4 zufällige Bildkritiken zum Thema Tourist:
Alle 11 Artikel zum Thema Tourist auf fokussiert.com:
Wenn man ein Motiv in perfekter Symmetrie aufnimmt, sollte diese eben auch perfekt sein. Die Frage ist aber, ob Symmetrie von vorneherein die richtige Entscheidung war.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild entstand im verganenen Herbst in der wunderbaren Stadt Hoi An in Zentralvietnam. Abseits der Touristenpfade kamen wir an diesem Tempel vorbei, der nicht im Lonely Planet stand und außer uns von keinem anderen Reisenden besucht wurde. Welch ein kleines Juwel!
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Daniel Mack:
Bei manchen Aufnahmen möchte ich den Fotografen im Nachhinein schütteln. Weil es ein so sehr anderes, so viel besseres Bild hätte werden können. Dein Foto ist so eines.
Ihr wart also in Vietnam, und Ihr seid an diesem Tempel vorbeigekommen, abseits des Weges. Das sind die die “Fotosafaris”, die ich persönlich liebe. Man findet Dinge, die eben in keinem Reiseführer stehen. Gebäude, Menschen, Situationen… Wenn man sich die Zeit nimmt, diese zu erkunden, sich die Zeit nimmt, eine Aufnahme zu durchdenken, bevor man sie macht, können außergewöhnliche Bilder dabei herauskommen, die zwar Schnappschußcharakter haben, aber auch für andere interessant sind.
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Must-Have-Motive tauchen im Leben jedes Fotografen auf. Das eigene, sich von der Masse unterscheidende Bild davon zu machen, ist der richtige Ehrgeiz.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild ist in meinem ersten gemeinsamen Sommerurlaub mit meiner Freundin entstanden. Wir sind 3 Wochen durch Frankreich gefahren und hatten als großes Ziel die Stadt der Liebe – Paris. Und klar, der Eiffelturm steht auf der “Pflichtliste” für einen richtigen Touristen, nur leider sind immer “fotofanatische” Japaner im Bild, wenn man genügend Abstand hätte, dass der ganze Turm auf dem Bild ist ;) Und ohne hammer Eiffelturm Bild aus dem Urlaub kommen, diese Schmach wollte ich mir nicht geben. Dann dacht ich mir spann ich mein Walimex pro 8mm Fisheye auf meine Nikon D60 und und geh richtig nah ran. Und schon stand niemand mehr im Bild ;) Das Bild ist ein HDR aus drei Bildern mit 15, 25, und 30 Sek Belichtungszeit bei Iso 100. Die Blende weiss ich leider nicht mehr da durch das manuelle Objektiv keine Daten hinterlegt sind. Ich bin richtig froh dieses Bild als Erinnerung an die Stadt der Liebe zu haben ;)
Peter Sennhauser meint zum Bild von Timo Joos:
Der Eiffelturm ist in dieser abendlichen HDR-Farbaufnahme zu sehen – aber anders als gewohnt. Das Querformatbild zeigt den Turm mit weit gespreizten Beinen und trotzdem mächtig hoch in den abendlichen Himmel aufragend. Möglich machte es ein Fisheye-Objektiv.
Es ist bisweilen frustrierend:
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Schnappschüsse sind attraktiv. Sie wirken spontan und erzählen uns oft eine kleine Geschichte. Aber damit sie auch wirken, benötigen sie einen für den Aussenstehenden Betrachter erkennbaren Grund und Bezug.
Kommentar des Fotografen:
Die Möwe, welche anscheinend auf Schaufensterbummel ist, sah ich in Alkmaar in der Nähe des Käsemarkts. Bei der Bildbearbeitung habe ich die Schärfe und die Helligkeit leicht korrigiert. Aufgenommen wurde es im Juli 2011.
Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Ralf Joost:
Ralf Joost hat mit seinem Schnappschuss eine Momentaufnahme eine Situation in einer Stadt aufgenommen. Die Möwe marschiert hier gemütlich, stolz und angstfrei über den Straßenbelag. Diese Situation ist für uns ungewöhnlich, weil normalerweise Vögel ziemlich schreckhaft sind und schnell wegfliegen, wenn man sich nähert.
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Egal, wie das Foto entstanden ist – auch ein spontanes Bild darf nachbearbeitet werden, insbesondere, wenn es unter nicht idealen Lichtbedingungen entstanden ist. Das tut dem spontanen Charakter keinen Abbruch.
Kommentar des Fotografen:
Diese Aufnahme entstand bei einem meiner Fotoexcursionen in Berlin. Hier bin ich in einem Hinterhof in der Brunnenstr. hinein. Alles war voller interessanter Graffiti und auch dieser Aussage: Kein Fotos im Hof und keine Touristen.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Sabina Schöfer:
2009 bin ich mit meinem Sohn zwei Wochen durch Berlin gepilgert, und die ganze Zeit haben wir praktisch nur Graffiti fotografiert. Berlin ist ein Dorado in dieser Hinsicht, wenn auch die betroffenen Hausbesitzer sich meiner Meinung wohl nicht anschließen würden. Dieses Graffiti wäre denn auch für uns mehr als verführerisch gewesen, insbesondere mit der Ironie der Aufforderung, keine Fotos im Hof zu machen.
Fotos dieser Art haben, genauso wie Streetphotography, einen spontanen Charakter – genau das macht den Reiz einer Fotoexkursion ja aus:
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Porträts vor imposanter Kulisse sollten einen Bezug zwischen Porträtiertem und Umgebung aufweisen.
Kommentar des Fotografen:
Das Foto habe ich im Januar auf Mauritius aufgenommen. Mein Bruder wollte ein paar schöne Aufnahmen von sich. Mir gefällt das Bild sehr, ich bedaure aber in der Zwischenzeit, dass ich nicht noch eine Querformat-Version fotografiert habe. Dann hätte ich die Person aus dem Zentrum holen können.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Max Haupt:
Ein junger Mann in Touristen-Outfit sitzt in lockerer Haltung auf schwarzem Lavagestein an einem Meeresufer.
Man könnte hier gleich vorweg bemerken: Wenn sich das Bild in einem einzigen Hauptsatz beschreiben lässt, fehlt wahrscheinlich etwas.
Natürlich liesse sich hier auch noch mehr sagen: Der Mann blickt entspannt irgendwo rechts aus dem Bildausschnitt hinaus, zum Beispiel.
Aber just darin sehe ich ein Problem:
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Ein typisches Urlaubsbild: Für die Fotografin ein wunderbarer Moment, für die Betrachter ein lauer Sonnenaufgang mehr. Kann man das ändern?
Kommentar der Fotografin:
Am Morgen in Mallorca
Peter Sennhauser meint zum Bild von Melanie Steiner:
Es gibt wohl kaum ein typischeres Urlaubsbild als der Sonnenauf- oder Untergang am Meer, mit Wolken am Himmel, Spiegelung im Wasser und wenig, das uns im Bild festhält.
Und das, obwohl hier einiges passiert: Die Sonnenstrahlen schiessen über den Wolken durch den Himmel, die Sonne selber ist halb verdeckt von den Wolken, unten links ist ein Fischerboot und gradeaus in der Bucht etwas anderes, vielleicht ein Schwimmer, im Wasser zu sehen.
Aber Bilder wie dieses haben wir alle zu oft gesehen, meist wissen wir sogar, was die Fotografin ablichten wollte und leiden ein wenig mit ihr, weil auf dem Papierabzug einfach nicht ein Hauch der Stimmung aufkommen will, wie sie an diesem Morgen herrschte. Und meistens sagen wir jetzt irgendwas wie “ja, diese herrliche Morgenstimmung!” und versuchen vom Bild abzulenken, um nichts über die Fotografie selber sagen zu müssen:
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Die Bühne der Fischer in Lissabon ist ein schönes Motiv. Für solche Situationsaufnahmen muss man ein Auge, Geduld und schnelle Füsse haben.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild ist im April 09 in Lissabon entstanden. Die einheimischen Fischer auf einer “Welt-Bühne” auf der linken Seite der Fotograf, im Hintergrund das klein wirkende Schiff auf dem Weg in den Atlantik. Für mich wirkt das Bild wie eine Theateraufführung. Für die Fischer Alltag, für unsereiner ein doch eher seltenes Spektakel.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Tom Kindler:
Zwei Fischer auf dem Quai und ein Tourist mit der Kamera, im Hintergrund der Ozean-Dampfer mit den Kreuzfahrt-Touristen aus aller Welt: Es handelt sich tatsächlich um eine Aufnahme mit vielseitiger Aussage für eine ganze Stadt.
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So blau sind die Ränder des Mittelmeeres – der Niederländer Ad van Denderen hat sie in einer groß angelegten Arbeit erforscht.
Fünf Jahre lang, von 2003 bis 2008, erkundete Ad van Denderen die 17 Länder rund um das Mittelmeer. “So Blue, So Blue – Ränder des Mittelmeers”, so nannte der seine Arbeit, die unter diesem Titel zur Zeit im Fotomuseum Winterthur zu sehen ist.
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Mit Digitalkameras sind zwar farbenfrohe Nachtaufnahmen einfach, bunte Lichter allein aber lassen beim Betrachter schnell Langeweile aufkommen.
Kommentar des Fotografen:
Vor einiger Zeit hab ich ein Portfolio gesehen, in dem Bilder mit ähnlicher Bildkomposition wie bei meinem gezeigt wurden. Ich fand diese Art zu fotografieren einfach atemberaubend und behielt so diese Idee immer im Gedächtnis. Während meines Aufenthaltes in Paris gelang es mir schließlich dieses Foto an einer Kreuzung vor dem Eiffelturm zu machen. Die Fahrradfahrer Ampel schaltete in diesem Augenblick auf Gelb um und mir gefiel die Stimmung so sehr, dass ich schnell versuchte sie einzufangen. Leider ist es mir dabei nicht gelungen den manuellen Fokus auf die Haare des Mannes zu bekommen.
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Sascha Fiedler:
Erst vor kurzen habe ich eine Fotoausstellung besucht, wo eine Fotografin auch Leute von hinten aufgenommen hatte. Sie wollte uns damit zeigen – so habe ich das jedenfalls verstanden – was man sieht, wenn Leute vor Touristenattraktionen fotografiert werden.
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Ein Touristenfoto muss nicht unbedingt perfekt komponiert oder beleuchtet sein; das Wichtigste ist, dass es die Erinnerungen festhält, die Du mit Deiner Reise verbindest.
Kommentar der Fotografin:
Aufgenommen in Victoria, B.C., Kanada, vor einigen Wochen. Ich habe das Bild mit Photoshop bearbeitet und einige störende Köpfe im unteren Bereich wegretuschiert sowie einen Rahmen hinzugefügt.
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Anna-Lena Schleiss:
Ich habe viel über dieses Foto und das, was es repräsentiert nachgedacht, bevor ich mich entschieden habe, etwas darüber zu schreiben. Denn ich halte es für ein Touristenfoto, ein Foto, das für jemanden, der eine Reise gemacht, hat eine schöne Erinnerung darstellt, und mehr nicht. Was aber heisst das, und woran ist es zu erkennen?
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