4 zufällige Bildkritiken zum Thema stürzende Linien:
Alle 7 Artikel zum Thema stürzende Linien auf fokussiert.com:
Weitwinkelaufnahmen hoch aufragender Objekte verlangen einen bewussten Umgang mit der Verzerrung. Stürzende Linien können genutzt, aber nicht in Kauf genommen werden.
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Kommentar des Fotografen:
Ich habe das Bild Ende August bei Sonnenuntergang mit Stativ und Weitwinkel im Olympiapark in München aufgenommen. Im Hintergrund ist das Olypmiastadion zu sehen, rechts der Olympiaturm, im Vordergrund der See im Park. Das Motiv ist der Olympiaturm, dessen imposante Form und Höhe ich auf dem Bild darstellen wollte.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Fabian Frölich:
Diese Hochkantaufnahme zeigt bei lieblichem Sommerwetter nach Sonnenuntergang aufgenommen einen park mit Teich und Enten im Vordergrund, in dem sich der Münchner TV-Turm rechts vorne spiegelt, der in den oberen zwei Bilddritteln am rechten Bildrand hoch aufragt und dabei extrem nach links zur Bildmitte kippt.
Weitwinkelobjektive sind für viele Einsteiger in die Fotografie eine späte Entdeckung:
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Architekturaufnahmen brauchen auf der einen Seite eine hohe Präzision bei der Aufnahme, andererseits auch eine grosse Klarheit bei der Komposition, damit der Betrachter die Schönheit des Bauwerks erkennen kann. Beides ist bei diesem Bild nicht ganz gelungen.
Kommentar des Fotografen:
Der Kreuzgang vom Kloster Reichersberg lebt auch durch den winterlichen Brunnen im Innenhof der durch das erste Säulenpaar zu sehen ist.
Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Jürgen Hirsch:
Architekturaufnahmen leben von der technischen Qualität der Aufnahme und der Wiedergabe. Je nach gewähltem Sujet sollten die Linie entweder genau senkrecht oder horizontal verlaufen oder durch starke Diagonalen und stürzende Linien eine räumliche, manchmal auch abstrakte Wirkung erreicht werden. Bei dieser Aufnahme von Jürgen Hirsch scheint die ganze Aufnahme nach links zu kippen, obwohl die linken Säulen genau vertikal ausgerichtet wurden:
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Gestalterische Mittel richtig eingesetzt erzeugen Emotionen beim Betrachter, die gewollt sein sollten.
Kommentar des Fotografen:
Analoge Aufnahme. Negativ via Diakopiervorsatz digitalisiert, etwas Himmel abgeschnitten, Schatten angehoben und Kontrast verstärkt. Der Schwung der Brücke weist in den trostlosen Asphalt-Dschungel.
Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Markus Kohlhoff:
Da das Foto in der Architektursparte platziert ist, könnte ich als Architekturfotograf alter Schule sofort bemängeln, dass alles schief ist und stürzende Linien aufweist.
Mach ich aber nicht. Auch den Beschnitt von Markus finde ich gelungen, genau wie die anderen leichten Korrekturen: Architekturfotografie muss meines Erachtens nicht immer ein korrektes Abbild der strengen Formen sein. Etwas Dynamik hat noch keinem Bild geschadet, welches nicht nur Dokumentationszwecken dienen soll.
Trotzdem würde ich diese Fotografie nicht unbedingt auf die Architekturschiene begrenzen. Markus möchte uns doch etwas vermitteln, das kommt in seinem Text zum Bild schon deutlich zum Tragen.
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Nur mit Diagonalen zum Fluchtpunkt ein Bild zu komponieren, kann eine spannende Radikalentscheidung sein.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild ist beim Festival of Lights in Berlin entstanden. Es sollte den typischen Schriftzug vom Bahnhof in den Kontext der Festivalbeleutung bringen und dabei auch den historischen Bezug berücksichtigen. Aufgenommen wurde das Bild aus einer tiefen Position mit einer D300 und dem Tokina 12-24@16mm Blende 11 bei 8s Belichtungszeit. Aus dem Bild wurde in Lightroom in 3 Belichtungen entwickelt und in Photoshop weiterverarbeitet.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Fabian Möbis:
Wir blicken von unten an die Fassade des Bahnhofs am Potsdamer Platz. In der perspektivischen Verzerrung ragen um das zentrale Motiv herum die Wolkenkratzer in den schwarzen Himmel. Bunt beleuchtet, nehmen sie das blau des Bahnhofs auf; im Vordergrund hebt sich eine rostrote Marker-Säule der Berliner Mauer ab.
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Griechische Dörfer sind ein beliebtes Motiv für Fotografien mit starker Reduktion: Flächen, Formen und wenige Farben bieten Spielraum für kompositorische Reduktion. Stürzende Linien sind darin meist ein behebbares Übel.
Kommentar des Fotografen:
Auf Naxos aufgenommenes Foto. Kirche in der Stadt Chora. Mich faszinierten die Formen und das leuchtende Blau bei der Aufnahme.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Fabian Rouwen:
Die verwinkelte Ecke einer kleinen Kirche im typischen Weiss der griechischen Inselbauten – darüber ein knallblauer Himmel. Die Aufnahme ist stark nach rechts gewichtet und lässt die Linien zweier Giebeldach – Flügel der Kirche vor einer runden Kuppel von links unten nach rechts oben verlaufen. Ausser dem knalligen Hellblau des Himmels sind lediglich Weiss und Creme-Farbtöne in der Aufnahme zu finden.
Ich kann gut verstehen, wieso Dich dieser Anblick als Motiv gereizt hat. Hier treffen einfache Muster und Flächen, Geraden und Kurven, Linien und Verläufe aufeinander und bieten in einfacher Verbindung ein Mass an Komplexität, dem das Auge einfach folgen muss:
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Architekturfotos sollen Besonderheiten darstellen. Die Oper in Sydney ist dafür perfekt geeignet.
Kommentar des Fotografen:
16 Einzelbilder mit Stativ photographiert und mit dem Tool hugin zusammengefügt. Mit Photoshop zugeschnitten. Speziell: Durch die Position und die 180-Grad-Ansicht wirken das Haupthaus und das Restaurant gleich gross, obwohl das Haupthaus einiges grösser ist…
Profi Jan Zappner meint zum Bild von Daniel Solari:
Eins haben gute Architektur-Fotos gemeinsam: Sie sind präzise und sehr dokumentarisch. Vor allem aber müssen sie etwas Besonderes zeigen. Die Oper von Sydney gehört sicherlich zu den am häufigsten fotografierten Gebäuden in Australien. Insofern kann man ja nicht falsch liegen.
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Gebäude werden durch Weitwinkel-Objektive sehr rasch verzerrt. Ein höherer Standpunkt und ein Normalobjektiv – oder die Bearbeitung in der digitalen Dunkelkammer – schaffen Abhilfe.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Patrick Federi). – NIKON D70s – 1/2000s – f/4 – ISO 200 – 18mm (27mm)
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Patrick Federi:
Wie ich so oft sage, ist es besser, man kommt dem Foto, das man haben will, schon bei der Aufnahme so nah wie möglich, als später alle Fehler in der Dunkelkammer ausbessern zu müssen.
Dies gilt sogar heutzutage, wo die Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung nur noch durch unsere Vorstellungskraft begrenzt sind, und uns die meisten Nachbearbeitungs-Tricks viel, viel leichter machen.
Dieses Foto, das in Kanada aufgenommen wurde, hätte verbessert werden können, wenn der Fotograf entweder ein Tilt/Shift-Objektiv benutzt hätte, oder mithilfe einer Leiter, eines Autos, etc. ein paar Meter höher gestiegen wäre und dabei ein «Standardobjektiv« wie ein 50mm benutzt hätte.
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