Beate Gütschow: Irgendwo „ganz woanders“

Irgendwo „ganz woanders“ finden wir uns, wenn wir Beate Gütschows Bilder betrachten. Genauso lautet der Titel der Ausstellung im Berliner Haus am Waldsee, wo ihre Arbeiten bis 24. März gezeigt werden.

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Beate Gütschow:LS #10, 2001
Courtesy Louise and Eric Franck collection, London © VG Bild-Kunst Bonn 2007

Wir sehen seltsam unlebendig und künstlich wirkende Fotos von (Park) -Landschaften und eingefrorene Stadtbilder. Es könnte sie geben, in unserem Kopf suchen wir nach Bilderinnerungen. Wir erinnern uns an Landschaftsgemälde aus früheren jahrhunderten. Und wir sehen Architektenentwürfe, wie sie etwa für Stadtplanungen erstellt werden.

Diese Erinnerungen sind richtig, den Beate Gütschow konstruierte diese Bilder allesamt mit digitalen Mitteln. Aus über einhundert Einzelaufnahmen komponiert sie ihre Bilder in wochenlanger Arbeit zu eigenen Bildern, schreibt Katja Blomberg, die künstlerische Leiterin des Hauses am Waldsee, im Vorwort zum Ausstellungskatalog. Die neuen Realitäten wandeln sich zu Vergangenheit und Zukunft. Die Serie „LS“ (für „Landschaft“) knüpft an die idealisierende romantische Malerei um 1800 an. Die Serie „S“ (für „Stadt“) entwirft – naja – ziemlich wüste und leere Visionen von Städten.

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Beate Gütschow: #22, 2007
Courtesy Louise and Eric Franck collection, London © VG Bild-Kunst Bonn 2007

Beate Gütschow, Jahrgang 1970, studierte von 1993 bis 2000 in Hamburg an der Hochschule für Bildende Künste und lebt heute in Berlin. Sie begann ursprünglich mit Malerei, Zeichnung und Plastik. Die digitale Fotografie entdeckte sie noch als Studentin. Mit ihrer konstruierten Wirklichkeit stellte sie sich in Oppostion zur Dokumentarfotografie der Düsseldorfer «Becher-Schule«. Die technische Manipulation bleibt auf ihren Bildern jedoch sichtbar – die Fassade bröckelt.

Das Haus am Waldsee zeigt auf seiner Homepage ein paar Bilder von Beate Gütschows, aber nicht sehr viele (Rubrik Presse). Ein paar mehr zeigt die Galerie Barbara Grosse online. Die Ausstellung wird anschließend ab Ende April in der Kunsthalle Nürnberg zu sehen sein.

Beate Gütschow: ganz woanders
Haus am Waldsee Berlin, bis 24. März
Argentinische Allee 30 14163 Berlin
Telefon 030–801 89 35, info@hausamwaldsee.de
Geöffnet täglich 11 – 18 Uhr

Haus am Waldsee

Gütschow-Bilder bei der Galerie Grosse

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