Adobe Photoshop CS4: Dreidimensional und bewegt

Photoshop geht in die nächste Runde: Die heute angekündigte Version CS4 hilft vor allem 3D-Künstlern und Grafikern, die Fähigkeiten ihrer Rechner zu nutzen. Fotografen profitieren nur nebenbei. Europäer bezahlen ausserdem 180 Prozent des US-Preises.

Adobe Photoshop CS 4[Edit: Links zu Preview-Video und PS Event von heute Dienstag, 23. September 2008 11.00 Uhr eingefügt] Software-Beschreibungen sind ein schwieriges Feld – und so ist es auch nicht ganz einfach, aus der Pressemitteilung von Adobe zu entnehmen, was genau die wichtigsten Neuerungen am Photoshop CS4 und der erweiterten Version Photoshop CS4 Extended sind.

Die neuen Möglichkeiten und Werkzeuge scheinen sich weniger an Fotografen denn an Grafiker zu richten: 3D ist das Stichwort, Rendering und Lichteffekte sind die Details.

Der Sprung in der Photoshop-Version besteht offensichtlich vor allem in einer Ausnutzung der Fähigkeiten moderner Grafikkarten. So verspricht Adobe „neue Funktionen für ein besonders sanftes Schwenken und Zoomen“, wobei jederzeit alle Pixel des Bildes scharf bleiben.

Schwer verständlich bleibt, worum es sich bei der neuen Technologie handeln soll, „durch die Anwender über ein einfaches Ziehen der Maus Bilder auf clevere Weise in ihrer Grösse ändern und skalieren können.“

Verständlicher ist da die Beschreibung, dass Photoshop CS4 automatische Ausrichtungsfunktionen enthält, um Bilder perfekt zu kombinieren, dabei Tiefenschärfe zu gewinnen (Photoshop sort für die passgenaue Überblendung) und nahtlose 360-Grad-Panoramen zu erstellen.

Adobe Bridge CS4, das Verwaltungstool, ist neu – wie schon Lightroom -pfadorientiert (nach physikalischem Speicherort der Bilder, hoffe ich), schneller und mit neuen Übersichtsfunktionen wie einer Karussell-Ansicht für Bildergruppen ausgestattet.

Das scheinen denn auch schon die wichtigsten Funktionen gewesen zu sein, von denen Fotografen profitieren, der grösste Teil der Innovation richtet sich technik-naturgemäss an 3D-Grafiker und Illustratoren – wobei ich einen Punkt doch sehr spannend finde: Photoshop CS4 soll es erlauben, den Arbeitsbereich in jede Richtung verlustfrei zu kippen und zu drehen, um mit Maus und Tablet-Stift natürliche Pinselstriche und dergleichen vornehmen zu können. das scheint mir eine überaus clevere Idee, welche die digitale Arbeitsfläche dem Umgang mit Papier deutlich näher kommen lässt .

Die rund ein Drittel teurere Photoshop CS4 Extended-Version bietet Zusatznutzen für 3D- und Animationskünstler. Sie können direkt auf dreidimensionalen Objekten zeichnen, Bilder auf sie projizieren und sie animieren.

Heftig wundern muss man sich allerdings über Adobes Preispolitik. Während nämlich Photoshop CS 4 in der Schweiz rund 1400 Franken und die Extended-Version etwas mehr als 2000 Franken kosten sollen (rund 880/1200 Euro), werden für den amerikanischen Markt Strassenpreise von 700 und 1000 Dollar angegeben.

Das sind beim aktuellen Dollarkurs rund 80 Prozent Aufschlag auf der deutschsprachigen Version. Entweder arbeiten bei Adobe literarische Spitzenkräfte als Übersetzer, oder die Frachtkosten für die Software sind mit dem Benzinpreis um die Wette gestiegen…

Wir haben bei der Schweizer PR-Agentur Farner, die Adobe betreut, um eine Stellungnahme gebeten.

Preview (älter) iTunes-Videopodcast über Photoshop CS4

Event zu Photoshop CS4 vom 23. September, 11.Uhr MESZ

5 Kommentare
  1. Daniel sagte:

    Ich arbeite selber mit photoshop und habe nun auch photoshop CS4 getestet und ich muss sagen für Leute die anfangen mit Photoshop zu arbeiten denn würd es leichter fallen daher das ja CS3 sehr Kompliziert war von denn einzelnen anwendungen ist CS4 zum ersten mal sehr Übersichtlich obwohl ich die 3D funktionen nicht richtig in diesem Programm intigrieren kann.

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  2. David sagte:

    Ich hab den „link“-Knopf des Editors benutzt, d.h. den Link in a-Tags gesetzt.

    Es kam übrigens bei beiden Kommentaren eine Fehlermeldung über dem Captcha (und keine grafischen Elemente oder so was). Angenommen wurde der Kommentar dann ja doch.

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  3. David sagte:

    Schwer verständlich bleibt, worum es sich bei der neuen Technologie handeln soll, “durch die Anwender über ein einfaches Ziehen der Maus Bilder auf clevere Weise in ihrer Grösse ändern und skalieren können.”

    Ich denke, dass es sich um eine Implementierung des sogenannten „Seam Carving“ Algorithmus von Avidan und Shamir handelt, der auf der SIGGRAPH 2007 erstmals vorgestellt wurde.

    Siehe Video .

    Für die Hartgesottenen, hier das Paper:

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