Villa Romana-Preisträger: Grenz-Arbeit

Die Preisträger der Villa Romana des Jahres 2008 arbeiten an den Grenzen zwischen Fotografie und Video, Malerei und Installation. Die Deutsche Guggenheim in Berlin zeigt die Arbeiten der vier jungen Leute bis 22. Juni.

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Clemens von Wedemeyer: Metropolis, Report from China, 2004-2007

So heißen die vier Preisträger: Dani Gal, Julia Schmidt, Asli Sungu und Clemens von Wedemeyer. Sie dürfen sich zehn Monate in der Villa Romana über den Hügeln von Florenz aufhalten und ihre künstlerischen Projekte weiterentwickeln.

„Freisteller“ heißt die Ausstellung, und das soll laut Info der Deutschen Guggenheim bedeuten:

Der Begriff „Freisteller“ bezeichnet in der Fotografie, Drucktechnik und Computergrafik ein Motiv, das vom Hintergrund und seinem Kontext gelöst wird und so unter anderem in andere Bildzusammenhänge eingefügt werden kann.

Der Ausstellungstitel verweise auf verbindende Interessen und Strategien der Preisträger: Alle beteiligten Künstler lösen ihre Motive und Themen aus dem ursprünglichen Kontext, «stellen sie frei« und erschließen so neue Zusammenhänge.

So verbindet Dani Gal, 1967 in Jerusalem geboren, Einflüsse der Populärkultur mit historischer Recherche.

Julia Schmidt, Jahrgang 1976, arbeitet mit vorgefundenen Bildern aus Magazinen oder dem Internet, die sie auf ihren Gemälden isoliert und fragmentarisiert.

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Asli Sungu: Frappant (Detail), 2005

Die 1975 in Istanbul geborene Asli Sungu untersucht in ihren Videos alltägliche Handlungen, um aufzuzeigen, wie unsere Vorstellungen von Identität, von «Richtig« und «Falsch« gesellschaftlich determiniert sind.

In seinen Filmen verbindet Clemens von Wedemeyer, Jahrgang 1974, Elemente der politischen Dokumentation mit Fiktion und macht so die Wechselwirkungen zwischen realen gesellschaftlichen Situationen und medialer Darstellung sichtbar.

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Dani Gal: The talking mountain of Israel, 2007, Video/Audio-Installation

Der Preis der Villa Romana gilt als ältester deutscher Kunstpreis und wird seit 1905 verliehen. Die Villa Romana wurde im Januar 1905 vom Deutschen Künstlerbund gegründet, um ein von Künstlern bestimmtes und vom Staat unabhängiges Forum zu schaffen, das allen künstlerischen Ausdrucksformen Raum bieten sollte.

Von Beginn an war das Florentiner Haus mit Künstlern verbunden, die später große Anerkennung fanden. So waren etwa Georg Kolbe, Max Beckmann, Käthe Kollwitz, Ernst Barlach und Max Pechstein bereits vor dem ersten Weltkrieg Gäste der Villa Romana.
Auf den Webseiten der Villa Romana gibt’s noch mehr Infos zum Preis und zu den Preisträgern.

Freisteller
Deutsche Guggenheim, Unter den Linden 13/15, 10117 Berlin, bis 22. Juni
Telefon +49 (0)30 2020930, E-Mail berlin.guggenheim@db.com
Geöffnet täglich von 10 bis 20 Uhr, donnerstags bis 22 Uhr

Deutsche Guggenheim
Villa Romana

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