Hasselblad-Preis 2009 – Robert Adams: Fotograf des Westens

Der amerikanische Fotograf Robert Adams hat den Hasselblad-Preis 2009 bekommen. Der Hasselblad-Preis gilt als Nobel-Preis der Fotografie.

© Robert Adams: Colorado Springs, Colorado, 1968

Die Jury der Hasselblad-Stiftung hält Robert Adams für einen der wichtigsten und einflussreichsten Fotografen der letzten vierzig Jahre. Adams erhielt den mit 500.000 schwedischen Kronen (etwa 46.000 Euro) dotierten Preis in San Francisco. Im November dieses Jahres wird in Göteborg, Sitz der Hasselblad-Stiftung, eine Ausstellung mit seinen Bildern eröffnet.

Robert Adams , © Daniel CheekRobert Adams hat sich zeitlebens vor allem mit der Landschaft des amerikanischen Westens beschäftigt. Sein Thema ist der Einfluss des Menschen auf die Landschaft und wie die zunehmende Besiedlung diese verändert und zerstört hat.

Er fotgrafiert stets sehr präzise und auf eine undramatische Art und Weise in Schwarzweiß. Es ist ein geschlossenes Werk entstanden, das die Frage nach unserem Umgang mit unserer Umwelt auch global stellt.

© Robert Adams: Clearcut, Humbug MountainSeine Bilder haben eine doppelte Kraft: Zuerst schockieren sie. Dann enthüllen sie auch langsam Aspekte der Geografie, die Form der Landschaft zum Beispiel, die über den Eingriffen des Menschen stehen.

Adams, der in vielen Essays seine Ansichten über die Fotografie vertrat, schrieb: „Alles Land, egal was ihm zugefügt wurde, hat eine Würde in sich und eine absolut beständige Schönheit.“

 © Robert Adams: Storm over Pawnee National GrasslandJohn Szarkowski, früherer Direktor des New Yorker Museums of Modern Art MoMA, schrieb zu Adams: „Seine Bilder sind so höflich, so maßvoll und exakt, sie vermeiden übertriebene theatralische Gesten, moralische Ansprüche und starke Effekte im Ausdruck generell so sehr, dass manche Betrachter sie als öde empfinden … Andere Betrachter, die für schrille Angeberei … nichts übrig haben, finden in diesen Bildern geistige Nahrung, Überraschung, Klärung und Erklärung, Herausforderung und – vielleicht – Hoffnung.“ Mehr über John Szarkowski – „Des MoMA-Direktors eigene Bilder“.

In der Info der Hasselblad-Stiftung heißt es außerdem: Robert Adams Welt wird nicht von der Kamera erschaffen. Wir können sie wiedererkennen als eine, die wir selber zu einem kleinen Teil bewohnen – mit allen Fehlern, Problemen, in ihrer unglaublichen Komplexität und kurzen Momenten außergewöhnlicher Erhabenheit. Sein Werk wird auch künftig die Fotografie weltweit beinflussen und ist ein großartiges Vermächtnis für die Zukunft.

Robert Adams, Jahrgang 1937, wurde in Orange, New Jersey geboren. Er lebt und arbeitet im Nordwesten von Oregon. Mehr Bilder von Robert Adams gibt es bei Masters of Photography. Wikipedia verzeichnet leider nur in der englischsprachigen Ausgabe einen Artikel über Robert Adams.

In deutscher Sprache gibt es aktuell keine Bücher von Robert Adams. Einer seiner bekanntesten Bildbände – The New West – ist 2008 bei Aperture neu aufgelegt worden. Seinen ungemein anregenden Essay-Band Why People Photograph gibt’s ebenfalls im Aperture-Verlag (und günstig gebraucht bei Amazon).

Hasselblad-Stiftung
Masters of Photography
Wikipedia über Adams

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