„A day in a life“ – Serienfotos

Viele Bridge-Kameras haben eine zeitgesteuerte Serienbild-Funktion, um beispielsweise das Erblühen einer Blume aufnehmen zu können. Eine interessante Funktion mit Tücken.

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Ein Herbsttag, später Nachmittag… (Bild: W.D.Roth)

Bei Bridge-Kameras findet sich mitunter eine Funktion im Menü, mit der man beispielsweise alle 1 bis 99 Minuten ein Foto machen kann, und davon dann wiederum bis zu 99 Stück. Stellt man einen Rhythmus von 15 Minuten ein, kann man so 24 Stunden aufnehmen – einen ganzen Tag von Mitternacht bis Mitternacht.

Tückisch kann dabei so einiges sein. Zunächst einmal saufen manche jener Kameras wie die Löcher, die von mir benutzte Minolta 7Hi zeigte beispielsweise eigentlich ständig eine Batteriewarnung. Diese 24 Stunden aus einem Batteriesatz zu betreiben, klingt anspruchsvoll. Doch dieses Problem stellte sich als harmlos heraus: Der Akkusatz hielt!

Schwieriger sind schon Belichtungsautomatik und Autofokus. Erstere ist zwingend notwendig, doch letzterer kann gewaltige Probleme machen, wenn er im Dunkeln zu langsam reagiert – bei Kompaktkameras ja nichts Ungewöhnliches. Dann gibt es unscharfe Bilder.

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Die meisten arbeitenden Menschen bekommen derartige Sonnenuntergänge gar nicht mit… (Bild: W.D.Roth)

Ebenso, wenn man manuellen Fokus einstellt, aber die Kamera bei jedem Bild den Wert neu auf irgendeinen Mittelwert setzt: dann sind Aufnahmen am Tag dank geschlossener Blende noch scharf, doch in der Nacht werden die Bilder mit offener Blende unscharf.

Dass man den Weißabgleich fest auf Tageslicht einstellen sollte und nicht auf Automatik, ist auch klar – sonst geht viel der im Laufe des Tages wechselnden Lichtarten verloren.

So verlockend es erscheinen mag, den Lauf der Sonne mit aufzuzeichnen: das geht nur genau einmal, denn Kompaktkameras haben keinen Verschluss und die Sonne ist nachher fest in den Sensor einbelichtet. Vielleicht der Grund für die Beliebtheit dieses Modus bei Kompaktkameraherstellern: er kurbelt bei unbedarften Kameranutzern das Geschäft an.

Bei DSLRs, wo dieses Problem nicht existiert, findet sich dagegen leider kaum ein solches Programm (die Nikon D200 ist eine der Ausnahmen; Sonnenuntergang in San Francisco als GIF-Animation – © P. Sennhauser).
Mitunter kann man allerdings mit Software und einem Notebook nachhelfen, dazu ein andermal. Ebenso stellt sich die Frage, wie man die Einzelbilder zu einem Film zusammensetzt, auch dies sei ein anderes Mal Thema.

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Feierabend… (Bild: W.D.Roth)

Schließlich ist es nicht unproblematisch, eine Kamera für 24 Stunden aufzustellen. Am Tag kann sie von der Sonne überhitzt werden, auch regnen soll es hierzulande ziemlich häufig, und manchmal stehen dann auch plötzlich zwei Kameras da…

Stellt man sie deshalb lieber in Innenräumen auf, so ist ein Fenster zu öffnen – und prompt fror bei eigenen Versuchen auch mal das Objektiv zu – es bereifte. Dennoch sind die an einigen Wintertagen ohne großen Aufwand entstandenden Bildreihen interessant geworden.

5 Kommentare
  1. Wolf-Dieter Roth sagte:

    @Nam: Ja, mit Quicktime Pro. Das ist da recht gut drin. Dabei mochte ich Quicktime ursprünglich gar nicht, weil es sich so massiv bei Windows einklinkt.

    Ob es Freeware gibt, die das tut, und auch noch für PC und nicht Mac, weiß ich jetzt nicht.

    Antworten
  2. Nam sagte:

    Hi
    ich hab mal ne Frage
    mit welchem Program hast du sie zusammengefügt?
    Quicktime Pro?
    Gibt es noch andere Freeware alterernativen?

    Antworten

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  1. […] Sollte das allerdings nicht klappen, dann ergeben sich interessante Zeitrafferaufnahmen, für die man den Gigapan-Roboter auch programmieren kann – obwohl viele Kameras das ja auch so können. […]

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