Rauschunterdrückung durch Referenzbild: Die Kamera kann’s besser

Rauschunterdrückung bei Langzeitaufnahmen direkt in der Kamera: Ein realer Test mit Nikons D300 zeigt klare Resultate.

Startrail-Bild ohne......und Sternenspuren mit Rauschunterdrückung.Lohnt es sich, die Kamera nach einer Langzeitbelichtung das Rauschen reduzieren zu lassen? Hinter der Funktion steckt nämlich ein „Referenzbild“, bei dem die Kamera mit genau gleich langer „Schwarz-Belichtung“ fehlerhafte und erhitzte Pixel eruiert und dann aus dem ursprünglichen Bild herausrechnet. Und ob das was bringt, darüber gehen die Meinungen auseinander – und die Testberichte auch. Ich hab’s deshalb am Samstag zum Vergleich mit und ohne probiert. Die Resultate sind eindeutig:

Das erste Bild ist – wie das zweite – mit einem 10mm-Weitwinkel auf der Nikon D300 bei Blende 5.6 und ISO 400 entstanden – auf dem Stativ mit ziemlich genau 30 Minuten Belichtungszeit (am Clearwaterlake in Nordkalifornien auf einem Zeltplatz).

Sternspuren - Pixelweise Vergrösserung, Aufnahme ohne Rauschunterdrückung in der Kamera.Sternspuren mit Baum im Vordergrund, pixelweise Vergrösserung, Aufnahme mit Rauschunterdrückung.Das zweite Bild allerdings wurde mit eingeschalteter „Rauschunterdrückung bei Langzeitaufnahmen“ gemacht, was wie oben beschrieben bedeutet, dass die Kamera nach dem zweiten Verschlussvorhang nochmals dreissig Minuten lang beschäftigt war, um herauszufinden, welche Pixel im Originalbild durch die Erwärmung des Sensors eingefärbt wurden, und sie aus dem Bild herauszurechnen.

Das erste Bild ist als JPG genauso wie als RAW absolut unbrauchbar. Das zweite weist zwar immer noch ziemlich viel Rauschen auf, lässt aber dennoch sogar die Milchstrasse erkennen.

Ich habe versucht, zwei pixelweise Ausschnitte zu generieren, weil die auf 800 Pixel Breite verkleinerten 12Megapixel-Bilder nur die halbe Wahrheit zeigen. diese beiden Ausschnitte treffen die Geschichte eher.

Damit ist mindestens für mich klar, dass ich die Funktion in Zukunft eingeschaltet lassen werde.

3 Kommentare
  1. Daniel S. sagte:

    Hm,
    das Ergebnis war ja eigentlich vorauszusehen? Da hier während einer Aufnahme eine Dunkelbildkorrektur stattfindet, und bei drer anderen eben keine. Das sich die beiden Ergebnisse dann unterscheiden müssen ist klar.

    Interessanter wäre es gewesen einmal den automatischen, und dann dazu einen manuellen Dunkelbildabzug bei gleichen Aufnahmebedingungen zu vergleichen. Das ist auch bei Astrofotografen noch ein heiß diskutiertes Thema.

    Diese nehmen ein manuelles Dunkelbild im Kühlschrank bei ähnlichen Temperaturen und mit gleichen Kameraeinstellungen z.B. am nächsten Tag auf. Oder haben ganze Dunkelbildbibliotheken mit Aufnahmen unterschiedlicher Temperatur und Belichtungszeit auf Vorrat liegen. Und nutzen die Nachtzeit dann voll zur Gewinnung der eigentlichen Aufnahmen, ohne noch zusätzlich Zeit bei der Gewinnung von automatischen Dunkelbildern zu verschwenden.

    Dabei sind aber (zumindestens theoretisch) die Aufnahmebedingungen niemals so ideal wie bei einem automatischen Abzug, da die Dunkelbildaufnahme eben nicht direkt im Anschluss (bei gleichen Aufnahmeparametern und Temperatur) an die zu korrigierende Aufnahme gewonnen wurde.

    Der automatische Dunkelbildabzug hat wiederum den Vorteil das dieser zeitlich, und auch von der Temperatur her, sehr dicht am zu korrigierenden Bild liegt. Aber eben auch den Nachteil doppelt so viel Zeit wie die eigentliche Aufnahme zu veranschlagen.

    Für Canon Kameras habe ich noch ein interessantes Schaubild gefunden wie so ein automatischer Dunkelbildabzug eigentlich technisch funktioniert:
    http://www.canon.co.jp/imaging/cmos/technology-e/noise_reduction.html

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  2. rodam sagte:

    Danke, die Testergebnisse sind in der Tat eindeutig.

    Muss ich wohl selbst auch mal ausprobieren, ob es bei meiner Kamera und kürzeren Verschlusszeiten auch sichtbar was ausmacht.

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