Guckst du mal fern? Herrinnen und Herren des Lichts

Die TV-Programme verzeichnen in den nächsten Tagen eine ganze Reihe von Beiträgen über Fotografen. Eine Zusammenfassung – von Gabo, der „Herrin des Lichts“, über die Herren Malick Sidibé und Titarenko bis zu Parr.

Malick Sidibé: Friends fighting with stones, 1976 Bildrechte: ZDF / © Malick Sidibé/CAAC/The Pigozzi Collection, Genf
Malick Sidibé: Friends fighting with stones, 1976
Bildrechte: ZDF / © Malick Sidibé/CAAC/The Pigozzi Collection, Genf

Am Freitag, 11. Juli, gibt’s bei Arte um 22.25 Uhr einen Film über den großen alten malischen Fotografen Malick Sidibé – Titel: Dolce Vita Africana.

Malick Sidibé, heute 73 Jahre alt, begann seine künstlerische Laufbahn in den späten fünfziger Jahren im gerade unabhängig gewordenen westafrikanischen Land Mali. An der Kunsthochschule in Bamako, der Hauptstadt des Landes, entdeckte Malick seine Liebe zur Fotografie. 1962 eröffnete er dort nach einer Fotografenlehre sein „Studio Malick“.

Schon bald wurde Malick Sidibé in seiner Heimat als Chronist der Jugend- und Musikkultur bekannt. Seine Schwarz-Weiß-Fotografien aus den späten fünfziger, sechziger und siebziger Jahren dokumentieren den Geist der selbstbewussten Jugend Malis, die sich von Tradition und Kolonialismus löst und ihre Vorbilder in Rock-’n‘-Roll-Stars wie James Brown und den Rolling Stones sucht. Malick Sidibé fotografiert Gruppen von Jugendlichen, die sich am Ufer des Niger amüsieren, macht Bilder von nächtlichen wilden Partys in Clubs, deren Besucher traditionelle und europäische Kleidung im wilden Stilmix tragen und fröhlich feiern. Heute ist Malick nach wie vor auf dokumentarische Fotografie und Bilder über die Jugendkultur Afrikas spezialisiert. Er gilt als einer der großen Fotografen der Gegenwart und erhielt im Juni 2007 den Goldenen Löwen der Biennale in Venedig.

Am Samstag, 12. Juli, sendet 3sat um 9.25 Uhr in der Reihe PHOTOSuisse einen Beitrag über den Fotoreporter Manuel Bauer: Sein Thema ist das Schicksal des tibetischen Volks. Für seine bekannteste Fotoreportage begleitete er ein sechsjähriges Mädchen auf der lebensgefährlichen Flucht über den Himalaja ins indische Exil. Seit drei Jahren begleitet Manuel Bauer den Dalai Lama auf seinen Reisen und dokumentiert den Alltag des tibetischen Oberhaupts.

Gabo vor einem ihrer spektakulären Fotos von Yoko Ono in der Kunsthalle in Cannes, umringt von Fotografen Bildrechte: RB
Gabo vor einem ihrer Fotos von Yoko Ono in der Kunsthalle Cannes
Bildrechte: RB

Wieder auf Arte am Sonntag, 13. Juli, um 18.15 Uhr: „Die Herrin des Lichts. Die Fotografin Gabo„.
Gerhard Schröder, Til Schweiger, Heike Makatsch oder Alice Schwarzer – Gabo hatte sie alle schon vor der Kamera. Gabriele Oestreich-Trivellini, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, hat es geschafft: Sie wird als „die größte deutsche Porträtfotografin“ bezeichnet. Die Prominenz aus Politik, Kultur und Society ist ganz begierig darauf, sich von ihr ablichten zu lassen, auch internationale Stars gehören zu ihren Kunden. Die Dokumentation begleitet Gabo nach Cannes, Mallorca und Potsdam und zeigt sie bei mehreren Fotoshootings mit Filmstars sowie privaten Auftraggebern.
„Die wissen, dass ich mit Licht nicht nur umgehen, sondern auch ein bisschen zaubern kann“, sagt Gabo. Durch Licht schmeicheln, die schönste Seite bei Männern und Frauen zur Geltung zu bringen, dies macht die Fotografin am liebsten. Gabo hat in jungen Jahren als erfolgreiches Fotomodell die Wirkung von Licht am eigenen Leib erlebt. Sieben Jahre arbeitete sie weltweit als Model und fotografierte nebenbei ihre Kollegen, bis sie vom „Stern“ als Fotografin entdeckt wurde. Ihr erstes Titelbild: Popstar Herbert Grönemeyer.

Der britische Star-Fotograf Martin Parr Bildrechte: ARTE F
Der britische Star-Fotograf Martin Parr
Bildrechte: ARTE F

Am Montag, 14. Juli, 13 Uhr, wieder Arte: „Künstler hautnah: Martin Parr – Fotograf“. Zu Martin Parr sagen wir hier nichts mehr – wir haben oft genug berichtet, zuletzt über seine Ausstellung „Parrworld“ in München.

Der Sankt Petersburger Fotograf Alexei Titarenko Bildrechte: ARTE F
Der Sankt Petersburger Fotograf Alexei Titarenko
Bildrechte: ARTE F

Und nochmal Arte: Dienstag, 15. Juli, 13 Uhr: „Künstler hautnah: Alexei Titarenko – Fotograf“. Der 1962 im früheren Leningrad geborene Alexei Titarenko studierte am Kulturinstitut seiner Geburtsstadt Film und Fotografie. Er gehört der jungen Generation der Sankt Petersburger Schule der metaphorischen Fotografie an. Titarenko lebt und arbeitet in seiner Geburtsstadt, die zentrales Thema seiner Aufnahmen ist. Er durchstreift sie in allen Jahreszeiten, fängt sie in der Morgen- wie in der Abendstimmung ein. Die fotografische Sprache, die er aus diesen unterschiedlichen Atmosphären entwickelt, erinnert an den Stil Dostojewskis und ist von den Rhythmen Schostakowitschs inspiriert.
Durch die Straßen seiner mal dunklen, mal strahlend hellen Stadt geistern Gespenster, auf den Plätzen bewegen sich Menschenmassen. Unterschwellig trifft Titarenko Aussagen über das Russland der Gegenwart, aber auch über das zu allen Zeiten allgegenwärtige Wesen Russlands.

3 Kommentare
  1. Avatar
    marcel wenzel sagte:

    Vielen Dank für diese Hinweise. Es wäre toll, wenn ihr diese zu einer festen Rubrik machen würdet.

    Bei ARTE hat man sogar den Vorteil, dass man nicht an feste Sendezeiten gebunden ist, da man über ARTE+7 ausgewählte Sendungen im Internet auch sieben Tage nach Ausstrahlung noch anschauen kann.

    z.b. GABO
    http://plus7.arte.tv/de/detailPage/1697660,CmC=2094288,scheduleId=2091658.html

    oder Malick Sidibé
    http://plus7.arte.tv/de/detailPage/1697660,CmC=2093754,CmPage=1697660,scheduleId=2083162.html

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  2. Avatar
    Panorama Fotograf sagte:

    Danke für die Hinweise, habe ich gar nicht mitbekommen, das da gerade so viel läuft. Kennt ihr eigentlich eine Quelle wo man das immer erfährt wenn Foto-Sachen im TV laufen oder ist ds bei Euch auch nur zufall?

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