„Last & Lost“ in Europa Vom Verschwinden und Vergessen

Das Verschwinden und Vergessen findet derzeit in der „lebendigen Fachwerkstadt“ Grünberg statt: Unter dem Titel „Last & Lost“ werden dort bis 22. Juni „Bilder eines verschwindenden Europas“ gezeigt.

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Tomek Mzyk – aus: Silent Industry, 2004

Die Fotoausstellung „Last & Lost“ wird von der Bundeszentrale für politische Bildung verliehen. Sie wandert derzeit durch die ganze Republik, das mittelhessische Grünberg ist eine der Stationen. Ins Leben gerufen wurde das Projekt vom Literaturhaus München, vom Literarischem Colloquium Berlin, vom Suhrkamp-Verlag und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg- Platz in Berlin. Das Ziel:

Den vielgestaltigen Geschichtsraum Europa unter dem Stichwort des Verschwindens zu erforschen, dabei möglichst viele Herangehensweisen und Formen, künstlerische Disziplinen und Medien zusammenzubringen.

Europa verändert sein Gesicht, so schreiben die Initiatoren über das Projekt: Orte und Landschaften werden verlassen, sie verfallen oder verschwinden ganz. Wer sie wieder betritt, findet einstürzende Kirchen, verlassene Bahnhöfe, überwachsene Bunkeranlagen, leere Schwimmbecken.

Ausgangspunkt war eine von Katharina Raabe und Monika Sznajderman herausgegebene Anthologie im Suhrkamp Verlag. Zu den literarischen Texten kam eine Fotoausstellung im Literaturhaus München hinzu.

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Angus Boulton: „Cinema,Krampnitz,16.3.99“, Serie 19 Turnhallen, o.T.

Ein merkwürdiger Zauber gehe von diesen Orten aus, egal ob sie sich im norwegischen Vardø oder dem russischen Kapustin Jar befinden, ob in Hohenlychen in der Uckermark, in Glaisín Álainn in Irland, in Pogradec in Albanien, in Ladomirová in der Slowakei, in Brustury in der Ukraine. Und wie sie sonst alle heißen, die unbekannten Flecken den Rändern und in den Grenzregionen Europas.

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Hanns Otte, o.T., aus der Serie Vergessene Farben, 2005

Die folgenden Fotokünstler machten sich dorthin auf die Reise und sind mit ihren Bildern in der Ausstellung vertreten: Milan Aleksic, Catarina Botelho, Angus Boulton, Dirk Bouwhuis, Göran Gnaudschun, Volkan Kiziltunc, Aurelia Mihai, Tomek Mzyk, Renate Niebler, Vesselina Nikolaeva, Lucia Nimcova, Hanns Otte, Tomáš Pospech, Albrecht Schäfer und Dmitrij Wyschemirskij.

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Tomáš Pospech – aus der Serie «Islands« (1996 – 2000)

Auf den Webseiten der betreuenden Agentur „atelier kultursysteme“ sind die Bilder der Fotografinnen und Fotografen zu sehen, verbunden mit weiteren Informationen. Oder derzeit eben im mittelhessischen Fachwerkstädtchen Grünberg. Wer „Last & Lost“ gerne ausstellen möchte, kann über die Bundeszentrale für politische Bildung Kontakt aufnehmen.

Last & Lost. Bilder eines verschwindenden Europas

Museum im Spital Grünberg, Hintergasse 24, 35305 Grünberg, bis 22. Juni
Telefon 06401-223328-0, E-Mail museum@gruenberg.de
Geöffnet Mi 18 – 21 Uhr, Fr – So 14 – 18 Uhr

Ab 26. Juni bis 20. Juli in Ulm.

Museum im Spital Grünberg

Kontakt: atelier kultursysteme

Thomas Mank / Horst-Dieter Christopeit
Aroser Allee 154, Weiße Stadt Brückenhaus, 13407 Berlin
Telefon +49 (0)30 55669144, E-Mail post@kultursysteme.de

Kontakt: bbp Bundeszentrale für politische Bildung
Cornelia Bull
Telefon +49 (0)228 99 515 296, E-Mail bull@bpb.de

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