Jungbäuerinnen:
Kalender-Fotografie hat Zukunft

Erinnert sich noch wer an die „Lederhosenfilme“ der 70er? Erotik im pieksenden Stroh ist noch immer eine Marktlücke. Und die Fotografie der Kalender junger Bauern sogar preisverdächtig.

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Gefährliches Picknick: Der Mähdrescher wendet gerade zur zweiten Runde… (Bild: Österreichische Jungbauernschaft)

Es gibt so einige „Klassiker“, Fotokalender, die eher im Spind und in der Autowerkstatt hängen als im Wohnzimmer. Der legendäre Pirelli-Fotokalender ist so ein Kultobjekt – und seit dem Jahr 2001 auch der „Jungbauernkalender“ – der eigentlich eher ein Jungbäuerinnenkalender ist, die Jungbauern kamen erst 2002 dazu.

Gedacht war er ansich einst, um junge Männer für den Beruf des Landwirts zu animieren begeistern. Selbstverständlich unter falschen Versprechungen – denn auf den Bauernhöfen räkeln sich keineswegs Blondinen und warten auf ihren Bauern.

Vielmehr ist es für die Landwirte umgekehrt sehr schwer, heute noch eine Frau auf den Hof zu locken, wo die doch lieber einen Porsche als einen Fendt in der Garage sehen will, obwohl der doch größer ist und viel mehr PS hat.

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Gibt ein nettes Tattoo auf dem Rücken, wenn sie sich lasziv anlehnt… (Bild: Österreichische Jungbauernschaft)

2001 erschien in Österreich zum ersten Mal die „Girls-Edition“ – die Auflage von 2.000 Stück war innerhalb von nur drei Tagen ausverkauft. 2002 wurde die Auflage auf 5.000 Stück Jungbäuerinnenkalender und 3.000 ) Jungbauernkalender erhöht. Laut dem Herausgeber, der Österreichischen Jungbauernschaft:

Zeichen für das neue Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl der jungen Bäuerinnen und Bauern und Symbol für den grundlegenden Wertewandel der Branche

2006 folgte als dritte Geschmacksrichtung die „Bayern Girls-Edition“, die die Fotografin Cathrine Stukhard in Szene gesetzt hatte. Im Vorjahr hatte der Kalender beim 36. Internationalen Kodak Fotokalenderpreis in Stuttgart mit dem Konzept von Elfie Semotan in der Kategorie «Internationaler Kalender« die Bronzemedaille gewonnen. Der Preis wird gemeinsam mit dem Graphischen Club Stuttgart, der Kodak GmbH und dem Wirtschaftsministerium Baden–Württemberg verliehen.

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Laien vor der Kamera? (Bild: Österreichische Jungbauernschaft)

2007 durften die beiden jungen Künstler Luise Hardegg und Marcel Schnellinger an die Kameras, für den nun präsentierten Jungbauernkalender 2008 zeigt Oliver Gast seine Models betont plastisch. Das laufende Shooting hat für ihn nicht zuletzt den Reiz:

…dass hier Laien vor der Kamera stehen. Das stellt ganz andere Anforderungen an einen Fotografen als die Arbeit mit Profis. Die zwischenmenschliche Ebene ist viel präsenter und der persönliche Kontakt mit den Models tritt in den Vordergrund.

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Sags mit Blumen… (Bild: Österreichische Jungbauernschaft)

Der Jungbauernkalender 2008 ist für 25 Euro plus Versand bestellbar – es gibt allerdings nur noch österreichische Jungbäuerinnen und -bauern, die deutschen Jungbäuerinnen sind schon vergeben.

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