Canon 50D: Ablösung der „Unterbewerteten“

Mit der Canon 50D stellt der Hersteller zur Photokina die Nachfolgerin der auch gerade erst ein Jahr alten Canon 40D vor. Die 50D hat einige interessante Neuigkeiten zu bieten.

EOS 50D FULL FRT w EF S 17 85mm IS USM
Neue Kamera, altes Objektiv: Canon 50D mit EF-S 17-85 mm 1:4,0 – 5,6 IS USM (Bild: Canon)

Gerade hatten wir die Canon 40D im Praxistest, die noch kein Jahr am Markt ist, da gehört sie auch schon zum alten Eisen: Der Nachfolger ist angekündigt, die Canon 50D!

Ja, DSLR werden zum Modeartikel, die Modell-Lebensdauer erreicht nicht mal mehr ein Jahr.

Und man fragt sich, ob die Hersteller auch hier – von Handys ist es mir bekannt – absichtlich offensichtlich sinnvolle Features für das nächste Modell zurückhalten, damit „das auch noch etwas zu bieten hat“. Fotobücher zu schreiben macht so jedenfalls langsam keinen Spaß mehr…

EOS 50D FULL FRT NO LENS
„Schau mir auf den Spiegel, Kleiner!“: Canon 50D ohne Objektiv (Bild: Canon)

Canon spielt jedenfalls inzwischen voll mit im Modell-Wettrennen, und zur Photokina ist eine neue Kamera ohnehin Pflicht für den japanischen DSLR-Platzhirsch. Da ist es durchaus erfreulich, wenn diese nicht am oberen Ende bei den Traum-Superprofikameras und auch nicht am unteren Ende bei den Einsteigermodellen mit künstlichen Einschränkungen, sondern im Mittelbereich angesiedelt ist.

So banal drückt Canon das natürlich nicht aus. Dort heißt es:

Generationenwechsel in der EOS-Familie
EOS 50D heißt ein neues Modell der EOS-Familie und mit ihr geht ein Paradigmenwechsel einher: Die neue EOS ist die erste, die mit dem neuen Digic-4-Prozessor ausgerüstet ist.

Soso, die Generationen werden gewechselt, und die Paradigmen gleich auch noch… sind das nicht diese Dinger, hinter denen man sich umziehen kann, ohne daß alle zusehen…?

Aber bleiben wir ernsthaft: Was bringt der neue Prozessor? Unter anderem einen Schritt Richtung Nikon: Ein ISO-Bereich von 100 bis 3.200, der bis zu ISO 12.800 erweitert werden kann, für Nachtaufnahmen ohne Stativ. Ob Canons Bildsensor dabei ebenso rauscharm wie der von Nikon sein wird, ist zu überprüfen, aber der Prozessor kennt nun gleich vier Stufen der Rauschunterdrückung.

EOS 50D FRTw EF S 17 85mm IS USM
Schaut auch noch etwas von oben herab betrachtet ordentlich aus: Canon 40D (Bild: Canon)

Dann 6,3 Bilder pro Sekunde – die 40D hatte aber schon 6,5 Bilder pro Sekunde! Allerdings zugegeben nicht bei nun 15,1 sttt 10,1 Megapixeln. Die interne Datenverarbeitung ist auf 14 Bit Farbtiefe angestiegen, mit dem RAW-Format kann man diese Daten dann auch der Kamera entlocken.

Der Sensor ist mit Fluor Anti-Staub-beschichtet. Wie das gehen soll, ist unklar, Fluor ist ja ein Gas. Aber vielleicht hat der Sensor nun einen Teflon-Überzug, Teflon ist eine Fluor-Verbindung.

Die Software Canon Digital Photo Professional ist im Lieferumfang enthalten, doch die automatische Vignettierungskompensation – eine Funktion, die bislang nur in der Digital Photo Professional Software zu finden war – kann nun auch direkt in der Kamera für die 26 gängigsten Canon-Objektive aktiviert werden. Inzwischen wohl auch für das EF-S 17-85 mm 1:4,0 – 5,6 IS USM, das in unserem Praxistest nicht überzeugen konnte und derartige Softwarehilfen folglich dringend nötig hat.

EOS 50D FSL w EF S 17 85mm IS USM

Ein HDMI-Anschluß erlaubt es, Bilder auch direkt am HDTV-Fernseher vorzuführen. Der Monitor wurde auf 3,0 Zoll und zirka 920.000 Bildpunkte vergrößert. Und die Live View wurde verbessert, deren Existenz bei der 40D ja noch ein wahres Wunder war für einen hersteller, der derartiges bis vor Kurzem noch naserümpfend abgelehnt hatte. Sie kann jetzt auch im Autofokus-Modus mit geringeren Einschränkungen benutzt werden und bietet „Quick AF“, „Live AF“ und – ohne das geht es wohl nicht mehr – „Face Detection Live AF“: Hierbei wird die Schärfe anhand von im Motiv erkannten Gesichtern eingestellt.

Das Gewicht (Gehäuse allein) liegt bei 730 Gramm, die Maße bei 145,5 x 107,8 x 73,5 Millimetern. Das Zubehörsortiment ist identisch mit dem der EOS 40D – unter anderem Batteriegriff BG-E2N, Wireless File Transmitter WFT-E3 und drei Wechselmattscheiben. Wer auf neues Zubehör gehofft hat, wie ich es von 40D-Käufern weiß, hat also umsonst gewartet, aber dafür muß auch niemand sein bosheriges Zubehör auswechseln.

Eine gute Nachricht: Mit knapp 1300 Euro ohne Objektiv ist die ab Ende September lieferbare 50D noch bezahlbar. Und Canon ließ Gnade walten: Die 40D bleibt bis auf weiteres als „kleine Schwester“ im Sortiment und muß nicht gleich abtreten…

Produktspezifikation EOS 50D

3 Kommentare
  1. christoph sagte:

    die für mich einzig wesentlichen unterschiede zur 40D sind AF-microadjustment und die kamerainterne vignettierungskorrektur. letztere kann am pc „ersetzt“ werden, bleibt also nur das erste.
    da ich „kurz“ vor einem kauf stehe, frag ich mich, ob der mehrpreis von doch 285,- euro (strassenpreis hier in wien) gerechtfertigt ist – v.A. da es preislich schon ziemlich an der schmerzgrenze schrammt…

    gibts sonst noch wesentliche unterschiede, die ich übersehen hab? kleinigkeiten wie verbesserter liveview, höhere monitorauflösung (mir reichen 230k pixel) oder mehr megapixel (fast eher ein nachteil, da es den speicherbedarf in die höhe treibt) mal außer acht gelassen. nacht/dämmerungsfotografie (wo höheres ISO interessant wäre) wird bei mir auch eher die ausnahme sein.

    kann jemand vielleicht etwas zur wetterfestigkeit/staubschutz sagen? wenn ich das richtig gesehen hab, ist das nicht verbessert worden.
    wie siehts mit akkulaufzeit aus? gehen mit der 50D mehr fotos pro akkuladung?

    danke für alle antworten!

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