4 zufällige Bildkritiken zum Thema Strassenfotografie:
Alle 49 Artikel zum Thema Strassenfotografie auf fokussiert.com:
Bei grossen Kontrastunterschieden zwischen Motiv und Hintergrund muss die Belichtung auf Spotmessung gestellt werden.
Kommentar des Fotografen:
Während eines Spaziergangs über die Münchener Einkaufsstraße entdeckte ich dieses Kunstwerk, was aus einer Einkaufspassage rausragt und die flanierenden Leute begrüßt.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Oliver Lenze:
Eine männliche Figur mit weit ausgebreiteten Armen steht in dieser Aufnahme auf einem Balken. dieser ragt über dem Fotografen in einen ansonsten objektfreien, blau weissen Himmel hinein; die Figur wurde von links unten abgelichtet. Sie scheint aus Holz geschnitzt und so bemalt, dass sie ein weisses Hemd und dunkle Jeans zu tragen scheint.
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Stillleben müssen nicht aus Vasen und Obst bestehen. Ein altes Fahrrad in einer Seitengasse tut’s auch.
Kommentar des Fotografen:
…altes italienisches Fahrrad, das an einem im Boden verankerten Haken festgemacht wird, damit es nicht geklaut wird.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Lisa Napoletano:
Ein schwarzes Damenfahrrad älteren Semesters steht in dieser hochformatigen Aufnahme aufrecht an eine cremefarbene Wand angelehnt.
Viel kürzer habe ich hier noch selten eine Bildbeschreibung gehalten. Dabei ist zu sagen, dass mir Diese Fotografie genau deswegen ins Auge gestochen ist, weil sie so einfach und überschaubar ist.
Das Motiv ist simpel und unspektakulär, aber dennoch einen zweiten Blick wert. Warum sollen wir uns dieses Fahrrad anschauen?
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Menschenportraits können so einfach sein: Sehen, abdrücken, fertig. Selbst mit minimaler Ausrüstung, in diesem Fall der günstigen 50mm-Festbrennweite und natürlichem Licht, gelingen ansprechende Fotos, wenn das Motiv spannend genug ist.
Kommentar des Fotografen:
Wie nicht schwer zu erraten ist das Foto auf Kuba entstanden. Dieses Foto ist nicht geplant, sondern ein für mich erhofftes gefundenes Motiv, welches ich beim Streifzug durch Havanna entdeckt habe. Das Bild wurde nicht unbemerkt aus der Distanz aufgenommen, sondern mit einem 50mm Objektiv nach einem kurzen Smalltalk aus relativ kurzem Abstand. Ob der freundliche Kubaner ein Wort verstanden hat, bezweifle ich heute; er hat halt positiv reagiert. Das Original ist ein Farbdia, die Blende vermutlich 4.0 (habs nicht notiert).
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Matthias Kleinmanns:
Menschenportraits können so einfach sein: Sehen, abdrücken, fertig. Selbst mit minimaler Ausrüstung, in diesem Fall der günstigen 50mm-Festbrennweite und natürlichem Licht, gelingen ansprechende Fotos, wenn, ja wenn das Motiv spannend genug ist. Bei der Portraitfotografie heißt das für den Fotografen, die richtigen, fotogenen, interessanten Personen suchen und finden zu müssen und diese dann so zu motivieren oder zumindest zu beschäftigen, dass ihr Abbild dann natürlich wirkt.
Matthias Kleinmanns hat das mit diesem Foto eines kubanischen Senioren ganz gut geschafft:
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Versteckte Strassenfotografie funktioniert am besten mit einfachen, starken und leichtfassbaren Motiven, in deren Details viele zu entdecken ist.
Kommentar des Fotografen:
Hard Work Dieses Bild ist am Naschmarkt in Wien entstanden und war eines der ersten, dass ich mit meiner Leica M geschossen habe. Fasziniert vom bläulichen Dampf und den orangefarbenen Hosen habe ich völlig unbemerkt eine Serie von Fotos geschossen, von denen dieses mein Favorit ist. 35mm, 1/3000s Bearbeitung in Lightroom: Gradation, Nachschärfen, um den Glanz des Asphalts und der Haut zu verstärken, kühlere Farbtemperatur
Peter Sennhauser meint zum Bild von Leopold Laurenz Strobl:
Vier Arbeiter teeren eine Strasse. In diesem Farbbild stehen wir dicht an einer Fahrbahn, die frisch geteert wird, dampft und qualmt; die vier Mann, die mit dem Ausbringen des Asphaltbelags beschäftigt sind, arbeiten oben ohne und sind schweissbedeckt. Die Kamera ist Verhältnismässig nah an ihnen dran, die Baustelle steht im Zentrum des Bildes.
Die Dynamik der Szene ist stark:
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Farbe in Schwarz-Weiss – geht das? Manchmal ist es reizvoll, eindeutig bunte Motive in den Köpfen der Betrachterinnen zu schaffen.
Kommentar des Fotografen:
Wien Stephansplatz am letzten des Jahres 2011. Geschossen mit Hasselblad 500cm Sonnar 150mm T-max 100, entwickelt in Rodinal 1:50
Peter Sennhauser meint zum Bild von Gerd L:
Ein Clown sitzt auf einer Bank an einer belebten Fussgänger-Zone, mit auf dem Bauch gefalteten Händen. Hinter der Figur mit Luftballon-Hut sitzen zwei leicht von ihm abgewandte junge asiatische Frauen und essen etwas aus Papptellern. Rings um die Szene strömt das Strassenleben in Schwarz-Weiss und quadratisch, ohne den Unterhaltungskünstler mit irgendwelcher Aufmerksamkeit zu ehren.
Wirklich verblüffend finde ich an dieser Aufnahme, dass sie farbig zu sein scheint, aber eindeutig Schwarz-Weiss ist:
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In der Strassenfotografie empfiehlt sich eine offene Blende nicht nur, weil damit ohne grosses Fummeln an der Kamera kurze Belichtungszeiten ermöglicht werden.
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Kommentar des Fotografen:
Dieses Foto ist in Nawabad, nähe Kunduz entstanden. Das Mädchen hat vorsichtig, ängstlich nachgeschaut was plötzlich vor der “Haustüre” los war. Das wollte ich festhalten.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Marcel Czechan:
Ein Mädchen in Asiatischer Bekleidung guckt hinter der Ecke eines Lehmhauses hervor. Zu sehen ist vom gesicht eigentlich nur das rechte Auge und ein Teil der Stirn; das Kind scheint verängstigt. Der Hintergrund des Hochkant-Fotos ist eine weitere Lehmwand einer anderen Behausung.
Natürliche Momente und Begegnungen machen die besten Strassenfotos oder Schnappschüsse. Dabei ist die direkte Interaktion der Protagonisten mit der Kamera nicht unbedingt der ideale Ausgangspunkt, aber eine starke Emotion kann ein Bild enorm aufwerten – hier ist es die Mischung aus Furcht, Scheu und Neugier, die das Mädchen im Kopftuch an den Tag legt. Es entsteht sofort ein Austausch, indem wir uns als Betrachter ein wenig schämen für unsere unverfrorene Neugier, die aber durch diejenige des Mädchens sofort relativiert wird:
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Schnappschussbereitschaft zahlt sich grade in Städten immer wieder aus.
Kommentar des Fotografen:
Kürzlich war ich am Mythenquai in Zürich unterwegs, um eine Wucherung an einem Baum zu dokumentieren. Durch Zufall habe ich auf den See geschaut und einen “Kampf” zwischen einem badenden Hund und einem ihn angreifenden Schwan gesehen. Reflexartig habe ich die umgehängte Kamera aufgehoben, sie dabei mit einer Hand eingeschaltet, gleichzeitig mit der andern Hand das Tele aufgedreht, sofort anvisiert und 2x abgedrückt. Zeit für Einstellungen hat es keine gegeben, wenige Sekunden später war alles vorbei, der Schwan hat sich gleich danach entfernt.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Otto Friedmann:
Ein Schwan im Wasser bäumt sich auf dieser Schwarz-Weiss-Aufnahme über etwas auf, was erst auf den zweiten Blick als der Kopf eines schwimmenden Hundes zu erkennen ist.
Eine solche Szene habe ich diesen Sommer ebenfalls am Zürichsee miterlebt, wobei ein Schwanenpaar nicht einen Hund, sondern einen fremden Jungschwan aus einem Hafenbecken vertrieb:
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Gute Strassenfotografie führt den Betrachter zu einem emotional bewegenden Punkt, ohne ihn in ein zu enges Korsett zu zwängen: Die Geschichte entsteht im Kopf.
Kommentar des Fotografen:
Im Regen – Hauseingang gefunden. Verzweiflung, sie verpasst ihr Date!
Peter Sennhauser meint zum Bild von Hans Feyh:
Eine Junge Frau steht in dieser hochkant-Schwarz-Weiss-Fotografie in einem Hauseingang. Aus dem Flur und anscheinend aus der Hüfte fotografiert, scheint sie die Kamera nicht zu bemerken: Sie lehnt mit verschränkten Armen am Türpfosten und beisst sich auf die Unterlippe. Draussen zeugt regennasser Boden im unscharfen Hintergrund, warum die in Sandalen und leichter (50er-Jahre-?) Sommerkleidung ausgestattete Dame hier steht.
Die Emotion erschliesst sich in diesem Bild nicht auf den ersten Blick:
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Gute Streetaufnahmen fixieren eine sich spontan vor den Augen des Fotografen entfaltende Geschichte so, daß der Betrachter automatisch ins Foto gezogen wird.
Kommentar des Fotografen:
Immer aus der suche nach was besonderen! in einer stadt in süddeutschland gesehen. so schnell wie es kam, so schnell war das motiv verschwunden. EILE WAR GEBOTEN, eine möglichkeit hatte ich. NUR DIESE !!!
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Peter Gutzat:
Der Reiz guter Straßenfotografie ist, Menschen in ihrem Alltag, in ihrer Umgebung so festzuhalten, daß das Foto zum Augenzeugen wird. Da sich die Situationen genauso schnell verflüchtigen, wie sie dem Fotografen gewissermaßen vor die Linse springen, ist es wichtig, Abläufe vorhersehen zu können, um im richtigen Augenblick auf den Auslöser zu drücken:
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Spezialeffekte geben nicht immer das gewünschte Ergebnis – oder sie wirken dem Bild sogar entgegen.
Kommentar des Fotografen:
Eine Straßenszene in der Kölner Altstadt. Besonders der Zusammenhang zwischen dem historischen Roller und den älteren Herren, die Spass an einem guten Glas Kölsch haben, hat mich dazu bewegt, diesen Schnappschuss aufzunehmen. Ich bin der Meinung, dass das Bild sich hervorragend für den Colorkey Effekt eignet und habe es deshalb so mit Lightroom umgesetzt.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Manfred Wiese:
Du hast hier eine nette Szene aus der Altstadt eingefangen, und ich möchte mich fast auch mit dazusetzen, um ein Bier zu trinken. Die beiden Männer sind ins Gespräch vertieft, einer von ihnen lacht, sie nehmen nicht wahr, daß sie fotografiert werden. Davor steht ein Roller, der einem von ihnen gehören könnte.
Ich hätte das Foto etwas aufgehellt:
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