Beiträge

Stadtlandschaft:
Das Lichter-Meer

Viel Himmel und eine symmetrische Bildaufteilung ist meistens ein Versehen – oder eine Gewohnheit. Hier allerdings ist es ein verstärkendes Element der Stadtlandschaft.

Urban Scape. Los Angeles bei Nacht. © Roman Becker

Urban Scape. Los Angeles bei Nacht. © Roman Becker

Roman Becker aus Oerlinghausen schreibt zu diesem Bild: Los Angeles bei Nacht. Ein Landschaft voller künstlicher Lichter so weit das Auge reicht.

Ein Wimmelbild aus der Klasse  „Urban Scape“: Es zählt der Gesamteindruck, aber eigentlich könnte man es auch als Gigapixel-Fotografie in sehr gross an die Wand hängen, und es gäbe viel zu entdecken.

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Bewegungsunschärfe:
Flirrendes Großstadtleben

Urbane Motive und Bewegungsunschärfe passen gut zusammen.

Rush Hour Bewegungsunschärfe in einem Stadtbild

Rush Hour: Bewegungsunscharfe Stadtszene © Wolfgang Everding

Unser Leser Wolfgang Everding aus Bremen hat uns das obige Bild unter dem Titel „rush hour” in der Kategorie ‚Street/Strasse‘ zur Besprechung eingereicht. Er schreibt dazu:

„Situation vor einer U_Bahnstation in Peking. Ich wollte die Bewegung der Menschen aufnehmen und habe beim Gehen mit langer Belichtunszeit mehrmals abgedrückt. Dieses Foto finde ich ist mir gut gelungen.”

Zu Ausrüstung und Aufnahmedaten liegen keine Informationen vor.

Betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente. Weiterlesen

Streetfotografie:
Geschichten in einem Bild

Kein eindeutiges Motiv, sondern eine Szenerie: Bisweilen sind auf den ersten Blick daneben liegende Bilder die tollsten Storyteller. Dieses hier heisst «Strassenbahn» – und wirkt auch so.

straenbahn

Anika Tauwel aus Köln schreibt zu diesem Bild: Ich habe bisher noch keine sonderlich herausragende Kamera ( Panasonic DMC-TZ8), da ich gerade erst anfange, mich im Fotografieren auszuprobieren. Aus diesem Grund freue ich mich über jede Art von Anregungen.

Die erste Anregung: Verfall nicht dem Ausrüstungs-Sammel-Syndrom (ASS – okay, englisch GAS, nicht viel besser… ) , zumal Du hier grade beweist, dass man keine teure Wahnsinnskamera braucht, um faszinierende Bilder zu machen. Und jetzt der Reihe nach: Weiterlesen

Stadtlandschaft:
Das kalte Paradies

Je mehr gleichförmige Flächen ein Motiv aufweist, desto bedeutender wird eine bewusste Bildaufteilung.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Denis Gerlach).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild ist während eines Urlaubs in St. Petersburg entstanden. Das „Paradise Café“ steht an einer tristen, von Plattenbauten gesäumten Standpromenade am Golf von Finnland. Die Temperaturen waren sehr niedrig, ein kalter Wind wehte.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Denis Gerlach:

Ein Flacher Pavillon mit Wellblechdach und Fensterfront voller Vorhänge steht auf einem Parkplatz. Das in kyrillischer und lateinischer Schrift als «Café Paradise» angeschriebene Gebäude in der horizontalen Bildmitte wirkt trotz des modernen Werbebanners heruntergekommen; der leere, von Frost bedeckte Parkplatz zwischen dem Fotografenstandort und dem Kaffee und der triste, graue Himmel dahinter sorgen für eine Stimmung der Einsamkeit und Kälte.

Die einfachsten Bilder sind oft die besten.

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Vivian Maier:
Fotografieren war ihre Passion

Sie arbeitete als Kindermädchen und Fotografieren war ihre Passion – Vivian Maier. Nach ihrem Tod erst wurden ihre Negative entdeckt.

Vivian Maier - aus: A Life uncovered

100’000 Aufnahmen hat Vivian Maier hinterlassen, teils noch nicht einmal entwickelt. Entdeckt wurden sie in vielen Kisten – bei einer Zwangsversteigerung.

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Architektur:
Licht und Bauten

Altstädte sind für Fotografen ein bisschen wie Wald: In allen Lichtsituationen schwierig zu fotografieren. Umso mehr fallen gute Fotos auf.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Frieder Haenisch).

Kommentar des Fotografen:

Blick auf die Frauenkirche in Dresden, aus Richtung Fürstenzug. Aufgenommen im Winter – meine Finger sind immernoch kalt!

Peter Sennhauser meint zum Bild von Frieder Haenisch:

Der Dom einer Kirche ist in diesem Farbbild im Hintergrund durch den Spalt in verwinkelten Gassen mit neoklassizistischen Bauten in der linken Bildhälfte, die von der untergehenden Sonne beleuchtet werden, und Barockfassaden in der rechten Bildhälfte zu sehen.

Wer sich schon mal in Stadtlandschaften versucht hat, wird sofort erkennen, welche Kombination an Qualitäten in diesem Bild steckt:

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Strassenszene:
Versteckte grafische Schätze

Stadtlandschaften bieten viele versteckte Schätze: Fassadenausschnitte, Winkel und Kontraste – oder auch mal bunter Müll auf einer Litfasssäule.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Nils Waldow).

Kommentar des Fotografen:

Haben Sie sich schon mal gefragt,was sich alles auf Litfaßsäulen befindet? Nein? Ich bevor ich dieses Motiv sah auch nicht.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Nils Waldow:

Wir blicken in dieser Farbaufnahme von schräg oben auf etwas, was wir erst auf den zweiten Blick als Litfasssäule erkennen: Ihr Dach, das die gesamte rechte Bildhälfte aussmacht, ist bestreut mit Müll und bunten Dingen aus dem Alltag, die in wildem Durcheinander schon fast wieder ein Farbmuster bilden. Darunter ist eine Rasenfläche und ein Plattenweg zu erkennen, an dem eine kleine, grüne Mülltonne steht.

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Sabine Dorothea Schnell:
Ansichten über Städte

Stadtlandschaften lösen sich im Ungefähren auf oder werden in Montagen neu erfunden. Sabine Dorothea Schnell stellt gängige Ansichten über Städte in Frage.

Sabine Dorothea Schnell – aus: Im.Mobile

Sabine Dorothea Schnell – aus: Im.Mobile

„Im.Mobile“ heißt die eine ihrer Serien, obwohl die die Häuser doch zu springen, zu stürzen scheinen. „L.A. Cuts“ – das ist die andere Reihe, Los Angeles ausgeschnitten und neu zusammengesetzt. Weiterlesen

Foto des Monats:
Stadtansichten im Mai

Der Sieger unseres monatlichen Fotowettbewerbs heisst Johannes Heuckeroth. Sein Pano aus der Defense in Paris ist uns das Preisgeld von 100 Euro wert.

Klick für Legende und Vollansicht. (Bilder Leserbilder)

Stadtlandschaften der besonderen Art haben es uns im Mai angetan: Dass darunter zweimal Paris fungiert, ist allerdings ein Zufall.Johannes Heuckeroths Bild von der Defense in Paris ist genau genommen kein Foto, sondern ein Pano aus mehreren hochkant-Fotografien – und das ist, zusammen mit der Langzeitbelichtung und der Komposition, dermassen gut gelungen, dass die Kritiker es durchwegs hoch bewertet haben – und Johannes den Preis für das Bild des Monats Mai von hundert Euro zugesprochen haben. Herzliche Gratulation!

Auf den Rängen dahinter finden sich vier weitere, bemerkenswerte Bilder:

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Ephemicropolis und Bostitch-City:
Makro-Stadtlandschaften

Was man mit Makro-Fotografie auch noch machen kann: Illusionen einer futuristischen Welt – gebaut aus Heftklammern.

Ephemicropolis, Peter RootRoger Albani: Bostitch CityDer Schweizer Roger Albani, der auf fokussiert.com auch bereits mit einem Architekturbild vertreten war, hat eine Serie Stadtfotos geschossen, die der Romantik der Skyscraper-Klischees folgt und mit Silhouetten und Lichteinfällen operiert. Allerdings handelt es sich um Makro-Fotos, die dank geringer Schärfentiefe (Modell-Effekt, Fake Tilt/Shift) wie Aufnahmen grosser Städte aussehen. Uns hat Roger erzählt, dass er nicht von Peter Root’s Staple-Stadt Ephemicropolis inspiriert war, die aber nicht minder interessant ist:

[photos title=“Roger Albanis Bostitch City und Peter Roots Ephemicropolis“ pics=“3 4 6 7″]

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