Thema: Strassenfotografie

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema Strassenfotografie:

Verstecktes Zugfahrerporträt: Spannend - und fragwürdigStrassenfotografie: Rom, ganz andersSpontanes Schwarz-Weiss Porträt: Tücke des MomentsStrassenschach: Musse braucht Zeit

 

Alle 19 Artikel zum Thema Strassenfotografie auf fokussiert.com:

Schattenfoto:
Indirekte Gestaltung

Robert Kneschke, 8. März 2010 um 11.02 Uhr , 5 Kommentare Kommentare

Schatten sind ein ebenso legitimes Mittel zur Bildgestaltung wie das Licht selbst, von dem sie erzeugt werden. In fast klassischer “Street Photography”-Manier werden hier die Schatten eines Hauses für den Bildaufbau benutzt.

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild habe ich im Novemer 2009 in Valencia/Spanien aufgenommen. Es ist eines der ersten Versuche, wieder mit der analogen Spiegelreflex zu arbeiten. Dieses Bild ist Teil einer Serie, die als Straßenfotografie bezeichnet werden kann. Gelungen finde ich an dieser Fotografie das Spiel zwischen Licht und Schatten.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Sven Schwinning:

Ich kann dem Fotografen Sven nur zustimmen, wenn er als Kommentar zu seinem Bild schreibt: “Gelungen finde ich an dieser Fotografie das Spiel zwischen Licht und Schatten.” Das ist es in der Tat.

» weiterlesen

Strassenschach:
Musse braucht Zeit

Peter Sennhauser, 12. Januar 2010 um 13.31 Uhr , 7 Kommentare Kommentare

Strassenfotografie bedingt eine Beobachterpose – aber die muss nicht mit einem Überraschungsmoment zusammenhängen.

Kommentar des Fotografen:

Das Bild habe ich in Amsterdam an einem öffentlichen Platz aufgenommen. Ganz spontan und glücklicherweise ohne dass der Protagonist etwas davon gemerkt hätte und etwa in die Kamera gelächelt hätte. Ursprünglich war das Bild deutlich größer und im Hochformat. Beim bearbeiten ist mir aber aufgefallen, dass der Spieler dadurch nicht als zentrale Figur erscheint. Ich hoffe, das hat sich durch den Beschnitt geändert und man fühlt die Nachdenklichkeit dieses Mannes. Das Format gefällt mir nicht, ist aber dem Ausschnitt geschuldet. Auch das abgeschnittene Bein des sitzenden Zuschauers fällt auf. Soviel zur Selbstkritik…

Peter Sennhauser meint zum Bild von Philipp Becker:

Mehrere Männer sind in dieser Schwarz-Weiss-Fotografie in ein Schachspiel vertieft. Im Vordergrund steht ein Spieler im grossflächigen Schachfeld und versucht, sich den Überblick zu verschaffen;

» weiterlesen

Porträt ohne Gesicht:
Der Tube-Pianist

Robert Kneschke, 11. Januar 2010 um 10.53 Uhr , 10 Kommentare Kommentare

Schnellschüsse aus der Hüfte können Glückstreffer werden. Oder der Fotograf hat Pech und schafft es nicht, das Wesen des Porträtierten einzufangen.

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild ist entstanden, als ich im Londoner Untergrund unterwegs war.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Marvin Mendzies:

Ich möchte wetten, dass der Fotografen den Porträtierten vor dem Fotografieren nicht gefragt hat, ob er ein Foto machen darf bzw. auch nicht mit ihm geredet hat. So wirkt zumindest das Bild.

Marvin Mendzies hat es in der Rubrik “Porträt” eingereicht, aber schon der Aufnahmestandpunkt lässt vermuten, dass hier sozusagen “aus dem Versteck” fotografiert wurde. Das würde ich bei einer Reportage über somalische Kindersoldaten oder den ukrainischen Straßenstrich verstehen, aber nicht bei einem Keyboarder in der Londoner U-Bahn:

» weiterlesen

Foto-Essay:
Geschichten konzise erzählen

Peter Sennhauser, 5. Januar 2010 um 11.02 Uhr , 3 Kommentare Kommentare

Reportage- oder Strassenfotografie muss vor allem eines: In jeder Aufnahme eine Geschichte erzählen.

Kommentar des Fotografen:

Das Foto ist in einer Discothek am Nürburgring aufgenommen worden und zeigt GoGo-Girls bei der Arbeit. Eine Freundin von mir ist nebenberuflich GoGo-Tänzerin und hat mich eines schönen Samstagabends zum Fotografieren mitgenommen. Heraus gekommen ist ein kleines Essay, das auf meiner Flickr-Seite zu sehen ist.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Nicolas Bruckmann:

Eine Schwarz-weiss-Aufnahme im Reportage-Stil zeigt, eindeutig mit Blitz aufgenommen, zwei knackige junge Tänzerinnen im Disco-Outfit. Die Fotografie, aufgenommen aus einem tiefen Blickwinkel von der Bühne, auf der die beiden tanzen, nimmt in der linken Bildhälfte im Dunkel des Raums, an dessen hinterem Ende eine Bar zu sehen ist, ein paar junge Männer mit, die sich von der Bühne ab- und einem Gespräch oder einem Bildschirm an der nicht sichtbaren linken Wand zugewandt haben. Unmittelbar am Bühnenrand vor den beiden mehr als formathohen Tänzerinnen ist ein weiterer Besucher der Disco zu sehen, der über seine linke Schulter hinweg die eine der beiden jungen Frauen mustert. Im Halbdunkel hinter ihm sind schemenhaft weitere Zuschauer erkennbar.

Diese Fotografie zeigt eine möglicherweise typische Nachtclub-Szene in einem Stil, der zeitlich überholt scheint:

» weiterlesen

Baustellen-Fotografie:
Bürokraten-Insel

Peter Sennhauser, 2. September 2009 um 11.14 Uhr , 1 Kommentar Kommentare

Baustellen sind wie Ruinen oder andere uns eigentlich bekannte und dennoch exotische Orte eine Fundgrube für spannende Motive.

Kommentar des Fotografen:

Aufgenommen im Ihmezentrum (Sommer 2008) – Hannovers aktueller Baustelle, bei der es mal wieder nicht vorangegangen war. Ein provisorischer Pausenplatz mitten auf der Baustelle, eingerichtet von Arbeitern mit Möbeln aus den umliegenden, abgerissenen Geschäften. Ein unwirklicher, öffentlicher, verlassener Ort mit dem Bedürfnis nach einer geordneten “Bürgerlichkeit”.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Christoph Ermisch:

Ein bunter Haufen von Stühlen, zusammengewürfelt und wie zur Konferenz bereitgestellt, inmitten einer staubigen Baustelle. Ein skurriler Anblick, der die wildesten Assoziationen erlaubt. Zweifellos ein spannendes Motiv, das noch dazu durch die Buntheit der kleinen Versammlung in der betongrauen Rohbaustelle farblich reizvoll sein könnte.

Es stellt sich die Frage, ob die Aussage, die Du treffen wolltest, nicht mit verschiedenen Massnahmen besser hätte umgesetzt werden können. Dabei geht es nicht darum, jede Fotografie bis auf das letzte Korn zu planen und zu arrangieren:

» weiterlesen

Spontanes Schwarz-Weiss Porträt:
Tücke des Moments

Sofie Dittmann, 17. August 2009 um 11.03 Uhr , 1 Kommentar Kommentare

Bei ungestellten Porträts wie auch bei Street Photography besteht die Herausforderung darin, mit dem zu arbeiten, was man hat.

Kommentar des Fotografen:

Darf sich auch ein Fotograf einmal verlieben?

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von reinhard schnetzer:

Eine junge Frau, die unbemerkt fotografiert wurde. Der Fotograf als Betrachter, aber zum Teil auch als Voyeur. Die Frage wurde bereits anderswo angeschnitten:

» weiterlesen

Verstecktes Zugfahrerporträt:
Spannend – und fragwürdig

Robert Kneschke, 31. Juli 2009 um 11.03 Uhr , 5 Kommentare Kommentare

Inhaltlich sehr stark, moralisch zumindest fragwürdig: Eine gelungene Momentaufnahme einer Bahnfahrt.

Kommentar des Fotografen:

2 Gesichter – das bild entstand im november 2008 in der s-bahn auf dem weg von szentendre nach budapest. zu dem bild gibt es nicht viel zu sagen, außer dass mir der mann in der grünen jacke etwas mysteriös vorkam.. ich weiß nicht ob es vielleicht an dem ort lag, da die s-bahn so runtergekommen und alt war (z.b. fehlende türgriffe, beschädigte sitzpolster ) und sich die anderen fahrgäste in der bahn von ihm so beschäftigt, durch erzählen und sms schreiben distanzierten. jedenfalls beunruhigte mich zusätzlich die Tatsache, dass ich ihn nur von meiner position aus sehen konnte wie er auf dem bild zu sehen ist, die kamera legte ich also auf den sitz zu meiner rechten um nicht die blicke der anderen personen auf mich zu lenken und stellte den auslöser auf 10sek. farbkontraste + helligkeit hab ich anschließend geregelt.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Flo Meier:

Ich finde es spannend, wie sich der Eindruck des Fotografen und des Betrachters unterschieden können. Der Fotgoraf Flo kommentiert das Bild mit dem Schwerpunkt auf den “mysteriösen” Mann, den er heimlich fotografiert habe.

Ich hingegen sehe eine gelungene “Street”-Aufnahme, auch wenn die Kategorie in diesem Fall eher “Train Photography” heißen könnte:

» weiterlesen

Cologne Pride 2009:
Zu weit links

Peter Sennhauser, 29. Juli 2009 um 11.15 Uhr , 1 Kommentar Kommentare

In der Strassenfotografie und auf Reportage mit Actionshots hängt (fast) alles am richtigen Standort – oder am Seriefeuer für die nachträgliche Auswahl.

Kommentar des Fotografen:

Parade CSD 2009 in Köln. In Erinnerung an die Protestmärsche für die Gleichberechtigung homosexueller im Juni 1969.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Andreas Brössel:

Dein nostalgisch anmutendes Schwarz-Weiss-Reportagebild zeigt einen Teilnehmer der CSD-Parade in Köln inmitten anderer Teilnehmer, durch die Schärfe gut isoliert und in Haltung und Aufmachung an die Vergangenheit erinnernd.

Die Fotografie ist eine gelungene Mischung aus Strassenbild eines Anlasses, der vergnüglich sein sein soll, und drückt dennoch die Ernsthaftigkeit des Anliegens aus, welches die Paradeteilnehmer vertreten:

» weiterlesen

Ubahn-Szene:
Halbe Geschichte

Peter Sennhauser, 16. Juli 2009 um 11.08 Uhr , 5 Kommentare Kommentare

Strassenfotografie erzählt kleine Geschichten in einem einzigen Bild. Die Kunst besteht darin, den roten Faden zu legen.

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild habe ich Anfang Januar in der Hamburger U-Bahn aufgenommen. Ich war schon eine Weile im Wagen, als mir die symbolhafte Wirkung der schwarzen Kapuze bewusst wurde. Sofort änderte ich meinen Sitzplatz, fokussierte und machte das Bild. Es gefällt mir besonders die einsame, melancholische Stimmung des Bildes. Interessant macht es meiner Meinung auch die Gegensätze, die es vereint. Die Kapuze ist ein Symbol der Abgrenzung von der Außenwelt, allerdings in einem menschenleeren Wagen, in dem man sich nicht abzugrenzen braucht/kann. Außerdem die Leere selbst, wo doch die Wagen der U-Bahn sonst gewiss immer überfüllt sind.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Jakob Hieke:

Du hast in der U-Bahn – also gewissermassen auf der Strasse – eine Szene gesehen, die Dir symbolhaft erschien und hast blitzschnell reagiert und sie mit der Kamera eingefangen.

Leider ist das Resultat nicht ganz das, was Dir vorschwebte. Denn als Betrachter erschliesst sich mir die Aussage der Aufnahme erst, nachdem ich Deine Erklärung gelesen habe. Ich komme darauf zurück, warum.

Ich habe mir grade das Bildmagazin “Hamburger Eyes” gekauft:

» weiterlesen

Matt Mallams:
Fundstücke und Collagen

Peter Sennhauser, 26. April 2009 um 22.35 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Matt Mallams fotografiert Relikte der Gegenwart, findet Details buchstäblich auf der Strasse und schafft mit Vexierbildern eine vierte Dimension.


Matt Mallams ist unter dem grössten Himmel aufgewachsen, den es gibt – in einem kleinen Kaff in Iowa. Vielleicht ist der junge Fotograf, der heute in San Diego lebt, deswegen so fasziniert vom Großstadtleben. Er betreibt etwas, das man als Fotografische Gegenwarts-Archäologie bezeichnen könnte: » weiterlesen