Superzoom-Makro:
Echse ganz nah

Makrofotografie mit dem Superzoom: Mit langer Brennweite lässt sich Tiefe in die Miniatur bringen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© David Schroff)

Kommentar des Fotografen:

Makro-Aufnahme eines Gekkos auf der Veranda des Ferienhauses in Italien. Da der Gekko bereits seinen Schwanz verloren hat, musste ein akzeptabler Blickwinkel her – die Lösung war das Blatt im Vordergrund. Das Tier wollte nur kurz hinhalten.

Peter Sennhauser meint zum Bild von David Schroff:

Diese Echse sitzt schon sehr lange in unserer Datenbank – dabei blickt sie so freundlich zwischen den Blättern hervor, dass man sich durchaus mal ihrer annehmen dürfte.

Zunächst glaube ich – ohne zoologische Fachvertiefung -, dass es sich nicht um einen Gecko, sondern eben um eine Echse handelt. Geckos sind die häufig halbtransparenten Wesen mit den Saugnapf-Füssen – Dein Modell hier hat Krallen.

Das ändert aber nichts am charmanten Lächeln, das diese Tiere allesamt drauf zu haben scheinen.

Ich finde, Du hast den Gesellen hier von seiner besten Seite erwischt. Schön ist besonders, dass wir uns praktisch auf Augenhöhe mit ihm befinden und nicht „auf ihn drauf“ schauen. Der Fokus sitzt sauber auf dem uns zugewandten Auge, und die zurückhaltende Farbgebung des Tiers kommt angesichts des ruhigen Vorder- und Hintergrunds schön zur Geltung.

Die Aufnahme durch die Blätter hindurch ist eine attraktive Variante, um dem ansonsten trotz geringer Schärfentiefe wohl eher flach wirkenden Porträt gehörig Tiefe zu geben.

Dabei stört mich allerdings, dass das Blatt am rechten Rand das Gesicht der Echse grade noch im Ansatz verdeckt – sonst würde es wie das Gegenstück zum linken, aber versetzt im Hintergrund wirken un d die Echse perfekt rahmen.

Ausserdem hätte ich hier für einmal bei den Farben ein bisschen aufgedreht, um das schöne, rot gerännerte Auge der Echse so weit zu intensivieren, dass es einen deutlicheren Kontrast zu den übrigen, durchgehend erdigen Farbtönen abgibt.

Alles in allem aber ein gelungenes, wenn auch nicht umwerfendes Kopforträt, das dem vorwitzig-scheuen Wesen dieser schnellen Tiere jedenfalls im Ausdruck gerecht wird und technisch solid ist – bis eben auf die kleine Überlappung des Vordergrunds.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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2 Antworten
  1. Klaus Meier says:

    Wir haben das Foto durch Zufall im Team diskutiert. Ein Teil war für Retusche des rechten Bildrandes. Unsere Naturals fanden das Foto sehr gut gelungen – eben wegen den Blättern im Vordergrund. Weil ein Gecko oder auch eine Echse sich eben nicht unbedingt freiwillig vor die Linse wird.

    Und auch ich wollte im Urlaub Geckos fotografieren. Die Biester waren meist schneller als ich.

    Grüße
    Meier Klaus

    Antworten

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