Schärfentiefe:
Was ein paar Blenden ausmachen

Schärfentiefe ist ein mächtiges Gestaltungswerkzeug der Fotografie. Ein kurzer Ausflug in die Welt der grossen Blenden.

Schärfentiefen-Porträt mit offener Blende

Wenn die Schärfe auf der Nasenspitze liegt statt in den Augen: Blende 1.8 macht’s möglich, der Autofokus ist der Verursacher

Ich bin immer wieder erstaunt, welch offensichtlichen (und kaufentscheidenden!) Dinge einem niemand sagt: Kein Verkäufer, kein Fachmagazin und noch nicht einmal die erfahrenen Fotografenfreunde. Die typischen Begriffe in Diskussionen über die „ideale“ Digitalkamera sind: „Megapixel“, „Gehäusegrösse“, „X-fach-Zoom“; allenfalls noch „Sensorgrösse“ oder „Empfindlichkeit“.

Später, auf dem Weg zur künstlerischen Fotografie, fragt man sich dann irgendwann unweigerlich, warum die eigenen Blumenfotos so flach wirken wie das Papier, auf dem sie gedruckt sind, während die Tulpen aus dem Holland-Reiseprospekt praktisch herausragen; oder warum die eigenen Porträts wie Leichenfotos aussehen, während der schöne Clooney in der jüngsten Werbekampagne hinter dem Hochglanzmagazin zu zwinkern scheint.

Die Antwort ist einfach und zweigeteilt:

  • Weil die Fotografen, welche die Blumen und Clooney aufgenommen haben, alle Tricks der Beleuchtung und der Belichtung kennen.
  • Und weil sie mit einer Ausrüstung arbeiten, die den gezielten Einsatz von Schärfentiefe erlaubt.

Und plötzlich tauchen Begriffe wie „Lichtstärke“, „Schärfentiefe“, „Freistellung“ und gar „Bokeh“ auf. Wir bleiben hier mal bei den ersten beiden.

Ausser dem Türgriff ist nichts im Fokus. (© PS)

Ausser dem Türgriff ist nichts im Fokus. (© PS)

Schärfentiefe-Beispiele

Der Raum ist die Aussage.

Schärfentiefe-Beispiel: Haltestelle

Hier steht die Haltestelle im Interesse…

Schärfentiefe-Beispiel: Haltestelle als Vordergrund

…Hier ist die Haltestelle nur Vordergrund.

Die Schärfentiefe ist jene „Schicht“ im Raum vor dem Objektiv, die in der Aufnahme als scharf erscheint. Sie dehnt sich vor- und etwas stärker hinter dem Fokus aus.

Wie ausgeprägt dieses Gestaltungsmittel, das dem menschlichen Sehen entspricht, genutzt werden kann, hängt von zwei Eigenschaften der Ausrüstung ab: Von der Lichtstärke des Objektivs, das heisst, seiner grösstmöglichen Blendenöffnung. Und von der Grösse des Sensors. Letzteres ist der Grund dafür, weshalb Schärfentiefeneffekte mit Kompaktkameras fast gar nicht nutzbar sind – aber das wird das Thema eines nächsten Postings sein.

Die Lichtstärke der Objektive hingegen ist der Grund dafür, weshalb die wenigsten Amateure trotz hochwertiger Digitaler Spiegelreflex die Schärfentiefe wirklich einsetzen. Denn die DSLR werden in aller Regel nicht mit sehr lichtstarken Objektiven im Set verkauft, sondern mit solchen, die einen möglichst grossen Brennweitenbereich abdecken – die X-Fach-Zooms.

Deren grösste Blende liegt im Weitwinkelbereich meist bei 3.5 und im Telebereich bei 5.6; damit kann bei normalem Tageslicht gut gearbeitet werden, in der Dämmerung und in Innenräumen wird schnell ein Blitz oder ein Stativ nötig. Das nervt zwar; aber angesichts der hervorragenden Bildstabilisatoren in preiswerten Superzooms habe auch ich zunächst – wie wohl so mancher Anfänger – lieber in einen Super-Weitwinkel und ein extrem-Tele investiert.

Offenblende-Beispiel: Blumen im Vordergrund Offenblende-Beispiel: Blumen im Vordergrund

Und da liegt der Hase im Pfeffer. Denn mit meinem behinderten Übersetzungsvermögen für mathematische Verhältnisse wollte ich (vor allem angesichts der Preise der entsprechenden Objektive im Hinterkopf) nicht glauben, das sich eine Blende mehr Lichtstärke wirklich soooo stark spürbar auswirkt. Erstaunlicherweise änderte sich daran auch meistens nichts, wenn ich die Ausrüstung befreundeter Profis in Händen hielt und ein paar Testaufnahmen machen durfte.

laundromat.jpg laundromat3.jpg laundromat6.jpg

laundromat9.jpg laundromat13.jpg laundromat14.jpg

 

Dabei steht es in jedem Fotobuch: Bei Blende 2.5 statt 3.5 trifft nicht ein bisschen mehr, sondern doppelt soviel Licht auf den Sensor. Die Belichtungszeit halbiert sich.

Blende 1.8 führt zu einer Vervierfachung des Lichts im Vergleich zu Blende 3.5 und einer Viertelung der Belichtungszeit, und Blende 1.2 ist gleichbedeutend mit der achtfachen Lichtmenge und damit einem Achtel der Belichtungszeit, die bei Blende 3.5 nötig gewesen wäre. Das ist doch schon was.

Wo ich bisher in Innenräumen bei Belichtungszeiten von 1/30s den Blitz hervorkramen musste, fotografiere ich inzwischen mit dem neuen Sigma 30mm (Affiliate-Link) (45mm Normalobjektiv auf der Nikon D300) bei Blende 1.4 locker mit 1/200s weiter und hab noch nicht mal Bewegungsunschärfe im Bild.

Dafür eine Begrenzung der Schärfentiefe, die sich für die Bildgestaltung einsetzen lässt – und die ebenfalls im Quadrat abnimmt: Bei Blende 5.6 ist auf eine Distanz von einem Meter ein Bereich von 27 Zentimetern im Fokus. Bei 2.8 sind es noch 13,3 Zentimeter, und bei Blende 1.4 grade mal 6,6 Zentimeter.

portraet1-1.jpg portraet2.jpg portraet3.jpg

Dass eine derart geringe Schärfentiefe nicht immer erwünscht ist, ist auch klar – mit einer Bildschicht von 6.6 Zentimetern im Fokus wird es beispielsweise bei einem Gesicht bereits problematisch – denn so manche Nase ragt weit mehr als drei Zentimeter in die Welt hinaus: Wenn der Fotograf also auf ein Auge fokussiert, läuft er Gefahr, dass die Nasenspitze in der Unschärfe verschwimmt.

Zum Glück bleibt die Schärfentiefe nicht auf jede beliebige Distanz gleich gering: Je weiter weg das zu fokussierende Motiv, desto grösser wird die Schärfentiefe, und zwar um den Faktor vier: Bei zwei Metern Abstand bei Blende 1.4 beträgt die Schärfentiefe bereits 27 Zentimeter, bei 4 Metern Distanz ist es 1,107 Meter.

yoda-1.jpg yoda-2.jpg  yoda-3-1.jpg

Hier ist Yoda immer im Schärfebereich, der Teddy dahinter aber nicht.

Auf die Zahlenreihen will ich ebenfalls in anderem Zusammenhang zurückkommen.

Ich wollte an dieser Stelle nur anhand einiger Beispiele zeigen, warum viele von uns die Schärfentiefe als Gestaltungselement erst spät entdecken: Weil sie bei einer maximalen Blende von 3.5 – der gängigen Lichtstärke typischer Zoom-Objektive im unteren Brennweitenbereich – kaum einsetzbar ist.

Daher rührt auch der Glaube, dass die Schärfentiefe mit der Brennweite zunimmt – was nachweislich falsch ist (und auch darauf werde ich zurückkommen). Aber Teleaufnahmen mit starkem Vergrößerungsfaktor ist die einzige Gelegenheit, bei der wir Amateure mit den billigen Objektiven den Effekt richtig wahrnehmen.

Neben einer langen Brennweite mit kurzer Fokusdistanz führen aber eben auch grosse Blenden zu grandiosen Schärfentiefeneffekten. Dazu muss man sich aber erstmal eine entsprechende Linse anschaffen – und mit der Lichtstärke der allseits beliebten Zoom-Objektive steigt nicht nur der Schärfentiefeneffekt, sondern leider meist auch der Preis im Quadrat.

Dabei gibt es eine Alternative: Festbrennweiten, vor allem im Normalbereich irgendwo bei 50mm Kleinbild – also Objektive ohne Vergrösserungsfaktor oder Weitwinkel – sind zu sehr vernünftigen Preisen mit Lichtstärken ab ca. 1.8 zu haben, und das auch in den Modellen von Nikon (Affiliate-Link) oder der Bestseller von Canon. (Affiliate-Link)

Mit einem solchen Objektiv erschliessen sich einem nicht nur ganz plötzlich ungeahnte Gestaltungsmöglichkeiten dank Schärfentiefeneffekten, sondern auch eine ganz neue Art des Sehens und der Komposition. Darauf werde ich auch zurückkommen.

33 Antworten
  1. Uwe Kath says:

    Toller Artikel,

    habe glücklicherweise von Anfang an auf Lichtstärke gesetzt. Zuerst mit crop Faktor an einer Nikon D300
    danach mit FX an der D700.

    Sammle gerade Erfahrung in der Bildgestaltung durch Schärfentiefe/Freistellung/Bokeh. Ich setze hierzu ein
    Nikkor 70-200 VR 2.8 und ein 50mm 1.4 am Vollformat ein.

    Der Artikel hat mir sehr geholfen die bisher erzielten Ergebnisse zu erklären/ bei der Analyse missglückter Aufnahmen die Ursachen herauszufinden. Aufnahmeabstand/Brennweite/Blende/Sensorgröße! Super anschaulich wird hier der Einfluss und die Auswirkungen auf die Ausbreitung der Schärfentiefe erklärt.

    Ich lese immer wieder über den Verlauf von Schärfe 1/3 vor und 2/3 nach dem angewählten Fukuspunkt.
    In der Landschaftsfotografie über hyperfokale Schärfe ???

    Meint man hier das gleiche?

    Ist diese Erkenntnis nur für Makro und Landschaftsfotografie von Bedeutung ?

    Antworten
  2. Schtonk! says:

    Also was entscheidend für den Bildeindruck ist, ist der Bildwinkel.

    Und der ist beim Crop geringer.

    Die Schärfentiefe nicht.

    Und natürlich werden die Objektive an einer Crap-Kamera auch nicht „länger“.

    Aber der Bildeindruck ist mehr Tele – und das Verwackeln nimmt auch zu.

    Antworten
  3. Peter Sennhauser says:

    @ Peavy:

    Streng theoretisch hast Du zwar recht, aber ich halte den Einwand dennoch für Wortklauberei. Denn anderes als beispielsweise das „digitale Zoom“ bringt der Cropfaktor keinen direkten Bildinformationsverlust mit sich. Er ist also wohl keine echte Brennweitenverlängerung, aber er sorgt für einen Vergrösserungsfaktor/Bildwinkel im Masse einer solchen. Der ist zwar nicht die einzige, aber die wichtigste Eigenschaft der Brennweite.

    Antworten
  4. Peavey says:

    dadurch werden alle von dir aufgezählten objektive um den faktor 1,6 länger.

    Das stimmt nicht und jeder fällt auf die Verkäufer rein :-)

    Der Crop Faktor ist nichts anderes als ein Beschnitt Faktor. Eine Kamera mit dem Faktor 1.6 und einer Kamera Vollformat bei gleichen Abstand zum Motiv unterscheiden sich nur in sofern das bei einer Vollformat mehr auf dem Bild drauf ist während bei einer Nicht Vollformat weniger auf dem Bild zu sehen ist. Ein Verlängerungsfaktor gibt es in diesem Zusammenhang nicht und doch redet jeder davon weil auch jeder drauf reinfällt.

    Antworten
  5. Adrian says:

    ja,das ist wohl war ich habe vorerst nur eine 400D ,was natürlich der Einsteigerklasse enstpricht,abet die Objektivwahl steht erstmal im Vordergrund.Das schon erwähnte 10-22 habe ich schon.Doch irgendwie habe ich den Eindruck das es manchaml zuviel Weite her gibt.Ich habe vor erst mal an den 50mm gedacht da es meine erste Erfahrung mit feste Brennweite ist.Die soll auch für alles mögliche genutz werden,nicht nur Landschaft.danke

    Antworten
  6. euphoriefetzen says:

    @adrian

    ich gehe mal davon aus, dass du nicht mit einer kb canon knippst. dadurch werden alle von dir aufgezählten objektive um den faktor 1,6 länger. da sind dann das 50er und das 85er auf jeden fall zu lang, es sei denn du stehst auf detailarchitekturaufnahmen. ;)
    selbst das 24-70 wird mit ca 38mm untenrum ein wenig zu kurz sein. was aber nichts daran ändert, dass das eine sehr gute linse ist. ich würde dir dazu noch zu einem sww raten. vll. das 10-22.

    Antworten
  7. Adrian says:

    Hallo!
    ich kann euch da nur zustimmen wenn es um die festetn Brennweiten geht,die Erfahrung mit der 10KW Stereoanlage habe ich auch gemacht.Nun stehe ich vor eine Kaufentscheidung zwischen Canon EF 50mm,85 bzw den 24-70 L.Haupsächlich will ich Architektur fotofrafieren aber auch etwas ausgefallenes um etwas neues auszuprobieren.Kann mir jemand etwas davon empfehlen?
    Vielen Dank
    Adrian

    Antworten
  8. Horst fuchs says:

    Was ich noch immer ein bisschen vermisse ist die Bewertung des Bokehs bei solchen offenen Blenden. Es kommt nicht nur darauf an, daß das Objektiv lichtstark ist, sondern auch auf die Form der Blenden. Bie runden Lamellen oder 9 statt 7 Lamellen wird ein weicherer Hintergrund erreicht, der vor allem bei Portraits mehr schmeichelt. Also nicht einfach nur schauen lichtstark zu sein.

    Antworten
  9. Peter Sennhauser says:

    @ Sofie, auch ein Nachtrag ;-)

    Dein Hinweis auf den Wert von Festbrennweiten (dem ich voll und ganz zustimme) zeigt, wie sehr „Photography 101“ noch ein Thema ist. Frag mal im Bekanntenkreis, nur schon unter Amateuren mit DSLR, wer Objektive mit Festbrennweite besitzt. Frag sie danach nach ihrem Zoom mit der grössten Lichtstärke.

    Antworten
  10. Peter Sennhauser says:

    @Sofie:

    ist Fotografie mittlerweile so digitalisiert, daß ein Artikel dieser Art notwendig ist?

    Erstens bin ich davon überzeugt. Eigene erfahrung und Kommentare sprechen Bände.
    Zweitens möchten wir hier alle Wissensstufen abdecken. Natürlich führt das zu Redundanz – aber nenn mir ein Thema, das im Internet nicht redundant vorhanden ist.

    Mit dem Lensbaby hab ich mal bisschen rumgespielt und müsste wohl inzwischen ein etwas freundlicheres und verspielteres Nachtrag-Textlein machen.

    Antworten
  11. Sofie Dittmann says:

    @ Peter PS. Habe zugegebenermaßen nicht gesucht, aber einen Artikel über Lensbabies fände ich interessanter. Das wäre Schärfentiefe „on steroids“, wie sie in Amerika sagen.

    @ Susan Ich kann Dir nur empfehlen, ein lichtstarkes Objektiv mit fester Brennweite zu kaufen. Man/frau fotografiert damit ganz anders, ich habe eines für meine Canon xTI.

    Antworten
  12. Sofie Dittmann says:

    @Peter Also, wenn ich das mal so sagen darf, ich finde den Artikel wirklich… also… naja… Ist das nicht photography 101? Das einzige Problem, das ich manchmal habe, ist, mich daran zu erinnern, daß ich mein Objektiv von Autofokus auf manuell umschalten muß, damit sich das blöde Ding nicht auf etwas fokussiert, was ich nicht scharf haben will. Aber mal abgesehen davon: ist Fotografie mittlerweile so digitalisiert, daß ein Artikel dieser Art notwendig ist???

    Antworten
  13. Blue says:

    Sehr guter Artikel! Besonders die „Ausweitung“ der Schärfeebene mit zunehmenden Abstand kannte ich so noch nicht. Dazu eine Frage: „Bei zwei Metern Abstand bei Blende 1.4 beträgt die Schärfentiefe bereits 27 Zentimeter, bei 4 Metern Distanz ist es 1.107 Meter.“ Stimmt die Rechnung tatsächlich so oder müsste es bei 4m 1,08 m sein? Ich mein…über einen Kilometer…äh…ich nehme wohl an, dass es sich bei dem Punkt eigentlich um ein Komma handeln sollte…oder?
    Grüße blue

    Antworten
  14. euphoriefetzen says:

    @susan
    falls es sich um das berüchtigte nikkor af-d 50mm 1,8 oder das canon-pendant handelt, kann ich dir aus eigener erfahrung nur dazu raten es zu kaufen.

    Antworten
  15. Susan says:

    Dieser Artikel spricht mir doch sehr aus der Seele,
    ich denke z.Z. aus genau den oben erwähnten Gründen über eine Festbrennweite mit 1.8 Lichtstärke nach. Es ist genauso, dass man immer die tollen Fotos von anderen Fotografen sieht und sich dann fragt, warum man das selbst nicht so hinkriegt.
    Ich fotografiere neben meiner digitalen Kamera auch noch analog mit einer Seagull sowie einer alten Zeiss Ikon Nettar, beides Mittelformatkameras. Da kann man hinsichtlich der Schärfentiefe überraschende und wunderbare Erfahrungen machen! Wenn man über die Wirkung weiß, guckt man schon ganz anders durch den Sucher!
    Nochmals ein herzliches Dankeschön für diesen
    guten, die Sache auf den Punkt bringenden Artikel!!
    Gruß,
    Susan

    Antworten
  16. David says:

    Ich bin immer wieder erstaunt, welch offensichtlichen (und kaufentscheidenden!) Dinge einem niemand sagt: Kein Verkäufer, kein Fachmagazin und noch nicht einmal die erfahrenen Fotografenfreunde.

    Da muss man mal wieder das Internet loben. Bei den Objektivtests auf DPReview (oder auch Photozone) wird in der Regel sogar auf die (subjektive) Qualität des Bokeh eingegangen, inklusive Testaufnahmen. Überhaupt lese ich eigentlich nur noch DPReview um mich über die technischen Seiten einer Kamera zu informieren.

    @Peter: Die Artikelreihe zur Festbrennweite ist klasse! Das deckt sich sehr mit meiner Erfahrung mit einer 90mm Festbrennweite. Das Problem ist nur, dass es mich bei jedem Posting in den Fingern juckt, das 30er oder 50er Sigma zu kaufen. Ich fänd es super, Du nochmal näher auf den Lichtaspekt eingehen könntest, vielleicht auch mit ein paar Vergleichsaufnahmen, denn der interessiert mich (neben der Tiefenschärfe) besonders. So ein Objektiv ist dann ja doch billiger als ein Vollformatsensor. :-)

    Antworten
  17. Konrad Bauckmeier says:

    @peter: Ja, die Carbonräder sind ein guter Vergleich. Ein 20kg Fahrrad kostet 200€, ein 10 kg Fahrrad 2000€, ein 9kg Fahrrad 20000 und ab dann ist jedes Gramm weniger für den Gegenwert in Gold zu haben. :-)

    Bei Fototechnik ist es ähnlich. Das letzte Quentchen Verbesserung um die Grenze des Machbaren weiter herauszuschieben (Zoom, Lichtstärke, Verschlussgeschwindigkeit, Schärfe oder was auch immer) verzehnfacht den Preis.

    Antworten
  18. Peter Sennhauser says:

    @Stefan: ich zieh mir den Zahn grade selber. Schmerzt aber schon sehr – im Geldbeutel.
    @Konrad: Hättest Du statt dessen angefangen, Rad zu fahren, stünden jetzt wohl zwei Karbon-Velos in der Garage… Ein Stichwort hier heisst natürlich auch „Ausrüstungsneid“. kaum haben wir kapiert, was ein Zubehörteil kann, wollen wir es haben. Man könnte sein Geld dieweil auch mal in Fotoseminare und -Kurse investieren.

    Antworten
  19. Konrad Bauckmeier says:

    Guter Artikel!
    DSLR-Fotografieren ist für mich ganz klar ein Euro-Grab. Zuerst habe ich mir einen Body mit Kitobjektiv gekauft und gemeint, Wunder wie teuer diese Investition jetzt war.

    Nach und nach habe ich festgestellt, dass dies nur die Einstiegsdroge war und inzwischen ein Mehrfaches in Blitze, Teleobjektiv, Makro-Festbrennweite, Stativ, Panoramazubehör usw. investiert.

    Ein Standardzoom mit 2.8 steht seit längerem auf meiner Wunschliste, aber der Preis….

    Will sagen, wenn man sich ernsthaft damit beschäftigt, dann kommt man von selbst dahinter. Hätte ich es allerdings schon damals geahnt, wie teuer das mal wird, hätte ich vermutlich nie damit angefangen. Ich hätte mir leicht an die Stirn getippt, wäre bei meiner Bridge-Camera geblieben und hätte nie etwas vermisst :-)

    Antworten
  20. ule says:

    Hallo,
    Aufnahmen mit Festbrennweiten sind nicht nur wegen der Gestaltung über die Tiefenschärfe besser. Ich fotografiere bevorzugt mit Festbrennweiten. Dies übt auch den fotografischen Blick. Beliebiges zoomen entfällt.

    Antworten
  21. Stefan says:

    Nix für ungut, hat mich nur gewundert…

    Zur Einleitung Deines Beitrages selbst: Du sprichst mir aus der Seele!!! Irgendwie erinnert mich das ganze an die Stereoanlagen aus bekannten Versandhäusern: Da steht auch ganz gerne mal 10’000 WATT drauf. Auf die Details, auf welche es wirklich ankommt, stehen – wenn überhaupt – im Kleingedruckten.

    Genauso wie beim Elektronikfachmarkt, wo der Geiz geil ist oder man für blöd verkauft wird. Blendenangaben findet man dort eher selten und mir scheint, die Marketingabteilungen gehen davon aus, dass sich die subjektive Leistungsempfindung des potentiellen Käufers eines Objektives proportional zu hohen Zahlenangaben bei den Produkteigenschaften verhält. Will damit sagen, dass kleine Blendenzahlen offenbar unpopulär sind und lieber mit langen Brennweiten bzw. Zoombereichen geworben wird.

    Das traurige daran ist, dass dieser Schmäh aufgeht. Genauso wie bei einem Bekannten, der mir stolz von seinem 18-200mm erzählte. Mit f/4-5.6 konnte er nix anfangen, bis ich es ihm erklärte. Er war dann nicht mehr so begeistert, aber den Zahn musste ich ihm einfach ziehen.

    Gruß,
    Stefan

    Antworten
  22. Peter Sennhauser says:

    Stefan – Du hast recht, das sind schräge Blendenwerte. Ich wollte ursprünglich konsequent von 3.5 ausgehen, weil das die Anfangslichtstärke der meisten einfachen Zooms ist. Nicht unbedingt eine gute Idee. Ich komme im nächsten Posting darauf zurück – und wenn ich Zeit hab, pass ich es hier irgendwann an.

    Antworten
  23. Stefan says:

    Die Blenden-Zahlen im Artikel kommen mir schon etwas schräg vor…

    Im Normalfall geht mann von genzen Blendenstufen aus – jede Stufe bedeutet dabei Verdoppelung bzw. Halbierung der Lichtmenge.
    Darüber hinaus gibt es natürlich Halb- und Drittelstufen, Blende 3.5 ist aber werde da noch dort vertreten!?

    Vgl. Blendenreihe (Wikipedia)

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Eine Vollformat-Kamera mit einem solchen Objektiv schafft Aufnahmen auf kurze Distanz mit wenigen Zentimetern Schärfentiefe. Beim iPhone mit der realen Brennweite von 4.15mm ist das aber nicht der Fall: Hier sorgt die […]

  2. […] Blendenwahl: Mit f/4 bei einem Tele-Ausschnitt von 130mm musstest Du damit rechnen, dass Bereiche ausserhalb der Fokuslänge in den Unschärfenbereich geraten, und das ist im Vordergrund passiert. Ich finde das insofern schade, als die Komposition […]

  3. […] DSLR mit 50mm f/1.8 hätte die Sache mit der Tiefenunschärfe sicher noch spannender gemacht, aber die G12 hat’s auch ganz gut […]

  4. […] leises Misstrauen hat mich beschlichen, nachdem ich im Januar mit meinem neuen Sigma 30mm und einer Lichtstärke von 1:1.4 herumzuspielen angefangen habe; für den Workshop im Death Valley habe ich mir deshalb das 70-200mm […]

  5. […] beim Foto entscheiden, dem empfehle ich diesen großartigen Artikel von Peter Sennhauser: Schärfentiefe: Was ein paar Blenden ausmachen. Da könnt Ihr mal was […]

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *