Mut, Frechheit, Offenheit

Wie kommt man in Alltagssituationen zu besseren, ungewohnten Bildern? Unter anderem durch drei Voraussetzungen: Überwindung, Offenheit und Vertrauen.

ImageFast Alles ist doch schon irgendwann mal fotografiert worden. Wie also kommt man doch zum überraschenden Bild, das „funktioniert“?

Mit ständigem Streben nach neuen Perspektiven, Standpunkten und Bildkompositionen. Manchmal gehört etwas Mut dazu, manchmal eine Portion Frechheit, und manchmal auch nur geduldige „Modelle“ – oder ganz einfach Vertrauen.

Diese Bilder sind auf meinem letzten Fotokurs in Schweden entstanden:

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Hier das „Making Of“:

1) Meine Gäste wollten mal nicht mehr fotografieren, sondern eine spannende Geschichte ausprobieren: Einen Hochseilgarten in den Bäumen Schwedens. Ich machte trotz latenter Höhenangst gute Miene zum bösen Spiel und wollte entspannt zusehen. Doch dann wurde mir aufgetragen, Bilder der Teilnehmer in dem Hochseilgarten zu schiessen, wenn er denn schon mal dabei ist.

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Es sollten allerdings nicht die üblichen Bilder vom sicheren Boden aus sein….

Das Thema lautet „Mittendrin satt nur dabei“, das kenne wir ja schon irgendwo her.

Etwas mulmig war mir schon, aber einmal oben und hinter der Kamera, blieb von der Angst nichts mehr übrig.

Es entstanden gute Aufnahmen von unvergesslichen Momenten, und ich war um eine Erfahrung reicher…und vielleicht um eine Angst ärmer.

2) Nach dieser Aktion brauchten wir alle eine Stärkung, doch auch dies ging nicht an unseren (gläsernen) Linsen vorbei. Wir wollten dem Maître über die Schulter schauen und brauchten auch dafür eine erhabene Position.

ImageNormalerweise lassen sich Köche ja ungern bei der Arbeit zu- oder gar in den Topf gucken, doch durch etwas Engagement und ein paar heitere Sprüche kommt meist eine gute Stimmung zustande – und folglich auch gute Bilder.

Fotografieren heisst nämlich auch mit Menschen umgehen und kommunizieren. Die Steifheit eines Kameraopfers verfliegt nur zu schnell, wenn es mit dem Fotografen in eine – wenn auch nur flüchtige – Beziehung tritt.

3) Womit wir schon bei der dritten Aufnahme sind.

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Hier bedurfte es eines geduldigen (Amateur)-Models, welches dem Fotografen gut gesonnen war und sein Vertrauen genoss.

Denn gegen den Wanderstiefel hätte das Objektiv bei einer unbedachten Bewegung oder steigender Ungeduld klar verloren. So aber kam ein kleines Outdoorshooting zustande.

Das Fazit der kleinen Anekdotensammlung:

Es lohnt sich, mit offenen Augen durch die gewohnte Umgebung zu streifen und nach Möglichkeiten Ausschau zu halten, auch wenn sie vielleicht mal Überwindung kosten; die Situation schon vor der Aufnahme zu analysieren und gegebenfalls zu beeinflussen, und dabei selber ein offenes, zugängliche Wesen an den Tag zu legen, um zu guten Bilder aus etwas anderen Blickwinkeln zu kommen.

Um die Sinne für neue Ideen zu schärfen, hilft es auch, sich gut fotografierte Kataloge (z.B. von Jack Wolfskin,Fjällräven,Peak Performance etc.) zu den entsprechenden Themen anzusehen. Denn das Hirn kann nur aus einem bekannten Erfahrungsschatz schöpfen und je größer dieser ist, um so mehr Material hat die eigene Kreativität zur Verfügung.

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