William Eggleston, Fotograf: Künstlerische Farbfotografie

Schwarzweiß ist Kunst und Farbe ist Knipserei. So galt es lange Zeit. Erst der Fotograf William Eggleston beendete dieses Schubladendenken. Arte TV widmet ihm einen Film.

Der Fotograf William Eggleston, (Bild: Bayrischer Rundfunk/Reiner Holzemer)

William Eggleston gilt als Wegbereiter einer modernen, künstlerischen Farbfotografie. Diesen Ruf erwarb er sich bereits 1976 mit seiner ersten Einzelausstellung, die gleich im New Yorker Museum of Modern Art gezeigt wurde. Obwohl die Ausstellung mehr Tadel als Lob erhielt und von den Kritikern missverstanden wurde, sollte sie Geschichte schreiben und den Beginn der modernen Farbfotografie markieren.

Eggleston, heute 68, hat Generationen von jungen Fotografen, Künstlern und Filmemachern beeinflusst: Jürgen Teller, Andreas Gursky, Sofia Coppola und David Lynch beziehen sich auf ihn.

Der Dokumentarfilm von Reiner Holzemer zeigt auch erste Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die der Künstler zu Beginn seiner Karriere Ende der 50er Jahre aufgenommen hat. Sie zeigen den Einfluss von Henri Cartier-Bressons Idee vom entscheidenden Augenblick deutlich, auf den sich der amerikanische Fotograf bezieht. Sie zeigen aber auch, dass Eggleston schnell einen eigenen künstlerischen Weg eingeschlagen hat.

William Eggleston beim Betrachten eines Prints aus der Kyoto Serie. (Bild: Bayrischer Rundfunk/Reiner Holzemer)

Die Anlage des späteren Farbwerks ist bereits deutlich sichtbar. Schon die Abzüge der ersten Ausstellung wurden im für Eggleston typischen Dye-Transfer-Verfahren hergestellt, das es dem Künstler ermöglicht, die Farben – ähnlich einem Maler – zu manipulieren.

Eggleston wurde 1939 in Memphis geboren und wuchs in wohlhabenden Verhältnissen in Mississippi auf. Vielleicht konnte er sein eigensinniges, alte Sehgewohnheiten in Frage stellendes Werk deshalb so unabhängig entwickeln, weil er nicht kommerziell arbeiten musste.

William Eggleston mit einer Leica. (Bild: Bayrischer Rundfunk/Reiner Holzemer)

Im Herbst 2008 widmet ihm das Whitney Museum in New York eine große Einzelausstellung – mehr als 30 Jahre nach der berühmten MOMA-Schau. Vom 7. November 2008 bis 25. Januar 2009 wird im New Yorker Memphis Museum aktuell eine große Einzelausstellung gezeigt – unter dem Titel „Democratic Camera, Photographs and Video (1958-2008)“.

William Eggleston, Fotograf, Deutschland/USA, 2008, 26 Min., Bayrischer Rundfunk, Regie: Reiner Holzemer, Sendung: Arte TV, Freitag, 10. Oktober 2008 um 04.30 Uhr früh.

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  1. […] Ich denke, Du bist in beiderlei Hinsicht auf dem richtigen Weg. Das Nachahmen von Vorbildern ist eine ziemlich gute Lernmethode, und Dein Bild hat etwas vom Geist William Egglestons. […]

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