Robert Lyons: Dunkelkammer ist Meditation

Der amerikanische Fotograf Robert Lyons lebt und arbeitet in Berlin und Massachusetts. In den letzten Jahren hat er viel über Afrika gearbeitet und publiziert. Sein neuestes Projekt dreht sich rund um das Holocaust-Mahnmal in Berlin. Gegenüber der digitalen Fotografie zeigt er Vorbehalte.


Robert Lyons: Another Africa

Jörg Colberg veröffentlichte in seinem Weblog Conscentious ein Gespräch mit Robert Lyons, der an der Berliner Ostkreuz-Schule für Fotografie und Gestaltung als Dozent arbeitet. Er unterhielt sich mit ihm (in englischer Sprache) über verschiedene Themen – über die Afrika-Projekte, über das Mahnmal-Projekt oder auch darüber, wie groß Foto-Prints sein sollten.

Zum Unterschied zwischen der amerikanischen und der deutschen Fotokunst sagte Robert Lyons:

„Ja, die deutsche Fotografie ist anders als das, was man in den USA findet, schon in der Ausbildung und konsequenterweise in den Werken selbst. Es gibt eine lange Tradition sowohl des „dokumentarischem Stils“ als auch des konzeptionellen Denkens (in Deutschland). Ich finde, dass die Bildvorstellung hier zu oft vom Intellekt gesteuert wird und zu wenig aus dem Zentrum der Emotionen heraus. Das ist in den USA anders.“

Er äußerte sich auch zur digitalen Fotografie:

Colberg: Ich frage mich oft, was das Digitale wirklich auf den Tisch bringt. Wenn digitale Fotografie nur ein anderer Weg ist, Fotos zu machen, bin ich mir nicht sicher, ob das die ganzen Diskussionen wert ist (es sei denn, du bist ein Kamerahersteller und willst deine Geräte verkaufen). Ich denke, es wird dann interessanter, wenn wir uns fragen, wie die digitalen Technologien die Fotografie erweitern. Wie denkst du darüber?

Lyons: Das Digitale ist für einen Künstler ein anderes Werkzeug. Ich habe Vorbehalte gegenüber der digitalen Aufnahme, aber ich denke, für die Drucke, für Bücher etc. ist das ein tolles Werkzeug. Aber es ist einfach anders als analog … das Gefühl, das Aussehen… Ich bin eher daran interessiert, die Stärken des Analogen aufzuspüren und auszugraben. Es gibt da die spezielle Magie der chemischen Prozesse in der Fotografie, wenn in der Wanne langsam das Bild auf dem Abzug erscheint oder auch bei der Filmentwicklung. Aber für die Generation, die nur C-Prints aus automatischen Maschinen kennt, scheint die digitale Technik unzweifelhaft einen Sprung darzustellen Die Prozesse in der Dunkelkammer sind für mich gleichbedeutend mit einer meditativen Erfahrung…

Hier ist die ganze Unterhaltung mit Lyons nachzulesen
Die Webseite von Robert Lyons mit seinen Bildern – auch vom Projekt Mahnmal.

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