Esther Haase, Susanne Schapowalow: Tango und Jazz

Leidenschaftlichen Tango und berühmte Jazzmusiker zeigt Camera Work in Berlin derzeit – in zwei Ausstellungen mit Esther Haase und Susanne Schapowalow.

Esther Haase: Ana & Juan. A Dancers Portrait. Ideal. Buenos Aires. May 2008

Die junge Fotografin Esther Haase fotografierte den Tango auf Kuba und in Argentinien. Die 87-jährige Susanne Schapowalow, die ihre Großmutter sein könnte, fotografierte seit den Vierzigerjahren mit Vorliebe Jazz, Architektur und Neue Musik.

Esther Haases Fotografien spiegeln die Dynamik des Tanzes wider. Sie ist ausgebildete Balletttänzerin. Ihr geht es in ihren Bildern um die Leidenschaft, das Verlangen, die Freiheit, die Erotik und die Hingabe der Körper für die Dauer eines Tanzes. Die Tango-Bilder inszenierte Esther Haase mit Tänzern und Modellen vor Ort in den Bars der Einheimischen und bei den Milongas – den Tanzabenden – zwischen Buenos Aires, Havanna und Santiago (oder auch in Paris). George Bernhard Shaw beschrieb den Tango einmal so:
„Der Tango ist der vertikale Ausdruck eines horizontalen Verlangens.“

Esther Haase: Sonoya, Paris, April 2006

Haase absolvierte ihre klassische Tanzausbildung an der Staatlichen Akademie in Köln und tanzte mehrere Jahre auf der Bühne. Von 1988 bis 1993 studierte sie an der Hochschule der Künste in Bremen. Seit 1993 arbeitet sie als Fotografin und reist für ihre Aufträge rund um die Welt. Auf ihrer etwas verspielten Website können wir ihre Bilder online anschauen.

Susanne Schapowalow: Chet Baker, 1955

Die Porträtaufnahmen von Susanne Schapowalow wurden noch nie in Ausstellungsgröße vorgestellt, wie Camera Work mitteilt. Sie geben einen Einblick in die Zeit, als Rock ’n’ Roll und Jazz noch gleichgesetzt wurden und eine weltweite Bewegung waren. Mit einer großen Nähe zu den Künstlern zeigen die Porträts berühmte Jazzmusiker wie Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, Nina Simone, Miles Davis oder Quincy Jones, dessen Band sie zwei Monate auf Tournee durch Europa begleitete. Ihre teils innigen Freundschaften zu den Porträtierten wie Duke Ellington oder Chet Baker ermöglichten einen außergewöhnlich intimen Blick hinter die Bühne und auf die privaten Seiten der Musiker.
Ergänzt wird die Ausstellung durch Porträts bedeutender Personen der Zeitgeschichte wie Ernst Rowohlt, Igor Strawinsky oder Albert Schweitzer, der in väterlicher Haltung der damals jungen Photographin nur zwei Aufnahmen von sich erlaubt hat. Oder Orson Welles, dessen Heiratsantrag an Ruth Niehaus, der deutschen Rita Hayworth der Fünfzigerjahre, sie in Hamburg dolmetschte.

Susanne Schapowalow: Duke Ellington am Flughafen Hamburg, 1960

Susanne Schapowalow arbeitete als Fotografin für Zeitungen und Magazine wie Kristall, Stern, Spiegel oder Geo. Über die Jahre ist ein riesiges Bildarchiv aufgebaut worden, das erst zum Teil erschlossen ist. Ende der Sechzigerjahre gründete sie ihr Bildagentur Susanne Schapowalow mit dem Schwerpunkt „Tourismus weltweit“, die sie 2003 letztendlich verkaufte. Die Künstlerin lebt heute in Bad Malente.

Esther Haase – Susanne Schapowalow
Bis 28. Februar
Galerie Camera Work, Kantstraße 149, 10623 Berlin
+49 (0) 30 31 00 77 – 3, info@camerawork.de
Geöffnet Dienstag bis Samstag 11-18 Uhr

Camera Work
Esther Haase
Videointerviews mit Susanne Schapowalow

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