Fotografie bei Arte TV: Verwahrloste und wunderbare Welten

Arte zeigt einige Beiträge über Fotografie und Fotografen und berichtet von verwahrlosten und von wunderbaren Welten. Ein Kontrastprogramm zum Höhepunkt der Fastnacht an diesem Wochenende.

Tobias Zielony: Fotografie aus der Foto-Serie Curfew:

Tobias Zielony haben wir kürzlich auf fokussiert.com vorgestellt – mit seinen Bildern aus einer hoffnungslosen amerikanischen Stadt namens Trona: Ist es leicht jung zu sein? Untätige Menschen, verlassene und verwahrloste Orte – Zielony interessiert sich für alles, was sich der Gesellschaft entzogen hat und oft jenseits des Sichtfeldes bleibt – am Stadtrand.

Bei Tobias Zielony, Jahrgang 1973, verwischen sich die Grenzen zwischen dokumentarischer Reportage und künstlerischer Fotografie. Er macht eine uns häufig nicht bewusste Welt sichtbar: Auf seinen Fotos bildet er Gruppen und Gangs von Jugendlichen ab, die ihren Platz in der Gesellschaft nicht gefunden haben, die an Tankstellen oder draußen auf der Straße herumlungern. Sei es in Berlin, in heruntergekommenen Wohnsiedlungen Ostdeutschlands und Polens oder eben in Trona am Rande des Death Valley.

Timm Rautert, bis 2007 Professor für Fotografie in Leipzig, weiß an Tobias Zielonys Arbeiten besonders zu schätzen, dass sie „nicht dem Geklingel der Medien folgen, sondern ruhig bleiben“. Als Ganzes seien seine Bilder, laut Rautert, so nah am Leben und so authentisch, dass sie alles ausschöpften, was Fotografie überhaupt leisten könne. Der Beitrag aus der Reihe Künstler hautnah wird am Sonntag, 22. Februar um 12 Uhr bei Arte ausgestrahlt. Wiederholungen: 26. Februar und 1. März um 7 Uhr, 9. März um 4.30 Uhr.

Timm Rautert hat gerade selbst eine Ausstellung – unter dem Titel „Wenn wir dich nicht sehen, siehst du uns auch nicht – Fotografien 1966-2008“ im Landesmuseum Bonn LVR (Colmantstraße 14-16, D-53115 Bonn, +49 (0)228 2070-0, rlmb@lvr.de). Auf der Website des Museums gibt es mehr Informationen dazu, geöffnet ist Dienstag bis Sonntag 10 -18 Uhr, Mittwoch 10 – 21 Uhr.

Guyy Tillim: Barber's shop, Hillbrow - Jo'burg series, © Guy Tillim, Galery Michael Stevenson

Das Magazin Metropolis (Samstag, 21. Februar, 22.45 Uhr, Arte) widmet sich in einem Beitrag Guy Tillim, einem der wichtigen Fotojournalisten Südafrikas. Er porträtiert seine Heimat, die auch heute noch die Spuren der Apartheid trägt. Rund 70 Farbfotos seiner beiden zentralen Themen „Jo’burg“ und „Avenue Patrice Lumumba“ sind bis zum 19. April 2009 in Paris bei der Fondation Henri Cartier Bresson ausgestellt (mit Online-Galerie). Guy Tillim war Teilnehmer an der documenta 2007 in Kassel.

Über den Sammler, Banker und Pazifisten Albert Kahn berichtet Arte gleich in mehreren Filmen. Albert Kahn beauftragte Anfang des 20. Jahrhunderts zahlreiche Fotografen, untergehende Kulturen und Lebensweisen in Europa, Afrika, Amerika und Asien im Bild festzuhalten. Ein von ihm begründetes Archiv umfasst mehr als hundert Stunden Filmmaterial und über 72.000 Farbfotografien. Die BBC-Dokumentationsreihe „Die wunderbare Welt des Albert Kahn“ wirft einen Blick auf die weltgrößte Sammlung aus den Anfangsjahren der Fotografie.

„Albert Kahn, Banker und Pazifist“ wird am Samstag, 21. Februar um 14.45 Uhr gesendet. Die fünfteilige Filmreihe „Die wunderbare Welt des Albert Kahn “ beginnt am Montag, 23. Februar, um 19 Uhr und wird am 24., 25., 26. und 27. Februar jeweils um 19 Uhr fortgesetzt.

Arte

7 Kommentare
  1. Wolf-Dieter Roth sagte:

    Die Serie mit Albert Kahn ist übrigens neunteilig, geht noch weiter nächste Woche 2.3. bis 5.3.

    Ab 2.3. wird die Serie außerdem morgens um 9.10 wiederholt, am 7.3. auch der Film vom 21.2. – für alle, die es verpaßt haben.

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  2. daniel sagte:

    stimmt. habs nun auch gesehen. mein fehler. beim überfliegen ihres textes habe ich wohl die daten einfach überflogen;) dennoch, eine verlinkung wäre schön gewesen. das ist ja nun mal gängige praxis in der schönen neuen netzwelt. und sie haben sich ja ansonsten auch die mühe gemacht.

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