Beiträge

Fotokunst mit Symmetrie (2/2):
Mandalas

 Wenn man Fotografien ein wenig öfter als nur einmal und in mehreren Achsen spiegelt, entstehen Mandalas: Geometrische Figuren.

Fotografische Mandalas

Hibiskus (©Dierk Topp)

Diese Bilder bestehen aus mehrfachen und gedrehten Spiegelungen. Die Bearbeitung ist komplizierter.
„Mandala (Sanskrit) ist ein figurales oder in der Form des Yantra geometrisches Schaubild, das im Hinduismus und Buddhismus in der Kultpraxis eine magische oder religiöse Bedeutung besitzt. “ (Wikipedia)
Als ich damit anfing, habe ich sehr viele Aufnahmen mit einem möglichen Mandala-Bild im Kopf gemacht. Die Bilder selbst sind deshalb als solche kaum zu gebrauchen.
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Fotokunst mit Symmetrie (1/2):
Gespiegelt

Fotografische Spiegelungen, Reflexionen – es ist nicht so einfach, eine passende Bezeichnung zu finden für diese Art der Bildbearbeitung. Ich möchte zeigen und anregen, was wir weit jenseits der „normalen“ Bearbeitung aus unseren Bildern machen können.

Fotografische Spiegelungen

Blatt auf Naturstein: Es entstehen bei den fotografischen Spiegelungen oft irgendwelche „Gesichter“ © Dierk Topp

In den ersten Bildern wird das Original zwei bis vier mal gespiegelt, im zweiten Teil mit Mandalas noch um ein Vielfaches mehr. Die meisten der hier gezeigten Bilder sind 10 bis 15 Jahre alt.

Die Fotografien sprechen sicher für sich: Weiterlesen

Tutorial Panorama-Fotografie (4/4):
Der Nodalpunktadapter

Aus der Hand ein breites Panorama zu schiessen ist sehr, sehr schwierig. Mit dem Stativ geht’s besser, aber am besten geht es mit Stativ und Nodalpunktadapter.

NPA_Details

Der Nodalpunktadapter (Affiliate-Link) ist ein an sich sehr wichtiges Instrument für die Panoramafotografie. Es wird erst am Ende dieses Panorama-Fotografie-Tutorials erwähnt, weil es zwar theoretisch immer verwendet werden müsste, in der Praxis tatsächlich nur für Panoramen nötig ist, bei denen Objekte sich recht nahe an der Kamera (wenige Meter und näher) vor einem deutlich weiter entfernten Hintergrund befinden; nimmt man z.B. in der Landschaft ein Panorama mit einer Normal- oder gar Telebrennweite auf, wo sämtliche Objekte ziemlich weit vom Kamerastandort entfernt sind, kann man auf diesen Adapter getrost verzichten. Weiterlesen

Tutorial Panorama-Fotografie (3/4):
Zusammenfügen, was zusammengehört

Die digitale Verarbeitung einer Serie von Fotografien zum Panorama kann mit sehr teurer oder mit frei verfügbarer Software bewerkstelligt werden. DIe Korrekturfähigkeiten der Software variiert allerdings stark.

Ein klassisches Gipfelpanorama vom Großen Widderstein im Allgäu, Brennweite 38 mm. © Dietrich Kunze

Ein klassisches Gipfelpanorama vom Großen Widderstein im Allgäu, Brennweite 38 mm. © Dietrich Kunze

Wenn die Belichtung, Fokussierung und Brennweiteneinstellung der Bilder korrekt angewendet worden sind, bleibt eigentlich nur noch der Feinschliff übrig, in dem die Weißabgleichwerte der Bilder harmonisiert und eventuelle Änderungen an Kontrasten, Tonwertkurven u.ä. vorgenommen werden. Deren Parameter sollten bei allen Bildern identisch sein.

Nun folgt endlich die Erstellung des Panoramas aus den Einzelbildern. Dazu benötigt man Software, die genau dieses Ergebnis liefert. Diese Programme werden häufig „Stitchprogramme“ oder „Stitchsoftware“ genannt (stitch – zusammenfügen, zusammenflicken etc.). Weiterlesen

Tutorial Panorama-Fotografie (2/4):
Eine Frage der Wasserwaage

Zum Fotografieren hochauflösender Panoramen ist mehr als eine ruhige Hand gefragt: Die einzelnen Aufnahmen müssen den gleichen horizontalen Ausschnitt und den gleichen NEigungswinkel aufweisen. Unterwegs ist ein Stativ deshalb sehr von Vorteil.

Panorama, dass während eines Ballonfluges über Kitzbühel und dem Wilden Kaiser aufgenommen wurde, Brennweite 26 mm. © Dietrich Kunze

Panorama, dass während eines Ballonfluges über Kitzbühel und dem Wilden Kaiser aufgenommen wurde, Brennweite 26 mm. © Dietrich Kunze

Die im ersten Beitrag dieses Panorama-Fotografie-Tutorials erwähnten Regeln zur Einstellung der Kamera gewährleisten eine durchgängig gleiche Belichtung und Schärfe sowie einen sauberen Anschluss der Aufnahmen.

Eine weitere Anforderung kommt noch hinzu und ist unter Umständen – zumindest am Anfang – die schwierigste: Jede Aufnahme sollte nach Möglichkeit in absolut der gleichen Höhe wie die vorhergehende Fotografie gemacht werden und außerdem mit einer durchgängig identischen Ausrichtung der Kamera in der Horizontalen und der Vertikalen. Weiterlesen

Tutorial Panorama-Fotografie (1/4):
6 Regeln für die Aufnahme

Panorama des Annapurna, Himalaya

Panorama des Annapurna, Himalaya

Die digitale Fotografie hat neben vielen anderen Genres auch der Panorama-Fotografie Vorteile gebracht. Bei der Aufnahme der einzelnen Fotos allerdings gelten immer noch die gleichen Regeln, wie sie schon für Film-Panoramen anzuwenden waren.

Was versteht man unter „Panorama-Fotografie“? Am auffälligsten präsentiert sich ein Panoramabild durch seine extreme Breite, die einen deutlich weiteren Blickwinkel umfasst als ein „normales“ Einzelbild. Für diesen Blickwinkel gibt es keine Grenze, das Maximum ist die Rundumsicht von 360° in der Horizontalen. Dies ist auch in der Vertikalen möglich, ist aber dann auf einem flachen Medium wie einem Papierbild oder einem simplen Digitalbild am Computer nur sehr unvollkommen darstellbar.

Solche Panoramen entstehen aus ganz normalen einzelnen Fotografien, die im Prinzip mit jeder normalen Kamera gemacht werden können. Es ist lediglich notwendig, dass jedes Bild an das vorherige anschließt, indem es das jeweilige Vorgängerbild um ein Stück überlappt (da kann man einen Bereich von 20 bis über 30% wählen). Weiterlesen

Fotografie ist die Kunst der Subtraktion:
Ablenkungen fotografisch eliminieren

Die besten Fotografien funktionieren oft aufgrund dessen, was man nicht sieht, und weniger dank dem, das man darin sieht. Es gibt vor allem drei Methoden, die störende Konkurrenz fürs Motiv schon bei der Aufnahme zu eliminieren.

Kalifornische Poppy

Golden Elegance, California Poppy, Sierra Foothills -Sony a7R II – Sony FE 90mm – f2.8 Macro – 1/200 seconds – F/4 – ISO – 3200 © Gary Hart

Fotografie ist die Kunst der Subtraktion. Angesichts einer komplexen Welt identifizieren und organisieren wir Objekte von visuellem Interesse, und versuchen, alles andere zu eliminieren. Es ist dieser letzte Punkt, dem man beim Fotografieren oft zu wenig Beachtung schenkt.

Die meisten Fotografen haben kein Problem damit, ein Motiv für ihre Aufnahme zu finden – aber viele kämpfen mit der Entscheidung, was sie auslassen sollen. Oder wie sie es weglassen sollen: Weiterlesen

Schwarz-Weiß Fotografie:
Mein digitaler Workflow

Du magst Schwarz-Weiß-Fotografien? In diesem Artikel verrate ich dir meinen Schwarz-Weiß-Workflow – und wie ich ein besserer Schwarz-Weiß-Fotograf geworden bin.

Winter am Teich in Schwarz-Weiß - (c) Darius Kupczak

Winter am Teich in Schwarz-Weiß – (c) Darius Kupczak

„Wenn du Menschen in Farbe fotografierst, dann fotografierst du Ihre Kleidung. Wenn du sie in Schwarz Weiß fotografierst, dann fotografierst du Ihre Seelen,“ ist ein bekanntes Zitat von Ted Grant. Es ist natürlich etwas überspitzt, aber die Grundaussage stimmt schon. Damit ist nicht gemeint, dass Farb-Portraits „falsch“ oder „nicht schön“ sind, sondern dass Farben ein Bild wesentlich komplexer machen.

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Tutorial Streetfotografie (7/7):
Zusammenfassung

Gedanken zu einem schwierigen und auch umstrittenen Thema. Ein siebenteiliges Aufbaututorial mit 25 Bildbeispielen und Illustrationen.

4. Zusammenfassung und Schlußbemerkung

Ich komme nun zum Ende meiner Ausführungen.

Den Eingangsteil im Sinne eines Definitionsversuchs der Streetfotografie hatte ich kurz gehalten. Dies sollte nicht der Schwerpunkt dieses Tutorials sein, zumal dazu von verschiedener Seite bereits viel gesagt wurde.

Ein erster Schwerpunkt ergab sich dann bei den Fallstricken der Streetfotografie, insbesondere bei der potentiellen Verletzung von Persönlichkeitsrechten der auf unseren Bildern Abgebildeten. Ein länderübergreifender Vergleich sollte dieses Kapitel abrunden. Weitere Widrigkeiten benannte ich im Sinne der Verwechslung mit bzw. unzureichenden Abgrenzung gegenüber der Porträt-, Dokumentar- und Pressefotografie. Auch das Abgleiten in Erinnerungsbild und Schnappschuß, kurzum in Trivialität, fand als eine aus meiner Sicht beträchtliche Gefahr für eine anspruchsvoll verstandene Streetfotografie Erwähnung.

Ausführlich war ich dann auf Lösungsansätze eingegangen, insbesondere auf das ´Wann und Wie´ der nötigen Einwilligung, aber auch auf gestalterisch-kompositorische Ansätze, die das Zustimmungsdilemma einzudämmen vermögen. Die Darstellung endete bei der kurzen Erwähnung meines eigenen Ansatzes ´Streetfotografie mit dem Lensbaby´, welchen ich beizeiten noch ausführlicher darstellen will.

Wichtig über die Erwähnung einzelner Lösungsansätze hinaus war mir noch, aufzuzeigen, daß die Streetfotografie trotz ihrer nicht unerheblichen rechtlichen und gestalterischen Herausforderungen auch hierzulande sehr wohl möglich ist. Ich kann mittlerweile jene Unkenrufe, daß „die Streetfotografie unter den hiesigen Verhältnissen eigentlich tot“ sei, fast schon nicht mehr hören. Sie ist es nicht, nämlich tot. Sie wäre es allenfalls, wenn wir wie die Axt im Walde vorgingen und uns nicht ausreichend mit Lösungsansätzen und Alternativen beschäftigten. Bei subtiler Befassung hingegen ist sie nach meinem Dafürhalten quicklebendig und angesichts der nicht unerheblichen gesellschaftlichen Umbrüche unserer Zeit auch notwendig …

 

Tutorial Streetfotografie (6/7):
Abstraktion

Gedanken zu einem schwierigen und auch umstrittenen Thema. Ein siebenteiliges Aufbaututorial mit 25 Bildbeispielen und Illustrationen.

fallstrickeundloesungsansaetze-bild25__Mondaen

3.6 Anschnitte und Abstraktion

Fast schon zum Ende meiner Aufzählung hin sei (last but not least) auf die Möglichkeit hingewiesen, mit Anschnitten von Personen zu arbeiten oder auf die Darstellung von Personen ganz zu verzichten. Es kommt der Einwand, daß das dann keine Streetfotografie mehr wäre? Das sehe ich anders und verweise nochmals auf Punkt 2.2 dahingehend, daß Streetfotografie Aspekte des spontanen Straßenlebens aufzeigen und nicht mit einer Porträtfotografie unter Outdoor-Bedingungen verwechselt werden sollte. Auch die Ferne von Personen, mithin also die Beschränkung auf Objekte oder gar die fotografische Abstraktion, kann indirekt auf die Anwesenheit und Einwirkung von Menschen hinweisen.

Abb. 22: ´Leere Flasche´ (Quelle: Eigenes Portfolio, 2010)Mein Bild ´Leere Flasche´ (siehe dazu auch Abbildung 22) soll dieses Wirkprinzip veranschaulichen. Dort ist zum Aufnahmezeitpunkt kein Mensch, aber die Relikte allein mögen uns wohl den Rest der Geschichte, einschließlich des vormaligen Einwirkens eines Menschen, erzählen.

Abb. 23: ´Straßenmusik´ (Quelle: Marcus Leusch, undatiert)Nochmals möchte ich ein Bild von Marcus Leusch anführen – dieser weist ein vielfältiges und interessantes Streetportfolio auf und hat schon etliche Arbeiten zur Besprechung und Diskussion eingereicht. Diese Bild hier trägt den schlichten Titel ´Straßenmusik´ und wurde hier im April 2014 besprochen (siehe dazu auch Abbildung 23).

Wir sehen auf dem Bild einen doppelten Torso – zwei Hände einer Person und Teile einer Harfe. Mögliche Fallstricke von Wiedererkennbarkeit werden so gemieden und trotz (oder gerade wegen) der Ausschnitthaftigkeit weist das Bild eine starke Dynamik auf.

3.7 Exkurs: Streetfotografie mit dem Lensbaby

Zuletzt möchte ich noch einen Ansatz erwähnen, den ich über die letzten Jahre hinweg entwickelt hatte. Über das Lensbaby und insbesondere über Bauart, Funktionsweise und die nicht ganz einfache Bedienung hatte ich in einem eigenen Tutorial bereits im April 2013 berichtet.

Das Lensbaby eignet sich nach meinem Dafürhalten auch sehr gut für die Streetfotografie. Die tendenzielle Abbildungsschwäche und die weitläufigen Unschärfebereich außerhalb des ´sweet spots´ sind streng genommen Objektivschwächen, werden hier aber im Sinne eines kreativen Gestaltungsmoments nicht nur in Kauf genommen, sondern geradezu gesucht. Die genannten Eigentümlichkeiten erlauben kaum eine derart akkurate Darstellung einzelner Personen, wie wir sie von hochabbildenden Objekten gewohnt sind. Und eben diese Vagheit erweist sich im Sinne unserer heutigen Erörterung, insbesondere der Meidung von Kollisionen mit den Persönlichkeitsrechten der Abgebildeten, geradezu als Segen.

Ich will diesen Ansatz beizeiten noch in einem separaten Tutorial ausführlich vorstellen und mich hier darauf beschränken, nochmals zwei Beispielbilder aus meinem eigenen Portfolio und deren Kommentierung durch Florian Adler vom Magazin ´Schwarzweiß´ anzuführen.

Abb. 24: ´Entfremdet´ (Quelle: Eigenes Portfolio, 2010)Unser Leser hat ein sehr skurriles Foto zur Diskussion und Analyse eingesendet. Da gibt es das verblüffende Wechselspiel aus Realem und Spiegelung, das durchaus zu verwirren vermag. Thomas Brotzler fotografiert ein Sakko in einer Schaufensterauslage. Leicht schräg von der Seite bringt das Sakko eine gewisse formale Spannung. Gut platziert ist auch die Fensterschnittstelle, die, aus der der Mittelachse weit nach links versetzt, das Bild vertikal teilt. Doch nun wird es spannend: Es sind die Spiegelungen in den Scheiben, die das Besondere in diesem Bild ausmachen. Genau beobachtet unser Leser das Motiv und findet den entscheidenden Moment, in dem ein anonymer Mann kleinformatig, scheinbar ins Jackett integriert, zu erkennen ist. Dazu werden auch noch ein Straßenverlauf und Autoparkbuchten sichtbar. Auch die überstrahlten weißen Abgrenzungen im linken Bildteil und dem unteren Bildbereich bewirken eine seltsame Szenerie, die vom Bildautor wirksam und geheimnisvoll anmutend miteinander verbunden werden. Schaufenster, mit ihren Auslagen und vor allem mit ihren Glasspiegelungen, garantieren unendlich viele Motive. Allerdings muß man sich mit ihren sehr konzentriert auseinandersetzen, um wirklich alle Feinheiten und Seltsamkeiten zu entdecken. Vielleicht erreichen die Redaktion in Zukunft weitere Aufmerksamkeit erregende Arbeiten zu diesem Thema.“ (siehe dazu auch Abbildung 24)

Abb. 25: ´Mondän´ (Quelle: Eigenes Portfolio, 2010)Ein weiteres, auf den ersten Blick seltsam anmutendes Foto hat unser Leser Thomas Brotzler eingesendet. Er ist Psychotherapeut und so interessieren ihn Zwischenwelten, auf die er trifft. Diesmal findet er sein Motiv in einer Schaufensterauslage. Das zu beobachtende Wechselspiel aus Schärfen und Unschärfen fasziniert. Aus dem Vordergrund führt eine abgerundete Form in den Bildhintergrund. Daß diese Form nicht scharf gezeichnet ist, stört hier nicht. Vielmehr trägt sie bei zu einem geheimnisvoll anmutenden Bildinhalt. Die Bewegung weist auf zwei Schaufensterpuppen in linken oberen Bildbereich. So ist größtmögliche formale Spannung erzielt und eine eindeutige Ausrichtung des Bildbetrachters. Neben der unscharfen Form, die in den Bildhintergrund führt, fallen die durch Lichtbrechungen in den Schaufenstern ebenfalls unscharf wirkenden Architekturelemente auf. So ist auf eine sehr unwirklich anmutende Welt verwiesen, die ziemlich unkonkret bleibt. Das öffnet natürlich dem Betrachter des Bildes unzählige Assoziationen, die vom Bildautor durchaus angestrebt sind. Es bleibt das Wechselspiel aus realer Welt und verfremdeter Welt. Der Fotograf manipuliert hierbei nicht, sondern greift zurück auf Vorhandenes. Es gibt so manchen Fotografen, der mit komplizierter Verschiebetechnik an der Kamera solche Bildeindrücke manipuliert, um an ähnlich geheimnisvolle Bildaussage zu gelangen, Unser Leser greift bei seiner Auseinandersetzung mit der Welt nur auf Vorhandenes zurück. Und vielleicht liegt gerade hier die Stärke seiner Arbeit.“ (siehe dazu auch Abbildung 25)