Kunstfoto: Orpheus & Euridyke

4 Kommentare
  1. dierk
    dierk sagte:

    Hallo Kerstin und Sofie,
    für mich ist hier sehr interessant die sehr unterschiedliche Sichtweise und das Erleben so eines Bildes zwischen Frau und Mann. Ich bin hier vielleicht typisch mit meiner rationalen, technischen Sicht (ich bin/war Ingenieur:-). Für mich steht die Ästhetik eines Bildes an herausragender Stelle und deshalb meine Anmerkung zur Schärfe. (ich weiss, Ästhetik ist nicht unbedingt ein scharfes Bild und umgekehrt).
    Bei meinen Fotos weigere ich mich immer, überhaupt einen Titel zu vergeben (es ist ein Bild und soll für sich sprechen), auf der anderen Seite ist es sehr interessant, was du dir alles bei dem Bild gedacht hast, Kersin. Vielen Dank dafür und die vielen Anregungen auf deiner Website, wie man Fotos auch machen kann. Sicher werde ich mich mal daran versuchen:-)

    Sehr schade finde ich, dass du die Bilder auf deiner Website nicht zum Vergrössern anbietest! So könnte man/ich sich viel mehr auf das einzelne Bild konzentrieren, ohne von den anderen abgelenkt zu werden.
    viele Grüsse
    dierk

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    Sofie Dittmann sagte:

    @Kerstin Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Ich war mir des Experimentellen des Bildes bewußt, als ich die Kritik geschrieben habe – genau das hat es ja so interessant und spannend gemacht. Solche Fotos bekommen wir nicht oft. Und auch die anderen Fotos auf Deiner Webseite gefallen mir sehr gut.

    Was ich eigentlich mit den Vergleichen zu Weston et al. sagen wollte, war, daß auch bei Akten, die so belichtet wurden, die Details noch da waren – ansonsten hast Du recht, sie haben alle nichts miteinander zu tun. Und insofern hinkt der Vergleich auch. Dein Modell ist so grazil, ich persönlich hätte es schön gefunden, wären die Details erhalten geblieben.

    Aber, wie Du bereits ganz richtig bemerkt hast: man kann alles ausprobieren. Jedenfalls ist Deine Seite mittlerweile in meinen Lesezeichen.

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    Kerstin Koletzki sagte:

    Hallo Sofie, hallo Dierk,
    vielen Dank für Eure Eindrücke…
    Auch wenn man nichts Genaueres über die Geschichte von Orpheus und Eurydike wüsste (danke Sofie für die Kurz-Zusammenfassung), assoziiert der symbolische Titel an sich: Mann/Frau, ein Paar, ein Liebespaar, Mythologie, Tragik, Schmerz, unerfüllte Leidenschaften…
    Die Fotos der Serie – alle Bilder sind Einzelbilder – haben eigentlich gar nichts miteinander zu tun, in der Gesamtheit gesehen, allerdings den gleichen Tenor:
    Sie sollen Geschichten, über sich hinaus, erzählen. Gelingt das, ist es gut. Die Transzendenz, frei von Zeit und Raum, ist Sinn und Zweck. Die Bilder, die beim Betrachter im Kopf entstehen, Verknüpfungen zu Kunstwerken, Literarischem, Erlebtem, Sehnsüchten; sind entscheidend. In meinen fotografischen Arbeiten setze ich mir kein übergeordnetes Thema auf und bereite dann sorgfältig Inszenierungen vor, um bestimmte Passagen zu interpretieren. Die Aufnahmen entstehen – mehr oder weniger – spontan, bei Tageslicht, ohne zusätzliche künstliche Beleuchtung.
    Bei der – nennen wir sie „Nymphe“- gefällt mir gerade die Form und auch die Zeichnung des Rückens. Wie eine Erscheinung wendet sie sich ab, die Augen geschlossen – der Vertrauensbeweis, als würde sie der Arie des Orpheus lauschen…, die Lilie über den Rücken schwingend, in sich versunken, (das Gesicht noch etwas nachbelichtet + flächige Anmutung = bewusst).
    Inspirationen, die ich im Kopf habe, kommen aus der Malerei: Tizian, Frà Bartolomeo, Vermeer, japanische Holzschnitte von Kunisada, aber auch Fotografien von: Man Ray, Yamamoto Masao sind wunderbar.
    Die Aktbilder von Edward Weston stehen im Kontext mit seinen Aufnahmen von Bäumen und Landschaften (Dünen). Für ihn steht dabei die Stofflichkeit, Strukturen und die Körperlichkeit auch an erster Stelle. Lee Friedlander kommt aus der Streetfotografie. Bei den fleischigen Aktporträts (Madonna) schwingt viel vom frontalen Blick auf die Straße mit.
    Es gibt kein Patentrezept für die absolute Choreografie eines Bildes. Bei Aktaufnahmen kommt es auch nicht unbedingt darauf an, die Linien und Kurven des Körpers durch Beleuchtung dreidimensional in Szene zu setzen. Über das bloße Abbilden hinaus, machen Unschärfe, Zufälligkeiten, Licht/Schatten, Sonnenlicht, Unter- und Überbelichtungen, Verwackelungen und Metamorphosen; Fotografien spannend + lebendig – man kann alles ausprobieren…

    Kerstin Koletzki

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  4. dierk
    dierk sagte:

    Hallo Kerstin,
    das Motiv ist toll.
    Es gibt 2 Dinge, die mich stören:
    1. es ist selbst in dieser geringen Abbildung überall sehr unscharf, sicher gewollt?
    2. die Mitte des Rückens hat sehr viel Licht. Wenn der Rücken dunkler wäre, nicht ganz so dunkel wie das Gesicht, und die Lilie das meiste Licht hätte, würde es für mich erheblich mystischer aussehen.

    In deiner Galerie finde ich viele Bilder, die mich sehr ansprechen, vielen Dank
    und viele Grüsse
    dierk

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