Folkwang-Museum Essen:
Straße oder Studio?

Straße und Studio – zwei Orte, an denen Fotografie entsteht. Das Museum Folkwang in Essen widmet diesen zentralen Produktionsorten eine Ausstellung: „Street & Studio. Eine urbane Geschichte der Fotografie“.

Robert Doisneau: Les Amoureux du Vert-Galant (The Lovers from Vert-Galant), 1950 Fotografische Sammlung, Museum Folkwang, Essen (c) The Estate of Robert Doisneau & Agence Rapho Agence Rapho/ Camera Press

Mit rund 300 Exponaten aus dem 19. und 20. Jahrhundert zeigt sich da ein Überblick über die Geschichte der Fotografie – die laut Folkwang-Museum ein Medium der Stadt ist.

Rund 300 Arbeiten werden in Essen gezeigt. Darunter sind Werke unter anderem von Diane Arbus, Cecil Beaton, Brassaï, Walker Evans, Helen Levitt, Robert Mapplethorpe, Irving Penn, Cindy Sherman, Malick Sidibé, Juergen Teller, Wolfgang Tillmans oder Weegee. Kaum ein Fotograf, der noch vorgestellt werden müsste.

Hugo Erfurth: Maria Carmi, 1914 Fotografische Sammlung, Museum Folkwang, Essen (c) DACS 2008Anonym: Department of Police, Chicago Mug Shot, 1926 (c) Fotografische Sammlung, Museum Folkwang, Essen

Die Studiofotografie kennzeichnet im späten 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts eine oft standardisierte Herstellung von Porträts. Ehrgeizige Fotografen suchten in der Geschlossenheit des Studios ein ihren Ideen entsprechendes Porträt zu „konstruieren“. In den 1920-er und 1930-er Jahren wurden diese Techniken der Inszenierung in den florierenden Porträts- und Modestudios weiter verfeinert. Der Einsatz von Hintergründen und ausgefallenen Requisiten ist bis heute Teil der Studiokultur geblieben.

Robert Frank: Doll, 1949 Fotografische Sammlung, Museum Folkwang, Essen (c) Robert FrankErst mit der Entwicklung kleiner und leichter Kameras wurde die Straße zu einem wichtigen Terrain für die Fotografie. Es wurde möglich, Menschen in unerwarteten, momenthaften und sogar intimen Augenblicken zu fotografieren.

Die Ausstellung ermöglicht einen Blick auf beide Entstehungsorte der Fotografie und zeigt grenzüberschreitende Themen und Arbeitsmethoden auf.

Die Bilder von Robert Doisneau zum Beispiel sind nur vermeintlich zufällige Straßenszenen. In Wirklichkeit sind sie sorgfältig aufgestellt und zeigen, wie die Straße zur Bühne, endlich selbst zum Studio wurde. D

ie Publikation „Street & Studio. Eine urbane Geschichte der Fotografie“ fasst die Ausstellung im Katalog zusammen: Herausgeberin. Ute Eskildsen in Zusammenarbeit mit Florian Ebner und Bettina Kaufmann, Tate Publishing – 21 Euro im Museum.

Street & Studio – Eine urbane Geschichte der Fotografie
Bis 11. Januar 2009
Museum Folkwang, Kahrstr. 16, 45128 Essen
+49 (0)201 8845301, info@museum-folkwang.essen.de
Geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr

Museum Folkwang Essen

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