Thema: USA

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema USA:


 

Alle 25 Artikel zum Thema USA auf fokussiert.com:

Leserfoto – Statue of Liberty:
Stark reduziert

Sich bei bekannten Motiven auf Details zu konzentrieren bietet neue Perspektiven. Dennoch sollte man bei der Nachbearbeitung auf eben jene auch achten.

(c) Borg Enders

(c) Borg Enders

Hier eine Detailaufnahme eines Amerikanischen Wahrzeichens. Erkennt ihr es oder war die Reduktionauf dieses eine Element zu viel?

Ich finde Details sagen oft mehr über ein Gebäude oder Denkmal aus als das Gesamtbild. Das Gesamtbild nimmt auch in der Regel jeder ähnlich war, wo ein Detail vielleicht nur von einer kleinen Anzahl von Fotografen gesehen wird.

Die Freiheitsstatue ist eines dieser Sujets, die man schon so oft gesehen hat, daß man sie nicht mehr sehen kann; eine einfache Suche auf Google genügt, um dieses zu illustrieren. Sie ist ein Muß auf der Liste eines jeden Touristen in New York City. Meistens wird sie vom Wasser aus in voller Länge dargestellt, oder von Liberty Island aus so, daß der Kopf oder die Fackel in Nahaufnahme zu sehen sind. Sehr selten sieht man Bilder, die sich auf andere Details konzentrieren. Du hast Dich hier auf die Tafel beschränkt, die die Statue in der Hand hält. Diese zeigt das Datum „July IV MDCCLXXVI“, also den Tag der amerikanischen Unabhängigkeit, den vierten Juli 1776.

Wenn man das Foto kompositionell analysiert, stellt man fest, daß sich die Hand und die sich in ihr befindliche Tafel fast perfekt im Goldenen Punkt befinden:

Goldener Punkt

Goldener Punkt

Du hast das Motiv so reduziert, daß es schon fast abstrakt wirkt. Die Schweißlinien laufen strahlenförmig durchs Bild und aufeinander zu (gelb). Diese Geometrie wird durch das runde der Hand etwas aufgelöst. Der einfarbige, dunklere Himmel bildet ein optisches Spiegelbild zum hellen Metall der Statue.

Bestimmende Linien

Bestimmende Linien

Ich persönlich finde es nicht zu stark reduziert, im Gegenteil – es ist einmal etwas anderes. Allerdings hat das Foto ein Problem, das jedoch leicht zu lösen ist. Durch den Aufnahmezeitpunkt und den Winkel, den Du gewählt hast, befinden sich links zwei Schatten, die ich als störend empfinde (gelbe Pfeile).

Problemzonen

Problemzonen

Du spielst hier mit Abstraktion und Linien, wozu die beiden schwarzen Flecken ganz und garnicht passen. Ich hätte sie später entweder wegretouchiert oder das Bild beschnitten:

Möglicher Beschnitt

Möglicher Beschnitt

Wie magisch rückt so auch die Tafel mehr in den Goldenen Punkt:

Vergleichsfoto

Vergleichsfoto

Die andere Frage ist, ob man das Bild so, wie es ist, lassen sollte, oder ob man noch einen Schritt weitergeht und es in Schwarzweiß umwandelt. Die Antwort fällt für jeden verschieden aus, liegt aber natürlich letztlich beim Fotografen. Sie hängt auch davon ab, was mit dem Foto letztlich geschehen soll. Wenn sie nur ein Urlaubsschnappschuß bleiben soll, kann man die Aufnahme so lassen. In einem Artikel über New York hätte sie ebenfalls in Farbe ihren Platz. Sie ist jedoch nicht notwendigerweise etwas, was andere sich an die Wand hängen würden.

Ich habe eine Präferenz für Schwarzweiß und habe sie probehalber entsprechend bearbeitet (Nik Silver Efex Pro in Photoshop mit der Einstellung „Full Spectrum“):

Bearbeitungsvorschlag

Bearbeitungsvorschlag

Durch diesen letzten Schritt verwandelt sich Dein Schnappschuß in einen Kunstdruck, den ich persönlich gerne an der Wand hätte. In dieser Form ein meines Erachtens rundherum gelungenes Foto.

Tim Walker:
Poesie aus dem Kleiderschrank

Gastautor und Fotograf George Eberle stellt uns in unserer Rubrik “Fotografen im Fokus” seinen Lieblingsfotografen vor. Er schreibt über sein Vorbild: “Wenn man sich die Bilder von Tim Walker ansieht, will man glauben, er sei im Wunderland gross geworden, habe schon als Baby die Phantasie mit dem grossen Löffel gefüttert bekommen und etwas zu viel vom Zaubertrank getrunken.”

© Tim Walker

© Tim Walker

Timothy “Tim” Walker wurde 1970 in Devon, England geboren. Während andere Kinder draussen Fangen spielen, begann der kleine Tim im Garten seiner Mutter Szenen zu schaffen und Bilder zu arrangieren. » weiterlesen

Fotografien aus 24 Stunden:
Kunst und künstlerisch

Klick für Legende und Vollansicht. (Bilder keystone)

Klick für Legende und Vollansicht. (Bilder keystone)


Kunst zum Bewundern und Ersteigern und künstlerische Naturspektakel

In der Rubrik “24 Stunden” veröffentlichen wir die besten Pressebilder der vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach fotografischen Kriterien.

Einzig in Mannheim:
Die erste Fotografie der Welt

Es ist eine seltene Gelegenheit: Ausnahmsweise nur ging die erste Fotografie der Welt auf Reisen – Niépces “Blick aus dem Fenster in Le Gras” von 1826. Einzig in Mannheim ist sie nun zu sehen.

Blick aus dem Fenster in Le Gras, Joseph Nicéphore Niépce, 1826

Blick aus dem Fenster in Le Gras, Joseph Nicéphore Niépce, 1826

Am Ende der Ausstellung im Reiss-Engelhorn-Museum wird sie nach Austin, Texas, zurück – zusammen mit anderen Meilensteinen der Fotogeschichte, die in Mannheim ebenfalls bis Anfang Januar 2013 zu sehen sind.

» weiterlesen

Fotografien aus 24 Stunden:
Süss und heiss

Klick für Legende und Vollansicht. (Bilder keystone)

Klick für Legende und Vollansicht. (Bilder keystone)


Süssigkeiten werden produziert, Feste werden gefeiert und ein altes Flugzeug hat ein Makeover erhalten.

In der Rubrik “24 Stunden” veröffentlichen wir die besten Pressebilder der vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach fotografischen Kriterien.

Close Encounters:
Demi-Symmetrie

Symmetrie und Einmittung können auch in der Landschaftsfotografie einmal anders als in Seen-Spiegelungen angewandt werden. Die Frage ist, was man damit bezweckt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Daniel Jesper).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Daniel Jesper).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild ist als Schnappschuss im Urlaub im Monument Valley / USA entstanden. Ich wollte eigentlich die von der Abendsonne beleuchteten Felstürme aufnehmen. Habe zwischendurch dann doch schnell mit geschlossener Blende den Sonnenuntergang in meinem Rücken geknipst, dabei ist dieses eine Bild entstanden, schöner als alle “mühsam” aufgenommenen Bilder.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Daniel Jesper:

Zwei Felstürme in der Prärie ragen in diesem Querformat an den Bildrändern einen Viertel des Bildformats in die Höhe. Sie sind vom goldenen Licht der genau mittig zwischen ihnen untergehenden Sonne leicht überstrahlt und fast nur als Silhouetten erkennbar. Davor liegt eine dunklere Linie der Landschaft, die von einigen Sonnenstrahlen gebrochen wird, darüber ein Himmel, der vom gelrot der Sonne in einem Verlauf ins Hellblau aufgeht.

Symmetrie ist eine problematische Bildkomposition.

» weiterlesen

Joel Sternfeld:
Amerika in Farbe

Mit Joel Sternfeld können wir nun einen weiteren Klassiker der amerikanischen Farbfotografie besichtigen. Sein Gesamtwerk ist in Europa erstmals zu sehen.

Joel Sternfeld: Wet 'n Wild Aquatic Theme Park, Orlando, Florida, September 1980, aus der Serie: American Prospects

Joel Sternfeld: Wet 'n Wild Aquatic Theme Park, Orlando, Florida, September 1980, aus der Serie: American Prospects

Joel Sternfelds Thema ist sein Heimatland Amerika, seine Menschen und Landschaften. In Essen finden wir auch seine bisher unveröffentlichten frühen Fotografien.

» weiterlesen

Werner Bartsch:
Wüstenvögel

Ausrangierte und zwischengeparkte Flugzeuge in der Wüste: Der Hamburger Fotograf Werner Bartsch hat die “Desert Birds”, die Wüstenvögel inszeniert wie Skulpturen.

Werner Bartsch: Cockpit, 2009

Werner Bartsch: Cockpit, 2009

Die Flugzeuglagerplätze im Südwesten der USA sind normalerweise streng abgeschottet. Für Werner Bartsch öffneten sich die Tore. Wir sehen die Bilder aktuell in Hamburg.

» weiterlesen

Markus Klingenhäger/Christin Krause:
Die Ureinwohner Nordamerikas

“Sitting Bull” und “Wounded Knee” – da sehen wir stolze Bilder im Kopf. Markus Klingenhäger hat die heutige Situation der Ureinwohner Nordamerikas untersucht.

Markus Klingenhäger – Holy Rock, aus: DarkWhite

Markus Klingenhäger – Holy Rock, aus: DarkWhite

Die “Native Americans” leben zwischen den Kulturen. Markus Klingenhägers Fotoserie zeichnet ein differenziertes Bild der Indianer jenseits von Klischee und Romantik, aktuell im Berliner C/O zu sehen. » weiterlesen

Brian Ulrich:
Stätten des Konsums

Dark Stores, Dead Malls und Ghostboxes – das sind Begriffe für leerstehende Einkaufsflächen. Der Amerikaner Brian Ulrich fotografiert die verlassenen Stätten des Konsums.


Brian Ulrich, Pep Boys, 2009, copyright Brian Ulrich, courtesy Galerie f 5,6

Brian Ulrich, Pep Boys, 2009, copyright Brian Ulrich, courtesy Galerie f 5,6

George Bush hatte nach dem 11. September 2001 die Amerikaner aufgefordert, durch kräftigen Konsum die Wirtschaft zu stärken und so Treue zum Heimatland zu zeigen. Das war Anstoß für Brian Ulrichs Fotoprojekte. » weiterlesen