Test Colorvision Spyder2express II/II: Ein Mausklick zur Kalibrierung

9 Kommentare
  1. Avatar
    Peter Sennhauser sagte:

    Ich seh das so:
    Die Fehler deines Bildschirms werden nicht in die Datei eingerechnet, sondern nur in die Ausgabe der Datei, also nur in das Bild des Monitors, den Output – Deine Software arbeitet weiter mit den absoluten Werten. Erst dadurch fallen deine Korrekturen – der Input – relativ zu den absoluten Farbwerten korrekt aus. Ohne das Profil arbeitest Du höchstpersönlich die Fehler Deines Monitors in die Datei hinein, weil Du statt relativ zu den absoluten Farbwerten relativ zum völlig falschen Bild des Monitors korrigierst!
    Es ist also genau anders rum als Du vermutet hast: Die Datei hat immer die absoluten Werte. Aber damit diese Werte auf verschiedenen Geräten in den richtigen (mit einem Colorimeter messbaren) Farben ausgegeben werden, müssen die individuellen Fehler jeden Geräts bekannt sein und bei der Ausgabe durch ein individuelles Profil korrigiert werden. Umgekehrt müssen Input-Geräte wie Scanner oder Kameras ihr Profil der Datei mitgeben, damit die Software weiss, welche Korrekturen sie an den falschen Werten in der Datei vornehmen muss.
    Monitore sind besonders kritisch, weil sie gewissermassen keine reinen Ausgabe-Geräte sind, sondern Dein Input in die Datei von ihrem Output abhängt. Wenn also der Monitor grün als rot zeigt, wirst Du den falschen Regler in der Farbkorrektur der Software verschieben – und damit die absoluten Werte der Datei versauen. Wenn aber die Grafikkarte mit einem Profil dafür sorgt, dass du grün als grün und rot als rot siehst, wirst Du den richtigen Regler im richtigen Mass verschieben und die richigen Anpassungen an der Datei vornehmen – unabhängig davon, wie sehr die Grafikkarte die absoluten Werte der Datei auf dem Weg zum Monitor verfälschen musste, damit sie dort korrekt angezeigt werden.

    Antworten
  2. Avatar
    M. sagte:

    @Peter: Danke für die prompte Rückmeldung. Ich muss gestehen, ganz klar wird es auch mit deinem Link nicht. Ich profiliere den Bildschirm, damit ich mit den „absoluten“ Farben arbeiten kann. Die Colormanagement-Software (ich nehme mal an, der Treiber der Grafikkarte) mit Hilfe des Monitorprofils in die Farben des Bildschirms übersetzt. Ich will ja eben nicht, dass die Farbfehler meines Bildschirms ins Bild gerechnet werden.
    Ein Beispiel: Das Bild liegt im Farbraum sRGB vor. Ich bearbeite es als sRGB und will es auch als sRGB speichern, und auf jedem kalibrierten und profilierten Bildschirm soll das Bild vernünftig aussehen. Nun sollte das Bild im Internetbrowser genauso aussehen wie in der Bildbearbeitungssoftware, warum braucht jetzt der Bildbetrachter keine „Übersetzung“, wohl aber die Bildverarbeitungssoftware? Es reicht doch völlig, wenn das Bild mit seinen absoluten Farbwerten bearbeitet und gespeichert wird, und die „Übersetzung“ in den Farbraum des Bildschirms die Grafikkarte, in den Farbraum des Druckers der Druckertreiber und in den Farbraum des Belichtungsdienstes das System des Belichters übernimmt.
    Wenn ich meinen Scanner oder meine Kamera profiliert hätte, würde ich mit deren Profilen die Farbfehler von Scanner und Kamera aus den Bildern herausrechnen. Warum sollte ich nun die Farbfehler des Bildschirms hineinrechnen (das übernimmt doch schon der Grafiktreiber), wenn das Bild später auf ganz anderen Bildschirmen angezeigt oder andernorts ausgedruckt werden soll?

    Antworten
  3. Avatar
    Peter Sennhauser sagte:

    @ M: Du willst ja mit den Programmen Deine Bilder nicht nur korrekt darstellen, sondern bearbeiten – und dann korrekt, das heisst den Standards eines Farbraums entsprechend, abspeichern. Dazu muss Deine Software wissen, inwiefern Dein Monitor von diesen Standards abweicht – und diese Information steckt im Profil und wird von der Software „zurückübersetzt“ in die absoluten Farbwerte. Die Druckerei/der Belichtungsdienst etc. übersetzt die absoluten Werte dann wiederum auf die für ihre Geräte korrigierten relativen Werte, mit denen die exakt identischen Farben (und, damits noch komplizierter wird, allenfalls in einem anderen Farbraum) ausgegeben werden.

    Antworten
  4. Avatar
    M. sagte:

    Wozu brauchen Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop das durch den Spyder erstellte ICC-Profil (einen entsprechenden Hinweis gibt auch die Colorvision-Software)? Für die korrekte Darstellung ist doch allein die Grafikkarte zuständig, die das ICC-Profil nutzt. Für die passende Darstellung sollte der Grafikkartentreiber sorgen – betriebssystemweit, unabhängig von der Anwendungssoftware.

    Antworten
  5. Avatar
    Wolf-Dieter Roth sagte:

    a) mit den teureren Versionen geht das

    b) man braucht Gamma 1,8 aber nur für Print CMYK am Mac. Nicht generell. Auskunft des Herstellers (übrigens ein schweizer Unternehmen), der es als großen Irrtum betrachtet, wenn ale Mac-User auf 1,8 kalibrieren..

    In ein paar Tagen werde ich auch die TV-Version des Geräts vorstellen (ja, das gibt es auch).

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Vergleich zu Spyder 2 wurde bei Spyder 3 der Sensor verbessert: Er ist nun vier mal so lichtempfindlich, womit eine […]

  2. […] fokussiert.com: Test Colorvision Spyder2express II/II Ein Mausklick zur Kalibrierung […]

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.