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Safari-Tierfotografie in Afrika:
Bildkomposition unter Hochspannung

Fotografien als Trophäen von Grosswild-Safaris sind beliebt. Welche Kamera-Ausrüstung man mitnehmen soll, wie man zu Motiven kommt und was in Afrika abgesehen von den wilden Tieren anders ist als in Berlin, das erklärt eine kostenlose PDF-Broschüre des Tierfotografen Werner Schmäing.

Eine Gruppe Löwen, fotografiert im Morgengrauen mit dem 300mm Teleobjektiv. © Wwerner Schmäing

Eine Gruppe Löwen, fotografiert im Morgengrauen mit dem 300mm Teleobjektiv. © Werner Schmäing

Fotografieren wir nur aus dem Auto heraus? Oder muss ich als Tierfotograf auf Safari Tarnkleidung tragen? Welche Filter braucht man für das Licht in Afrika? Wie kommt man zu den besten Motiven? Fragen, die der Tierfotograf Werner Schmäing in einer rund 50seitigen und schön bebilderten e-Broschüre beantwortet.

Wer nächstens nach Afrika auf Fotosafari geht, sollte sich dieses kleine Werk zuerst ansehen ( Schmäing hat grossformatige Tierkalender im Angebot (Affiliate-Link)) oder einen Leitfaden für die Safari-Fotografie oder aber ein Buch über Tierfotografie wie das hochgelobte Werk von Uwe Skrzypczak «Wildlife Fotografie in der Serengeti», das es leider nur noch als Taschenbuch in Englisch gibt, anschaffen.

Als erster Schritt für Reisende, welche nicht ausschliesslich fotografieren, sich aber doch recht gut vorbereiten wollen, ist das E-Book von Schmäing ein Einstieg: Weiterlesen

Einführung in die Street Fotografie/Straßenfotografie – Teil 3/4:
Street und Recht am Eigenen Bild

Eine Diskussion, die immer geführt wird, wenn erkennbare Personen im Foto sind, das an einem öffentlichen Ort aufgenommen wurde, ist: „Darf der das?“ Persönlichkeitsrecht und Recht am eigenen Bild sind ein Thema, das in verschiedenen Ländern verschieden gehandhabt wird. In den USA zum Beispiel gibt es den Begriff „reasonable expectation of privacy“ oder „begründete Erwartung von Privatsphäre“, während in Deutschland das Recht am eigenen Bild über allem steht. Verschiedene Kulturen haben Bilderverbote; anderorts gilt es als unschicklich, als Mann nicht zur Familie gehörende Frauen abzulichten. Man sollte sich daher mit den vorherrschenden rechtlichen und kulturellen Regeln vertraut machen, bevor man zur Kamera greift.
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Vietnamesischer Tempel:
Zuviel Symmetrie – oder zuwenig?

Wenn man ein Motiv in perfekter Symmetrie aufnimmt, sollte diese eben auch perfekt sein. Die Frage ist aber, ob Symmetrie von vorneherein die richtige Entscheidung war.

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Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Daniel Mack).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand im verganenen Herbst in der wunderbaren Stadt Hoi An in Zentralvietnam. Abseits der Touristenpfade kamen wir an diesem Tempel vorbei, der nicht im Lonely Planet stand und außer uns von keinem anderen Reisenden besucht wurde. Welch ein kleines Juwel!

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Daniel Mack:

Bei manchen Aufnahmen möchte ich den Fotografen im Nachhinein schütteln. Weil es ein so sehr anderes, so viel besseres Bild hätte werden können. Dein Foto ist so eines.

Ihr wart also in Vietnam, und Ihr seid an diesem Tempel vorbeigekommen, abseits des Weges. Das sind die die „Fotosafaris“, die ich persönlich liebe. Man findet Dinge, die eben in keinem Reiseführer stehen. Gebäude, Menschen, Situationen… Wenn man sich die Zeit nimmt, diese zu erkunden, sich die Zeit nimmt, eine Aufnahme zu durchdenken, bevor man sie macht, können außergewöhnliche Bilder dabei herauskommen, die zwar Schnappschußcharakter haben, aber auch für andere interessant sind.

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Fischaugen-Turm:
Originelles Souvenir

Must-Have-Motive tauchen im Leben jedes Fotografen auf. Das eigene, sich von der Masse unterscheidende Bild davon zu machen, ist der richtige Ehrgeiz.

[textad]Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Timo Joos).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild ist in meinem ersten gemeinsamen Sommerurlaub mit meiner Freundin entstanden. Wir sind 3 Wochen durch Frankreich gefahren und hatten als großes Ziel die Stadt der Liebe – Paris. Und klar, der Eiffelturm steht auf der „Pflichtliste“ für einen richtigen Touristen, nur leider sind immer „fotofanatische“ Japaner im Bild, wenn man genügend Abstand hätte, dass der ganze Turm auf dem Bild ist ;) Und ohne hammer Eiffelturm Bild aus dem Urlaub kommen, diese Schmach wollte ich mir nicht geben. Dann dacht ich mir spann ich mein Walimex pro 8mm Fisheye auf meine Nikon D60 und und geh richtig nah ran. Und schon stand niemand mehr im Bild ;) Das Bild ist ein HDR aus drei Bildern mit 15, 25, und 30 Sek Belichtungszeit bei Iso 100. Die Blende weiss ich leider nicht mehr da durch das manuelle Objektiv keine Daten hinterlegt sind. Ich bin richtig froh dieses Bild als Erinnerung an die Stadt der Liebe zu haben ;)

Peter Sennhauser meint zum Bild von Timo Joos:

Der Eiffelturm ist in dieser abendlichen HDR-Farbaufnahme zu sehen – aber anders als gewohnt. Das Querformatbild zeigt den Turm mit weit gespreizten Beinen und trotzdem mächtig hoch in den abendlichen Himmel aufragend. Möglich machte es ein Fisheye-Objektiv.

Es ist bisweilen frustrierend:

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Möwenbild:
Fehlender Bezug

Schnappschüsse sind attraktiv. Sie wirken spontan und erzählen uns oft eine kleine Geschichte. Aber damit sie auch wirken, benötigen sie einen für den Aussenstehenden Betrachter erkennbaren Grund und Bezug.

[textad]Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Ralf Joost).

Kommentar des Fotografen:

Die Möwe, welche anscheinend auf Schaufensterbummel ist, sah ich in Alkmaar in der Nähe des Käsemarkts. Bei der Bildbearbeitung habe ich die Schärfe und die Helligkeit leicht korrigiert. Aufgenommen wurde es im Juli 2011.

Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Ralf Joost:

Ralf Joost hat mit seinem Schnappschuss eine Momentaufnahme eine Situation in einer Stadt aufgenommen. Die Möwe marschiert hier gemütlich, stolz und angstfrei über den Straßenbelag. Diese Situation ist für uns ungewöhnlich, weil normalerweise Vögel ziemlich schreckhaft sind und schnell wegfliegen, wenn man sich nähert.

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Stadtschnappschuß:
Auch Spontanfoto braucht Finesse

Egal, wie das Foto entstanden ist – auch ein spontanes Bild darf nachbearbeitet werden, insbesondere, wenn es unter nicht idealen Lichtbedingungen entstanden ist. Das tut dem spontanen Charakter keinen Abbruch.

[textad]Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sabina Schöfer).

Kommentar des Fotografen:

Diese Aufnahme entstand bei einem meiner Fotoexcursionen in Berlin. Hier bin ich in einem Hinterhof in der Brunnenstr. hinein. Alles war voller interessanter Graffiti und auch dieser Aussage: Kein Fotos im Hof und keine Touristen.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Sabina Schöfer:

2009 bin ich mit meinem Sohn zwei Wochen durch Berlin gepilgert, und die ganze Zeit haben wir praktisch nur Graffiti fotografiert. Berlin ist ein Dorado in dieser Hinsicht, wenn auch die betroffenen Hausbesitzer sich meiner Meinung wohl nicht anschließen würden. Dieses Graffiti wäre denn auch für uns mehr als verführerisch gewesen, insbesondere mit der Ironie der Aufforderung, keine Fotos im Hof zu machen.

Fotos dieser Art haben, genauso wie Streetphotography, einen spontanen Charakter – genau das macht den Reiz einer Fotoexkursion ja aus:

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Touristen-Porträt:
Umgebungsbezug schaffen

Porträts vor imposanter Kulisse sollten einen Bezug zwischen Porträtiertem und Umgebung aufweisen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Max Haupt).

Kommentar des Fotografen:

Das Foto habe ich im Januar auf Mauritius aufgenommen. Mein Bruder wollte ein paar schöne Aufnahmen von sich. Mir gefällt das Bild sehr, ich bedaure aber in der Zwischenzeit, dass ich nicht noch eine Querformat-Version fotografiert habe. Dann hätte ich die Person aus dem Zentrum holen können.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Max Haupt:

Ein junger Mann in Touristen-Outfit sitzt in lockerer Haltung auf schwarzem Lavagestein an einem Meeresufer.

Man könnte hier gleich vorweg bemerken: Wenn sich das Bild in einem einzigen Hauptsatz beschreiben lässt, fehlt wahrscheinlich etwas.

Natürlich liesse sich hier auch noch mehr sagen: Der Mann blickt entspannt irgendwo rechts aus dem Bildausschnitt hinaus, zum Beispiel.

Aber just darin sehe ich ein Problem:

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Sonnenaufgang auf Mallorca:
Mehr als Abdrücken

Ein typisches Urlaubsbild: Für die Fotografin ein wunderbarer Moment, für die Betrachter ein lauer Sonnenaufgang mehr. Kann man das ändern?

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Melanie Steiner).
Kommentar der Fotografin:

Am Morgen in Mallorca

Peter Sennhauser meint zum Bild von Melanie Steiner:

Es gibt wohl kaum ein typischeres Urlaubsbild als der Sonnenauf- oder Untergang am Meer, mit Wolken am Himmel, Spiegelung im Wasser und wenig, das uns im Bild festhält.

Und das, obwohl hier einiges passiert: Die Sonnenstrahlen schiessen über den Wolken durch den Himmel, die Sonne selber ist halb verdeckt von den Wolken, unten links ist ein Fischerboot und gradeaus in der Bucht etwas anderes, vielleicht ein Schwimmer, im Wasser zu sehen.

Aber Bilder wie dieses haben wir alle zu oft gesehen, meist wissen wir sogar, was die Fotografin ablichten wollte und leiden ein wenig mit ihr, weil auf dem Papierabzug einfach nicht ein Hauch der Stimmung aufkommen will, wie sie an diesem Morgen herrschte. Und meistens sagen wir jetzt irgendwas wie „ja, diese herrliche Morgenstimmung!“ und versuchen vom Bild abzulenken, um nichts über die Fotografie selber sagen zu müssen:

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Fischer-Theater:
Bühnenarrangement

Die Bühne der Fischer in Lissabon ist ein schönes Motiv. Für solche Situationsaufnahmen muss man ein Auge, Geduld und schnelle Füsse haben.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Tom Kindler).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild ist im April 09 in Lissabon entstanden. Die einheimischen Fischer auf einer „Welt-Bühne“ auf der linken Seite der Fotograf, im Hintergrund das klein wirkende Schiff auf dem Weg in den Atlantik. Für mich wirkt das Bild wie eine Theateraufführung. Für die Fischer Alltag, für unsereiner ein doch eher seltenes Spektakel.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Tom Kindler:

Zwei Fischer auf dem Quai und ein Tourist mit der Kamera, im Hintergrund der Ozean-Dampfer mit den Kreuzfahrt-Touristen aus aller Welt: Es handelt sich tatsächlich um eine Aufnahme mit vielseitiger Aussage für eine ganze Stadt.

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Ad van Denderen:
Die Ränder des Mittelmeeres

So blau sind die Ränder des Mittelmeeres – der Niederländer Ad van Denderen hat sie in einer groß angelegten Arbeit erforscht.

Ad van Denderen: Saida, Marokko, 2006

Fünf Jahre lang, von 2003 bis 2008, erkundete Ad van Denderen die 17 Länder rund um das Mittelmeer. „So Blue, So Blue – Ränder des Mittelmeers“, so nannte der seine Arbeit, die unter diesem Titel zur Zeit im Fotomuseum Winterthur zu sehen ist.

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