Schärfentiefe:
Grundlagen beachten

Bevor du im Bestreben, dich mit deiner Kamera auszudrücken, zu kreativ wirst, konzentriere dich auf die fotografischen Grundlagen. Das hilft dir dabei, deine Vision besser auszudrücken.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Edwin Wipfli).

Kommentar des Fotografen:

Ich wollte hier nicht einfach die Blüten und Zweige ablichten, sondern durch die verschiedenen Schärfen eine Art 3D-Effekt erreichen und so mehr auf Ästhetik als auf die pure Ablichtung der Pflanze abzielen.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Edwin Wipfli:

Es ist selbstverständlich, dass jeder Fotograf seine eigenen Präferenzen hat, was die Wahl des Motivs und der Beleuchtung angeht. Die meisten erfahrenen Fotografen können aber je nach Bedarf eine banale, bezüglich der Beleuchtung nicht gerade aufregende Szene, in ein visuell beeindruckendes Foto verwandeln. Pressefotografen werden am häufigsten mit solchen Herausforderungen konfrontiert:

Der Trick ist, herauszufinden, wie man das Licht zu seinem Vorteil nutzen kann und dann die passenden Linsen- und Kameraeinstellungen zu kennen, um eine ins Auge fallende Komposition zu erschaffen.

Als erstes muss man die Grundlagen, wie zum Beispiel den Zusammenhang zwischen der Verschlusszeit, der Blende und ISO, kennen und wissen, wie man fokussiert, um das gewünschte Objekt hervorzuheben.

Natürlich wäre es eine große Herausforderung, einen World Press Award mit dieser einfachen Szene aus Ästen, Blüten und einem klaren, weißen Himmel zu gewinnen. Aber es hätte trotzdem ein sehr schönes Foto werden können…wenn die Kamera richtig verwendet geworden wäre.

Das erste, was mir bei diesem Foto auffällt, ist, dass nichts scharf eingestellt ist. Das zweite Problem ist die zu chaotische Komposition. Ich weiß nicht, was der Fotograf mir mitteilen will, weil ich nicht weiß, wohin ich schauen soll. Der Fokus im Bild dient auch oder grade bei Bildern mit dem Schärfentiefe-Effekt, den Du hier ergründen wolltest, dazu, dem Betrachter zu helfen und seinen Blick zu führen. Wenn allerdings kein Fokus mehr zu finden ist, lässt Du den Betrachter allein und ratlos.

Wenn du eine größere Blende benutzt hättest, sagen wir 2.8 oder vielleicht 3.5, und eine bestimmte Blüte scharf eingestellt hättest, vielleicht indem du die Äste und Blüten im Vordergrund benutzt hättest, um eine der Blüten im Hintergrund zu umrahmen, wäre das ein sehr schönes Foto geworden.

Obwohl jede Situation fotogen sein kann, ist es die Aufgabe des Fotografen, die Kamera und die Beleuchtung richtig zu nutzen, um etwas aus einer Szene zu machen, die ansonsten nach nichts aussieht.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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  1. […] die das Berufsbild des Fotografen beschrieb. Nach weiterem Stöbern gelangte ich auf eine Seite, die mehr oder weniger technische Kenntnis als Voraussetzung an den Fotografen stellte. Ein Motiv […]

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