Videos aus Fotos und umgekehrt

Kompaktkameras mit ihren Videofunktionen sind dem ernsthaften Fotografen meist ein Greuel. Doch manchmal kann es sinnvoll sein, aus einer Fotoreihe ein Video zu machen. Wie geht das?

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Wolken am Nachmittag… (Bild: W.D.Roth)

Wenn man mit seiner Kamera Serienbilder gemacht hat, kann man diese anschließend in einem Bildbetrachter wie ACDSee mit der Funktion „Diashow“ ansehen, um einen Zeitrafferfilm zu erzeugen. Weitergeben kann man so eine Diashow jedoch nicht vernünftig.

Manche Kameras bieten es auch an, aus den Serienbildern nachträglich einen Zeitraffer-Videofilm zu erzeugen. Die Minolta 7Hi bietet beispielsweise die Erzeugung einer .mov-Datei an, die man dann mit Apple Quicktime betrachten kann.

Allerdings ist diese Funktion nur bedingt nützlich, zumal die Gefahr gesteht, genau in diesem Moment nach der Beendigung der Aufnahmen ein Akkuproblem zu erleiden und die Daten zu verlieren: die entstehende Datei wird sehr groß und ist absolut nicht mehr internettauglich, wenn man die Auflösung der Kamera nicht reduziert. Tut man dies und schaltet auf beispielsweise 640 x 480 Pixel herunter, verschenkt man wiederum die Chance auf beeindruckende Einzelbilder hoher Auflösung. Was also tun?

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Eine Minute später…als Foto ist kaum ein Unterschied erkennbar… (Bild: W.D.Roth)

Nun, Apples Quicktime ist weit mehr als ein reiner Videobetrachter. Es ist als Quicktime Pro auch ein kleiner Videoeditor, mit dem man .avi in .mov wandeln kann, oder umgekehrt, und dabei auch die Komprimierung steigern kann. Man kann auch Anfangs- und Endpunkt solcher Kameravideos neu setzen und langweilige Teile herausschneiden.

Richtige Videoschnittprogramme wie Pinnacle Studio sind hierzu zwar prinzipiell noch besser geeignet, scheiden aber auf Grund des Aufwand-
Nutzen-Verhältnisses aus, zumal sie nicht alle von Digitalfotokameras gelieferten Formate direkt bearbeiten können – .mov wird man hier beispielsweise vergeblich suchen. Für Quicktime Pro muss man dagegen nur 30 US-Dollar für einen Lizenzschlüssel zahlen, der die Edit-Funktionen in der bereits installierten normalen Quicktime-Version freischaltet.

Das Ergebnis kann man hier sehen: Die zwischen den Fotos abgelegten Videos werden durch die starke Komprimierung zwar grobkörniger und farblos, doch die Originaldateien mit mehr als 10 MB wären für das Internet völlig ungeeignet. So ließen sich dagegen selbst rund 1000 ausgewählte Fotos und Videos einer drei Wochen langen Reise in für den Besucher akzeptabler Form auf weniger als 100 MB Speicherplatz
präsentieren.

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…wieder eine Minute später (Bild: W.D.Roth)

Doch Quicktime (Pro) kann noch mehr: Insbesondere mit seinem eigenen Format .mov ist es das optimale Programm zur Bearbeitung. Denn .mov ist eigentlich nur eine simple Aneinanderreihung von .jpg-Bildern. Somit kann man mit Quicktime Pro sehr leicht aus einem .mov eine .jpg-Serie machen – oder umgekehrt.

Man kann also die Bilder in voller Auflösung aufnehmen, dann mit der Stapelverarbeitung eines Bildbearbeitungsprogramms beliebig verkleinern, mit Copyright versehen etc., und dann mit Quicktime Pro zu einem Video zusammenführen. Ergebisse finden sich beispielsweise hier.

Zwar muss der Betrachter dann Quicktime installiert haben, um etwas zu sehen. Doch ist dieses heute durchaus verbreitet – spätestens ein Ipod schleppt es mit dem für den Apple-Spieler notwendigen Itunes ohnehin zusammen als Bundle auf jeden PC. Formate wie Animated GIF sind dagegen für Videos weniger geeignet, weil sie nur 256 Farben und eine schwache Kompression kennen – und viele Webnutzer die Animationen in GIFs aufgrund des Werbebombardements abgeschaltet haben.

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…in den Einzelbildern ist die Wolkenbewegung jedoch längst nicht so gut erkennbar wie in einem Film (Bild: W.D.Roth)

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