4 zufällige Bildkritiken zum Thema Stimmung:
Alle 63 Artikel zum Thema Stimmung auf fokussiert.com:
Nachbearbeitung ist die Pflicht des Fotografen – aber man kann es sehr leicht übertreiben.
Kommentar des Fotografen:
Das südfranzösische Var-Tal bei Entrevaux kurz vor Sonnenaufgang. HDR Aufnahme. Unten der Var, links die mittelalterliche Stadt Entrevaux mit der Vauban Festung im Nebel (Bergfried ist noch als Fleck erkennbar). Die Granitplatten des Friedhofs (Bildmitte) reflektieren etwas stark den Himmel, geben aber auch den Kontrast wieder. Kommt die Stimmung an dem Morgen auch für jemand rüber der das Foto sieht und nicht wie der Fotograf auch das Original in Erinnerung hat?
Peter Sennhauser meint zum Bild von Jan Schlueter:
Ein Bergtal im Morgenneble. Diese Farbaufnahme zeigt unten links ein an der steilen Felswand klebendes Dorf, darüber Nebelschwaden, die über den Bergkamm ins Tal ziehen. In der Bildmitte öffnet sich das Tal in die Tiefe, im Hintergrund ist der in der Morgenstimmung verfärbte Himmel Schwefelgelb. Der Fluss im Talboden mäandriert spiegelnd durch das Bild, einige Zypressen im Bildzentrum heben sich vom recht dunklen Motiv schwarz ab.
Diese Fotografie zieht den Betrachter mit räumlicher Tiefe an, aber der erste Blickfang ist zweifellos der knallbunte Himmel am Horizont. Nach dem Einstieg in das Bild gibt es viel zu entdecken, auch wenn es in dem, was wie späte, aber etwas unterbelichtete Morgendämmerung wirkt, recht versteckt ist. Das Dorf links unten, die Strasse rechts in der Bildmitte und die Zypressen, der Fluss im Tal, die Nebelschwaden – es passiert einiges in dieser Aufnahme, das anzuschauen sich lohnt und das insgesamt sehr wirksam eine Morgenstimmung wie nach einem Sturm vermittelt.
Die Komposition funktioniert also recht gut, auch wenn sie etwas mittig ist:
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Ausgetretene Schuhe, verstaubte Töpfe, abgesessene Polster, verwittertes Holz… Antiquitäten eignen sich wunderbar als Fotosujets.
Kommentar des Fotografen:
Ganz gezielt bin ich mit meiner damals neuen 7D zu dem Ort gegangen, wo dieser Stuhl und diese Bank stehen. Ich sah sie bei einem Spaziergang einige Wochen zuvor und hatte ein Bild im Kopf, was ich auf den Sensor bannen wollte. Trotz der mir bewusten “Mängel” (falsch sitzender Fokus, kompositorisch optimierungswürdig) – die ich heute hauptäschlich auf die neue “Hardware” schiebe ;-) – mag ich das Bild sehr, da es meines Erachtens sehr gut die Stimmung ausdrückt, die dort vorherschte udn meinem “Bild im Kopf” sehr nahe kommt.
Profi Barbara Hess meint zum Bild von Harry Keller:
Ausgetretene Schuhe, verstaubte Töpfe, abgesessene Polster, verwittertes Holz… alles Objekte, die sich wunderbar als Fotosujets eignen. Du bist gezielt nochmals dorthin, wo du diese Relikte aus alter Zeit gefunden hast, um sie mit deiner neuen Kamera festzuhalten. Antiquitäten haben uns immer etwas zu sagen, der Betrachter überlegt sich: welche Geschichte würde diese Bank uns wohl erzählen?
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Der “Film Noir” ist ein Filmgenre, welches unter anderem dadurch charaktisiert wird, dass es eine düstere Low-Key-Atmosphäre transportiert, die Charaktere verbittert oder pessismistisch sind, generell eine trübe Weltsicht vorherrscht und naheliegenderweise das Ganze meist in Schwarz-Weiß gezeigt wird. Alle diese Elemente wurden hier vorbildlich in die Fotografie transportiert.
Kommentar des Fotografen:
Auf der Brücke am Morgen mit viel Nebel über der Elbe. Das Licht kommt von den wartenden Autos an der Ampel vor der Brückenauffahrt. Die Bearbeitung habe ich etwas weicher gestaltet, um die Atmo besser transportieren zu können.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Dirk Wenzel:
Der “Film Noir” ist ein Filmgenre, welches unter anderem dadurch charaktisiert wird, dass es eine düstere Low-Key-Atmosphäre transportiert, die Charaktere verbittert oder pessismistisch sind, generell eine trübe Weltsicht vorherrscht und naheliegenderweise das Ganze meist in Schwarz-Weiß gezeigt wird.
So gesehen ist dieses Foto einer anonymen Person auf der Elbbrücke ganz eindeutig dem “Film Noir”-Look zuzuordnen:
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Interessante Motive können überall gefunden werden, wenn man nur hinschaut.
Kommentar des Fotografen:
“A Hole in the Sky” – Ich habe das Bild in einem stillgelegten Kühlturm in Belgien aufgenommen. Mir hat die imposante, massive Struktur des Kühlturms mit dem kleinen Loch Himmel imponiert. In dem Turm zu stehen war ein besonderes Erlebnis, mit dem Bild habe ich versucht die ganz besondere Stimmung einzufangen. Zum Einsatz kamen eine 5D Mark II mit einem TS-E 17mm Objektiv. Entstanden ist das Bild aus 3*3 Aufnahmen (Bracketing mit drei Belichtungen bei shift auf -12mm, 0mm und +12mm)
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Frank Noir:
Erst einmal Glückwunsch zu dieser Aufnahme! Wenn Du mir nicht gesagt hättest, daß es sich um einen stillgelegten Kühlturm handelt… Auf Deinem Flickr ist er dann zu sehen, wie er URSPRÜNGLICH aussieht. Um es mit einem der Kommentare zur unbearbeiteten Version zu sagen:
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Mit gezielter Fotografie oder Bearbeitung kann man einem Bild ein bestimmte Aussage mitgeben. Nur stimmt diese immer?
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Kommentar des Fotografen:
Fototour im tschechischen Niederböhmen, das vor 1945 zu Deutschland gehörte, das Bild, eher ein Schnappschuss, zeigt aber gut die Perspektivlosigkeit des Lebens in den grenznahen Gebieten zu Deutschland. Bearbeitet das übliche, zuzüglich Vignettierung und warmer Ton. Titel…Dorftratsch
Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Günter Kutschke:
Was mir an Günters Bild als Erstes auffiel, waren die leichten Pastelltöne im gut gewähltem Farbkontrast und die korrekte Anordnung der Protagonisten im Bild nach der Drittelregelung. Also rein technisch gibt es nichts auszusetzen. Dann las ich seine Beschreibung dazu:
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Dokumentarbilder müssen ihre Aussage eindeutig transportieren – wobei die Aussage auch in einer Stimmung liegen kann.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild ist während meines Afghanistaneinsatzes in Kundus enstanden. Ich wollte die angespannte Stimmung bei wenig Sicht im Feindesland einfangen und frage mich ob ich das auch für diejenigen ohne Bezug zum Bild hinbekommen habe. Als Titel dachte ich mir das “Schönwetterfront” ganz gut passen könnte.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Marcel C.:
Ein Soldat in Wüstenausrüstung steht in diesem Farbbild im rechten Vordergrund am Rand einer Piste vor gepanzerten Fahrzeugen und einem kleinen Trupp seiner Kameraden. Die Luft scheint sandgeschwängert, der Mann schützt Gesicht und Kopf mit einem Tuch.
Diese Aufnahme weckt im Betrachter Beklemmung:
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Manchmal kann man alles richtig machen und dennoch kein perfektes Bild produzieren. Oder vielmehr ist das perfekte Bild nicht aufregend genug.
Kommentar des Fotografen:
Vierminütige Langzeitbelichtung nach Sonnenuntergang sorgte für eine schöne Farbstimmung und klare Reflektion im Wasser.
Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Alexander Stoffel:
Ein Teich im letzten rötlichen Licht nach dem Sonnenuntergang spiegelt sich in dieser Querformataufnahme. Auf der linken Bildseite bedeckt ein Baumbestand den Bereich des gegenüberliegenden Ufers, in der Mitte wachsen Schilfbüschel aus dem durch leichte Wasserbewegung weichgezeichneten Wasser und rechts steht ein einsamer, entlaubter Baum seinem Spiegelbild gegenüber.
Diese überaus friedvolle, ruhige Landschaftsaufnahme ist nach den gängigsten fotografischen regeln durchaus “korrekt” komponiert und technisch umgesetzt.
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Bei einem inszeniertem Shooting ist es nicht immer leicht, Stimmung und Atmosphäre zu erzeugen. In diesem Bild sehe ich genau das, was ich erwarte.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild entstand bei einem Fotoshooting in einer Lagerhalle. Auf dem Bild sieht man den Gitarristen und Sänger der Band Helter Skelter,Peter Schreiner.
Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Manfred Scherwinski:
Der Musiker auf dem Bild sieht müde aus, erschöpft und ausgelaugt. Das darf er auch sein, wenn er wieder einen Abend lang alles gegeben hat, um die Menschenmenge mit all den gecoverten Songs auf die Tanzfläche und zum Mitgrölen zu bewegen:
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Ein gutes Foto bringt den Betrachter dazu, noch einmal hinzuschauen, im Foto mehr entdecken zu wollen.
Kommentar des Fotografen:
Dieses Bild entstand bei einem abendlichen Spaziergang an der Ostsee. Mir gefiel die Spiegelung des Himmels in der Pfütze. Ich ließ meine Freundin vorgehen, um die linke Bildhälfte nicht zu leer werden zu lassen, und wählte die größtmögliche Blende, um den Fokus auf dem Vordergrund zu halten.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Stefan Wieczorek:
Stimmungsvolle Abendlandschaft am Meer. Durch die Pfütze rechts wird das Bild zur optischen Täuschung, man muß zweimal hinschauen, um zu erkennen, was man eigentlich vor sich hat. Das hat mich an dieser Aufnahme gefesselt. Es zeigt mir, daß Du ein gutes Auge hast.
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Wenn man nicht mit offener Blende für Tiefenwirkung sorgen kann, helfen andere Dinge – wie Nebel – eine Schichtung der Distanzen abzubilden.
Kommentar des Fotografen:
Früh morgens bei der Fahrt durchs Altmühltal. Die Sonne war gerade dabei, den Morgennebel aufzulösen. Diese verzauberte Stimmung wollte ich einfangen. Da die farbige Variante nur im Vordergrund etwas Grün zeigte, aber nichts an der Atmosphäre änderte, habe ich mich für s/w entschieden. Olympus Pen E-P2, Blende 5,6, 1/500
Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Wolfgang Uhlig:
Ein einsamer Mensch auf einem Fahrrad fährt auf einer Strasse in dieser Schwarz-Weiss Fotorafie ins Bild hinein. Die Person hat eben einen Baum im nebligen Vordergrund rechts passiert. Während Baum und Radfahrerin eine klare Silhouette abgeben, liegen dahinter am Weg zwei weitere Ebenen mit Büschen und Bäumen.
Bei Landschaftsaufnahmen spielt die Illusion der Räumlichkeit eine grosse Rolle. Wenn es der Fotografin gelingt, die Szenerie dreidimensional wirken zu lassen, ist das halbe Bild geschossen – und das ist, zumal mit geschlossener Blende und damit ohne Schärfentiefeneffekte, gar nicht so einfach.
Schwarz-Weiss-Fotografie dagegen bedingt klare Kontrastverhältnisse, sich abgrenzende Flächen und Formen.
Dir ist es in diesem Bild gelungen, beides zusammenzuführen:
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