Test Pinnacle Studio 11: Diavertonung modern

Pinnacle Studio ist eine Videoschnittsoftware. Sie ist jedoch auch gut geeignet, um Diashows auf den Computer umzusetzen. So geschehen mit einem 25 Jahre alten vertonten Diavortrag.

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Abitur…

Eigentlich hatte unser Jahrgang nie etwas Besonderes zustande gebracht. Die Schulzeit war nicht doll. Sie war sogar ganz besonders undoll. Als einer der geburtenstarken Jahrgänge hatten wir Jahre in überfüllten Klassenzimmern mit überforderten, teils alkoholabhängigen Lehrern vertan. Doch bei der Abifeier war dies plötzlich anders:

Eines der Schlussereignisse war eine Diashow mit etwa 25 Bildern, im Laufe des letzten Schuljahres entstanden, mit blöden Kommentaren dazu und passender Musik. Unter anderem „Der Goldene Reiter“ von Joachim Witt und „Wo ist der Chef dieser seltsamen Anstalt? “ von Franz Morak. Beides textlich und musikalisch absolut passend zu der Anstalt, in die man jahrelang gegangen war.

Nun, 25 Jahre später, gab es noch eine Kassette, auf der im linken Kanal der Stereospur der Soundtrack der Diashow war, und im rechten Kanal ein Piepton, der den Diawechsel auslöste. Doch das selbstgebaute Steuergerät war schon vor Jahren kaputt gegangen.

Und es gab die Dias. Die waren sogar mal gescannt worden. Und den Projektor.

Alles Technik von gestern. Könnte man nicht aus dem Ganzen ein Videofile machen? Aber wie?

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Nach einigen erfolglosen Versuchen, Bilder und Ton zusammenzubringen, wurde das immer genial einfach zu bedienende Pinnacle Studio in der aktuellen Version 11 benutzt. (Version 12 soll am 2. Juni erscheinen).

Die Diascans auf die Timeline gelegt, die Tonspur von der Kassette als „Nachvertonung“ anstelle eines Mikrofons eingespielt. Und dann einfach die Zeiten der einzelnen Standbilder dem alten Soundtrack angepaßt.

Tatsächlich war der Job nach weniger als zwei Stunden erledigt. Blieb nur noch, ein geeignetes Speicherformat zu finden.

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Sowohl .avi mit den unteschiedlichsten Codecs als auch Real erwiesen sich als Totalversager: Die Dias wurden trotz Reduzierung auf TV-Format völlig unscharf. Die Formate waren nicht imstande, aus dem sekundenlang stabilen Bild einen Vorzug zu ziehen.

Ausgerechnet WMV brachte die Lösung: Hier waren die Standbilder in voller Auflösung vefügbar, mit dem Ton in der Quaität, die von einer alten Kassette noch möglich war.

Etwas über 11 Minuten Video ergaben am Schluß 20 MB, das meiste davon durch einen durchrollenden Abspann verursacht. Die eigentlichen Dias kamen leicht mit der Hälfte aus.

Da Joachim Witt allerdings gegen die Online-Verwendung seiner Werke aggressiv vorgeht und das ganze Machwerk jemand, der nicht selbst zum damaligen Abijahrgang gehört hat, wenig bringen dürfte, gibt es den Film hier nicht zu sehen, nur ein paar Bilder.

Doch wer einst mit Mühe vertonte Diashows angefertigt hat und die heute lieber auf dem Fernseher zeigen oder gar den Opfern Verwandten auf CD oder übers Internet zusenden möchte, statt einen Diaabend zu veranstalten, bei dem Opa die Alkoholvorräte plündert und Oma einschäft – der weiß nun, wie es geht.

1 Antwort

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  1. […] Schon meinen Videofilm von der Silicon-Valley-Tour des High-Tech Presse-Clubs habe ich mit den Dias ergänzt, die ich während der Tour neben den Videos geschossen hatte. Später hatte ich auch eine vertonte Diashow komplett mit Pinnacle Studio 11 auf Video umgesetzt. […]

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