Lawrence Schiller: Monroe nackt und andere Schätze

Die Münchner Galerie „f 5,6“ zeigt erstmalig die Fotografien von Lawrence Schiller: Unter anderem Marylin Monroe, nackt.

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Lawrence Schiller: Color 3 Frame 18, 1962

Schon immer waren Fotos von Marilyn Monroe etwas besonderes. Selbst 45 Jahre nach ihrem Tod haben sie nicht an Bedeutung verloren: Immer wieder tauchen neue Bilder auf, die einst auf Titelblättern großer Magazine prangten, um dann für Jahrzehnte zu verschwinden.

Erst vor einigen Jahren sorgte eine Marilyn-Ausstellung der „verlorenen“ Fotografien von Bert Stern für Aufsehen, nun werden die Bilder von Lawrence Schiller aus der Versenkung geholt.

Der Amerikaner Schiller galt in den Sechzigerjahren als einer der populärsten und gefragtesten Fotografen weltweit. Die Monroe fotografierte er zwei Mal: 1960 und 1962, kurz vor ihrem Tod. Und wie alle anderen, die mit ihr zusammengearbeitet haben, war auch er begeistert von ihrer Art, ihrer Präsenz vor der Kamera und ihrer Natürlichkeit. So entstanden die ersten Aufnahmen auf denen Marilyn ganz nackt zu sehen war: In der damaligen Zeit ein Skandal.

Den Bildern sieht man den Spaß an, den Fotograf und Model miteinander hatten. Ungezwungen, entspannt, geradezu kindlich fröhlich agiert die große Monroe vor Schillers Kamera. Das gute Verhältnis zwischen den beiden ist nicht zu übersehen.

«Marylin war scheu und unsicher. Wenn die Kameras rollten, ob still oder laufen, erwachte sie zum leben. Das «dumme Blondchen« war eine komplette Performance. Sie konnte es an- oder ausstellen. Ich erinnere mich, dass ich einmal mit ihr vom Parkplatz in die Garderobe lief. Sie hatte so eine übergroße schwarz-weiße Strickjacke an. Ihre Stimme war sehr leise und wir redeten darüber, was sie am Nachmittag so unternehmen wollte. Ein paar Typen kamen um die Ecke gebogen und liefen auf uns zu. Mit einem Schlag wurde sie zur Marylin Monroe, dem «dummen Blondchen. Ihre Schultern und ihr Gesicht veränderten sich, und als sie vorbei liefen, drehte sie ihr Gesicht über ihre Schulter und lächelte ihr berühmt kokettes Lächeln – sie spielte ihnen zu, denn sie wusste, sie wollten die «Marylin Monroe« sehen. Aber im richtigen Leben war Marylin nicht das sexy dumme Blondchen ihrer Filme. Sie war eine professionelle Geschäftsfrau. Sie wusste, um was es ging; sie wurde von genug Lastern in ihrem Leben überfahren und hatte überlebt«

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Lawrence Schiller: Roll 9 Frame 26, 1962

Jedoch beschränkt sich Schillers fotografisches Werk nicht nur auf Marilyn, sondern erstreckt sich auf eine Reihe der bedeutendsten Persönlichkeiten der damaligen Zeit. Richard Nixon, Alfred Hitchcock, Mohammed Ali und alle anderen gehören zu seinem Repertoire. Dabei war Schiller nie ein klassischer Portraitfotograf, vielmehr erwischte er die wichtigen Menschen zur rechten Zeit am rechten Ort.

Noch auf dem Höhepunkt seines Schaffens beendete Schiller in den Siebzigern sein fotografisches Arbeiten. Er begann zu schreiben, nahm sich später der Filmerei an und wurde auch dort erfolgreich.

Erst jetzt, 30 Jahre nach den letzten Bildern, hat er begonnen, sein Archiv aufzuarbeiten. So werden die Schätze der damaligen Zeit nun erstmalig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Auf einer großen Tour sind seine Fotografien nun in der renommierten Münchner Galerie „f 5,6“ angekommen, wo sie noch bis zum 19. Januar gezeigt werden. Beeindruckende Aufnahmen einer aufregenden Zeit.

Galerie f5,6
Ludwigstr.7
80539 München
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11-19 Uhr Samstag 11 – 15 Uhr

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