Thema: Wien

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema Wien:

Kirchenfotografie: Leerstellen für die FantasieDer alte Zaun: Der Zauber des OrtesStrassenfotografie: Der graue ClownKein Spass: Menschenleer

 

Alle 8 Artikel zum Thema Wien auf fokussiert.com:

Strassenfotografie:
Der graue Clown

Farbe in Schwarz-Weiss – geht das? Manchmal ist es reizvoll, eindeutig bunte Motive in den Köpfen der Betrachterinnen zu schaffen.

Kommentar des Fotografen:

Wien Stephansplatz am letzten des Jahres 2011. Geschossen mit Hasselblad 500cm Sonnar 150mm T-max 100, entwickelt in Rodinal 1:50

Peter Sennhauser meint zum Bild von Gerd L:

Ein Clown sitzt auf einer Bank an einer belebten Fussgänger-Zone, mit auf dem Bauch gefalteten Händen. Hinter der Figur mit Luftballon-Hut sitzen zwei leicht von ihm abgewandte junge asiatische Frauen und essen etwas aus Papptellern. Rings um die Szene strömt das Strassenleben in Schwarz-Weiss und quadratisch, ohne den Unterhaltungskünstler mit irgendwelcher Aufmerksamkeit zu ehren.

Wirklich verblüffend finde ich an dieser Aufnahme, dass sie farbig zu sein scheint, aber eindeutig Schwarz-Weiss ist:

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Kirchenfotografie:
Leerstellen für die Fantasie

Ungleichheit und Leere kann ein Bild mit der nötigen Spannung ausstatten. Zu wenig Information ist selten ein grösseres Problem, zu viel Information schon eher.

Kommentar des Fotografen:

Hallo, Dieses Bild habe ich in der Votivkirche in Wien gemacht, mit einer Nikon D70s, dem Sigma 10-20 (1/30sec und f9) und einem Nikon SB-600. Dass die Säulen nicht symmetrisch zu sehen sind, ist Absicht, liess sich wegen des ungleichen Lichteinfalls aber sowieso nicht vermeiden.

Profi Stuart Schwartz meint zum Bild von Florian Sprenger:

Das ist ein beeindruckendes Bild – ein ungewöhnlich abstrahierender Blickpunkt. Auf jeden Fall handelt es sich um eine grossartige Location. Warum:

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Romantisches Porträt:
Beständige Perfektion à la Newton

Kontinuität von Botschaft, Stil und Atmosphäre: Warum Inszenierung perfekt sein muss.

Kommentar des Fotografen:

Florian Sprengers Bild war die Grundlage für dieses Shooting. Nach seiner Bildbesprechung hier bei fokussiert war er so freundlich, mir die Adresse in Wien zu nennen. Eine Freundin und ein befreundetes Modell aus Wien ermöglichten dann dieses Shooting “on Location” in dieser surrealen Umgebung. Fotografiert habe ich mit einer D80 und dem 24-70 2.8 sowie einem SB-600 auf einem Gorillapod, der die Personen zusätzlich zum Abendlicht ausleuchtete.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Pascal Reis:

Einer der berühmtesten Figuren im historischen Pantheon der Fotografie, nämlich Helmut Newton, schuf Fotos reich beladen mit Stil und Atmosphäre. Zudem, was ebenfalls von großer Wichtigkeit ist, verfügen Newtons Bilder über Kontinuität.

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Sinje Dillenkofer:
Das Innere von Kästen und Boxen

Sinje Dillenkofer zeigt uns Innenansichten von Behältnissen. Aus dem Inneren von Boxen, Kästen und Kassetten sind fotografische Bilder geworden.

Über das Innenleben von Damenhandtaschen zum Beispiel gibt es mehr oder weniger ernst gemeinte Untersuchungen. Die Behältnisse oder “Cases”, so der englische Titel von Sinje Dillenkofers Serie, enthalten dagegen nichts mehr. » weiterlesen

Der alte Zaun:
Der Zauber des Ortes

Die Faszination einer Örtlichkeit kann selten mit einer “Abbildung” ausgedrückt werden. Sie verlangt nach einer kreativen statt einer technischen Annäherung.

Kommentar des Fotografen:

Der Wiener Südbahnhof wird in einem riesigen Bauprojekt zu einem Hauptbahnhof um und ausgebaut. Daher verschwinden im Kilometerumkreis sämtliche Einrichtungen um dem neuen Projekt Platz zu machen. Auf einer Tour im Abrissgebiet bin ich auf diese Szene gestossen. Ich war fasziniert von diesem alten Holzzaun mitten in der Stadt, dem leeren Platz und dem dramatischen Himmel. Kurzerhand hab ich mich um den Helligkeitsunterschied auszugleichen für ein HDR (mein erstes) entschieden, aufgenommen mit voller Belichtungsreihe der Nikon D300.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Matthias Matthias Kodym:

Es sind kleine Dinge, die vielfach den Zauber eines Ortes ausmachen. An Baustellen sind es häufig die Überreste der Vergangenheit gleich neben den Löchern, aus denen die Zukunft wachsen soll. Du wolltest in Deinem Bild den Zaun vor dem seltsam leeren Platz im Stadtzentrum und unter dem dramatischen Himmel als solches Mahnmal der Vergangenheit würdigen. Das ist Dir aus verschiedenen Gründen nur teilweise gelungen:

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Kein Spass:
Menschenleer

Bisweilen muss ein Motiv, um seine volle Wirkung entfalten zu können, inszeniert und allenfalls sogar (mit Menschen?) angereichert werden.

Kommentar des Fotografen:

Ich gab dem Bild den Titel “No Fun!”. Bei dem Gebäude handelt es sich (wahrscheinlich) um eine Schießbude im Wiener Prater, die im Winter natürlich geschlossen ist. Besonders fasziniert haben mich die zur Umgebung kontrastierenden, starken Farben und der künstliche, blaue Himmel – der einzige Himmel, der an diesem Tag zu sehen war.

Peter Sennhauser meint zum Bild von S.F.:

Was fällt hier als erstes auf? Mir als fotografisch interessiertem Betrachter sticht zunächst die Vignettierung (der abgedunkelte Rand des Bildes, vielfach verursacht durch das Objektiv) ins Auge. Ich frage mich unweigerlich, was Du damit ausdrücken willst – denn dass der Effekt bewusst verursacht oder zumindest stehen gelassen wurde, ist offensichtlich.

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David Rubinger:
Das Auge Israels

Der Staat Israel feiert 60. Geburtstag und David Rubinger war von Anfang an als Fotograf mit dabei. Seine Bilder aus 60 Jahren machen ihn zum “Auge” der Geschichte Israels.

David Rubinger: Blockade Jerusalem
David Rubinger, 1948: Wasser war eine sehr rare Ressource im belagerten Jerusalem. Zur Bildgalerie

Unter dem Titel «Israel. 60 Jahre – 60 Bilder. Aus David Rubingers Fotoarchiv« zeigt das Jüdische Museum Wien bis 26. Oktober in seiner Außenstelle am Judenplatz die Ausstellung. Jedes Jahr der 60-jährigen Geschichte wird mit ausgewählten Fotos schlaglichtartig beleuchtet. Alle Fotos stammen vom 1924 in Wien geborenen David Rubinger, einem der bedeutendsten Pressefotografen Israels. Rubinger war fotografischer Zeuge der Geburt Israels und begleitete den Staat auf seinem Weg in die Gegenwart.

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Spencer Tunick:
Nackte Masse im Stadion

In Wien hat Spencer Tunick eine seiner Massen-Fotosessions mit Nackten im Fussballstadion abgehalten. Die Bilder der geladenen Pressefotografen.

Spencer Tunick in Vienna: Nackte im Ernst Happel-Stadion in Wien
Tunick-Shooting mit Nackten im Wiener Ernst-Happel-Stadion, Austragungsort des Euro 2008-Finals. (Bild Keystone / Lilli Strauss)

Persönlich finde ich zwar, der Kniff nutzt sich langsam ab. Massenhaft nackte Menschen an ungewöhnlichen Orten haben wir jetzt gesehen – aber Spencer Tunick kann wohl nicht mehr aufhören.

Und zur Euro hin hat er am Sonntag im Wiener Ernst-Happel-Stadion eine Vision entworfen, wie Fussballspiele aussehen werden, wenn die Sicherheitsmassnahmen noch strikter werden… Bildstrecke vom Shooting