Gabriele Oestreich-Trivellini – GABO:
Die Lichtarbeiterin

Ihr Pseudonym GABO sorgte dafür, daß sie lange für einen Mann gehalten wurde: Arte TV zeigt ein Portrait der Portraitfotografin.

Gabriele Oestreich-Trivellini alias GABO (Bild: Radio Bremen)

Gabriele Oestreich-Trivellini, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, hat es geschafft: Sie ist die größte deutsche Porträtfotografin. Gerhard Schröder, Til Schweiger, Heike Makatsch oder Alice Schwarzer: GABO hatte sie alle schon vor der Kamera.

Gabriele Oestreich-Trivellini, gebürtig aus Hamburg, führte zwischen Europa, Australien und den Bahamas mit ihrem italienischen Ehemann Renzo Trivellini ein freies und luxuriöses Leben. Nach acht Jahren wurde die Ehe geschieden und GABO, wie sie sich heute nennt, war alleinerziehende Mutter ihres Sohnes Janik.

Ihr Ex-Mann lebt heute auf Kuba. Anfangs fotografierte das frühere Fotomodell Gabriele Oestreich-Trivellini Aids-Kranke in Uganda oder den sterbenden Regenwald in Südamerika, doch GABO stellte fest, dass ihr die klassische Reportage weniger lag. Sie wurde zur „Promifotografin“.

Die Fotokünstlerin vor einem ihrer Fotos von Yoko Ono in der Kunsthalle in Cannes, (Bild: Radio Bremen)

Sieben Jahre arbeitete Gabriele Oestreich-Trivellini als Model und fotografierte nur nebenbei ihre Kollegen, bis sie vom Stern als Fotografin entdeckt wurde. Ihr erstes Titelbild: Popstar Herbert Grönemeyer.

Mit ihrer spezifischen Lichttechnik erzielte sie rasch große Erfolge, ihre Arbeiten sind seit den 80er Jahren auf den Titelseiten internationaler Magazine. Auch der Spiegel schmückt sich gern mit GABO, deren Künstlername lange für ein männliches Pseudonym gehalten wurde.

Es gibt zwei aufwändig produzierte Fotobände mit Stars wie Kevin Costner, Eric Clapton, Warren Beatty, Peter Ustinov und vielen weiteren internationalen Größen aus Hollywood und der internationalen Musikbranche.

GABO begutachtet mit ihrer Freundin, der Schauspielerin Natalia Wörner, Fotos, die sie für eine Autowerbung in Italien gemacht hat. (Bild: Radio Bremen)

Die „Lichtarbeiterin“, wie sie sich nennt, arbeitet am Set mit zahlreichen Mitarbeitern, fotografiert immer noch analog auf Film: „Ich bleibe altmodisch“, sagt sie. Bei ihr wird nichts manipuliert, sondern mit Feingefühl lediglich maßvoll retuschiert.

Die international anerkannte Fotografin kann sich inzwischen vor Aufträgen kaum retten. Wichtig ist ihr dabei immer, dass ihre Fotos niemanden denunzieren: „Das ist für mich die eigentliche Herausforderung, ich will Persönlichkeit zeigen, doch keiner soll sich vor meiner Kamera nackt und ausgeliefert fühlen“, erklärt sie.

Im September 2007 wurde in Cannes eine umfangreiche Fotoausstellung über das Werk von GABO eröffnet. Für Privatleben hat die vielbeschäftigte 46-jährige Fotografin wenig Zeit. In GABOs Villa in Potsdam, in der ihre Mutter und ihr Sohn leben, ist sie selten anzutreffen, außer zu Besprechungen für geplante Fotostrecken. Sie hat dort einen repräsentativen „Showroom“ und einen Teil ihres Bilderlagers. Ein anderer Teil ist in den Agenturen in Paris und Hamburg sowie in ihrem Haus auf Mallorca.

Die Fotografin mit ihrer Mutter Renate Oestreich in deren Haus in Potsdam (Bild: Radio Bremen)

Die Fotografin ist eine der wenigen erfolgreichen Frauen in einem Männerberuf und hat es geschafft, zur erfolgreichsten Fotoporträtkünstlerin Deutschlands aufzusteigen.

Herrin des Lichts: Die Fotografin GABO, Dokumentation, Arte TV, Sonntag, 23. November 2008, 16:9 / 43 Min., Stereo, Regie: Hilde Heim, Deutschland/Frankreich 2007, Radio Bremen

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