„Mit den Augen der Fotografen“: HD-Doku mit Fenstertick

„Mit den Augen der Fotografen“ ist eine der wenigen bereits in HDTV verfügbaren Dokumentationen, in Deutschland auf Premiere Discovery HD zu empfangen. Leider leidet sie am Mac-Syndrom.

Discovery HD Küstenflug W.D.Roth
Premiere Discovery HD kann auch anders: Die Kurzdokus „Küstenflug“ zeigen die Möglichkeiten von HDTV beeindruckend (Bild: W.D. Roth)

Mit HDTV tut man sich in Deutschland noch etwas schwer: ProSiebenSat1 hat seine HDTV-Sendungen eingestellt, die ARD stahlt vor 2010 nur vereinzelte Testsendungen zu Feiertagen und Messen aus. Nur beim Bezahl-TV-Anbieter Premiere kann man die beiden Kanäle „Discovery HD“ und „Premiere HD“ buchen.

Das Angebot bei Discovery HD ist allerdings noch mau: Wiederholungen, von „Jeff Corwins tierische Abenteuer“ über „Gigantisch“, „Matt Rogers fette Maschinen“ bis „American Chopper“. Das typisch amerikanische „Doku“-Sortiment.

„Mit den Augen der Fotografen“ klang daher vielversprechend. Etwa vergleichbar mit der Arte-Serie Kontaktabzüge, in der in 25 Minuten jeweils zwei bekannte Fotografen präsentiert wurden?

Nun, nicht ganz. Es sind sogar drei Fotografen und Filmer, die in ebenfalls 25 Minuten durchgehechelt werden. Doch zumindest in Folge 3 und 4 der insgesamt 8 Folgen fiel nicht nur der Amerikanismus im Schnittstil unangenehm auf – im Gegensatz zu den ruhigen Einstellungen der Franzosen wurde ständig die Einstellung gewechselt, gezappt, geschnitten, so daß die Bilder gar nicht richtig zur Wirkung kommen können. Es gab auch meist nur verkleinerte Bilder zu sehen:

Der arme Ken Burns wurde wieder einmal bis zum Abwinken mißbraucht. Seine Technik, Fotos „abzufilmen“, also einen virtuellen Schwenk darüber zu machen, um die höhere Auflösung des Fotos im Video wiedergeben zu können und ein lebendigeres Bild zu erreichen, wurde bei „Mit den Augen der Fotografen“ in ihr Gegenteil verkehrt:

Ein Bild erscheint, mit schwarzem Trauerrand gleicher Breite rundum, also mit nur 1/9 der Bildschirmauflösung von maximal 1920 x 1080. Quälend langsam wird das Bild mit dem Burns-Effekt größer gezoomt, doch lange vor halber Größe (also 1/4 Bildschirmauflösung) auch schon wieder weggeblendet.

Man sieht also weit weniger als in einer Normal-TV-Sendung, in der die Fotos nicht kleingezoomt werden.

Mitunter wird auch einmal ein Interview mit niedlich klein eingeblendetem Foto gezeigt. Oder es werden vier Fenster gleichzeitig geöffnet, mit dicken Rahmen dazwischen.

Vermutlich ist der Sendungsproduzent Mac-User: Die schimpfen ja gerne, daß die dämlichen PC-Benutzer ihre Programme immer auf Vollbild aufziehen, statt möglichst viele kleine Fenster auf dem Bildschirm nebeneinander anzuordnen.

Nur frage ich mich, wozu man erst mit viel Mühe HDTV anschafft, dafür im Falle von Premiere zusammen mit den regulären Rundfunkgebühren fast dreistellige Monatsbeitäge investiert, neue Displays und Receiver anschafft, um dann einen großen schwarzen Rahmen mit einem kleinen Foto drin präsentiert zu bekommen?

Und wenn ich unbedingt viele kleine Bildschirmfenster haben will, kann ich mir auch vier normale Fernseher aufstellen. Dazu brauche ich kein HDTV. Und wenn mir das nicht reicht, können es auch noch 16 TV-Handys sein.

Inhaltlich sind die Fotografen-Portraits unterschiedlich, meist durchaus interessant. Die Optik kann jedoch nur bedingt überzeugen. Am ehesten hat das Medium HDTV noch der Beitrag über den Modefotografen Peter Balinski genutzt. Obwohl auch hier immer mindestens zwei Bilder nebeneinander standen, damit es ja nicht zu hoch auflösend wird.

5 Kommentare
  1. matthias groth sagte:

    ich habe 3 fäden der iris in der pupille und frage mich immer wieder, was ich damit machen kann??
    Bin als kind in einen kleinen strauch gestolpert, wo ich einen kleinen ast in mein rechtes auge bekommen habe. Mein Augenarzt sagt, dass er sowas noch NIE gesehen hat. Gruß Mattes.

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  2. Julian Schrader sagte:

    „Vermutlich ist der Sendungsproduzent Mac-User: Die schimpfen ja gerne, daß die dämlichen PC-Benutzer ihre Programme immer auf Vollbild aufziehen, statt möglichst viele kleine Fenster auf dem Bildschirm nebeneinander anzuordnen.“

    Was für ein Bullshit. Und zum Kommentar: Ich bin für weniger Vorurteile. ;-)

    Aber schön, dass es hier eigentlich um ein HD-Sendung geht — alles was hängen bleibt, ist ein dämlicher Kommentar :D

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  3. Wolf-Dieter Roth sagte:

    Na normal sagen die Mac-User solche Nettigkeiten ja zu den PC-Usern. („Hab Du erst mal einen richtigen Computer!“). Warum nicht mal andersrum? Ich bin für Gleichberechtigung.

    Und da die Mehrheit bei Blogwerk Macs hat, dürfen wir auch über Mac-User spotten :-) die regen sich ja auch immer so schön auf :o)

    Das mit den Fenstern stimmt aber wirklich. Klar haben die Grafiker meist so große Schirme, daß sie kein Vollbild mehr brauchen bei ihren Programmen. Aber 10 Fenster nebeneinander anzuordnen ist dann auch irgendwann chaotisch, schlimmer als mein Schreibtisch…

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  4. P.K. sagte:

    …Vermutlich ist der Sendungsproduzent Mac-User…

    Keine Ahnung wie Ihr jetzt wieder auf so ne **** iDee kommt… ?

    fängt das schon wieder an mit dieser rassendiskriminirerung ?

    gerade die leute im grafischen bereich sollten doch wissen, dass in diesem bereich der mac unschlagber ist, oder ?
    (ja, gebs ja zu – ausnahmen sind vorhanden…)

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  1. […] Minuten wieder aus seinen Träumen gerissen zu werden. Und wenn man eine bei Arte und eine bei Discovery gesendete Dokumentation miteinander vergleicht, wird man den ruhigeren Stil des […]

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