ist im Nebel ein Bauernhaus erkennbar und davor, wenn man genau hinschaut, ein Wohnmobil. Es ist früher morgen, das Licht der seitwärts eindringenden Sonne ist golden.
Ich bin fasziniert von dieser Aufnahme.
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Ein typisches Urlaubsbild: Für die Fotografin ein wunderbarer Moment, für die Betrachter ein lauer Sonnenaufgang mehr. Kann man das ändern?
Kommentar der Fotografin:
Am Morgen in Mallorca
Peter Sennhauser meint zum Bild von Melanie Steiner:
Es gibt wohl kaum ein typischeres Urlaubsbild als der Sonnenauf- oder Untergang am Meer, mit Wolken am Himmel, Spiegelung im Wasser und wenig, das uns im Bild festhält.
Und das, obwohl hier einiges passiert: Die Sonnenstrahlen schiessen über den Wolken durch den Himmel, die Sonne selber ist halb verdeckt von den Wolken, unten links ist ein Fischerboot und gradeaus in der Bucht etwas anderes, vielleicht ein Schwimmer, im Wasser zu sehen.
Aber Bilder wie dieses haben wir alle zu oft gesehen, meist wissen wir sogar, was die Fotografin ablichten wollte und leiden ein wenig mit ihr, weil auf dem Papierabzug einfach nicht ein Hauch der Stimmung aufkommen will, wie sie an diesem Morgen herrschte. Und meistens sagen wir jetzt irgendwas wie “ja, diese herrliche Morgenstimmung!” und versuchen vom Bild abzulenken, um nichts über die Fotografie selber sagen zu müssen:
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Vor und nach Sonnenauf- oder Untergang findet ein Spektakel von Farben, Formen und Licht statt, das oder gerade einfachen Bildern viel Emotionalität verleiht.
Kommentar des Fotografen:
Früh morgens ging es zum Gipfel des Kellerjochs. Die Sicht war nicht gerade berauschend, jedoch wirkt dies -meiner Meinung nach – sehr gut auf die aufgehende Sonne. Man sieht dadurch die Sonne sehr gut und man meint, sie gehe zwischen den Bergen auf.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Torsten Muehlbacher:
Die Sonne geht auf und scheint durch den Dunst über den Bergen nur knapp und grellrot hindurch. Die Gipfel der Alpen um den Fotografen herum erscheinen als blosse Schemen in verschiedenen Blau- oder Grautönen, wobei sich die Kanten zum jeweils ferneren Berghang durch leichten weissen Dunsthauch abgrenzen. Der Himmel über der Sonne erstrahlt in einem knalligen Verlauf von Rot zu einem von Federwolken durchzogenen Gold.
Ich finde nicht, dass die Sicht nicht berauschend war, als Du diese Aufnahme gemacht hast – im Gegenteil:
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Gegenlicht-Bilder mit hohem Kontrast können Bilder zu Tage fördern, die anders gar nicht zu sehen wären.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild ist während des Sonnenaufgangs im Sept. 2007 auf Rügen am Thiessower Strand gemacht worden, es ist ein Fischerboot, das zu Fang ausfährt. Bearbeitung in Photoshop mittels Tonwert- und Gradationskurve. Die Stimmung des Lichts und der Morgendunst haben im Wesentlichen zu dem Ergebnis beigetragen.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Günter Kutschke:
Was hier die Blicke anzieht, ist ohne Zweifel der Morgennebel vor dem Leuchtturm in der Ferne, der sich in der Luft über dem Wasser spiegelt und zu der keulenförmigen Erscheinung über dem Horizont führt.
Das einfache Bild hat aber weit mehr zu bieten:
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